Archiv für März, 2008

Argentinien, Tag 2

Loeb weiter in Führung

Auch am Ende des zweiten Tages liegt Sébastien Loeb bei der Rallye Argentinien weiter in Führung. “Der Vorsprung, den wir gestern herausgefahren haben, hat das Leben heute einfacher für uns gemacht. Es war immer noch sehr schwierig, weil das aktuelle Reglement es unserem Reifenhersteller Pirelli nur erlaubt, uns eine harte Reifenmischung zur Verfügung zu stellen. Es ist wirklich ärgerlich, dass es nicht erlaubt ist, die Reifen nachzuschneiden.” übte Loeb trotz seiner beruhigenden Führung und drei Bestzeiten am heutigen Tag Kritik.
Petter Solberg gelang es seinen Teamkollegen Chris Atkinson zu überholen, mit knapp 80 Sekunden Rückstand liegt er nun auf Position zwei. Den ganzen Tag über trieben sich Solberg und Atkinson über die Etappen. Solberg erzielte dabei gleich 5 und Atkinson 1 Bestzeit.

Daniel Sordo profitierte von Gigi Gallis Ausfall und liegt nun auf der vierten Position. Der Abstand auf die Subaru ist allerdings deutlich angewachsen: “Mein Ziel war es näher ans Podium zu kommen. Es dauerte nicht lange um zu realisieren, dass das ohne große Risiken nicht leicht würde. Es war unmöglich sicher vorherzusehen, wie das Auto reagieren würde. Ich wollte nicht alles wegwerfen.” erklärte Sordo seine etwas verhaltene Fahrweise am heutigen Tag. Gigi Galli war hingegen sehr enttäuscht: “Als noch zehn Kilometer auf Etappe 13 zu fahren waren begann das Auto sich mit Rauch zu füllen und ich konnte nicht mehr viel sehen. Wir fanden das Problem im Service, aber unglücklicherweise beschädigte die Hitze den Hauptkabelstrang und es war unmöglich das in der vorgegeben Zeit zu reparieren. Wir werden morgen zurück sein, um einige der berühmtesten Etappen der WRC zu bestreiten.” Dabei ist es durch den bisherigen Rennverlauf sogar noch möglich, dass es Galli zurück in die Punkte schaffen könnte. Derzeit trennen ihn auf Rang elf nur gut eineinhalb Minuten von Position acht.

Conrad Rautenbacher könnte auf Platz fünf seine ersten WM Punkte erzielen, nachdem auch Matthew Wilson ähnliche Probleme wie Gigi Galli zu beklagen hatte und den heutigen Tag nicht beenden konnte: “Ich bin einfach nur enttäuscht, weil die Dinge so gut aussahen. Auf der ersten Etappe am heutigen Tag trafen wir einen großen Felsen, was meine Windschutzscheibe splittern ließ. Der Aufprall muss den Auspuff leicht verbogen haben, weil Qualm ins Cockpit zu drang und auch die Kardanwelle war beschädigt. Mein Team brachte uns vor Ablauf des Zeitlimits wieder auf die Strecke, aber in der letzten Kurve von Etappe 15 brach unser Querlenker und wir mussten aufgeben. Wir werden morgen zurückkommen, um einige Erfahrungen für das nächste Jahr zu sammeln.”

Auch für Jari- Matti Latvala lief der Tag erneut alles andere als wunschgemäß: “Auf der ersten Etappe fuhren wie eine lange schnelle Gerade entlang. In einer Kompression war ein Stein auf der Mitte der Straße und er streifte die Ölwannenabdeckung. Am Ende der Etappe überprüften wir alles. Vor dem Start der nächsten Etappe stoppten wir um zu warten bis wir an der Reihe waren. Aber als ich versuchte den Motor wieder zu starten passierte nichts. Die Ölwannenabdeckung muss den Schlag an den Anlasser weitergegeben haben. Als wir merkten, dass wir über dem Zeitlimit waren, halfen uns Zuschauer das Auto anzuschieben und wir fuhren die Etappe.” Da Latvala das Zeitlimit dabei jedoch massiv überschritt, wurde er von der Wertung des heutigen Tages ausgeschlossen und erhielt pro Etappe fünf Strafminuten. Damit fiel er in der Gesamtwertung aussichtlos auf Platz 16 zurück.

