Petrov punktet von hinten

Fehler ausgebügelt

 

Von Startplatz 23 sahen Vitaly Petrovs Chancen auf WM-Punkte in Spa mau aus. Doch der Russe legte einen Raketenstart hin, machte in der Anfangsphase zehn Positionen gut – eine mehr als Michael Schumacher – und fuhr am Ende als Neunter in die Punkte.

“Das war mein Ziel”, sagte er nach der Punkteankunft. “Mein Start war in Ordnung und ich versuchte, hart zu pushen und durch das Feld nach vorne zu kommen.” Das ist ihm gelungen. “Das Rennen war schön, aber die Bedingungen waren sehr schwierig und es war kompliziert, die richtigen Reifen zu wählen.” Diese Aufgabe nahm ihm das Team ab – und behielt recht.

“Ich habe nach meinem Fehler im Qualifying gezeigt, dass wir die Pace haben, um immer in den Top-10 zu sein und ich hoffe, dass ich mich beim nächsten Mal viel besser qualifizieren kann, damit ich nicht so viele Autos überholen muss.” Den nächsten Rennen blickt Petrov deshalb optimistisch entgegen.

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Williams blieb ohne Punkte

Unfall und Probleme

 

Der 300. Grand Prix von Rubens Barrichello, das erste Rennen in Spa von Nico Hülkenberg – beides endete wenig zufrieden stellend. “Trotz meiner Erfahrung war es sehr schwierig für mich zu wissen, wie nass die Strecke auf der ersten Runde war”, sagte Barrichello, der in der letzten Schikane in Fernando Alonso hineinrasselte. “Aber es war komplett nass, als ich durch Blanchimont kam.”

Gleichzeitig versuchte der Brasilianer Nico Rosberg die Tür zuzumachen. “Als ich auf die Bremse trat, obwohl es ziemlich früh war, reichte es nicht, um das Auto anzuhalten.” Er kollidierte mit Alonso und schied aus. Ein frühes und unschönes Ende für seinen Jubiläums-GP.

Vermurkstes Rennen

 

Hülkenberg fuhr weiter, hatte aber auch nicht viel zu lachen. “Nico hatte ein Problem mit dem Kontrollsystem, das die Fahrbarkeit seines Autos beeinträchtigte und den Motor bei seinem Boxenstopp abstellte”, erklärte Technikchef Sam Michael.

“Dadurch verlor ich einige Positionen”, bestätigte Hülkenberg. “Dann musste ich im Regen ohne die volle Motorkontrolle auskommen, wodurch ich mich einige Male drehte.” Am Ende setzte er bei der Reifenwahl noch einmal auf Risiko, doch mehr als Platz 14 sprang nicht dabei heraus.

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Schumacher

Hart, aber fair

 

Spa zaubert immer ein Lächeln auf Michael Schumachers Gesicht. Als er am Donnerstag das erste Mal das Fahrerlager betrat, regnete es. Ihm gefiel das. Denn angesichts des Performancerückstands seines Autos und der Strafversetzung nach dem Qualifying konnte er jede Menge Chaos gebrauchen. “Ich kann heute mit einem lachenden Auge nach Hause gehen”, sagt Schumacher, der von Platz 21 auf 7 nach vorne fuhr. “Da muss man nicht unzufrieden sein.”

Auf dem Weg nach vorne begegnete ihm gleich zwei Mal sein Teamkollege Nico Rosberg. “Nico war von Petrov etwas aus der Bahn geworfen und das habe ich genutzt”, beschreibt Schumacher sein Überholmanöver gegen Rosberg, bei dem ein Teil von Rosbergs Frontflügel kaputt ging. “Ich fühlte mich im Auto nicht wohl, auch wegen meines Regensetups”, erklärte Rosberg. “Ich war gleich schnell wie Michael, hätte aber nicht schneller fahren können.”

Rad an Rad

 

So hoffte Rosberg immer auf Regen, der erst 10 Runden vor Schluss kam. Dann schaffte er es, nach dem Re-Start wieder an Schumacher vorbeizugehen. “Ich musste wegen Yamamoto mitten in der Eau Rouge vom Gas und Nico flog mit Überschuss auf der Geraden an mir vorbei”, so Schumacher. “Meine Reifen warfen Blasen und ich konnte keine Gegenwehr mehr leisten.”

Die Duelle an sich beurteilten beide Fahrer als fair. “Es war ein Rad-an-Rad-Duell unter Teamkollegen, es war hart, aber fair”, sagte Schumacher. “Wir lassen uns genug Platz. Das gehört zum Racing dazu.” Auch Norbert Haug blieb beim Anblick des Duells locker. “Sie besorgen es sich ordentlich, das ist Sport und das kommt gut rüber”, freute er sich. “Nico hat in diesem Moment Profit aus seinem Regensetup geschlagen. Michael musste viel Kritik einstecken, jetzt hat er gezeigt, dass er es noch kann.”

An einem Podestplatz dachte Schumacher allerdings nicht. “Wir können nicht meckern, aber für ein Podium hätte mehr passieren müssen”, so Schumacher. “Das war nicht der Fall. An weiter vorne war nicht zu denken.”

