Archiv für Januar, 2010

Lopez eifert den Großen nach

24. Formel-1-Argentinier

 

Jose Maria Lopez wird der 24. Argentinier, der ein F1-Rennen bestreitet. Der letzte Landsmann war Gaston Mazzacane im Prost 2001. Mit dem fünffachen Weltmeister Juan Manuel Fangio hat Lopez große Fußstapfen zu füllen. “Er war einer der Besten. Ich war davon beeindruckt, wie er sprach und sich ausdrückte, man konnte sehen, dass er anders war, jemand, der eine F1-Epoche geprägt hat”, sagt Lopez.

Auch Ayrton Senna und Michael Schumacher beeindruckten den ehemaligen Renault-Testfahrer. “Man pickt sich ein bisschen von allen Fahrern heraus”, sagte er Reuters. “Ich versuche, ruhig zu bleiben. Obwohl ich glücklich bin, ein Jahr mit diesen Leuten zu verbringen, weiß ich um die Verantwortung, die die Formel 1 mit sich bringt.”

Als Lopez vor drei Jahren nach eher erfolglosen Jahren in der GP2 nach Argentinien zurückkehrte, rechnete er nicht mehr mit einem F1-Cockpit. “Ich wusste, wie schwierig es ist, in die F1 zu gelangen”, betont er. “Gott sei Dank kamen die Ergebnisse und viele andere Dinge zusammen. Nach einem fantastischen Jahr 2009, das nur schwer zu überbieten sein wird, war klar: Wenn nicht jetzt, dann würde es sehr schwierig.”

Ziele hat er sich keine hohen gesetzt. “Es gibt viele neue Dinge, neue Fahrer, ein neues Team, das bei Null beginnt”, beschreibt er die Situation von USF1. “Wir müssen geduldig sein und Vertrauen in die Leute haben. Mein Ziel ist es, vor den anderen neuen Teams zu landen.” Das neue Auto soll zwischen dem 20. und 25. Februar bereit sein, um einen ersten Test in Alabama zu absolvieren. Es wäre wohl der einzige vor dem Saisonstart in Bahrain.

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Heidfeld zweimal knapp dran

McLaren wollte ihn

 

Seit Wochen trainiert Nick Heidfeld hart für die neue Formel-1-Saison 2010. Die lange Testpause ermöglicht es ihm, voll durchzutrainieren und sich auf das anstehende Jahr vorzubereiten – doch noch herrscht Ungewissheit über seine Zukunft. Eigentlich schien diese zu Saisonende fast geklärt: Mit McLaren Mercedes hatte Heidfeld ein Topteam für 2010 gefunden.

“Wir haben lange über Nick nachgedacht und waren überrascht, dass er in den deutschen Medien nicht so hoch angesehen ist”, sagt Teamchef Martin Whitmarsh, der viel von Heidfeld hält und ihn gerne als Stammfahrer verpflichtet hätte. Auch die Statistiken und McLaren-Auswertungen sprachen für den Deutschen als McLaren-Stammpilot.

“Ich kann bestätigen, dass wir letztes Jahr mit McLaren verhandelt haben und in einer äußerst aussichtsreichen Position waren, um Nick einen Platz als Einsatzfahrer bei McLaren Mercedes als Teamkollege von Lewis Hamilton zu beschaffen”, bestätigte Heidfelds Manager Andre Theuerzeit gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Eiskalt erwischt

 

Doch die Dinge entwickelten sich in eine unerwartete Richtung: McLaren-Sponsor Vodafone gefiel die Vorstellung eines britischen Nationalteams mit Hamilton und Jenson Button, der seinerseits zu hoch bei Brawn GP pokerte und so Ross Brawn zu jenem folgenschweren Anruf bei Michael Schumacher bewegte. Zudem nutzte McLaren-Boss Ron Dennis die Gelegenheit, um seinem scheidenden Partner Mercedes eins auszuwischen und ihnen den Weltmeister samt der Startnummer 1 wegzuschnappen.

Heidfeld wurde von diesen Entwicklungen doppelt eiskalt erwischt: Erst bei McLaren, dann bei Mercedes, wo Michael Schumachers Rückkehr den eigentlich für ihn angedachten Stammplatz beim neuen Silberpfeilteam besetzte. Das Warten auf die Topteams hatte seinen Preis: zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt waren dann auch schon Plätze bei anderen Teams wie Lotus belegt. Derzeit haben nur noch Renault, USF1 und Campos jeweils ein freies Cockpit zu vergeben.

