Gut aber nicht perfekt

Die Kawasakis vibrierten

Wenn Motorradfahrer etwas gar nicht ausstehen können, dann sind das Vibrationen an ihrer Maschine, denn dadurch wird so ziemlich alles labil und schwer zu fahren. Bei Kawasaki durften am Freitag auf dem Sachsenring beide Piloten erleben, wie schwer das Leben so wird, wenn man ordentlich durchgerüttelt wird. “Der erste Teil der Session war gut. Ich war in den Top Drei und war mit den Einstellungen und den Reifen zufrieden; ich bin mir sicher, ich hätte meine Zeiten weiter verbessern können. Als wir dann aber einen neuen Hinterreifen probiert haben, bekamen wir einige Probleme mit Vibrationen, also müssen wir jetzt checken, ob es ein Problem mit der Aufhängung oder dem Reifen ist”, sagte Randy de Puniet, der mit seiner Maschine prinzipiell zufrieden war.

Auch Anthoy West berichtete über ein paar Vibrationen an seinem Motorrad. “In einigen Sektionen bin ich wirklich schnell und in anderen verliere ich viel Zeit, also müssen wir alles zusammenbringen und ein gutes Setup finden”, erklärte er. Den Tag an sich beschrieb er aber als nicht so schlecht. Er probierte etwas mit den Reifen und hat auch einige Passagen gefunden, wo er am Samstag noch zulegen will. “Wir werden auch sehen, was das Wetter macht, denn wenn es wirklich heiß wird, dann wird das die Dinge bei den Reifen verändern”, meinte West. Mit seinem Rückstand auf Casey Stoner war er trotz Platz 15 zufrieden, denn die 1,3 Sekunden sind weniger als in Assen – wobei dort die Strecke auch eine andere war.

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Smith ist fit für Deutschland

Ein Scan brachte grünes Licht

125er-Pilot Bradley Smith, der nach einem Trainingssturz das Rennen in Assen wegen Beinverletzungen auslassen musste, wird auf dem Sachsenring wieder mitfahren können. Nach einem Magnetresonanz-Scan in der Vorwoche bekam er nun die Freigabe der Ärzte. “Ich hatte einen Scan in Barcelona, der gezeigt hat, dass nur das Schienbein etwas angeknackst ist. Das war eine große Erleichterung. Der Arzt hat gesagt, dass ich fahren kann, also werden wir nach Deutschland reisen und es probieren. Der Arzt hat auch gesagt, dass ich Glück hatte, nicht meine Kreuzbänder zu reißen”, sagte Smith.

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Kawasaki vor dem Sachsenring

De Puniet ist noch nicht ganz fit

Vier Rennen in sechs Wochen. So sah das Programm der MotoGP aus, bevor es zwischen Assen und dem Sachsenring eine zweiwöchige Pause gab. Randy de Puniet freut sich nun zwar, wieder auf die Maschine zu kommen, aber ein wenig länger hätte die Auszeit für ihn schon sein können. “Mein Knie ist immer noch etwas geschwollen, aber vorige Woche habe ich wieder mit dem Laufen und dem Radfahren begonnen. Auch meine Schulter wird besser, obwohl ich damit noch immer nicht viel Gewicht heben kann. In etwa einem Monat wird es besser sein und auch wenn der Sachsenring eine anspruchsvolle Strecke sein kann, bin ich mir sicher, dass ich damit umgehen kann”, erklärt der Franzose.

Die Maschine sieht de Puniet jedenfalls auf einem guten Weg. So habe sie in Assen perfekt funktioniert und man sei sehr konkurrenzfähig gewesen, erzählt er. “Wir haben in den vergangenen Rennen wirklich Verbesserungen gezeigt, also war ich enttäuscht, den Dutch TT nicht zu beenden”, sagt er. Im Vorjahr sah er auch auf dem Sachsenring nicht das Ziel, damals war allerdings ein technischer Defekt schuld daran. Seine Kawasaki sieht er diesmal gut gerüstet. “Abgesehen von einem Motorrad mit großartigem Handling, was für die engen Stellen wichtig ist, hat die Ninja auch einen kraftvollen Motor, der für den letzten Streckenteil von Bedeutung ist, da es dort ein paar Überholpunkte gibt”, meint de Puniet. Als Ziele hat er sich einen Platz in der ersten Startreihe und eine Zielankunft gesteckt.

Anthony West will sich hingegen einfach nur verbessern, auch wenn er etwas scherzhaft dazu sagt: “Ich denke, das bedeutet, ich muss Achter werden… Ich weiß, es wird schwierig werden, aber ich werde einfach versuchen, das Beste aus jeder Session zu holen. Danach werden wir sehen, was im Rennen passiert.” Die Pause vor dem Sachsenring kam dem Australier sehr gelegen, da er in den vergangenen Wochen einen vollen Terminkalender hatte. “Ich musste nach Assen noch etwas warten, bevor ich entspannen konnte. Am Montag nach dem Rennen, machte ich einen Test, um meinen körperlichen Zustand untersuchen zu lassen und auch wenn der noch verbessert werden kann, war das Resultat positiv.” Danach ging es für ihn nachhause nach Salzburg, um sich etwas zu entspannen.