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Belgien GP

Hamilton siegt, Vettel patzt

 

Vier der letzten fünf Rennen in Belgien gewann Kimi Räikkönen, einmal siegte Felipe Massa. Zwei seiner vier Siege fuhr Räikkönen mit McLaren Mercedes ein – die durchbrachen in diesem Jahr mit Lewis Hamilton die rote Spa-Macht. Mit seinem dritten Saisonsieg übernahm Hamilton auch wieder die WM-Führung vor dem Zweiten Mark Webber. Platz 3 belegte Robert Kubica, der einige Zeit sogar auf Platz 2 lag, die Position aber beim letzten Reifenwechsel auf Regenreifen an Webber verlor.

Dahinter belegte Felipe Massa den vierten Platz vor drei Deutschen: Adrian Sutil, Nico Rosberg und Michael Schumacher. Die beiden Mercedes-Fahrer kamen sich im Laufe des Rennens zweimal in die Quere – einmal überholte Schumacher Rosberg und beschädigte dessen Frontflügel leicht, einmal konterte Rosberg und setzte sich so am Ende gegen den Rekordweltmeister auf dessen Lieblingsstrecke durch. Die Top-10 komplettierten Kamui Kobayashi, Vitaly Petrov und Jaime Alguersuari.

Verpatzter Tag für Vettel

 

Sebastian Vettels Sonntag war ein schwarzer. Der Deutsche lag hinter Jenson Button auf Platz 3, als er den langsameren McLaren vor der Zielkurve angriff, das Auto auf leicht feuchter Bahn verriss und in Button hinein krachte. Button schied aus, Vettel konnte nach einem Nasenwechsel weiter fahren.

“Ich habe innen abgedeckt, wie man das macht”, erklärte Button. “Ich habe gebremst und geschaltet und dachte, Sebastian sei links, also habe ich mich nicht bewegt und plötzlich gab es den Crash. Seb hat beim Bremsen die Kontrolle verloren. Ich bin sehr enttäuscht.” Schon vorher kämpfte Button mit den Folgen einer Kollision mit Robert Kubica, der seinen Frontflügel beschädigt hatte. “Ich werde es mir erst ansehen und dann mit Seb sprechen, aber er hat mich wohl nicht absichtlich abgeschossen.”

Für Vettel ging es enttäuschend weiter: Er wurde von den Rennkommissaren für das Verursachen der Kollision mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Aber damit noch nicht genug: Auf seiner Aufholjagd schlitzte ihm Tonio Liuzzi den linken Hinterreifen auf, so dass Vettel mit einem Reifenschaden an die Box zurückhumpeln musste. Er beendete das Rennen am Ende des Feldes.

Kurzes Jubiläum für Barrichello

 

Das 300. Rennen von Rubens Barrichello endete früh mit einer Kollision in der letzten Kurve. Barrichello versuchte, sich gegen Nico Rosberg zu verteidigen und rutschte auf nasser Fahrbahn in Fernando Alonso herein. Der Williams war irreparabel beschädigt, der Ferrari lief noch und trug Alonso nach einem Boxenstopp bis auf Platz 8 nach vorne, dann schied der Spanier jedoch kurz vor Schluss nach einem Dreher auf dem nassen Kerb aus.

“Ich bin auf die Bremse gestiegen, aber es war absolut nass, das hatte ich nicht erwartet und ich rutschte geradeaus in Alonso”, schilderte Barrichello. “Das passiert. Selbst der erfahrenste Pilot kann an einer solchen Stelle nichts ausrichten, wenn die Strecke so nass ist.”

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Ferrari gibt nicht auf

Jede Chance ergreifen

 

Am Freitag war Fernando Alonso in beiden Freien Trainings am schnellsten. Im Rennen steht er plötzlich auf Startplatz 10, Felipe Massa ist als Sechster nur unwesentlich besser. “Damit können wir nicht zufrieden sein”, sagt Teamchef Stefano Domenicali.

Natürlich sei das Qualifying durch die wechselhaften Bedingungen schwierig gewesen, aber Ferrari habe einfach nicht das vorhandene Potenzial aus dem Auto herausgeholt, von dem man wisse, dass es vorhanden sei. “Nun müssen wir verstehen, warum uns das nicht gelungen ist”, so Domenicali.

Felipe Massa hatte schon am Samstagvormittag Bedenken. “Wir haben schon am Morgen gesehen, dass die McLaren und Red Bull schneller als wir waren – das bestätigte sich am Nachmittag.” Demnach erwartet Domenicali auch ein schwieriges Rennen. “Wir müssen jede Gelegenheit nutzen, besonders da unsere Hauptgegner vor uns starten.”

Das gilt insbesondere für Alonso, der sich als WM-Fünfter noch immer Titelchancen ausrechnet. “Ich kann mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein”, stimmt er seinem Teamboss zu. “Aber wenn die Startposition auf einer Strecke weniger kritisch ist, dann hier.” In Spa könne man einerseits überholen und andererseits würden sich durch das wechselhafte Wetter etliche Gelegenheiten ergeben.

“Manchmal kann dir die richtige Entscheidung im richtigen Moment bis zu einer Minute bringen”, rechnet Alonso vor. “Wir müssen also clever sein und das Beste aus unseren Chancen herausholen.” Schließlich werden die Punkte erst im Rennen vergeben.

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