Archiv für November, 2008

BMW rutscht in die neue Saison

Weihnachtliche Rutschpartie

 

Mit lautem Motorenlärm mitten im Postpalast in München eröffnete BMW seine Jahresabschlussfeier: ein F1-Auto, ein WTCC-Bolide und ein Formel BMW fuhren in Stellung – nur Robert Kubica verfehlte die geplante Parkposition leicht.

“Der Rutscher von Robert stand so nicht im Programm”, nahm es Mario Theissen gelassen. “Das Auto sieht aber super aus, wie es so in der Schräge steht.” Auch Ex-Tourenwagenweltmeister Andy Priaulx, der direkt dahinter in seinem Auto auffuhr, hatte Spaß an der Rutschpartie des Polen: “Klasse, Robert hat das Auto gut kontrolliert – es sieht stark aus.”

Wie der anschließende Striptease vom Rennanzug zur Abendgarderobe innerhalb weniger Sekunden. Rennfahrer haben eben nicht nur Abreißvisiere am Helm, sondern auch Abreißarme am Abendrennanzug.

Neben Kubica und Priaulx waren auch die BMW Sauber-Piloten Nick Heidfeld und Christian Klien sowie die BMW WTCC-Werksfahrer und Formel BMW Piloten unter den 500 geladenen Gästen. “Mit dieser Veranstaltung wollen wir uns bei Partnern, Sportlern und Wegbegleitern für ihr Engagement in der Saison 2008 bedanken”, so Theissen. “Für einige von uns ist sie noch nicht vorbei, weil am kommenden Wochenende noch das Weltfinale der Formel BMW in Mexiko Stadt ansteht. Und auch für das BMW Sauber Team gibt es praktisch keine Winterpause. Im Dezember stehen weitere Testfahrten in Jerez an, in den Fabriken laufen die Vorbereitungen für 2009 auf Hochtouren.”

Rückblickend zeigte sich Theissen mit der Saison 2008 zufrieden, obwohl der Abschluss nicht nach seinem Geschmack war. “Wir sind stolz, dass wir im dritten Jahr unseres Formel-1-Teams erneut unsere Ziele erreicht haben. Der angestrebte erste Sieg wurde ein Doppelerfolg, wir haben die erste Poleposition und zwei schnellste Rennrunden geholt”, hob er die positiven Aspekte hervor. “Wir hatten nicht das schnellste Auto, aber letztlich zählt das Gesamtpaket.” Der Formabfall im Vergleich zu den Topteams in den letzten Saisonrennen könnte sogar etwas Gutes gebracht haben: “Er hat unsere Sinne für 2009 geschärft, um unsere Ziele zu erreichen.”

Dieses Ziel gab der Vorstand vor: BMW Sauber möchte um den WM-Titel mitfahren. “Ich fühle mich dabei nicht wohl, aber ich habe das Ziel selbst schon genannt”, so Theissen. “Außerdem ist man nicht in der F1, um sich wohl zu fühlen.” Alex Zanardi und Robert Kubica fühlten sich bei einer improvisierten Pokerrunde (ohne Kubicas Pokerkumpel Fernando Alonso) pudelwohl. Dabei stellte der schlagfertige Italiener fest: “Robert, vielleicht hat es mit deiner Vertragsbestätigung so lange gedauert, weil man sich nicht sicher war, ob deine Nase beim neuen FIA-Reglement legal wäre…”

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Gleicher Fahrerkader – weniger Audi-Cockpits

Reise nach Jerusalem

 

Die Botschaft, die die Ingolstädter auf der Essen Motorshow durch die Bank vermittelten, war klar und vage zugleich: Sowohl fahrerisch als auch technisch setzt Audi nach dem Erfolgsjahr 2008 in der kommenden Saison auf Bewährtes. Zur Bestätigung konkreter Cockpitbesetzungen konnte man sich hingegen anders als vor einem Jahr nicht durchringen: Zwar bleibt der Fahrerkader, wie er schon 2008 auf die Cockpits in A4 DTM und R10 TDI aufgeteilt wurde, unverändert. Dennoch könnten Veränderungen im Langstreckenbereich für ein Stühlerücken sorgen.

