Archiv für Februar, 2010

Vettel macht der Druck nichts aus

Ferrari ist stark

 

Die letzte Testwoche vor dem Beginn der neuen Formel-1-Saison 2010 steht an. Langsam aber sicher wird es ernst. “In dieser Saison werden einige Piloten ganz vorn mitfahren können”, glaubt Sebastian Vettel, der selbst als Titelanwärter gilt. “Es ist noch zu früh um einschätzen zu können, wie stark die einzelnen Teams wirklich sind.”

Ein bisschen eine Prognose abgeben musste Vettel aber doch. “Vorn werden Ferrari, McLaren, Mercedes und wir sein”, sagte er den Salzburger Nachrichten. “Aber alles wird wohl eng sein. Ferrari sah bisher ziemlich stark aus. Aber: Alle Spitzenteams bringen vor Saisonstart noch Verbesserungen an den Autos, es kann also noch viel passieren.”

Das Ding hält

 

Angesichts der ungewissen Spritmengensituation und der verregneten Testwochen in Jerez ist das Bild vom Kräfteverhältnis derzeit ohnehin noch schief. “Das Wichtigste war, dass der neue Wagen von Beginn an ohne Probleme lief”, betonte Vettel. “Die Tests waren bisher auf Zuverlässigkeit ausgerichtet, und das Ding hält. Denn wer gewinnen will, muss zuerst einmal ankommen.” Die Balance des RB6 fühle sich gut an – mit viel und wenig Sprit. “Wichtig war für uns auch, dass alle Daten aus dem Windkanal bisher mit den Erfahrungen auf der Strecke übereinstimmten.”

Nur so könne man der gestiegenen Erwartungshaltung gerecht werden – immerhin gehen Vettel und sein Team als Vizeweltmeister in die Saison. “Es stimmt, dass die Erwartungshaltung von außen höher wurde”, gestand Vettel. “Da kann ich aber auch stolz darauf sein. Heuer als Favorit zu gelten bestätigt unsere Leistungen von 2009. Es gibt kein Ausruhen. Du musst dich in jedem Test, in jeder Runde neu beweisen.” Sein Ziel bleibt dadurch unverändert – bereits seit letztem Jahr: Weltmeister zu werden. “Ob der Druck dabei von außen größer wird, ist mir eigentlich egal.”

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Alonso

Auf Ferrari achten

 

In den ersten drei Testwochen mit dem neuen Ferrari verhielt sich Fernando Alonso ruhig. Trotz dreier Bestzeiten in der ersten Testwoche in Valencia versuchten der Spanier und seine Teamverantwortlichen die Euphorie zu bremsen. Noch wisse man nicht, wo man stehe. Selbst die Wochenbestzeiten von Mark Webber und Jenson Button am Freitag und Samstag irritierten den Doppelweltmeister nicht. Da habe jemand die Muskeln spielen lassen, mehr nicht.

“Es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein”, betonte Alonso in der AS. “Der Ferrari ist bereits das beste Auto, das ich jemals hatte.” Nur habe die Scuderia noch nicht an Qualifying-Simulationen gearbeitet, das stehe für Barcelona auf dem Programm.

“Red Bull, McLaren und Renault waren schnell und haben ihre Karten aufgedeckt”, glaubt der Ferrari-Neuzugang. “Andere halten sich noch bedeckt. Wenn ich bei einem anderen Team wäre, würde ich auf Ferrari schauen, denn bislang läuft alles sehr gut.”

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Kein Aero-Update für Virgin

Warten auf Bahrain

 

So hatte sich Nick Wirth die erste Testwoche seines komplett virtuell entworfenen Virgin Racing VR-01 nicht vorgestellt. Selbst in der Pressemeldung des Teams musste man eingestehen, dass ein wiederkehrendes Hydraulikproblem für eine “frustrierende Woche” sorgte.

Am Abschlusstag konnte Timo Glock deswegen nur 28 Runden fahren. Insgesamt kamen Glock und Lucas di Grassi an allen vier Testtagen auf 126 respektive 105 Runden. Mit nur 1.023 absolvierten Kilometern ist Virgin das klare Schlusslicht.

“Es war eine Charakter bildende Woche”, bestätigte Technikchef Nick Wirth. “Trotz unserer besten Versuche, das Hydraulikproblem zu lösen, war es mit den vorhandenen Komponenten einfach nicht möglich.” Da das Problem das Team an allen vier Tagen heimsuchte, verlor man wertvolle Testzeit. “Wir verlieren Hydrauliköl, so dass wir nur eine begrenzte Anzahl an Runden pro Run fahren konnten.”

Neue Aero-Teile erst in Bahrain

 

Beim letzten Test in Barcelona soll das Problem durch neue Teile behoben werden. “Gleichzeitig müssen wir uns jetzt auf die Zuverlässigkeit konzentrieren, obwohl wir gerne unser Aerodynamik-Paket für Bahrain eingeführt hätten”, verriet Wirth. “Das veränderte Programm bedeutet, dass wir unser komplett neues Aero-Kriegspaket für das erste Rennen aufsparen.”

Dennoch sah Wirth einige positive Ergebnisse. “Wir konnten trotz der Probleme eine gute Rennvorbereitung absolvieren und es ist schön zu sehen, dass das Auto ein gutes Potenzial hat, obwohl wir nur wenige Setup-Veränderungen vorgenommen haben und mit viel Benzin gefahren sind.” Wirth betonte: “Keine unserer Rundenzeiten wurde auch nur annähernd mit Qualifying-Spritmenge erzielt. Deshalb lassen wir den eigentlich ermutigenden Start unseres Entwicklungsprogramms nicht vom Frust in einem speziellen Teilbereich überschatten.”

