Archiv für September, 2009

Audi nun mit voller Kraft im Titelkampf

Muss man Prioritäten setzen?

Zwar hat Audi in diesem Jahr nicht mehr an der kompletten Saison der American Le Mans Serie teilgenommen, trotzdem umfasste das Sportwagen-Programm der Ingolstädter drei große Rennen: die zwölf Stunden von Sebring, den legendären Klassiker in Le Mans und der kleine Bruder Petit Le Mans auf dem Rundkurs Road Atlanta. Ganz nebenbei startet die Truppe von Dr. Wolfgang Ullrich 2009 auch noch bei zehn DTM-Läufen.

“Wenn dieses Rennen vorüber ist, dann ist Audis Priorität die DTM”, sagte Motorsportchef Ullrich nach dem Petit Le Mans gegenüber unseren Kollegen von Autosport. “Wir hatten schon immer zwei Programme nebeneinander laufen und man kann keinem der beiden mehr Priorität zuordnen, denn wenn man in einer Kategorie nicht gewinnen will, braucht man dort nicht hinzugehen. Für die Leute, die an dem Projekt arbeiten, muss es immer eine Priorität geben.”

Neben Audi geht in der DTM mit Mercedes ein weiterer Hersteller an den Start, der fest in ein großes Motorsport-Projekt eingebunden ist. Seit über zehn Jahren beliefern die Stuttgarter das englische McLaren-Team mit Formel-1-Motoren. Auch BMW, ein möglicher neuer Hersteller für die Saison 2011, war bisher mit Formel 1 und Tourenwagen-WM viel beschäftigt – was wird sich mit dem Ausstieg aus der Königsklasse ändern?

“Eine neue Marke, wenn es eine starke ist und sie nach den DTM-Gesetzen fahren können, ist immer willkommen”, berichtete Ullrich am Wochenende. “Ich bin mir sehr sicher, dass BMW das machen könnte, aber es ist ihre Entscheidung, was sie tun. Ein dritter Hersteller, oder sogar ein vierter, ist willkommen, aber es funktioniert auch mit zwei Marken.”

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Nakajima will Punkte in Japan

An der Strecke aufgewachsen

Für Kazuki Nakajima ist das Rennen in Suzuka eine Art Heimkehr in die Fremde. Der Williams-Pilot wuchs in der Gegend rund um die berühmte Rennstrecke auf, war unzählige Male an der Strecke, sah jede Menge Rennen – vom Kart über die Formel 1 bis hin zu japanischen Rennserien. “Für mich ist es wie nach Hause zu kommen”, sagt er vor dem Japan GP am kommenden Wochenende.

Seinen letzten Besuch stattete er der Strecke im April ab. “Davon abgesehen war ich aber seit vier Jahren nicht mehr dort. Es wird also beinahe eine neue Erfahrung für mich sein”, glaubt er. Erwarten kann er es trotzdem kaum.

Erst recht nicht, nachdem er sein Ziel verpasst hat, in Singapur den ersten Saisonpunkt zu holen. “Das Renen war solide, es gab keine schlechten Momente, aber auch keine Highlights”, analysiert er. “Wir waren das gesamte Wochenende über stark und konstant, aber am Ende konnte ich nicht genug Plätze gutmachen, um in die Punkte zu gelangen.” Das soll jetzt in Suzuka bei seinem Heimrennen gelingen.

“Eine meiner Lieblingsstellen ist die berühmte 130R”, sagt Nakajima. “Sie verzeiht keine Fehler. Die Strecke ist allgemein sehr schnell und man muss sicherstellen, dass mein ein gut ausbalanciertes Setup hat, sonst wird man auf der gesamten Runde dafür bestraft.” Als ob das noch nicht anstrengend genug wäre, könnte auch das Wetter eine Rolle spielen. Nakajima glaubt: “Das könnte es noch spannender machen!”

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Saison 2010 für Glock noch unklar

Kein Vertrag

Zunächst hieß es, Timo Glock sei vor seiner Fahrt auf Platz 2 in Singapur mitgeteilt worden, dass er im nächsten Jahr nicht für Toyota fahren werde. Mittlerweile stellte das Team klar: Man habe die Option auf Glock nicht gezogen. Das bedeute allerdings nicht, dass man nicht doch 2010 zusammenarbeiten könnte.

Timo Glock und sein Manager Hans Bernd Kamps strecken derweil die Fühler nach möglichen anderen Optionen und Teams aus. Das Problem bei Toyota ist bekannt: Erst im November entscheidet der Vorstand über das Budget des Teams und damit die Zukunft. Noch immer spekulieren viele Experten auf einen Ausstieg des Autoriesen aus der Formel 1.