Zumindest ein wenig besser lief es heute für seinen Teamkollegen Mikko Hirvonen. Nach dem Ausfall gestern kämpfte er sich heute nach vorne und beendete den Tag auf Position sechs: “Ich dachte nicht, dass ich so viele Positionen gut machen könnte. Es war hart sich heute morgen bei einem Blick auf unsere Position zu motivieren, aber ich war wirklich aufgeregt als heute nachmittag immer mehr Autos am Streckenrand auftauchten. Morgen werde ich voll angreifen, weil vor mir noch alles passieren kann.”

Platz sieben geht derzeit an Andreas Aigner, der gleichzeitig der führende Fahrer in der PWRC ist. Auch Federico Villagra hatte mit Problemen zu kämpfen, dennoch war er am Ende des Tages auf Position acht zu finden. Direkt dahinter macht sich auch Nasser Al-Attiyah Hoffnungen auf seine ersten WM Punkte.

Erneut wenig Positives gab es im Suzuki Lager zu berichten: Per Gunnar Andersson musste auf der 14. Etappe mit einer gebrochenen Aufhängung aufgeben, während Toni Gardemeister auf der gleichen Etappe Hydraulikprobleme erlitt, welche die Servolenkung und die Schaltung beeinträchtigten. Zuvor war bei Toni Gardemeister bereits ein Antriebsproblem aufgetreten und hatte ihn gezwungen, die vorigen Etappen nur mit Hinterradantrieb zu bestreiten. Das Team hofft zumindest Per Gunnar Anderssons Auto bis morgen zu reparieren, allerdings wird es für beide Piloten nicht mehr möglich sein, um Punkteränge zu kämpfen.

Schon die Rallye Mexiko ging als äußerst turbulent in die Geschichte ein. Sébastien Ogier gelang es dort von den chaotischen Verhältnissen zu profitieren und als erster JWRC Pilot einen WM Punkt zu erzielen. Nur eine Rallye später liegt nun Andreas Aigner als führender der PWRC in den Punkten. Der achtplatzierte Federico Villagra hat bereits mehr als 25 Minuten Rückstand auf Sébastien Loeb, Mikko Hirvonen fährt nach seinem Ausfall am gestrigen Tag bereits wieder auf Position sechs und sogar Jari Mari Latvala würde derzeit auf Position 16 noch einen Herstellerpunkt erzielen ! Die diesjährige Rallye WM erweist sich immer mehr als eine starke Herausforderung. Waren Ausfälle der Top Piloten im letzten Jahr die absolute Ausnahme, scheinen sie dieses Jahr fast schon an der Tagesordnung und so scheint dann auch für den morgigen Tag für Hochspannung gesorgt.

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Die FIA-Entscheidung steht

Zeitbegrenzung in Q3

Bereits am Malaysia-Wochenende hatte sich angedeutet, dass die FIA den Bummel-Runden am Ende des dritten Qualifyings den Garaus machen will. Nun hat ein FIA-Sprecher bestätigt, dass wohl bereits ab dem Rennen in Bahrain eine Zeitbegrenzung für die Runden zurück an die Box in Q3 gelten wird. “Unsere Klarstellung an die Teams und Fahrer wird so aussehen, dass Autos auf dem Weg an die Box, die ihre fliegenden Runden beendet haben, dazu verpflichtet sind, das innerhalb einer Zeit zu tun, die wir festlegen werden”, wurde der Sprecher von Reuters zitiert.

Wie bereits in Malaysia vermutet, soll diese Zeit bei 120 Prozent der normalen Rundenzeit angesetzt werden, wie es bereits bei der Fahrt in die Startaufstellung gilt. Auslöser für diese Maßnahme war das dritte Qualifying in Malaysia, als Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen auf ihrer Auslaufrunde in langsamer Fahrt Nick Heidfeld und Fernando Alonso behinderten, die mit rund 210 km/h mehr Geschwindigkeit an den beiden McLaren-Piloten vorbeisteuern mussten.