Auch über eine Rolle als Test- und Ersatzfahrer bei Mercedes GP wurde zuletzt spekuliert. Ross Brawn sagte dazu im Rahmen der Teampräsentation in Stuttgart: “Wir arbeiten an einem dritten Fahrer, aber es wäre verfrüht zu sagen, wo wir stehen. Es war bislang nicht unsere größte Priorität, aber es könnte nächste Woche etwas Neues geben.” Bis dahin soll und muss auch bei Heidfeld eine Entscheidung über seine Zukunft fallen.

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Testfahrt für David Coulthard

Wird daraus mehr?

 

In den letzten Tagen waren es noch wilde Spekulationen, doch nun scheint ein möglicher DTM-Einstieg von David Coulthard immer realistischer zu werden. Zumindest tritt der ehemalige Formel-1-Pilot in die Fußstapfen von Jean Alesi, Mika Häkkinen und Ralf Schumacher und wird einen Test für Mercedes-Benz absolvieren.

Der mittlerweile 38-jährige Schotte war im vergangenen Jahr nicht im Motorsport aktiv und äußerte sich zuletzt beim Race of Champions in Peking, dass ihm die Rennen sehr fehlen würden. “Die Jungs bei Mercedes, mit denen ich schon lange befreundet bin, haben einen Testtag für mich organisiert”, so Coulthard beim Ski-Weltcup-Besuch in Kitzbühel.

Ob es lediglich ein Ausflug mit der C-Klasse wird oder doch ein richtiges Debüt in der DTM ist momentan noch nicht abzusehen. Coulthard wird 2010 jedenfalls wieder für die BBC im Einsatz sein und die Formel 1 mitkommentieren – Terminüberschneidungen schließen beide Optionen aber nicht aus.

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Jose Maria Lopez fährt für USF1 Team

Argentinien ist zurück

 

Das USF1 Team hat den ersten Fahrer für die geplante Debütsaison 2010 bekannt gegeben: Wie erwartet verkündete man den 26-jährigen Argentinier Jose Maria Lopez als ersten Einsatzfahrer. Das Team möchte damit die argentinische F1-Tradition eines Juan Manuel Fangio und Froilan Gonzalez fortsetzen.

“Es war seit langer Zeit unser Ziel, Pechito Lopez für unsere Debütsaison zu verpflichten”, sagte Teampräsident Peter Windsor. “Wir haben seine Karriere seit den Renault V6 im Jahr 2003 verfolgt und wir sind begeistert, ihn bei der Rückkehr von Amerika in die Formel 1 dabei zu haben.” Windsor bezeichnet den eher mäßig erfolgreichen GP2-Piloten und amtierenden argentinischen Tourenwagenmeister als professionellen und geborenen Anführer.

“Das Wichtigste über seinen Charakter ist, wie er mit der Enttäuschung umging, nach drei Testjahren nicht für Renault zu fahren”, so Windsor. “Aber anstatt sich zu beklagen, kehrte er nach Argentinien zurück und dominierte die lokale Szene, gewann 38 Rennen und drei Meisterschaften. Er wurde ein Star und deshalb steht das Land hinter ihm.” Diese Worte unterstützte die Verkündung des Deals durch die argentinische Präsidentin Cristina Fernandes de Kirchner in Buenos Aires. Ein Teil von Lopez Sponsorengeldern kommt vom Staat.

“Es ist ein wirklich denkwürdiger Tag für mich”, sagte Lopez. “Ich habe lange darauf hingearbeitet. Natürlich stehen einem neuen Team viele Herausforderungen bevor, aber unser Ziel ist es, uns bei jedem Rennen zu verbessern und eine Grundlage zu legen, die zukünftig Siege und Titel ermöglichen soll.” Auch Teamchef Ken Anderson freute sich über die Bekanntgabe seines ersten Fahrers.

“Es gibt viele Dinge, wenn man ein F1-Team bei Null beginnt”, so Anderson. “Man kann alles richtig machen, aber wenn man die falschen Jungs ins Auto setzt, ist alles andere egal. Mit Jose Mario Lopez haben wir uns in die Position gebracht, eine erfolgreiche Saison 2010 hinzulegen.”

