Archiv für Oktober, 2008

McLaren vs. Ferrari

Blitzschnelle Extreme

 

Das war er also, der Prolog zum großen WM-Showdown in Sao Paulo. Den ersten Tag beendete Felipe Massa als Gesamtschnellster, mit einer Zeit vom Vormittag. “Wir können mit unserer Arbeit zufrieden sein”, bilanzierte Stefano Domenicali, für den es wichtig war, mit dem richtigen Fuß in das Wochenende zu starten.

“Es mag erst Freitag sein, aber es ist wichtig, einen guten Start in dieses wichtige Wochenende zu haben”, bestätigte Massa. “Wir fanden ein gutes Setup und das Auto war in beiden Sessions gut ausbalanciert.” Auch der Griplevel sei gut gewesen, obwohl die Temperaturen sehr niedrig waren. Das Ziel bleibt weiterhin das bekannte: “Ich möchte vor allen landen, am Samstag und am Sonntag. Danach können wir rechnen.”

Hamilton blitzschnell

 

Für Lewis Hamilton begann der Freitag ähnlich gut, er belegte hinter Massa Platz 2 im 1. Training. “Am Vormittag war unser Auto trotz der kühlen Temperaturen blitzschnell”, sagte der Brite. “Am Nachmittag konzentrierten wir uns auf unsere Rennpace.” Allerdings hieß es im Team, dass sich Hamilton da durchaus etwas mehr Speed gewünscht hätte. Zudem handelte er sich einige Bremsplatten ein. “Aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir in einer guten Position sind.”

Diese Einschätzung bestätigt sein Teamkollege Heikki Kovalainen. “Wir haben die Balance fein getunt und das Ergebnis stimmt mich zuversichtlich”, sagte der Finne. “Auch wenn es noch nicht in den schnellsten Rundenzeiten mündete.” Ron Dennis glaubt derweil, dass einige Konkurrenten die Autos abtankten, um so den kühlen Temperaturen entgegen zu wirken. “Das haben wir nicht gemacht.” Stattdessen haben man laut Norbert Haug “Extreme simuliert”, die während des Rennens geschehen könnten.

Räikkönen auf alles vorbereitet

 

Kimi Räikkönen kennt alle Extreme, die in Brasilien geschehen können. Mit dem Freitag war er zufrieden, auch ohne extreme Situationen. “Es ist noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen, aber ich möchte mein Rennen fahren und dem Team helfen, seine Ziele zu erreichen. Ich weiß, was ich dafür tun muss.” Am Sonntag rechnet er mit einem harten Rennen. “Wir müssen auf alles vorbereitet sein.”

McLaren ist das nach dem Extrem-Training anscheinend, aber auch Ferrari wägt sich in einer guten Position: “Der F2008 scheint auf einer schnellen Runde ebenso konkurrenzfähig zu sein wie über die Distanz”, sagt Luca Baldisserri. “Und zwar auf beiden Reifentypen.”

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Probleme bei Jenson Button

Der Wetter-Faktor

 

Im Freien Training, zu seinem vielleicht letzten Formel 1-Wochenende, bestach Rubens Barrichello zwar nicht unmittelbar durch tolle Zeiten, aber zumindest mit einem neuen Helmdesign. Der Brasilianer konnte sich allerdings in seinen 67 gefahrenen Runden stetig steigern und am Ende den 14. Rang belegen. Damit war er schneller, als Teamkollege Jenson Button, der 15. wurde.

“Es ist toll hier in Interlagos zu fahren, besonders weil so viele Fans da sind”, sagte der 34-jährige Honda-Fahrer. “Wir hatten zwei recht ergiebige Trainings, ohne größre Probleme.” Dennoch gibt es die üblichen Mängel am Honda. “Wir sind nicht schnell genug. Aber wir werden unser bestes versuchen und die Daten analysieren.”

Jenson Button musste sich dieses Mal im freien Training geschlagen geben. Was durchaus daran liegen könnte, dass Barrichello bei seinem Heim-Grand Prix besonders motiviert zu Werke ging. Laut Jenson Button liegt es aber wohl eher an den Trainings-Umständen. “Es war ein schwieriger Tag und die äußeren Bedingungen waren nicht einfach”, sagte der Engländer. Vor allem der leichte Regen, der während der Trainings immer wieder fiel, erschwerte die Suche nach dem richtigen Setup.

Aber das waren nicht die einzigen Probleme für Button. “Andere scheinen, wie wir, Probleme mit dem Körnen zu haben.” Weshalb auch bei Honda das Hauptaugenmerk auf den Reifentests lag. Am Morgen musste Jenosn Button allerdings eine ungewollte Pause einlegen. “Ich hatte ein elektronisches Problem heute Morgen, weshalb ich einige Zeit für die Setup-Arbeit verloren habe.” Dennoch hofft der Honda-Fahrer, dass es mit den gesammelten Daten im dritten Training noch einmal einen Schritt nach vorn geht.

“Das Wetter hatte schon einen gewissen Einfluss heute”, sagte Renningenieur Steve Clark. “Es war sehr kalt und es gab immer wieder Schauer. Das Gripsniveau hat sich ständig geändert und die Streckenverhältnisse haben sich im Laufe des Tages nicht verbessert. Normalerweise ist das anders.” Hinzu kamen die Probleme mit den Reifen, die aber durch Datenanalyse behoben werden sollen. “Sollte es am Sonntag wie vorhergesagt wärmer werden, dann können wir uns verbessern.”