Zwar gab es dann eine Strafe für Hamilton und Kovalainen – sie mussten jeweils fünf Startplätze zurück -, aber es wurden auch Sicherheitsbedenken laut. “Ich mag die Gefahren in dieser Situation nicht. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind so groß, dass es ein Problem ist, das wir lösen müssen. Hoffentlich bis Bahrain”, hatte Mario Theissen damals gesagt.

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© www.KFZ.de 29032008

Argentinien, Tag 1

Loeb ist der Cleverste

Nachdem am Morgen starke Regenfälle das Wetter bei der Argentinien Rallye bestimmten, sahen sich die Fahrer mit nebelartigen Sichtverhältnissen und völlig aufgeweichten Straßen konfrontiert. Der Mann des Vormittags war Mikko Hirvonen. Der erwartete Nachteil seiner frühen Startposition verwandelte sich in einen Vorteil, da er noch die besten Bedingungen vorfand und sich die Streckenverhältnisse kontinuierlich von Fahrer zu Fahrer verschlechterten. Dennoch war es beeindruckend, wie er bereits auf der ersten Etappe 48 Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger herausfuhr. Danach gelang es Sébastien Loeb zwar sein Tempo zumindest zu halten, doch am Ende der ersten Schleife standen für Hirvonen drei Etappenbestzeiten und ein Vorsprung von fast 53 Sekunden zu Buche. Doch dann kam das frühe Ende für Hirvonens Sieg Ambitionen, auf der fünften Etappe streifte er einen Stein und viel aus.

Für Sébastien Loeb, der noch am vormittag etwas mit dem unglaublichen Speed von Hirvonen gehadert hatte, zahlte sich seine vorsichtige Fahrweise damit aus. Seine Geschwindigkeit war den ganzen Tag über zwar nicht überragend, so gelang es ihm auch nur eine Tagesbestzeit, aber er lieferte eine unglaublich konstante Leistung ab. Auf jeder Etappe landete er unter den besten fünf und konnte sich sogar einen Dreher erlauben. Am Ende des Tages hatte er so über eineinhalb Minuten Vorsprung auf Rang zwei.

Auf diesem Platz liegt der erneut starke Chris Atkinson. Allerdings hat er seinen Teamkollgen Petter Solberg im Nacken, der zwischenzeitlich mit Dämpferproblemen zu kämpfen hatte. Ebenfalls in Schlagdistanz ist auch Gigi Gallo, den nur 17 Sekunden von Rang zwei trennen und dem am heutigen Tage sogar eine Etappenbestzeit gelang.

Auf Platz fünf liegt hingegen Daniel Sordo, der lange Zeit in einen Kampf mit Petter Solberg verstrickt war, dann aber Handlingprobleme bekam und etwas zurückfiel. Dennoch hat er einen beruhigenden Vorsprung vor Federico Villagra, der nach Mexiko auch hier bei seiner Heimrallye eine starke Leistung bot und am Ende des ersten Tages mit Rang sechs belohnt wurde.

Siebter ist derzeit Matthew Wilson direkt vor Jari- Matti Latvala, bei dem es fast schon als ein kleines Wunder zu bezeichnen ist, dass er bereits wieder in den Punkterängen angekommen ist. So überschlug sich der Finne auf der zweiten Etappe und verlor fast 10 Minuten. Dass ihm direkt danach auf der dritten Etappe mit einem doch leicht beschädigten Fokus eine Bestzeit gelang, bestätigt nur, dass auch er heute eigentlich sehr schnell unterwegs war, was auch zwei weitere Bestzeiten untermauerten. Mit über drei Minuten Rückstand auf Villagra und insgesamt fast neuneinhalb Minuten Rückstand auf Sébastien Loeb am Ende des Tages wird es für ihn aber schwer weiter nach vorne zu kommen.

Ebenfalls nicht der Tag war es erneut auch für Suzuki. Per Gunnar Andersson hatte berits auf dem Weg zur ersten Etappe Elektronikprobleme zu beklagen und musste aufgeben. Nicht anders erging es seinem Teamkollegen, der bis zu seinem Ausfall auf der der achten Etappe jedoch erneut unter Beweis stellte, dass der Suzuki auch in Argentinien die Geschwindigkeit gehabt hätte, um in die Punkte zu fahren. Beide Piloten werden die Rallye morgen fortsetzen, um weitere Erfahrungswerte zu sammeln.