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Schumacher freut sich auf Arbeitsbeginn

Niemandem etwas zu beweisen

 

Wenn man gut Kochen will, braucht man die richtigen Zutaten, allerdings bedeutet das dann noch lange nicht, dass das Essen auch gut wird. Michael Schumacher zeigte sich deswegen bei der Mercedes-GP-Präsentation am Montag in Stuttgart auch etwas vorsichtig. Er betonte, dass zwar alle Zutaten vorhanden wären, es aber etwas Anderes sei, auch ein gutes Ergebnis zu holen. “Mit der Erfahrung von Ross, dem vorigen Jahr, mit Mercedes an Bord, mit all dem Know-how, der Qualität und mit mir kann es nur ein Ziel geben. Aber das ist die eine Sache, es dann zu erreichen, eine andere”, sagte Schumacher.

Egal ob jung oder alt

 

So oder so war er aber schon heiß darauf, endlich mit der richtigen Arbeit loslegen zu können und wieder zu testen. “Ich bin es gewohnt, im Winter zu testen. Es dauert viel zu lange, bis es losgeht. Aber so ist es. Wir sind heiß auf nächste Woche. Ich habe keine Bedenken. Beim GP2-Test und allen Untersuchungen lief alles gut.” Auf der Strecke wird dann allerdings einiges an Konkurrenz warten. Schumacher selbst wusste, dass es statt wie früher zwei starke Teams nun drei oder vier gibt. “Im vorigen Jahr hat sich einiges verändert, vielleicht passiert das wieder, aber das spielt auch keine Rolle. Ob jung oder erfahren, spielt auch keine Rolle. Im Auto schaut man nicht nach dem Alter. Man schaut, wer besser ist, egal wer es ist.”

Nicht egal war, was Schumachers Frau zu seinem Comeback sagt, deswegen hatte er auch ein langes Gespräch mit ihr. “Sie betrachtet es aus der Distanz, wägt Pro und Contra ab. Am Ende hat sie mir die Entscheidung überlassen.” Überhaupt erst eine Entscheidung nötig gemacht hatte Ross Brawn. Schumacher erklärt, dass er schon wusste, was er am Telefon fragen würde. “Wir waren oft in Kontakt, bei Honda deutete er schon eine Option an, aber dafür war ich nicht bereit. Manchmal kam dann ein Scherz von ihm oder eine ernsthafte Frage. In Abu Dhabi haben wir das Thema abgeklopft und hauptsächlich gefeiert. Danach hat er mich angerufen. Zu diesem Zeitpunkt des Jahres war dann klar, dass er fragen würde.”

Und mit der Antwort ging dann auch einher, dass er Ferrari verlassen musste. Schumacher betonte, Ferrari sei Teil seiner Geschichte und werde immer Teil seines Herzens sein. “Ich kann gute Zeiten und Erfolge nicht vergessen. Ich freue mich schon darauf, Freunde wieder zu treffen. Ich rufe Stefano [Domenicali] oft an, er hat mich auch auf eine Skiwoche eingeladen. Wir sind noch Freunde, das wird auch nicht aufhören, wenn wir gegeneinander fahren. Wir müssen die Vergangenheit deswegen nicht vergessen”, meinte er. Aufgrund seiner eigenen Vergangenheit wollte Schumacher nun auch keinen größeren Druck auf sich sehen. Er sei immer motiviert, konzentriert und entschlossen, das sei jetzt auch so.

Etwas unwohl

 

Wie der Faktor Auto mit Riesentank in das Puzzle passen wird, konnte er aber nicht sagen, da weder er noch ein anderer Fahrer jemals mit so viel Benzin an Bord gefahren ist. “Ich fühle mich etwas unwohl, das ist aber für alle so. Wir müssen den Fahrstil anpassen, vom Anfang des Rennens mit viel Sprit bis hin zum Ende mit wenig Sprit. Das ist für alle gleich.” Zwar erlebte er durchaus auch früher schon Zeiten mit Tankverbot, doch damals seien die Autos ganz anders gewesen und die Regeln hätten sich entwickelt. “Nico und ich haben Erfahrung mit etwas Ähnlichem, aber das zählt nicht. Das Auto wird schwerer sein, man muss an die Strategie denken und Erfahrung sammeln, wie man die Regeln gegen andere Teams am besten nutzen kann. Man muss sich immer an die Umstände anpassen, das ist der Schlüssel.”