“Es war eigenartig, nicht viel zu tun zu haben, aber jetzt geht es wieder zurück zur Action. Ich mochte den Sachsenring auf der 250er, da er nicht besonders schnell ist. Mit den großen Maschinen wird es etwas schwieriger”, erzählt er. Wichtig wird für ihn vor allem ein gutes Setup, das den Hinterreifen nicht zu schnell abnutzt. “Speziell auf der linkten Seite, da es unter den insgesamt 14 Kurven zehn Linkskurven gibt”, erklärt er. Doch Assen hat ihm auch gezeigt, dass man ebenfalls die rechte Seite richtig aufwärmen sollte. “Denn sonst kann es schnell passieren, dass man sich auf dem Boden wieder findet.”

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Repsol Honda vor dem Sachsenring

Dorthin, wo der wirkliche Spaß passiert

Nicky Hayden ist wieder heiß auf das Rennfahren. Nachdem er in Assen wieder den Weg auf das Podium fand, freut er sich nun darauf, in Deutschland sein Comeback fortzusetzen, da er ein besseres Setup und auch das Gefühl auf der Maschine gefunden hat. “Es macht viel mehr Spaß, wieder vorne zu fahren”, sagt er. Doch damit ist die Arbeit für ihn noch nicht beendet, denn er will dorthin kommen, wo der “wirkliche Spaß” passiert. “Ich hoffe, wir können das Setup über das Wochenende noch weiter verbessern und die Maschine dazu bringen, besser zu drehen. Wir müssen auch die Kupplung noch etwas verfeinern, damit es am Kurveneingang etwas weicher geht”, erklärt der Weltmeister.

Den Sachsenring verbindet Hayden mit guten Erinnerungen, auch wenn die Strecke einiges abverlangt. “Es ist recht eng, kurz und war etwas wellig, was bedeutet hat, dass man ein wenig verwegen sein musste, damit man schnell herum kam. Ich mag es aber – es gibt ein paar schnelle Linkskurven und die Wasserfall-Kurve bergab ist ziemlich krank. Die Rundenzeiten sind immer ziemlich knapp, weil die Runde so kurz ist”, berichtet Hayden. Da es in diesem Jahr auch einen neuen Belag gibt, sollte die Strecke seiner Meinung nach noch etwas besser sein. Jetzt hofft er nur noch darauf, dass auch das Wetter mitspielt.

Dani Pedrosa hat mit dem Sachsenring noch eine kleine Rechnung offen, denn im Vorjahr holte er die Pole Position und fuhr auch die schnellste Rennrunde, landete am Ende aber nur auf Platz vier. Auch er rechnet mit einem heiß umkämpften Rennen, da die Runde kurz und die Strecke eng ist. “Es wird interessant, wie die 800er sich anders verhält als die 990er im Vorjahr. Wir könnten durch die engen Passagen der Strecke schneller sein, aber die Gerade beginnt am Ausgang einer Aufwärts-Kurve, was den Motor testen wird. Wir müssen erst sehen, ob die 800er wirklich schneller ist”, sagt der Spanier. Zu seinen Lieblingsstrecken gehört der Sachsenring allerdings nicht, dennoch weiß Pedrosa, dass er dort gute Resultate holen kann.

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Suzuki vor dem Sachsenring

Keine weiteren Kollisionen bitte

Der Kreuzzug nach den nächsten Podestplätzen geht für Suzuki am kommenden Wochenende weiter. Nachdem man in Assen leer ausgegangen war, stellt sich für die beiden Piloten aber eine schwierige Herausforderung, da sie mit dem Kurs noch nicht ganz auf Du und Du sind. Doch die bisherigen Ergebnisse in diesem Jahr lassen John Hopkins und Chris Vermeulen auf ein gutes Wochenende hoffen. “Es war bislang ein schwieriger Sommer, aber einer, der gute Resultate gebracht hat”, meint Hopkins.

Für den Amerikaner stellt sich das Treffen mit der Strecke in Hohenstein-Ernstthal allerdings nicht einfach dar. “Der Sachsenring ist ein schwieriger Kurs und ich habe noch immer Probleme, mich damit anzufreunden. Wir hatten voriges Jahr ein paar Grip-Probleme, aber so wie die Bridgestone-Reifen funktionieren, glaube ich nicht, dass es diesmal ein Problem wird”, sagt er. Hopkins vertraut auf seine momentane Stärke und auch die der Maschine, die seiner Meinung nach auf der Strecke gut laufen sollte. “Ich denke, wir können wieder einen Platz in den Top Fünf anpeilen – zumindest.”

Chris Vermeulen konnte bei seinem ersten Besuch auf dem Sachsenring im Vorjahr immerhin den siebten Platz erreichen, auch wenn er es schwierig fand, die Strecke zu lernen. “Ich will wirklich ein trockenes Wochenende”, sagt der Regenspezialist, “wir haben noch viel Arbeit an der Maschine und es ist immer besser in trockenen und warmen Bedingungen zu fahren als im Nassen.” Etwas verärgert ist Vermeulen noch über das Rennen in Assen, wo es nach der Pole Position aufgrund einer Kollision mit Randy de Puniet nur zu Platz 16 reichte. “Da gibt es jetzt aber nichts mehr, dass ich tun kann. Ich hoffe nur, dass nicht irgendwer Anderes an diesem Wochenende in mich hineinfahren will, denn drei Mal in dieser Saison war schon mehr als genug.”

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