Archiv für Februar, 2008

Super Aguri kämpft weiter

Wir werden in Melbourne sein

Lehrer können ein Lied davon singen: der Kreativität bei Entschuldigungen sind keine Grenzen gesetzt. “Ich habe ein Murmeltier auf dem Schulweg überfahren”, “Ich habe einen Tankdeckel auf der Straße gefunden und musste ihn zur Tankstelle zurückbringen”, “Wir haben den Test in Barcelona abgesagt, weil einige Teile nicht rechtzeitig ankamen.” Der letzte Satz stammt von Super Aguri-Mitbesitzer Fumio Akita.

Dieser sieht sein Team entgegen den aktuellen Horrormeldungen in den Medien nicht vor dem Ende. “Es war schon letztes Jahr eng, so wird es auch dieses Jahr sein. Aber wir werden in Melbourne am Start stehen. Darüber machen wir uns keine Sorgen”, verriet Akita der Nachrichtenagentur Reuters. Der wahre Grund für das entschuldigte Fehlen ist jedoch nicht in langsamer Postzustellung neuer Teile, sondern in den klammen Finanzen des Teams zu suchen.

Teamchef Aguri Suzuki weilt bereits seit einer Woche in Japan, um dort Honda davon zu überzeugen, entweder mehr Geld ins Team zu investieren oder die Vorschläge potenzieller neuer Teilhaber nicht zu blockieren. So sollen indische Investoren auf eine Beschäftigung von Narain Karthikeyan als zweitem Fahrer gedrängt haben, was bei Honda auf keinerlei Gegenliebe stieß – sie wollen ihren langjährigen Testfahrer Anthony Davidson an der Seite von Takuma Sato sehen.

Akita verriet, dass die Gespräche noch immer fortgeführt werden und es drei potenzielle Investoren geben soll. “Wir müssen herausfinden, was das Beste für das Team ist.” Sogar eine komplette Übernahme zu 100% wollte er nicht ausschließen. Einen Abzug aus Leafield oder einen neuen Teamchef müsste das nicht unbedingt nach sich ziehen. “Man kann nicht einfach so das ganze Team loswerden. Und ohne Aguri verliert man wahrscheinlich Honda als Motorenpartner. Außer die Investoren kommen und sagen, sie können BMW-Motoren mitbringen.” Dennoch sieht es Akita nicht als gegeben an, dass der Teamname bei einem Verkauf aus der F1-Welt verschwinden würde.

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Ecclestone gegen Kühe

Paris wäre toll

Tausche Kühe gegen Panzer. So könnte eine Schlagzeile für den nächsten Frankreich GP lauten. Denn mit Magny Cours hat Bernie Ecclestone trotz aller Rettungsversuche der Franzosen endgültig abgeschlossen. “Wir werden nicht mehr nach Magny Cours fahren”, sagte er dem sid. “Sie wissen das, und die Regierung hat das verstanden. Wir hatten das Rennen ja ursprünglich schon für dieses Jahr abgesagt.” Letztlich rutschte der Frankreich GP doch noch in den Rennkalender für 2008.

2009 soll das auch so sein, aber nicht mehr im Niemandsland. Als Alternative wurde Versailles ins Spiel gebracht. Dort könnte auf einem ehemaligen Panzertestbereich im Camp de Satory eine Rennstrecke entstehen. Ecclestone hat jedoch andere Pläne. “Ich hoffe, dass wir in Paris etwas schaffen können”, verriet er. Nachdem sein Traum von einem London GP gescheitert scheint, hofft er auf die Franzosen. “Es wäre besser für die Zuschauer und besser fürs Fernsehen.”

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Toyota als Überraschung

Ein echtes Rennauto

Mit Meinungen ist es in der Formel 1 wie mit den Regeln: sie werden oft geändert. Jarno Trulli war in den letzten drei Wochen ein Paradebeispiel. “Ferrari ist mindestens eine halbe Sekunde pro Runde schneller, sogar schneller als McLaren”, sagte er. “Also gute Nacht, die Weltmeisterschaft ist bereits vor dem Saisonstart entschieden.” Nur eine Woche später schien Trulli ein teilweiser Gedächtnisverlust zu plagen: “Einige haben gesagt, dass die Weltmeisterschaft schon vorbei sei. Die Saison ist lang, aber wenn ein Team wie Ferrari so beginnt, dann wird es nicht einfach, den verlorenen Boden wieder gutzumachen.”