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Button fährt Bestzeit

Vier rote Flaggen

 

Zum Abschied zeigte sich Jerez noch einmal von seiner trockenen Seite: Nach zwei Wochen und acht Testtagen absolvierten die elf aktiven Teams zum ersten Mal zwei Tage in Folge auf trockener Strecke. Jenson Button nutzte die guten Bedingungen voll aus und fuhr in 1:18.871 Minuten die schnellste Zeit der beiden Testwochen in Südspanien.

Je gut ein Zehntel hinter Button reihten sich Robert Kubica und Kamui Kobayashi auf den Plätzen 2 und 3 der Zeitenliste ein. Tonio Liuzzi, Nico Rosberg und Fernando Alonso komplettierten die Top-6. Der fleißigste Fahrer des Tages war Jarno Trulli: Er fuhr 141 Runden im neuen Lotus, Nico Hülkenberg spulte 137 Runden ab. Auch Jenson Button, Kamui Kobayashi, Robert Kubica, Fernando Alonso, Nico Rosberg und Jaime Alguersuari fuhren über 100 Runden. Neben Arbeiten am Setup und Long Runs standen bei den Teams vor allem Rennvorbereitungen auf dem Programm – Reifen wechseln, Reifen wechseln, Reifen wechseln.

Nach den Problemen der ersten Testtage saß bei Lotus erstmals Jarno Trulli am Steuer des T127. Der Italiener legte viele Kilometer zurück, obwohl er am Vormittag mit den Bremsen nicht zufrieden war. Das Team tauschte diese danach aus. “Auf dem ersten Long Run hatten wir eine gute Zeit”, berichtete Technikchef Mike Gascoyne. “Aber Jarno sagte, dass die Hinterreifen auf den letzten fünf Runden abfielen. Wir müssen sie also besser schonen.”

Auch Force India stellte fest, dass die weichere Reifenmischung bei niedrigen Temperaturen zu Graining neigt. Die mittlere Mischung hält bei den Indern rund 10-12 Runden. Bei höheren Temperaturen erwartet das Team weniger Probleme.

Vier Unterbrechungen

 

Vier Mal wurde der Testtag unterbrochen. Die erste rote Flagge löste Kamui Kobayashi gleich zu Beginn aus. Der Sauber-Pilot hatte schon am Freitag ein Problem mit dem Benzinsystem, wodurch er gerade mal 28 Runden drehen konnte. Am Samstag wurde das Problem schneller gelöst und der Japaner konnte bald wieder auf die Strecke gehen.

Die zweite rote Flagge verursachte Mark Webber, der schon am Freitag mit seinem Red Bull RB6 liegen geblieben war. Webber kehrte zwischenzeitlich für Systemchecks auf die Bahn zurück, verschwand dann aber wieder in der Box, wo das Team weiter nach der Ursache suchte. Zudem nahm Red Bull vorsichtshalber einen Motorwechsel vor. Für die vier Testwochen besitzt jeder Rennstall ein Kontingent von vier Motoren.

Die dritte rote Flagge wurde eine gute Stunde vor dem Ende geschwenkt. Nico Hülkenbergs Williams FW32 blieb auf der Zielgeraden stehen. Wieder nur selten auf der Strecke anzutreffen war der Virgin Racing VR-01 von Timo Glock. Das Team kämpfte erneut mit Hydraulikproblemen, die bereits seit Mittwoch unregelmäßig auftraten. Glock fuhr mit 26 Runden die wenigsten des Tages und löste eine Minute vor Testende die vierte und letzte Rotphase aus, die gleichzeitig den Test beendete.. Immerhin setzte sich Glock in der unbedeutenden Zeitenliste gegen Lotus durch. Trulli fuhr jedoch die meisten Runden des Samstags.

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USF1 erst ab Barcelona dabei?

Die FIA um Zeit gebeten

 

Lange war es still um USF1, dann kamen Tag um Tag mehr negative Meldungen und nur ein Lebenszeichen, das besagte: “Wir sind noch nicht tot.” Gegenüber der New York Times musste Teamchef Ken Anderson nun eingestehen, dass das Team in finanziellen Problemen steckt. “Wir arbeiten mit der FIA daran, um klarzustellen wie viele Rennen wir verpassen können.”

Vor einiger Zeit hatten Bernie Ecclestone und Jean Todt angedeutet, dass das Concorde Agreement den Teams drei ausgelassene Rennen zustehen würde, bevor der Startplatz erlischt. Die FIA stellte kurz darauf jedoch klar, dass sie keinerlei verpasste Rennen dulden würde, da sich die Teams im Concorde Agreement zur Teilnahme an allen WM-Läufen verpflichtet hätten. Ein ausgelassenes Rennen sei deshalb ein Verstoß gegen das Reglement und würde bestraft.

“In einer idealen Welt könnten wir die ersten vier Rennen auslassen und in Barcelona einsteigen”, sagte Anderson. “Es ist alles möglich. Aber was würde es ihnen bringen[, den Antrag von USF1 abzulehnen]? Warum sollten sie uns einen Franchise geben und dann beim ersten Problem den Stecker ziehen?” Das sei nicht das Signal, das er von der FIA erhalten habe. “Sie möchten uns helfen, uns nicht dicht machen.”

Derzeit wartet Anderson auf eine Antwort von FIA-Präsident Todt. Je schneller diese komme, desto besser seien die Chancen, neue Sponsoren an Land zu ziehen.

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