Ein identisches Fahrerteam wie 2008, aber weniger Werkseinsätze: Auch die Weiterführung des ALMS-Engagements ist momentan fraglich, nachdem der Start in der europäischen Le-Mans-Serie bereits aus Kostengründen gestrichen wurden. Um alle Piloten gleichermaßen auslasten zu können, dürften Parallelengagements in DTM und Sportwagen, wie sie bisher Mike Rockenfeller, Alexandre Prémat und Tom Kristensen vollzogen hatten, seltener werden.

Tomczyk bleibt unbeeindruckt

 

Mit der Ankündigung von “bis zu fünf” Jahreswagen steht der Verbleib des privaten Futurecom-TME-Teams sowie Christijan Albers’, der 2008 als einziger A4-Pilot ohne Audi-Werksvertrag an den Start ging, auf der Kippe. Ein Fragezeichen sah mancher Beobachter auch hinter den Neuwagencockpit von Le-Mans-Größe Tom Kristensens und Martin Tomczyk, die 2008 nicht immer mit konstanten Leistungen überzeugt hatten. Wittern Prémat, Rockenfeller und Co die Chance auf ein Abt-Audi-Cockpit?

Tomczyk lässt sich von seinen Kritikern nicht beeindrucken. “Was soll ich mir anderes vornehmen als bisher? Natürlich will ich um die Meisterschaft fahren”, zeigte er sich im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin selbstbewusst. “Dass ich schnell bin und konstant sein kann, steht für mich außer Frage. Dieses Jahr war bescheiden – das gebe ich offen zu. Aber ich habe nichts verlernt.”

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Technische Evolution bei Audi

R14 plus Scheider?

 

Auf den Meisterwagen R14 folgt der R14plus: Im Rahmen der Essen Motorshow hat Audi am Freitag erste Eckdaten zum DTM-Engagement in der kommenden Saison verlauten lassen. Mit der Bezeichnung des 2009er-Boliden verdeutlichen die Ingolstädter die evolutionäre Herangehensweise bei der Weiterentwicklung des Meisterboliden der abgelaufenen Saison. Audi hält an den bekannten Teams fest: Während man bei Abt Sportsline für den Einsatz der vier Neuwagen zuständig ist, werden die “bis zu fünf” Jahreswagen von Phoenix und Rosberg betreut. Ein Verzicht auf die Gebrauchtwagen – wie ihn 2008 schon Mercedes vollzogen hatte – scheint damit nicht ausgeschlossen.

Die Namensgebung für den 2009er-Boliden will man bei Audi keineswegs als schlechtes Omen verstanden wissen will: Schon im Mercedes-Titeljahr 2006 machte man mit dem “R12plus” aus der betont konservativen Weiterentwicklung keinen Hehl – hatte aber mit dem R12 damals eine weit weniger erfolgreiche Basis zur Verfügung als nun. “Wir möchten den heuer gewonnenen Titel wieder verteidigen. Auch wenn ich weiß, dass wir die stärkste Konkurrenz haben, die man sich im Tourenwagensport vorstellen kann”, gab Dr. Wolfgang Ullrich den Meisterschafts-Hattrick als Ziel aus.

Wünsche und Hoffnungen

 

Fundamentale technische Änderungswünsche der Abt-Audi-Piloten waren nach elf Rennen im erfolgsverwöhnten R14 kaum zu erwarten. Dennoch hatte man auch im Audi-Lager nie abgestritten, dass die Charakteristik des 2008er-Boliden dem späteren Champion Timo Scheider durchaus mehr lag als manch anderem Abt-Audi-Piloten. Machte der erste A4 DTM von 2004 noch mit einem durchaus gutmütigen Fahrverhalten auf sich aufmerksam, forderte der 2008er-Bolide mehr Anpassung vom Fahrer, als auch Martin Tomczyk lieb war.

“Wenn ich die Qualifying-Performance betrachte, hätte ich gern ein Auto, das runder zu fahren ist und nicht nur einen so minimalen Grenzbereich hat – auch wenn der R14 in diesem Grenzbereich extrem gut war”, sagte Tomczyk im Gespräch mit dem adrivo Motorsport Magazin. Doch nachdem Timo Scheider in der vergangenen Winterpause nach einer nur mäßig erfolgreichen Saison zumindest keinen herausgehobenen Einfluss auf das Lastenheft seines Meister-R14 gehabt hatte, hat sich sein interne Stellung nun naturgemäß merklich verbessert.