Die eigene Konkurrenzfähigkeit schätzte Trulli so ein: “Über Podestplätze zu sprechen, ist für uns absolut unrealistisch. Da BMW Probleme hat, können wir vielleicht mit Renault, BMW und Williams mithalten, mehr ist aber nicht möglich.” Diese Position peilt er noch immer an, aber die Testbestzeit am letzten Tag scheint Lust auf mehr gemacht zu haben: “Vergesst McLaren und Ferrari, aber wir sind nah am Rest dran. Ich bin zurückhaltend optimistisch. Wir können dieses Jahr für einige Überraschungen sorgen, einigen Teams Probleme bereiten.”

Die Arbeit des Teams in den letzten Wochen stimmt Trulli zuversichtlich. “Wir haben endlich eine neue Richtung”, sagte er Autosport. Der TF108 sei ein komplett anderes Auto als sein Vorgänger. “Letztes Jahr wusste ich sofort, dass wir ein riesiges Problem hatten.” Dieses Jahr ist er noch vorsichtig, aber das Team verstehe das Auto viel besser. “Es ist ein echtes Rennauto. Man verändert Dinge und spürt den Unterschied sofort.” Selbst bei minimalen Veränderungen. “Das ist ein sehr gutes Gefühl.”

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Loeb wechselt Motor

Subaru im Shakedown an der Spitze

Wie schon in Schweden erwischte Subaru auch in Mexiko einen guten Start in das Rallye-Wochenende. Die beiden Werkspiloten Petter Solberg und Chris Atkinson fuhren im Shakedown die schnellsten Zeiten. Auf der 5,13 Kilometer langen Strecke unweit von Leon wurden die zwei Subaru-Piloten zeitgleich gestoppt. Hinter Gigi Galli landete Dani Sordo als Bester Citroen-Pilot auf dem vierten Rang, den auch der Finne Jari-Matti Latvala belegte.

Sordo’s Teamkollege Sebastien Loeb hatte nach einem Motorwechsel lediglich die Möglichkeit, den Kurs einmal abzufahren und landete auf Position neun. Im Gegensatz zur vorherigen Rallye wird Citroen diesmal nicht mit einer Zeitstrafe belegt. Schon vor der Rallye bekam Loeb einen neuen Motor, da der vorherige bei dem Unfall in Schweden beschädigt worden war.

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Die Saison 2008

Noch spannender, noch enger

Die Saison 2007 hätte eine der besten überhaupt sein können, wenn sie nicht ständig von Skandalen und politischen Spielchen überschattet worden wäre. 2008 soll all das außen vor bleiben, davon sind Bernie Ecclestone und Max Mosley überzeugt. Und auch sportlich soll es 2008 noch besser werden.

“Ich glaube, dass mehr Fahrer gewinnen können als 2007″, prophezeite Ecclestone der

Sport Bild

. Im letzten Jahr konnten nur vier Fahrer Siege einfahren, dieses Jahr erwartet der F1-Boss einige Überraschungen. Neben Ferrari und McLaren rechnet Ecclestone fest mit der Widerauferstehung von Renault, angetrieben von Fernando Alonso. “Und: Ich traue auch beiden BMW-Jungs Siege zu.” Selbst Red Bull hat er auf der Rechnung.

Niki Lauda hält sich bei BMW Sauber eher zurück. “Ich habe meine Zweifel, dass BMW den angestrebten ersten GP-Sieg erringen kann”, sagte er. Die Probleme bei den Testfahrten sprechen momentan nicht unbedingt für frühe Erfolge der Weiß-Blauen. Solche traut Lauda nur den beiden Top-Teams des Vorjahres zu. “Es würde mich nicht wundern, wenn Ferrari beim ersten Rennen in Melbourne das beste Team ist”, so der Ex-Champion. “McLaren ist ähnlich gut aufgestellt. Da sehe ich kaum einen Unterschied. Wahrscheinlich können wir erst nach drei Rennen einen Trend sehen, wer die Nase vorn hat.”

Auch Lauda hat Renault auf dem Radar, allerdings mit einer Einschränkung: “Das Auto muss ähnlich gut sein wie der Ferrari und McLaren, sonst kann auch Alonso nichts machen.” Ecclestone glaubt trotzdem, dass die Saison 2008 noch spannender und enger wird. Vom Gefühl her sieht er den amtierenden Weltmeister Kimi Räikkönen vorne. “Aber nur ganz knapp. Ich bin sicher: Wir werden eine richtig gute Saison erleben.”

Darauf hofft auch FIA-Präsident Max Mosley, der vor allem die vielen jungen Talente auf der Rechnung hat – Sebastian Vettel, Sebastien Bourdais und Timo Glock. “Nur schade, dass viele junge Fahrer nicht die Möglichkeiten haben, gleich mit einem Spitzenteam anzufangen wie Lewis Hamilton – denn als sie in den unteren Formeln waren, konnten sie absolut mit ihm mithalten”, betonte Ecclestone im

kicker

. “Also, ich bin gespannt, fast sprachlos, was da noch alles passieren wird.”

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