30. Jun, 2009
Können noch mehr machen
Die erste Saisonhälfte der Formel 1 sah viele verschiedene Ergebnisse, viele Überraschungen und nur selten wurden Erwartungen Realität. In manchen Punkten hat sich sogar Mario Theissen geirrt, wie der Deutsche jetzt zugab.
“In Zeiten der Kosteneinsparungen denke ich, dass die Fortschritte so ziemlich mit den Erwartungen korrespondieren”, erklärte Dr. Mario Theissen auf der offiziellen Webseite von BMW Sauber. “Die Einschränkungen, die wir derzeit in der Aerodynamik haben, sind nicht so eng wie wir dachten, das sie sein würden. Daher glaube ich, dass wir durchaus noch mehr machen können.”
Der vor der Saison groß angepriesene Punkt, was mit den neuen Regularien besser und vor allem häufiger passieren sollte, war das Thema Überholen. “Da haben wir uns von den neuen Regeln wirklich etwas mehr erhofft”, gibt Theissen zu.
Aber der erste Teil der Saison hatte es trotzdem in sich. “Es war wirklich sehr spannend für beide – die Zuschauer und uns. Manchmal vielleicht sogar etwas zu spannend”, gestand der BMW-Chef. “Man sieht, dass fast jedes Team mit zwei Sätzen der Option-Reifen raus geht. Sogar in der ersten Knockout-Phase des Qualifyings, nur um es in den zweiten Durchgang zu schaffen. Das ist ein Szenario was keiner erwartet hat und was wir in den letzten zehn Jahren nicht mehr gesehen haben.”
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30. Jun, 2009
Erst tot sein, dann auf dem Grab tanzen
Mosley ärgerten die Kommentare und Auslegungen einiger FOTA-Mitglieder, dass er aus der Formel 1 auf deren Drängen und als eine Art Friedensabkommen ausscheiden würde. Daher wurde auch eine sofortige Entschuldigung und Richtigstellung von der FOTA gefordert, aber nichts passierte. Mosley sieht das als Druck auf seine eigene Person, noch für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.
Carlos Gracia sagte, dass er Mosleys Standpunkt komplett verstünde, da auch er unzufrieden mit den Aussagen von FOTA-Obmann Luca di Montezemolos war. Dem spanischen Radio-Sender Onda Cero sagte Garcia: “Ich unterstütze Max Mosley nicht bis aufs Messer, aber ich unterstütze respektable Institutionen. Und was Luca di Montezemolo gemacht hat, war einfach respektslos gegenüber der FIA und dem Weltrat. Ich wäre nicht überrascht, wenn Max Mosley sich zur Wiederwahl stellt. Das schlimmste was man mit einem Tier machen kann ist, es verwundet zurück zu lassen. Und was Luca die Montezemolo erreicht hat ist, dass er Max reanimiert hat. Du kannst einfach nicht auf jemandes Grab tanzen bevor er überhaupt tot ist.”
Gracia brachte zum Ausdruck, dass er selbst Interesse am Posten des FIA-Präsidenten habe, machte aber klar, dass er Skrupel hat, gegen Mosley anzutreten. “Ich schließe es nicht aus als FIA-Präsident zu kandidieren”, machte der Spanier klar. “Ich glaube aber, dass Max Mosley sehr viel Unterstützung hat und ich würde es mir zwei Mal überlegen, gegen ihn anzutreten. Denn ich will keine Risiken eingehen, die dem spanischen Motorsport eventuell schaden könnten. Aber über allem bin ich Präsident des spanischen Verbandes und muss den spanischen Sport schützen.”
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29. Jun, 2009
FOTA-Teams klagen gegen Chef-Steward
Die Teams der FOTA stoßen sich daran, dass Chef-Steward Alan Donnelly dem Neueinsteiger-Team von Manor geholfen haben und mit seiner Firma dort involviert sein soll. Jane Nottage, eine stellvertretende Direktorin von Donnellys “Sovereign Strategy”, soll sich um die Öffentlichkeitsarbeit und PR-Strategie von Manor kümmern, wenn auch auf kostenloser Basis. Donnelly selbst hat einen Chef von Manor beim Grand Prix von Europa durch das Fahrerlager eskortiert und ihm die Repräsentanten der Teams vorgestellt. Die acht FOTA-Teams hätten einen Beschwerdebrief über Donnelly an den World Motorsport Council und den Senat der FIA geschickt, wie die britische “The Guardian” berichtet.
Ein enger Mitarbeiter von Donnelly beharrte gestern darauf, dass eben jener sich seiner Kompetenzen und Verantwortlichkeiten als Chef-Steward im Klaren sei und er “nicht direkt [bei Manor] involviert” sei. Er fügte an, dass Donnelly lediglich Manor den anderen Teams im Fahrerlager vorgestellt habe, da er als gut bekannte Persönlichkeit im Paddock darum gebeten worden war. Donnelly ist auch der Repräsentant von Max Mosley während der Grand Prix.
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29. Jun, 2009
Die Spitze in Sichtweite
Verhängnisvolle neunte und zehnte Runden in der dritten Session des gestrigen Qualifyings, Positionsverluste in der ersten Runde des Rennens: Trotz konkurrenzfähigen Speeds hatte lange nicht viel darauf hingedeutet, dass Ralf Schumacher am Norisring mit Platz sechs sein bislang bestes DTM-Ergebnis einfahren würde. Doch nicht nur das war für ihn Grund zur Freude. “Gratulation an Jamie zum Sieg im Vorjahreswagen – wobei der Norisring auch die perfekte Strecke dafür ist. Das hat er gut genutzt und zum Glück die Mercedes-Fahnen hochgehalten”, sagte Schumacher.