Schumacher selbst hat sich aber auch ein wenig angepasst. Er ist ein wenig erfahrener und betrachtet die Dinge nach seiner Meinung nun aus einem etwas anderen Blickwinkel. “Hoffentlich ist das positiv, aber das werden wir herausfinden.” Und das will er ohne irgendwelchen besonderen Druck tun. Er meint nicht, irgendwem etwas beweisen zu müssen. “Ich muss mir nur selbst zeigen, dass ich es noch kann. Der Hauptgrund, warum ich das tue, ist, weil ich wieder Lust darauf habe. Es ist aufregend, in der Königsklasse wieder Rennen am Limit zu fahren. Im Go-Kart war es toll, aber das hier ist eine Stufe höher.” Und das noch dazu in einer sehr deutschen Mannschaft, weswegen er noch meinte: “Wir müssen Angela Merkel überzeugen, die Nationalfarben zu ändern: statt Gold sollte es Silber sein in Schwarz, Rot, Gold.”

Der entscheidende Faktor

 

Vielleicht sollte er dafür Brawn zur deutschen Kanzlerin schicken, denn bei Schumacher selbst war er äußerst überzeugend. “Ross war der entscheidende Faktor. Ohne Ross hätte ich den zündenden Funken nicht noch einmal erlebt. Nach dem Sommer gab es zwar ein kleines Feuer, aber Ross hat letztendlich den Brand entfachen können. Natürlich war die Konstellation mit Mercedes auch sehr wichtig, für mich wäre das ohne sie auch nicht gegangen.” Immerhin war der Mercedes-Motor voriges Jahr nicht schlecht, gepaart mit dem Können von Brawn rechnete sich Schumacher da doch einiges aus. Vom Design des Autos war er jedenfalls schon angetan. “Hoffentlich ist das Auto auch so schnell, wie das Design aussieht.”

Dass er Brawn nun bereits so lange kennt, wollte er nicht als Zeichen dafür sehen, dass er gegenüber Nico Rosberg bevorteilt werden wird. “Ich habe den Vorteil, dass ich Ross kenne und ihn gut einschätzen kann. Er weiß, wie ich denke und agiere. Das ist hilfreich. Das heißt aber nicht, dass ich bevorteilt werde.” Einem anderen Landsmann wurde Schumacher aber klar vorgezogen, so hatte auch Nick Heidfeld Hoffnung darauf, bei Mercedes als Einsatzfahrer unterzukommen, wird nun aber wohl nur Testfahrer werden. Schumacher erzählte, dass er mit Heidfeld Kontakt hatte und der auch fragte, wie die Situation aussehe. “Ich habe ehrlich geantwortet. Mir war das schon bewusst, aber auf der anderen Seite ist es wohl OK, wenn jeder auf sich selbst schauen darf”, meinte Schumacher.

Unerwartete Dimension

 

Das plante er auch auf der Strecke, wo er zwar nicht sofort Siege erwartete, aber doch den Anschluss an die Top Teams haben und um Podestplätze fahren wollte. “Zunächst will ich gute Punkte sammeln und dann vielleicht nächstes Jahr Siege holen und um die Meisterschaft fahren.” Bis dahin wird vielleicht auch der Rummel ein wenig kleiner geworden sein. So fühlt sich Schumacher derzeit zwar fit und hat sein Wunschgewicht, mit einer derartigen Aufregung um seine Rückkehr hatte er aber nicht gerechnet. “Diese Dimension kann einem nicht bewusst werden. Nach dem Sommer war aber schon eine gewisse Vorahnung da.” Besonders interessant wird die Reaktion in Italien, wobei er von dort bislang eher Positives gehört hat. “Es gibt sicher andere, die mich gerne in Rot sehen wollen. Das kann man nach der schönen Zeit verstehen. So wie ich die italienischen Fans kenne, werden sie aber eher froh sein, dass ihr Michele wieder zurück ist.”

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Foto: Sutton

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