Archiv für Mai, 2008

Turbulenter zweiter Tag bei Rallye Griechenland

Dreikampf an der Spitze

Die Führung wechselte am heutigen Tag gleich zweimal zwischen den Citroen Piloten: Auf der zweiten Etappe übernahm Daniel Sordo die Führung von seinem Teamkollegen, der einen Reifenschaden erlitten hatte. Auf der elften Etappe hatte der Spanier dann jedoch gleich zwei Reifenschäden zu beklagen und musste beide Ersatzräder verwenden. Nach einem erneuten Defekt auf Etappe zwölf blieb Sordo keine andere Wahl als mit einem defekten Reifen in die 13. Etappe zu gehen, auf der er dann fast viereinhalb Minuten verlor. Loebs defensive Fahrweise zahlte sich damit aus. So hatte der amtierende Weltmeister nach seinen Problemen am Vormittag am Nachmittag bewusst zurückgesteckt, um keine weiteren Schäden zu riskieren.
Auch dem Angriff der Ford Piloten auf Sébastien Loeb war nicht mehr Erfolg beschieden: Der Tag begann wie erwartet, indem die Ford Piloten von ihren frühen Startpositionen zu profitieren wussten und Boden auf die Konkurrenz gutzumachen begannen. Bereits auf der ersten Etappe büßte Sébastien Loeb 16,1 Sekunden auf Hirvonen ein. Doch bei einem Fehler auf der zweiten Tagesetappe beschädigte sich der WM Führende seine Aufhängung und verlor noch vor dem Mittagsservice mehr als zwei Minuten. Auch wenn Hirvonen am Nachmittag wieder rund 35 Sekunden auf Loeb aufholen konnte, war der Zug für den Kampf um die Spitze für ihn damit abgefahren. Sein Teamkollege Jari- Matti Latvala hielt sich am Vormittag schadlos und konnte den Rückstand auf Sébastien Loeb auf 47,4 Sekunden verkürzen. Allerdings ereilte ihn auf der elften Etappe ein Defekt am Turbolader, der ihn mehr als dreieinhalb Minuten kostete. Damit hatte auch er keine Chance weiter Druck auf den führenden Citroen Piloten auszuüben.

Gewinner des Tages waren somit die Solberg Brüder. Mit konstant guten Zeiten und einem problemfreien Tag halbierte Petter Solberg den Rückstand auf Loeb und liegt nun mit 28,7 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Auch wenn der Norweger am heutigen Tag nicht mit Bestzeiten glänzte, verschaffte er Subaru damit eine glänzende Ausgangssituation für den letzten Tag. Sein Bruder Henning schob sich derweil in seinem Stobart Ford bis auf Position drei nach vorne und konnte über den ganzen Tag gesehen sogar sieben Zehntelsekunden auf Loeb gutmachen!

Auf Platz vier liegt nun trotz seiner Probleme Mikko Hirvonen. Mit fast zwei Minuten Rücktand auf Henning Solberg kann er aus eigener Kraft allerdings nicht mehr auf das Podium kommen. Urmo Aava verteidigte seinen starken fünften Platz, während sich Matthew Wilson auf Position sechs nach vorne schieben konnte. Dahinter folgt Daniel Sordo, der ohne seine Reifenprobleme heute die Führung übernommen hätte und sich möglicherweise den Vorwurf gefallen lassen muss, gerade im Vergleich zu seinem Teamkollegen zu stark attackiert zu haben.

Auf Position acht liegt Jari- Matti Latvala, der heute zwar nicht – wie noch am gestrigen Tag – deutlich schneller als sein Teamkollege Hirvonen war, sich ohne die technischen Probleme aber auf jeden Fall in die Spitzengruppe geschoben hätte. Die Top Ten komplettieren Conrad Rautenbach und Toni Gardemeister. Da beide PH Sport Piloten und Matthew Wilson nicht punktberechtigt sind, könnte Suzuki damit wichtige Punkte gegenüber Munchi´s gutmachen, zumal Federico Villagra bis auf Position 20 zurückfiel. Keinen guten Tag erlebte auch Chris Atkinson: Der Subaru Pilot schied bereits vor der zweiten Tagesetetappe mit Elektronikproblemen aus, als sich sein Subaru nicht mehr starten ließ.

