Montezemolo fordert drei Ferrari

Einen für Schumacher

 

Es war nur eine Frage der Zeit. Am Mittwoch gab Toyota den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt und löste damit erneut Krisendiskussionen aus. Ferrari meldete sich mit einem Eintrag auf seiner Website zu Wort und bangte ebenfalls um die Zukunft der Formel 1.

Nur wenig später griff Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sein Lieblingsthema auf: Das dritte Auto. “Ich mache da Druck”, sagte er der Bild. “Das ist womöglich eine Chance für das dritte Auto für jedes Team. Ich werde alles daran setzen. Und beim dritten Auto denken wir natürlich an Michael Schumacher als Fahrer.”

Der Rekordweltmeister hatte zuletzt mehrmals betont, dass er nur für die letzten Saisonrennen als Ersatz für seinen Teamkollegen Felipe Massa zurückkehren wollte. An ein echtes Comeback denkt er nicht. Gleichzeitig ließ er sich bei jedem Interview die Möglichkeit offen, dass sich dies in Zukunft vielleicht ändern könnte. Beim ersten Comeback-Versuch im Sommer ist er schon einmal den Überredungskünsten von Montezemolo erlegen.

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Horner

Positives aus dem Negativen

Red Bull Teamchef Christian Horner ist durch den Ausstieg von Toyota nicht allzu geschockt. Der Brite sieht keinen Grund, warum die Formel 1 darunter leiden sollte. Er sagte Autosport: “Es ist sehr schade, aber die Show geht weiter und im nächsten Jahr werden mehr Autos in der Startaufstellung stehen als in den vergangenen Saisons.”

Den Verlust des dritten Automobilherstellers innerhalb eines Jahr sieht er als nicht allzu tragisch und beruft sich auf Max Mosleys alte Worte: “Hersteller kommen und gehen und obwohl es enttäuschend ist, einen der größten Automobilhersteller der Welt zu verlieren, gibt es dem unabhängigen Sauber Team die Möglichkeit, einen Platz im Grid zu erhalten. Aus dem Negativen entsteht also etwas Positives.”

Auf die FOTA soll der Toyota-Ausstieg keinen negativen Einfluss haben, obwohl John Howett als Vizepräsident der FOTA sehr aktiv war. “Sie sind ein Verlust”, sagte Horner, “aber die FOTA Teams werden sich zusammensetzen und entscheiden, wie wir fortfahren und die freien Plätze besetzen.” Neben Howett ist auch Flavio Briatore der FOTA verloren gegangen, allerdings aus anderen Gründen. “Es fehlen einige Gesichter vom Saisonanfang. Die Formel 1 beginnt eine neue Ära.”

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Epsilon steht nicht bereit

Kein Ersatzteam

Am Mittwoch bestätigten sich die Befürchtungen der letzten Monate: Mit Toyota stieg der nächste Automobilhersteller aus der Formel 1 aus. Den freien Platz wird mit größer Wahrscheinlichkeit das BMW Sauber Nachfolgeteam einnehmen, das ohnehin als Reserve nominiert war und die Entwicklung ohne Unterbrechung vorangetrieben hatte.

Sollte aber noch ein Team aussteigen, etwa eines der vier neuen Teams Campos, Manor, Lotus oder USF1, wird es keinen Ersatz mehr geben. “Unser Projekt wurde vor zwei Monaten gestoppt, es ist nicht möglich”, betonte Epsilon Euskadi Chef Joan Villadelprat im spanischen Radio. “Das Auto wäre nicht rechtzeitig fertig.”

Die einzige Notlösung ware, die Arbeit eines anderen Teams fortzusetzen. Die Hinterlassenschaften von Toyota in Köln-Marsdorf möchte Villadelprat aber nicht aufkaufen. “Sie haben sehr viele Mitarbeiter und eine sehr große Struktur, das ist eine zu große Last.”

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Toyota steigt aus F1 aus

Vor Wirtschaftslage nicht verschließen

Die Toyota Motor Corporation (TMC) gab am Mittwoch bekannt, dass man sich mit dem Ablauf der Saison 2009 aus der Formel 1 zurückziehen wird.
In einer Pressemitteilung heißt es: “Angesichts der auf absehbare Zeit geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können auch die kurz- und mittelfristigen Motorsportakivitäten von Toyota nicht ausgenommen werden, wenn es gilt, limitierte Budgets zu verteilen.”

Toyota war acht Jahre in der Formel 1 und fuhr 13 Podiumsplätze und 87 Punkte ein. “TMC möchte gegenüber den Fahrern und ganz besonders gegenüber allen Mitarbeitern der Toyota Motorsport GmbH seinen zutiefst empfundenen Dank aussprechen”, heißt es in der Pressemeldung weiter. “Sie haben den Erfolg des Teams erst möglich gemacht. TMC wird allen betroffenen Mitarbeitern umfassende Hilfestellung in dieser Situation leisten. Auch bei all seinen Formel 1 Fans und Unterstützern bedankt sich TMC für ihre Treue.”

Im Motorsport wird Toyota sich neben der Teilnahme an verschiedenen Serien auch im Breitensport aktiv engagieren und Veranstaltungen unterstützen, die offen für jedermann sind.

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Saison 2010 für Glock noch unklar

Kein Vertrag

Zunächst hieß es, Timo Glock sei vor seiner Fahrt auf Platz 2 in Singapur mitgeteilt worden, dass er im nächsten Jahr nicht für Toyota fahren werde. Mittlerweile stellte das Team klar: Man habe die Option auf Glock nicht gezogen. Das bedeute allerdings nicht, dass man nicht doch 2010 zusammenarbeiten könnte.

Timo Glock und sein Manager Hans Bernd Kamps strecken derweil die Fühler nach möglichen anderen Optionen und Teams aus. Das Problem bei Toyota ist bekannt: Erst im November entscheidet der Vorstand über das Budget des Teams und damit die Zukunft. Noch immer spekulieren viele Experten auf einen Ausstieg des Autoriesen aus der Formel 1.

Umso wichtiger ist Glocks zweiter Platz in Singapur, wo er noch einmal zeigen konnte, dass er ein Cockpit für 2010 verdient hat. “Die Verhandlungen laufen im Hintergrund immer weiter”, sagte er nach dem Rennen. “Mal schauen, was sich so tut in dieser Woche, schaden kann der zweite Platz auf keinen Fall.”

Der Fahrermarkt ist weiterhin wie eingefroren. Etwas Bewegung könnte rein kommen, wenn Ferrari am kommenden Wochenende tatsächlich Fernando Alonso als Neuzugang für die nächste Saison bestätigen sollte. Sicher ist das aber noch nicht. Gleichzeitig könnte ein möglicher Wechsel von Kimi Räikkönen zu McLaren für mehr Schwung auf dem Fahrerkarussell sorgen.

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