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BMW Sauber am Freitag normal unterwegs

Weiß-Blaue Ruhe vor dem Sturm

 

Als “normale Rennvorbereitung” bezeichnete das BMW Sauber Team den Freitag in Brasilien. Trotz Regen war der Technische Direktor Willi Rampf zufrieden mit seinen Piloten: “Es war für uns ein ganz normaler erster Trainingstag. Obwohl der leichte Regen am Nachmittag genau zu dem Zeitpunkt eingesetzt hat, als wir für den Reifenvergleich unterwegs waren, haben wir genügend Daten gesammelt, die wir nun analysieren werden”, erklärte Rampf zufrieden.

Mit Platz 4 und Platz 9 im ersten freien Training waren die Fahrer Kubica und Heidfeld noch gut unterwegs. Für Robert Kubica ging es dabei hauptsächlich um die Fahrzeugbalance. “Wir haben am Setup des Autos gearbeitet und die Reifenmischungen verglichen. Sowohl am Ende der ersten als auch am Ende der zweiten Session fielen in einigen Kurven ein paar Regentropfen, die jedoch keinen Einfluss auf die Haftung der Reifen hatten”, meinte der Pole.

Nick Heidfeld dagegen ging auf den letztes Jahr erneuerten Bodenbelag am brasilianischen Rundkurs ein. “Die Strecke ist zwar nicht mehr ganz so gut wie im Vorjahr nach der frischen Asphaltierung, aber immer noch viel besser als früher! Ich würde sagen, der Belag ist auf dem Niveau von anderen GP-Strecken”, erklärte der Deutsche.

Mit einer Zeit von 1:13.426 Minuten war er allerdings über eine halbe Sekunde langsamer als sein Teamkollege und dementsprechend nicht zufrieden mit dem ersten Training am Freitag. “Nachdem ich vormittags sehr unzufrieden war mit der Balance meines Autos, haben wir für das zweite Training Verbesserungen vorgenommen, aber ich finde es noch immer schwierig zu fahren”, sagte Heidfeld.

Willi Rampf freut sich jedenfalls auf das Wochenende. “Das Wetter wird vermutlich während des gesamten Wochenendes für Überraschungen sorgen.”

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Williams auf den vorderen Rängen

Steigerung nach schwachem Start

 

Eine ernüchternde Saison für Williams neigt sich dem Ende zu. Lediglich 26 Punkte sind auf dem Konto des ehemaligen Weltmeister-Teams, das in diesem Jahr ins hintere Mittelfeld abgerutscht ist. Und auch der Freitag begann auf dem Autódromo José Carlos Pace sowohl für Nico Rosberg als auch für Kazuki Nakajima alles andere als zufriedenstellend. Der Deutsche wurde im ersten Training Zwölfter, für den Japaner reichte es gar nur zum 16. Rang.

Doch am Nachmittag konnten sich die beiden Williams-Piloten steigern und erreichten mit guten Leistungen die To-10. Mit einer Zeit von 1:12.761 Minuten reihte sich Rosberg auf dem achten Platz ein. “Ich denke, dass wir auf diesem Kurs im Gegensatz zu anderen Strecken konkurrenzfähig sind und morgen in die vorderen Rängen fahren können”, sagte der Deutsche nach dem Training.

Kazuki Nakajima war nur eine Zehntel langsamer als sein Teamkollege und wurde im zweiten Training Zehnter. “Der heutige Tag ist sehr gut verlaufen. Wir werden weiter am Auto arbeiten, um uns für das morgige Qualifying zu verbessern”, so der Japaner. Der Technische Direktor Sam Michael gewann zahlreiche Erkenntnisse für das Setup und versprach: “Wir werden den gesamten Abend nutzen, um uns für das morgige Qualifying perfekt vorzubereiten.”

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Vettel gegen Bourdais

Ziemlich ausgeglichen

 

Am Vormittag war Sebastian Vettel mit seinem Auto noch nicht zufrieden. “Da haben wir uns schwer getan, das Auto war sehr nervös und instabil”, gestand der Deutsche. Bis zum zweiten Freien Training am Nachmittag nahm das Team deshalb viele Änderungen vor. “Dann war es deutlich besser und ich habe mich viel wohler gefühlt. Es war ein großer Sprung.”

Eher zum Rutschen als zum Springen luden die Reifen ein. “Ich hatte sehr viel Graining, aber es war besser als im letzten Jahr”, verglich Vettel. “Der letzte Reifensatz war zum Schluss aber nach dem 2009er Reglement.” Sprich: die Rillen waren verschwunden und ein Quasi-Slick übrig geblieben. “Es wird ziemlich schwierig, die Reifen auf einem Long Run zum Arbeiten zu bringen. Darunter könnten einige leiden.”

Sebastien Bourdais litt am Freitag nicht. Er kennt die Strecke aus der Formel 3000 und erlebte einen guten Tag. “Obwohl ich die Balance auf den Option-Reifen nicht ganz hinbekommen habe”, verriet er. “Seb und ich waren den Großteil des Tages gleichauf. Der große Unterschied kam, als ich einen Fehler in der letzten Kurve machte.” Vettel belegte im 2. Training Platz 6, Bourdais nur Position 17.

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