Coulthard auf dem Weg in die DTM?

Kein Kommentar

Jean Alesi und Mika Häkkinen sind schon längst nicht mehr in der DTM unterwegs, auch Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat derzeit keinen Vertrag für eine weitere Saison bei Mercedes unterschrieben. Grund genug für unsere Kollegen von Sport Bild, den mehrfachen Grand-Prix-Sieger David Coulthard ins Gespräch zu bringen. Nach über einem Jahr Pause verspürt der Schotte wieder ein gewisses Kribbeln, bester Kontakt 

 Norbert Haug und Mercedes sind ohnehin gegeben.

“Die Autos sehen einfach toll aus. Sie sind schwierig zu fahren, aber sie sind toll”, ließ Coulthard schon bei einem seiner Besuche im Fahrerlager der DTM verlauten. “Ich wollte erst einmal ein Jahr Auszeit nehmen, um zu schauen, ob mir das Rennfahren fehlt und welche anderen Möglichkeiten sich außerhalb der Formel 1 bieten.”

Wäre die DTM eine dieser Möglichkeiten? Bei Mercedes wollte man das Thema Coulthard jedenfalls nicht kommentieren. ITR-Chef Hans-Wener Aufrecht sprach sich in einem Interview mit dem sid zuletzt jedoch für eine Verpflichtung des Schotten aus. “Wir brauchen die Schumachers und Coulthards, damit sich unsere Nachwuchsrennfahrer an ihnen orientieren können.”

In den letzten Jahren vertrauten die beiden großen Hersteller statt großer Namen immer wieder auf schnelle Eigengewächse. Hausmarken wie ein Bernd Schneider, Tom Kristensen oder Uwe Alzen sind Fehlanzeige, stattdessen mischen die jungen Wilden das Feld auf.

“Ich wünsche mir einen David Coulthard in einem DTM-Auto. Er wäre eine große Bereicherung für die DTM, denn wir brauchen vor allem für die Auslandsrennen Heros”, so Aufrecht. Gerade in Großbritannien, wo man erneut in Brands Hatch fährt, wäre ein Trio aus Coulthard, Oliver Jarvis und Gary Paffett sicher kein schlechtes Verkaufsargument für Eintrittskarten.

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Stuttgart lässt Hamilton hoch leben

72.000 Jubelschreie

 

“Guten Morgen Stuttgart, alles klar?” So begrüßte Lewis Hamilton am Samstag 72.000 Fans beim alljährlichen “Stars & Cars”-Tag in Stuttgart-Untertürkheim. Aber nicht nur der neue Formel-1-Weltmeister wurde von den Massen bejubelt, auch alle Mercedes DTM-Piloten und Ex-McLaren-Fahrer David Coulthard gaben sich die Ehre.

Coulthard verabschiedete sich zusammen mit DTM-Star Bernd Schneider von der Motorsportbühne. “2007 konnte ich gemeinsam mit den zigtausenden Fans beim Stars & Cars Tag bereits nach meiner ersten Formel-1-Saison den Vizeweltmeister-Titel feiern; heute, ein Jahr später mit den 72.000 Fans den Weltmeister-Titel”, freute sich Hamilton. “Der absolute Wahnsinn, wie viele Menschen heute nach Stuttgart vor das Werk Untertürkheim gekommen sind. Ich hoffe, dass alle ihren Spaß hatten – ich hatte ihn auf jeden Fall.”

Zu sehen gab es jede Menge. Die Besucher der Veranstaltung, darunter der Box-Weltmeister Vitali Klitschko, erlebten ein vollgepacktes, abwechslungsreiches Programm. Höhepunkte waren zahlreiche Fahrdemonstrationen mit aktuellen und historischen Rennfahrzeugen, mit außergewöhnlichen Mercedes-Benz Serienmodellen von einst und heute und als besonderes Highlight die Boxenstoppwettbewerbe der Mechaniker-Teams aus Formel 1, DTM und dem Classic Bereich. Auch die Ausstellung der Formel-1-Silberpfeile von 1997 bis 2008 auf dem Museumshügel zog viele Besucher an. “Unser Team wird jetzt sicher kein bisschen nachlassen und die Vorbereitungen für 2009 laufen bereits auf Hochtouren”, kündigte Norbert Haug an.

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Bernd Schneider des Kampfes müde

Als Sportler und Mensch gemocht

In fast 20 DTM-Jahren war der Hockenheimring für Bernd Schneider wie eine zweite Heimat geworden. Hier feierte er Podestplätze, Siege und – zuletzt 2003 – Titelgewinne; hier lief er – wie beim Saisonfinale 2005 – auch in durchwachsenen Jahren zur Höchstform auf. Bei seiner letzten Dienstfahrt auf der badischen Traditionsstrecke stand für den Altmeister der Genuss im Vordergrund: Eher unauffällig fuhr Schneider gestern auf Startplatz fünf; lautlos sammelte er heute seine letzten drei DTM-Punkte. Die scheinbare Ruhe stand im Kontrast zu seinem Gefühlsleben.

Zwischen Konzentration und Emotion

“Wenn ich nachher im LKW ein paar ruhige Minuten habe, werde ich wohl erst begreifen, was gerade zu Ende gegangen ist. Für mich bricht keine Welt zusammen, aber natürlich bin ich traurig. Wenn ich mit den Jungs Abschied feiere, wird es noch einmal richtig hart”, kündigt der auch weit über das Mercedes-Lager geschätzte fünffache Champion an. Als Mensch bodenständig und hilfsbereit, als Rennfahrer lange gefürchtet, aber stets fair: Die Lobeshymnen der Kollegen kannten an diesem Wochenende keine Grenzen. 

