Italien GP

Barrichello gewinnt, Hamilton fliegt ab

Die beiden McLaren Mercedes von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen schienen vor dem Großen Preis von Italien in Monza die Favoriten zu sein. Hamilton stand mit einer Zweistoppstrategie auf der Pole Position, Kovalainen mit einer Einstoppstrategie auf Startplatz 4. Beides ideale Ausgangspositionen für die jeweilige Taktik. Doch die finnischen Träume lösten sich bereits am Start auf. Kovalainen fiel schnell zurück und spielte im weiteren Verlauf keine Rolle im Kampf um den Sieg oder die Podestplätze.

Stattdessen entpuppten sich bald die Brawn GP von Rubens Barrichello und Jenson Button als die härtesten Gegner von Hamilton im Kampf um den Sieg. Und tatsächlich: Die von den Plätzen 5 und 6 gestarteten Brawn-Piloten fanden sich nach ihrem Stopp an der Spitze wieder und blieben auch nach Hamiltons zweitem Stopp vorne – in der gleichen Reihenfolge wie im Qualifying: Barrichello vor WM-Spitzenreiter Button. In den Schlussrunden holte Hamilton zwar noch einmal auf Button auf, kam jedoch nicht mehr an ihm vorbei.

In der letzten Runde verlor Hamilton dann die Kontrolle über den McLaren auf einem Randstein und drehte sich in die Leitplanke. So stand mit Kimi Räikkönen doch noch ein Ferrari-Pilot auf dem Podium beim Heimspiel der Scuderia in Monza. Das Rennen wurde unter Safety Car Bedingungen beendet. In der Fahrer-WM führt Button nun mit 14 Punkten Vorsprung auf Barrichello. Sebastian Vettel erbte durch den Hamilton-Unfall einen Punkt als Achter, verlor aber viel Boden in der WM.

Die meiste Action gab es am Start: Kimi Räikkönen attackierte Pole-Mann Lewis Hamilton außen herum, kam dabei aber leicht auf das Gras, so dass Hamilton als Erster in die erste Schikane einbog. Für Räikkönen reichte es trotzdem, um sich gegen den KERS-losen Force India von Adrian Sutil durchzusetzen und als Zweiter in die Schikane einzubiegen. Dahinter setzte sich Rubens Barrichello gegen Heikki Kovalainen durch, der in der Folge auch von Jenson Button überholt wurde.

Die Teile flogen in der zweiten Schikane: Robert Kubica beschädigte sich seinen Frontflügel am Auto von Mark Webber, der noch mehr Pech hatte und im Aus landete. Kubica wurde danach von der Rennleitung mit der schwarz-orangenen Flagge belegt, um ein flatterndes Teil an seinem Frontflügel zu entfernen. Der folgende Boxenstopp warf ihn weit zurück, so dass er bald endgültig aufgab. Ebenfalls früh Probleme gab es bei Nico Rosberg, der einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegte und so ans Ende des Feldes zurückfiel.

Abgesehen von einigen Überholmanövern entwickelte sich danach ein typisches Monza-Taktikrennen, das Jaime Alguersuari und Tonio Liuzzi nicht beenden durften. Liuzzi lag auf Punktekurs, als das Getriebe in seinem Force India den Geist aufgab. Trotzdem hinterließ er bei seinem F1-Comeback als Ersatz für Giancarlo Fisichella einen guten Eindruck. Besagter Fisichella kam im Ferrari noch nicht ganz so gut zurecht und belegte nur Platz 9.

Besser lief es für Kimi Räikkönen, der dank des Hamilton-Crash erneut auf dem Podium landete. Zuvor musste er sich bis ins Ziel gegen Adrian Sutil zur Wehr setzen. Die Entscheidung fiel beim letzten Boxenstopp: Räikkönen verlor Zeit, weil er nicht so früh losfahren wollte, Sutil kam jedoch zu schnell herein und fuhr einige seiner Mechaniker leicht um, was auch ihn Zeit kostete. So kam der Ferrari vor dem Force India aus der Box.

Für Sebastian Vettel lief das Rennen überhaupt nicht nach Plan. Der Red Bull Pilot steckte im Mittelfeld fest und kam hinter Nick Heidfeld auf dem achten Platz ins Ziel. Gegen Ende gab es noch einmal alles, rodelte sogar einmal durchs Kiesbett, hatte aber keine Chance, den BMW Sauber seines Landsmanns einzuholen. Die Punkteränge hinter den Podestbesuchern Barrichello, Button und Räikkönen belegten Sutil, Fernando Alonso, Heikki Kovalainen, Heidfeld und Vettel.