Wie auch schon zuletzt in Mexiko verlief der erste Tag der Rallye Argentinien spektakulärer, als im Vorfeld von Vielen erwartet worden war. Sébastien Loeb scheint einen beruhigenden Vorsprung zu haben, die Positionen dahinter trennen jedoch sehr geringe Abstände, so dass auch der morgige Tag wieder sehr spannend zu werden verspricht. Interessant wird auch zu beobachten sein, wie weit Latvala seine Aufholjagd noch nach vorne führen wird, seine Zeiten waren auch heute schließlich nicht weniger als siegreif.

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FIA – Neues Reglement

FIA beschließt Super 2000 Reglement.

Ab dem Jahr 2011 wird in der Rallye WRC ein neues Reglement gelten. Wie die FIA bekannt gab, werden die neuen Boliden auf dem aktuellen Super 2000 und Gruppe N Reglement aufbauen. Zusätzlich werden die Fahrzeuge mit einem Ergänzungsset ausgestattet, welches Bauteile im Bereich des Turboladers und Heckflügel beinhalten wird. Um die Komplexität zu begrenzen, wird es vorgeschrieben, dass diese zusätzlichen Anbauteile innerhalb eines noch zu bestimmenden Zeitrahmens entfernt werden können. Die aktuellen Regeln werden bis einschließlich 2010 ihre Gültigkeit behalten. Fahrzeuge des neuen Reglements dürfen ab 2009 antreten, sind allerdings erst ab 2010 punktberechtigt.
Die Regeländerung war allgemein erwartet wurden, nachdem sie seit längerem diskutiert wurde. Suzuki arbeitet bereits intensiv an einem Boliden nach Super 2000 Reglement, der noch in diesem Jahr auf die Teststrecken rollen könnte. Auch Ford und Citroen haben bereits erste Arbeiten für ein Super 2000 Fahrzeug abgeschlossen.

Insgesamt ist durch diese Regelung von einer massiven Kostenersparnis für die Teams auszugehen, da die Rallyefahrzeuge insbesondere in ihrer Entwicklung erheblich günstiger werden dürften. In diesem Zuge ist zu hoffen, dass auch weitere Hersteller den Weg in die Rallye WRC finden werden. So soll beispielsweise Skoda über eine Rückkehr nachdenken.

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Ergebnis Rallye Mexiko

Trivino disqualifiziert, Sébastien Ogier neuer Rekordträger

Ricardo Trivino, der bei seiner Heimrallye in Mexiko einen starken 8. Platz erzielt hatte, wurde nachträglich disqualifiziert. Bereits am zweiten Tag hatten FIA Kommissare festgestellt, dass seine Handschuhe nicht den hohen Sicherheitsanforderungen der Rallye WRC entsprachen. Nach einem Einspruch durfte der in einem privat eingesetzten Peugeot startende Pilot die Rallye zwar zunächst fortsetzen, doch jetzt wurde die Einschätzung der Rennkommissare bestätigt und Trivino folgerichtig disqualifiziert.

Sébastien Ogier rückt damit vom neunten auf den achten Platz vor. Der Citroen C2 Pilot, der den Auftakt der JWRC bei seinem Debüt gewann, stellt somit einen neuen Rekord auf. Als erster Fahrer eines JWRC gelang es ihm Punkte in der WRC Wertung zu erzielen. Demzufolge zeigte er sich hocherfreut über das Ergebnis, blieb dennoch aber fokussiert: “Natürlich freue ich mich über diesen Rekord und es ist ein großartiger Erfolg für meine erste Rallye in der Weltmeisterschaft. Aber das wichtigste ist für mich dennoch in der JWRC meinen ersten Platz zu behaupten.”

In Argentinien ist Sébastien Ogier nicht am Start, da auch die JWRC eine Pause einlegt, er wird seine nächste Rallye daher erst Ende April in Jordanien bestreiten.

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