So erlebte Bernd Schneider seine letzten 37 Runden in der DTM in ungekannt emotionaler Form: “In der Einführungsrunde war ich konzentriert auf den Start, aber natürlich auch gerührt von der ‘Danke Bernd’-Choreographie an der Mercedes-Benz-Tribüne. Rund um die Strecke waren Plakate. Das habe ich nicht erwartet. Aber ich habe gemerkt, dass mich die Leute als Sportler und als Mensch gemocht haben. Das kann mir niemand mehr nehmen.” Ein genussvoller und harmonischer Abschied waren dem HWA-Piloten wichtiger als der unbedingte Punkterfolg. 

Würdiger Nachfolger

“Es war am Limit, was am Start passiert ist, vor allem zwischen Tomczyk, Green und Spengler. Ich bin in meinem Rennfahrerleben nie so gefahren und will auch so nicht fahren”, sagte Schneider, der sich in der mittlerweile von wesentlich jüngeren Kollegen dominierten DTM-Welt geschätzt und wohl, aber nicht immer heimisch fühlte. “Deshalb bin ich zwei Plätze zurückgefallen. Normalerweise wäre ich als Fünfter aus der ersten Kurve gekommen, aber das war mir dann doch zu hart.” 

An den Vorwürfen seines Teams an Mattias Ekström, der aus Sicht von Norbert Haug allzu hart gegen Paul di Resta agiert hatte, will sich Bernd Schneider nicht mehr beteiligen. Zwei Jahre nach seinem letzten eigenen Titelgewinn sieht er Timo Scheider als würdigen Nachfolger: “Timo hat den Titel verdient, er ist starke Rennen gefahren und war über das Jahr hinweg der stärkste Audi-Pilot. Ich freue mich für ihn. Paul ist noch so jung, dass er sowieso noch einige Meisterschaften gewinnen wird.” 

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Ullrich bleibt entspannt

Platz 5 kein Drama

 

Ebenso wie für Tom Kristensen ist das Jubeln in Le Mans während der letzten Jahre auch für Dr. Wolfgang Ullrich zur Gewohnheit geworden. Lediglich das Jahr 2006 bildete eine Ausnahme: Mit einer überlegenen Vorstellung sicherten sich Mercedes und Bernd Schneider den DTM-Titel auf dem Circuit Bugatti – und wiesen damit den heutigen Pole-Sitter Tom Kristensen im Titelkampf in die Schranken. “Tom hatte schon in Barcelona das Zeug, auf Pole zu kommen. Nun konnte es hier in seiner zweiten Heimat umsetzen.”

Der Österreicher über die siebte Pole seiner Marke im zehnten Rennen freuen – wenngleich das Hauptziel eines guten Startplatzes für Titelaspirant Timo Scheider am Ende klar verfehlt wurde. “Gerade in Le Mans müssen wir um jede Hundertstelsekunde kämpfen. Timo war nicht so stark, wie er sein wollte. Aber das ist kein Drama – er ist nah an Paul, und das ist sein Hauptgegner in der Meisterschaft. Wir haben auch für morgen ein konkurrenzfähiges Auto”, bilanziert Ullrich, dem für morgen mögliche Wetterkapriolen am meisten Sorgen bereiten.

Nach dem rennstrategischen Coup von Brands Hatch, wo die Ingolstädter Mattias Ekström von Startplatz sechs bis aufs Podest brachten, hofft der Audi-Sportchef auch am morgigen Sonntag auf weise Entscheidungen am Kommandostand. “Natürlich werden wir versuchen, Timo mit einer guten Rennstrategie nach vorne zu bringen, aber dafür müssen wir die ersten Kurven abwarten. Vor allem ist es wichtig, dass alle Audi-Piloten geschlossen so viele Punkte wie möglich sammeln.”

Nach einem ruhigen Start des Barcelona-Rennens waren die Zweikämpfe vor zwei Wochen zuletzt spürbar temperamentvoller geworden. Ein schlechtes Omen für die Fairness während der verbleibenden beiden Rennen? Dr. Wolfgang Ullrich verneint: “Wir haben in den letzten Rennen gesehen, dass unsere Jungs wissen, dass man den Zuschauern in Zweikämpfen etwas Interessantes bieten sollte, unfaire Aktionen aber sinnlos sind. Ich hoffe auf ein hartes, aber faires Rennen für morgen.”

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Ekström Schnellster im Warm-Up

Gemischtes Feld

Bei bewölktem Himmel und Temperaturen um 24 Grad hat Mattias Ekström im Warm-Up zum DTM-Lauf im spanischen Barcelona die Bestzeit gefahren. Der schwedische Audi-Pilot benötigte für seine schnellste Runde auf dem 2,9 Kilometer langen Circuit de Catalunya nur 1:08.270 Minuten und war damit eine knappe Zehntelsekunde schneller als sein Markenkollege Tom Kristensen. Hinter den zwei schnellen Audianern reihten sich die vier Mercedes-Fahrer der Neuwagen ein, schnellster der ihren war Bernd Schneider.
Timo Scheider, der das Rennen hinter Schneider von der zweiten Position in Angriff nehmen wird, ließ es zu Beginn des Arbeitstages etwas ruhiger angehen. Mit 1:08.675 Minuten fuhr der aktuelle Tabellenführer nur die neuntschnellste Zeit. Bester Fahrer eínes Jahreswagens war Oliver Jarvis, der auf dem achten Rang gewertet wurde. Gary Paffett, der das Rennen unter Vorbehalt starten wird, landete auf dem 13. Platz.

 

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