“Es gibt aktuell Diskussionen um Wünsche und Hoffnungen, die man für das neue Auto hat hat. Grundsätzlich sind alle Fahrer in allem Maße eingebunden”, sagte Scheider uns gegenüber. Und gesteht: “Vielleicht wird das eine oder andere nun etwas mehr auf mich ausgerichtet sein als bisher. Ich bin viel lockerer drauf als im letzten Winter, mir ist mit dem Titelgewinn ein Stein vom Herzen gefallen. Da ist es mir wichtig, mehr zu partizipieren und in die Entwicklung involviert zu sein.”

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Fisichella hat keine Zweifel für 2009

McLaren im Vertrag

 

Auch wenn es weiter Gerüchte darüber gibt, dass die Force India Fahrerpaarung im kommenden Jahr aufgrund der Kooperation mit McLaren anders aussehen wird als jene in diesem Jahr, so bleibt Giancarlo Fisichella überzeugt, dass er weiter als Fahrer im Team sein wird. “Ich habe ursprünglich einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben, der im September noch einmal geprüft wurde, um den McLaren-Deal einzubinden. In wenigen Worten: das Team bot mir ein besseres Auto und ein anderes Paket. Ich habe den Vorschlag angenommen und beide Seiten haben zwischen Singapur und China das neue Dokument unterschrieben. Deswegen hat Dr. Mallya in Shanghai auch seine Aussagen gemacht”, sagte der Italiener der offiziellen Website der Formel 1.

In Shanghai hatte Vijay Mallya erklärt, dass beide Fahrer auch im kommenden Jahr im Auto sitzen werden. Als McLaren-Tester Pedro de la Rosa dann aber den Force India zum Testen ausführen durfte, erreichten die Spekulationen um einen Fahrerwechsel einen neuen Höhepunkt. Fisichella meinte, dass er von dem Test nicht überrascht war. “Das einzige, was ich weiß, ist, dass uns im September gesagt wurde, dass Pedro testen würde und wir durften es nicht sagen, bevor es offiziell war. Deswegen war ich gar nicht überrascht. Was den Rest betrifft, so bin ich an Formel-1-Gerüchten nicht interessiert”, betonte er. Er schaut lieber auf kommende Saison, denn dafür hat er ein gutes Auto versprochen bekommen. “Ein konkurrenzfähiges Paket, das ist alles, was ich will und was mir versprochen wurde. Und das ist auch ein sehr guter Grund, um 2009 für das Team zu fahren.”

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FIA aktualisiert Einheitsmotoren-Ausschreibung

Der Einheitsmotor lebt

Auch nach dem Treffen zwischen den Teamvertretern und FIA-Präsident Max Mosley ist der Einheitsmotor noch nicht vom Tisch. Am Montag gab die FIA auf ihrer Webseite bekannt, dass sie einige Fragen interessierter Parteien erhalten habe, die sie in einer Klarstellung zur eigentlichen Einheitsmotorenausschreibung beantwortet.

Wer sich hinter den Interessenten verbirgt, ist noch unklar. Die bereits in der F1 vertretenen Hersteller sollen laut der FOTA einstimmig beschlossen haben, sich nicht an der Ausschreibung zu beteiligen. Das lässt unabhängige Motorenhersteller wie Cosworth sowie nicht in der F1 tätige Hersteller übrig. Die Ausschreibung läuft noch bis 7. November. Sollte die FIA danach nur einen Motorenhersteller und keinen Motoren- und Getriebehersteller benennen, wird für mindestens drei weitere Wochen eine Ausschreibung für die Einheitsgetriebe erfolgen.

Im Rahmen der Klarstellung betonte die FIA noch einmal, dass es keine Leistungsunterschiede zwischen den Motoren des Einheitsherstellers und jenen Motoren geben wird, die von den Automobilherstellern nach strikten Vorgaben gebaut werden dürfen. Die erlaubten Unterschiede sollen sich angeblich innerhalb von einem Prozent bewegen, und zwar während des gesamten Lebenszyklus des Motors.

Wie dieser aussehen soll, steht noch nicht fest. Die Interessenten sollen Angebote für 18 Rennwochenenden von Freitag bis Sonntag und 30.000 Testkilometer abgeben. Ob die Motoren ein Rennwochenende oder zehn überstehen, obliegt dem jeweiligen Anbieter. Die FIA wird ihre Entscheidung auf Grundlage der Kosten für eine gesamte Saison treffen.

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