Der heutige Tag der Rallye Griechenland bot das, was die Meisten bereits für den gestrigen Tag erwartet hatten. Aufängungs- und insbesondere Reifenschäden ließen das Feld weit auseinander fallen und bescherten den Teams einige Probleme. Auffallend war dabei, dass am heutigen Tag letztlich die Fahrer profitierten, die taktisch fuhren und nicht voll attackierten. So erzielten die drei erst Platzierten heute keine einzige Etappenbestzeit. Während Hirvonen auf Position vier aus seinen drei und Gigi Galli auf Position 39 aus seinen zwei Bestzeiten nur sehr begrenzten Nutzen ziehen konnten. Diese Tendenz könnte sich auch am morgigen Tag fortsetzen, wenn insbesondere die führenden Piloten versuchen dürften, ihre Positionen ins Ziel zu retten. Doch letztlich hat jeder aus dem Führungstrio noch Siegschancen, denn schon ein weiterer Reifenschaden könnte alles wieder durcheinander würfeln.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052008

Citroen dominiert erneut

Das gleiche Bild

Am Ende des ersten Tages der Rallye Akropolis zeigte sich das schon aus den letzten Rallyes gewohnte Bild. Wie auf Sardinien und in Jordanien lagen beide Citroen Piloten an der Spitze, wobei Sébastien Loeb 15, 7 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen herausfahren konnte.

Der ganze Tag wurde von einem Dreikampf bestimmt zwischen Sébastien Loeb, Daniel Sordo und Jari-Matti Latvala bestimmt. Noch nach der vorletzten Etappe lagen alle innerhalb von 16 Sekunden. Durch einen Schaden an der hinteren Radaufhängung verlor Latvala dann allerdings auf der finalen Zuschauerprüfung fast 70 Sekunden und fiel noch bis auf Position sechs zurück.

Damit liegt er jedoch immer noch vor seinem Teamkollegen Hirvonen, der erneut das Tempo der Spitze nicht mitgehen konnte und auf einem sicheren vierten Platz zu liegen schien. Doch wie sein Teamkollege bekam er am Ende der vorletzten Etappe Aufhängungsprobleme und verlor auf der 4,6 km langen abschließenden Sonderprüfung gut 50 Sekunden. Damit blieb am Ende nur Position sieben.

Der erste Auftritt des neuen Subaru verlief vielversprechend. Zwar hatte Chris Atkinson mit einigen kleineren Problemen zu kämpfen und einen Reifenschaden zu beklagen, doch sein Teamkollege Petter Solberg deutete mit Position drei das Potential des neuen Subarus an. Zwar profitierte er dabei auch von den Problemen Fords, doch weniger als eine Minute Rückstand am Ende des ersten Tages sind zumindest ein Teilerfolg.

Die Problemen im BP Ford Lager ebenfalls zu nutzen, wussten Henning Solberg und Urmo Aava, die sich am Ende des Tages auf den Positionen vier und fünf wiederfanden. Die Top Ten komplettierten derweil Per Gunnar Andersson und Federico Villagra. Da Urmo Aava nicht punktberechtigt in der Konstrukteurswertung ist, ist der Kampf um Position neun somit ein direkter Kampf zwischen Suzuki um Munchi´s um den letzten WM Punkt.

Der heutige Tag verlief weniger spektakulär, als von Vielen im Vorfeld befürchtet. Lediglich Gigi Galli musste als Pilot eines Topfahrzeuges aufgeben, nachdem er auf der zweiten Etappe einen Stein getroffen und sein Fahrzeug beschädigt hatte. Der morgige Tag lässt wie schon zuletzt auf Sardinien eine Aufholjagd von Ford erwarten, da Hirvonen und Latvala nun optimale Streckenbedingungen vorfinden dürften. Dabei scheint es durch den großen Vorsprung weniger die Frage zu sein, ob die Citroen Piloten ihre Spitzenplätze verteidigen können, als vielmehr, wie viel Vorsprung sie in den Sonntag retten können. Sollten die BP Ford Piloten am morgigen Tag ähnlich viel Zeit gutmachen können, wie noch auf Sardinien, ist die Rallye längst noch nicht entschieden.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 30052008

Munchi´s mit neuem Fahrer in Griechenland

Ein unerfahrener Teamleader und routinierter Debutant

Die fünfte Rallye, der vierte neue Fahrer. Während Fedrico Villagra auch in Griechenland einen Munchi´s Ford steuern wird, erhält er zum vierten Mal in Folge einen neuen Teamkollegen. Munchi´s hofft von der Erfahrung des Griechen Aris Vovos zu profitieren, der bereits seine 14. Griechenland Rallye im Rahmen der WRC bestreitet. Als Ziel gibt das Team an, weiter Boden auf Suzuki gutmachen zu wollen; darüber hinaus rechnet man sich durch die harten Bedingungen jedoch auch Chancen, auf eine Überraschung aus.