Umso wichtiger ist Glocks zweiter Platz in Singapur, wo er noch einmal zeigen konnte, dass er ein Cockpit für 2010 verdient hat. “Die Verhandlungen laufen im Hintergrund immer weiter”, sagte er nach dem Rennen. “Mal schauen, was sich so tut in dieser Woche, schaden kann der zweite Platz auf keinen Fall.”

Der Fahrermarkt ist weiterhin wie eingefroren. Etwas Bewegung könnte rein kommen, wenn Ferrari am kommenden Wochenende tatsächlich Fernando Alonso als Neuzugang für die nächste Saison bestätigen sollte. Sicher ist das aber noch nicht. Gleichzeitig könnte ein möglicher Wechsel von Kimi Räikkönen zu McLaren für mehr Schwung auf dem Fahrerkarussell sorgen.

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Glock will wieder aufs Podium

Toyota in Japan

Für Timo Glock war es ein perfektes Wochenende: Ein Podestplatz, mit Platz 2 sogar das beste Ergebnis seiner Karriere eingestellt und jetzt ab zum Toyota-Heimrennen in Suzuka. “Es war fantastisch, in Singapur auf dem Podium zu stehen”, sagt er. “Ich würde gerne beim Toyota-Heimrennen erneut auf dem Podium stehen, um dem Team etwas zurückzugeben – das wäre klasse. In Japan für Toyota auf dem Podium zu stehen, das wäre perfekt.”

Komplettieren könnte den Erfolg sein Teamkollege Jarno Trulli, der nach einem enttäuschenden Wochenende in Singapur wieder an alte Leistungen anknüpfen möchte. “Japan ist unser Heimrennen und ich werde alles geben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen”, kündigt der Italiener an. “Singapur war enttäuschend, aber Suzuka ist eine ganz andere Strecke und wir sollten dort konkurrenzfähig sein.”

Diese Hoffnung teilt Teamchef Tadashi Yamashina. “Unsere Fans hoffen auf ein starkes Ergebnis und wir sind entschlossen, ihre Erwartungen zu erfüllen.” Dabei helfen soll das neue Aerodynamikpaket, das schon in Singapur zum Einsatz kam. “Das zeigt: Wir kämpfen bis zum Ende der Saison um jedes Zehntel.”

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Haug

Kein Siegfavorit in Suzuka

Zwei Siege und 45 Punkte aus den letzten fünf Rennen: McLaren Mercedes meldete sich nach dem schwachen Saisonstart eindrucksvoll an der Spitze zurück. “Und es hätten noch mehr Punkte sein können”, merkt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali an. So verlor Lewis Hamilton durch seinen Unfall in Monza einen weiteren Podestplatz. In Singapur holte er das nach – mit einem Sieg.

Eine Wiederholung dessen erwartet das Team beim nächsten Rennen in Japan nicht. “Ich denke nicht, dass wir in Suzuka zu den Sieg-Favoriten gehören”, sagt Norbert Haug, dem Teamchef Martin Whitmarsh zustimmt: “Wir sind uns klar, dass ein Sieg in diesem Jahr nicht leicht fallen wird, doch die Verbesserungen an unserem Auto, die wir bereits am vergangenen Wochenende in Singapur erfolgreich eingesetzt haben, sollten uns weiter voran bringen.”

Diese Verbesserungen, vor allem am Unterboden, machen auch den Fahrern Mut. “Suzuka ist nicht ideal für unser technisches Paket”, gesteht Heikki Kovalainen. “Ähnlich wie in Silverstone oder Istanbul wird es in den schnellen Kurven auf hohen Abtrieb sowie auf eine gute mechanische und aerodynamische Balance ankommen.” Aber er bleibt zuversichtlich: “Wir haben im Laufe der Saison mit unserem Auto große Fortschritte erzielt und sollten deshalb in Japan gut abschneiden können.”

An Japan selbst hat der Finne gute Erinnerungen. “Der Grand Prix in Fuji 2007 war eines meiner besten Formel 1-Rennen; damals wurde ich bei starkem Regen Zweiter hinter Lewis.” Suzuka ist für den Weltmeister Neuland. “Es kommt mir so vor, als würde ich schon mein ganzes Leben darauf warten, endlich in Suzuka zu fahren und ich freue mich schon sehr auf den Trainingsbeginn am Freitagmorgen”, sagt Hamilton. Die Strecke kennt er nur aus Computerspielen und dem Simulator.

Das Ziel für das Wochenende sind erneut so viele Punkte wie möglich. Denn noch hat McLaren den dritten Platz in der Konstrukteurswertung nicht aufgegeben. Für Whitmarsh wäre das ein schöner Bonus: “Wir versuchen immer, Ferrari zu schlagen.”

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