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Belgien GP

Räikkönen gewinnt in Spa

 

Am Samstagabend wagte sich Giancarlo Fisichella noch nicht offen davon zu sprechen. Der Überraschungs-Pole-Mann des Belgien GP sprach von den ersten Punkten seines Force India Teams, möglicherweise einem Podestplatz, aber keinesfalls einem Sieg, der sei noch etwas zu hoch angesiedelt. Kimi Räikkönen sprach hingegen offen vom ersten Ferrari-Triumph der Saison 2009 – ausgerechnet in Spa-Francorchamps, wo Räikkönen vor dem Rennen bereits drei Siege in seiner Karriere gefeiert hatte und der einzige Spa-Sieger im Starterfeld war.

Gleich am Start nutzte der Finne seinen KERS-Vorteil – und die asphaltierte Auslaufzone in La Source) und katapultierte sich bis auf Platz 3 nach vorne. Nur wenig später fand er sich zu Beginn der Safety Car Phase auf Platz 2 hinter Fisichella wieder. Diesen schnappte er sich nach dem Re-Start und gab die Führung danach nur noch bei seinen beiden Boxenstopps ab.

Beide Stopps absolvierte er in der gleichen Runde wie Fisichella wodurch der Italiener keine Chance hatte, durch schnelle Runden rund um die Stopps in Führung zu gehen. Auf den Runden dazwischen fuhr Fisichella mindestens genauso schnell wie der Ferrari vor ihm, kam an dem KERS bestückten F60 aber nicht vorbei.

Hinter Räikkönen und Fisichella schlich sich Sebastian Vettel in einem unauffälligen Rennen auf den dritten Podestplatz. Der Deutsche konnte den BMW Sauber von Robert Kubica beim letzten Stopp überholen und so sechs wichtige Punkte im Titelkampf einfahren. Da seine Titelrivalen Jenson Button und Mark Webber leer ausgingen und Rubens Barrichello einen rauchenden Brawn als Siebter über die Ziellinie schleppte, hat Vettel als WM-Dritter nur noch 19 Punkte Rückstand auf Button und einen Punkt Rückstand auf Barrichello.

“Kimi hat heute einen super Job gemacht und Force India war unglaublich schnell”, lobte Red Bull Teamchef Christian Horner. “Platz 3 war das Maximum für uns. Sebastian ist ein fantastisches Rennen gefahren, hat keine Fehler begangen und wir waren im Mittelsektor sehr schnell, in den Sektoren 1 und 3 hatten wir jedoch große Probleme.”

Chaos rund um Eau Rouge

 

Bereits am Start ging es hoch her: Auf dem Weg in die erste Kurve La Source gab es einige Berührungen und Kontakte, unter anderem zwischen Adrian Sutils Frontflügel und Fernando Alonsos linkem Vorderrad, was später zum Ausfall des Spaniers führen sollte. Auch Lewis Hamilton bekam auf dem Weg in die erste Haarnadel einen Schlag ab. Ein Auslöser für das Chaos war Rubens Barrichello, der zunächst stehen blieb, dann nur schleppend wegkam und so weit zurückfiel.

Vorne setzte sich Nick Heidfeld gegen Jarno Trulli durch, wurde bei dieser Gelegenheit aber von seinem Teamkollegen Robert Kubica überholt. Kimi Räikkönen wich dem Durcheinander links neben der Strecke aus und beschleunigte dort bis auf Platz 3 nach vorne in Richtung Eau Rouge. Nach dieser High-Speed-Kurve schnappte sich Räikkönen den BMW Sauber von Kubica, kam jedoch auf den Randstand und fuhr über die Wiese. Danach rutschte ihm Nick Heidfeld im zweiten BMW Sauber leicht ins Heck. Der Ferrari blieb jedoch unbeschädigt.

Das galt nicht für die Autos von Jenson Button, Romain Grosjean, Lewis Hamilton und Jaime Alguersuari, die alle in der gleichen Kurve ausschieden und noch einige andere Fahrzeuge ins zweite Chaos des Rennens miteinbezogen, die danach zu Notstopps an die Box kommen mussten, darunter Jarno Trulli und Adrian Sutil.

“Das war Pech”, sagte WM-Leader Button, der schon in der ersten Runde draußen war. “Ich hatte einen guten Start, war nach Eau Rouge außen neben Heikki Kovalainen, habe eingelenkt und dann hat Grosjean wohl den Bremspunkt nicht richtig erwischt und mich umgedreht. Ich denke, es war genug Platz für zwei Autos. Es ist frustrierend, weil ich viele Plätze gutgemacht hatte, aber ich falle lieber in so einem Renne aus, in dem ich eh nicht gut dabei war.” Die Zwischenfälle zwischen Button und Grosjean sowie Hamilton und Alguersuari, die eine Kettenreaktion verwickelt waren, werden nach Rennende von der Rennleitung untersucht.