Federico Villagra, der erst in seine zweite Rallye Griechenland geht, zeigt sich zuversichtlich: “Wir hatten eine gute Rallye in Griechenland im letzten Jahr und es ist eine Veranstaltung, dich ich sehr mag, Mit Sicherheit wird die Rallye harte Arbeit, es wird heiß und sonnig und die Etappen werden den Fahrern einige Energie abverlangen. Ich denke es wird uns entgegen kommen eine weitere Rallye so dicht hintereinander zu fahren, weil das Fahrgefühl aus Sardinien noch direkt in meinem Kopf ist. Wenn wir ohne Probleme ins Ziel kommen, wird es eine gute Gelegenheit, weitere Punkt für mich und das Munchi´s Team zu sammeln.”

Sein Teamkollege Aris Vovos fiebert der Rallye förmlich entgegen: “Die Rallye Akropolis war schon immer die wichtigste Veranstaltung in unserem Programm. Deshalb muss ich sagen, dass ich wirklich aufgeregt bin, besonders da wir in diesem Jahr ein Auto der Top Liga pilotieren und keine Ausrede haben, sollten wir vor unseren Fans keine gute Leistung bringen. Vor zehn Tagen hatten wir einen Test auf Sardinien um uns an den Fokus WRC07 zu gewöhnen und ihn an unsere Bedürfnisse anzupassen. Am Anfang des Tests war das Auto weit weg von meinem Fahrstil, aber letztlich kamen wir zu einem guten Resultat. Ich freue mich nun, das Auto auf den Etappen zu fahren, die ich so gut kenne.”

Munchi´s Ford konnte auf Sardinien die Geschwindigkeit der Spitzenteams nicht mitgehen und profitierte von einer guten Fahrt Solbergs, der wichtige Punkte erzielte. Obwohl Aris Vovos die Etappen sehr gut kennt, darf das Team nicht unbedingt Punkte von ihm erwarten, zu gering ist trotz des Tests seine Erfahrung im Munchi´s Ford. So liegt der Druck vor allem auf Federico Villagra, weitere Punkte einzufahren und somit Suzuki auf Distanz zu halten. Sollte Villagra dabei an seine Leistungen aus Argentinien und Mexiko anknüpfen können, wo er unter schwierigen Bedingungen zu Höchstform auflief, ist ihm möglicherweise sogar eine erneute Überraschung zuzutrauen.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 29052008

Starke Kritik an Mosley seitens der FIA

Chancen für Mosley stehen gut

Das außerordentliche Meeting der FIA in Paris steht vor der Tür. In wenigen Tagen, am 3. Juni, wird über die Zukunft von Max Mosley als FIA Präsident diskutiert und abgestimmt. Doch schon vorab haben 24 Clubs, welche 22 Nationen vertreten, einen gemeinsamen Brief verfasst indem man betont, dass es für das Ansehen der FIA das Beste wäre, wenn Max Mosley zurücktreten würde.

“Wir sind der festen Überzeugung, dass es der einzig anständige, weitere Weg für die FIA und auch für Sie [Max Mosley] ist, dass Sie umgehend zustimmen zurückzutreten”, stand im besagten Brief der unseren Kollegen von Autosport vorliegt.

“Die FIA ist in einer kritischen Situation. Das Image, der Ruf und die Glaubhaftigkeit der FIA wurde ernsthaft angeschlagen. Jeder weitere Tag an dem diese Situation vorherrscht verstärkt den Schaden Es gibt keinen Weg zurück”, heißt es in dem Brief.

Außerdem äußerten die Clubs ihren Unmut darüber, dass Max Mosley einem Kompromiss nicht zugestimmt hat. Hätte Mosley zugestimmt im November zurückzutreten, hätte man garantiert, ihn am 3. Juni nicht aus dem Amt zu wählen. “Wir bedauern zutiefst, dass Sie unserem Vorschlag nicht zustimmt haben”, steht es im Brief.