Er selbst trug zumindest einen Teil zum gelungenen HWA-Ergebnis bei und verwies Teamkollege Paul di Resta auf Platz sieben. “Der Start war ganz okay. Ich bin innen geblieben, was sich als Fehler herausgestellt hat. Außen konnten mich zwei Fahrer überholen, aber diese Plätze haben wir dank einer guten Strategie wieder wettgemacht”, sagte der sechsfache Grand-Prix-Sieger, für den sich zwei frühe Boxenstopps als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. “Das Auto hatte eine tolle Performance. Im Großen und Ganzen bin ich auch mit meiner Leistung zufrieden, denn ich war dieses Wochenende immer unter den schnellsten Mercedes, im Rennen zwischenzeitlich sogar der Schnellste.”
Keine Angst vor Zandvoort
Nach einer langen Aufholjagd war für Schumacher am Ende gar die Spitzengruppe in Sichtweite. Die eigenen Hoffungen auf weitere Positionsgewinne erfüllten sich jedoch nicht, wie er gegenüber Motorsport-Magazin.com berichtete: “Man hätte das Drehbuch nicht besser schreiben. In den letzten beiden Runden haben wir die Kämpfe vorne mitbekommen. Ich habe noch gehofft, dass es vielleicht zu gröberen Differenzen kommt, aber das ist leider nicht passiert.” Neben einigen PR-Auftritten steht für Schumacher in den kommenden Wochen auch viel Zeit mit Gattin Cora und Sohn David auf dem Programm, bis in drei Wochen in Zandvoort erneut die DTM-Achtzylinder ertönen.
“Das Qualifying war letztes Jahr ein Desaster; im Rennen ging es dann schon besser”, blickt Schumacher auf eine durchaus beachtliche Aufholjagd im vergangenen Jahr zurück. Davon, dass der Kurs an der Nordsee als Audi-Terrain gilt, lässt sich der 33-Jährige nicht aus der Ruhe bringen: “Zandvoort ist historisch unsere Strecke, aber wir werden alles tun, um das zu ändern. Ich bin optimistisch, dass das funktioniert, denn es liegt bis dahin noch Entwicklungszeit vor uns.”
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29. Jun, 2009
Altes Eisen im Feuer
Für Norbert Haug waren die letzten Runden auf dem Norisring auch eine Wiedergutmachung. So erinnerte sich der Mercedes-Sportchef heute nur ungern an die Situation von 2002: Der ohnehin in der Meisterschaft fast schon enteilte Abt-Audi-Pilot Laurent Aiello hatte seinen Titelkontrahenten Bernd Schneider in der letzten Runde überrumpelt und in der Grundigkehre auf Rang zwei verwiesen. Besonders überrascht zeigte sich Haug davon, welchem seiner Piloten heute die Revanche gelang: “Wir haben an der Boxenmauer gezittert. Wir hatten Jamie von Anfang an auf der Liste, aber ich hätte nicht gedacht, dass er unter normalen Umständen von Platz sieben aus gewinnen kann.”
Rekordhalter Green
Noch im Winter hatte Haug Jamie Green nach vier Jahren im Neuwagen erstmals in einen Jahreswagen zurückversetzt. Nun zeigt er sich umso beeindruckter von der Leistung des Briten. “Er nun mit dem gleichen Auto zweimal in Folge auf dem Norisring gewonnen – das erste Mal in der DTM-Geschichte”, sagte Haug, hob aber auch die Leistung des Teams hervor, nachdem sich die Persson-Truppe gestern noch den viel zitierten Fauxpas bei den Rundenzahlen in Qualifying-Session drei geleistet hatte: “Kompliment an die Jungs von Persson. Sie hatten eine tolle Strategie und haben alles richtig gemacht. Sie sind trotz begrenzten Budgets ein echtes Top-Team.”
Bei den kommenden Rennen schätzt der Mercedes-Sportchef die Chancen auf weitere Jahreswagensiege dennoch als eher gering ein. Zu hoch seien auf den folgenden Strecken – anders als auf dem Norisring – die Anforderungen an den Abtrieb der Fahrzeuge. Hier haben die Neuwagen traditionell die Nase vorn. Haug ergänzte: “Ich war lange nicht glücklich mit dem Rennverlauf, weil wir darauf gesetzt hatten, dass wir die Audis beim ersten Stopp schnappen können. Aber sie waren sehr schnell und stark, und Timo blieb fehlerlos. Nur Mattias konnten wir durch Paffett abfangen, das hat die Laune verbessert.” Zumindest bis Paffett durch einen missglückten Boxenstopp wieder hinter Ekström zurückgeworfen wurde…
Ärgerliche Rennszenen
Auch ansonsten bot das Rennen für Haug bis zum letzten Rennviertel keineswegs nur Highlights. “Wir dachten, dass auch Jamie sich auf seinem zweiten Stint einen ausreichenden Vorsprung herausfahren kann, aber es hat um eine Sekunden nicht gereicht. Es ist ärgerlich, wenn man an der Boxenausfahrt sieht, wie knapp man scheitert”, sagte Haug. Und er ärgerte sich weiter: “Es war ärgerlich, dass Bruno den Fehler in der Grundigkehre gemacht hat, aber wir hatten zwei heiße Eisen.”
So war es Green, der Timo Scheider am Ende doch noch – unter einigem Lackaustausch – auf Rang zwei verwies. Norbert Haug hielt die Gangart für angemessen: “Sorry für den Streifschuss von Jamie, das war keine Absicht. Timo hat mit allen Mitteln seine Position verteidigt, auch dagegen ist nichts zu sagen.”
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