“Dies ist ein ernsthaftes Bemühen, um einen ordentlichen Übergang in der FIA zu vollziehen und eine Lösung für die momentane Krise zu finden”, heißt es. “Stattdessen ist es Ihre Absicht bis an das Ende ihrer Amtszeit, im Jahr 2009, im Amt zu bleiben und sehen damit darüber hinweg, dass die FIA weiter Schaden erleidet. Sie stellen damit persönliche Interessen über jene der FIA und deren Mitgliedern.”

Doch auch wenn durch diesen Brief nun sehr deutlich wird, dass die FIA ernsthaft von Max Mosley enttäuscht ist, kann man davon ausgehen, dass Mosley genug Clubs hinter sich hat, die ihm bei der Abstimmung nächste Woche den Rücken stärken werden. So könnte der FIA Präsident bis Ende Oktober 2009 im Amt bleiben.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 29052008

BP Ford möchte in Griechenland den Sieg

Ford auf hartem, aber erfolgreichem Terrain

Auf Sardinien war Ford das schnellste Team, doch es reichte nicht zum Sieg. Das soll nun in Griechenland nachgeholt werden. Allerdings werden bei der Rallye Griechenland deutlich heißere Bedingungen herrschen und auch die Etappen werden viel härter für die Autos sein. Bei Ford sieht man darin einen Vorteil, so gewann das Team unter ähnlichen Bedingungen acht der letzten sechs Akropolis Rallyes. Doch sicher kann sich das Team nicht sein, so kämpfte Ford schon mehrfach in diesem Jahr mit zu schwach dimensionierten Aufhängungen und Citroen zeigte sich im Saisonverlauf gerade bei heißen Veranstaltungen bestens aufgestellt.

Der WM Führende Hirvoen äußert sich vor der Rallye verhalten optimistisch “Beim ersten Passieren der Prüfungen müssen wir mit den losen Steinen klarkommen. Die zweite Durchfahrt, die oft auf nacktem Fels stattfindet, hat der Rallye ihren Ruf als Härtetest eingetragen. Unser Ford Focus RS WRC hat aber seine Robustheit oft genug bewiesen. Und die Pirelli-Schotterreifen haben sich in diesem Jahr als bemerkenswert haltbar erwiesen. Wegen der Kombination aus großer Hitze und rauen Straßen müssen wir auf sie aber ganz besonders aufpassen.”

Sein Teamkollege Jari- Matti Latvala möchte hingegen an seine starke Performance aus Italien anknüpfen. “Ich habe hier als 18-Jähriger mein Debüt am Steuer eines WRC erlebt. Das war ein ganz besonderer Moment, auch wenn ich im Ziel am Ende meiner Kräfte war. Jetzt starte ich zum fünften Mal hier und es wird bestimmt kein bisschen einfacher als zuvor. Mein Podestplatz in Italien hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, und ich bin sicher, dass wir unsere starken Leistungen bestätigen können. Im Vorjahr bekam ich auf einer 48 Kilometer langen Wertungsprüfung Reifenprobleme – doch diese WP ist jetzt aufgesplittet, sodass es für Reifen, Auto und Fahrer eine kleine Erholungspause gibt”

BP Ford hat auf Sardinien nur durch eigne Fehler den Sieg verschenkt. Sollte dem Team daher in Griechenland eine perfekte Leistung gelingen, ist es der absolute Favorit auf den Sieg. Doch auch die Konkurrenz von Citroen sollte Ford nicht unterschätzen. Das französische Team, das tendenziell immer damit kämpft, seine Reifen auf die nötige Temperatur zu bringen, dürfte dieses Problem auf den harten und heißen Etappen in Griechenland nicht haben. So scheint sich ein spannender Zweikampf abzuzeichnen, doch dieses Mal liegt die Favoritenrolle eher bei Ford. In Hinblick auf die WM Führung hat Ford also gute Chancen seinen Vorsprung weiter auszubauen, bevor es dann Ende des Jahres auf die ungeliebten Asphaltstrecken geht. Grundvorrausetzung dafür wird jedoch sein, dass Mikko Hirvonen dieses Mal eine ähnliche Geschwindigkeit wie sein Teamkollege findet.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 28052008