Spannung bis zuletzt

 

In einem von spannenden Überholmanövern geprägten Rennen hielt die Spannung bis zur Zieldurchfahrt an. Drei Runden vor Rennende begann der Brawn-Bolide von Rubens Barrichello zu rauchen, das Team vermutete zunächst ein Motorenproblem, dann ein Ölleck. Barrichello rettete sich jedoch als Siebter vor Nico Rosberg und Mark Webber ins Ziel. Seinen Angriff auf den Sechsten Heikki Kovalainen musste er aber abbrechen, so dass der McLaren-Pilot hinter den BMW Sauber von Robert Kubica auf Platz 4 und Nick Heidfeld auf Platz 5 ins Ziel einlief.

“Lewis wurde durch einen unverschuldeten Crash gleich in Runde eins eleminiert, Heikki – als 15. gestartet – wurde Sechster, mehr ging nicht”, gestand Norbert Haug. Mark Webber blieb als Neunter ohne WM-Zähler. Der Australier war bei seinem Boxenstopp zu früh vom Team losgelassen worden, so dass er beinahe mit Nick Heidfeld kollidierte. Dafür bekam er eine Drive-Through-Strafe, die ihm die Chance auf ein besseres Ergebnis verhagelte.

Neben den vier Erstrundenunfallopfern sahen auch Jarno Trulli und Fernando Alonso die Zielflagge nicht. Der Italiener stellte seinen Toyota nach einem missglückten Boxenstopp in selbiger ab, der Spanier hatte bei seinem ersten Stopp Probleme mit der linken Radkappe, die am Start von Sutils Frontflügel getroffen worden war. Um keinen Verlust der Radkappe und des Rades zu riskieren, zog das Team Alonsos Auto nach einer weiteren Runde zurück.

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© www.KFZ.de 31082009

 

3. Freies Training

Hamilton fährt allen davon

Das 3. Freie Training am Hungaroring setzte die Bestzeitenserie von McLaren Mercedes fort. Nach Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton am Freitag war es erneut Hamilton, der am Samstagvormittag die schnellste Zeit fuhr. In 1:21.009 Minuten war er sogar eine Sekunde schneller als seine Freitagsbestzeit. Hamilton fuhr diese Zeit sogar auf einem längeren Run mit mehreren schnellen Runden am Ende der Session.

Platz 2 belegte Nick Heidfeld, der mit vier Zehnteln Rückstand ein erstes Lebenszeichen von BMW Sauber setzte. Sein Teamkollege Robert Kubica musste sich mit Rang 11 begnügen. Beide Fahrer greifen an diesem Wochenende auf einen neuen Frontflügel zurück, haben ansonsten aber nur wenige Neuerungen am Auto. Viel mehr Verbesserungen gibt es bei McLaren, wo neben Hamilton auch Kovalainen das neue Aerodynamikpaket am Auto hat. Der Finne fuhr am Ende die viertbeste Zeit, verlor aber viel Zeit in der Zielkurve, so dass er noch vor Heidfeld und Nico Rosberg hätte landen können.

Ebenfalls ein Update hat Toro Rosso. Nachdem man am Freitag Daten sammelte und versuchte, das neue Auto zu verstehen, zeigte Sebastien Buemi am Samstag, zu was das überarbeitete Auto fähig ist. Mit knapp acht Zehnteln Rückstand fuhr der Schweizer auf Rang 8. Sein Teamkollege Jaime Alguersuari lag lange in den Top10, fiel zum Ende der Session jedoch auf Platz 18 zurück. Trotzdem blieb der Debütant bislang an diesem Wochenende fehlerfrei.

Die Top10 komplettierten Timo Glock, Felipe Massa, Kazuki Nakajima und die beiden Red Bull Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel. Bester Brawn-Fahrer war Rubens Barrichello auf Position 13. Jenson Button kam nur auf Rang 17. Kalt erwischt wurden zwei Deutsche: Timo Glock verlor viel Zeit wegen eines Hydraulikproblems an seinem Toyota, Adrian Sutil flog hingegen in die Reifenstapel ab und beschädigte die Frontpartie seines Force India. Trotzdem blieb er als 19. vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella.

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© www.KFZ.de 27072009

2. Freie Training

Vettel an der Spitze

Das Freie Training in Silverstone verkam angesichts der politischen Wirrungen zur Nebensache. Dennoch gab es sportlich frohe Kunde für die deutschen F1-Fans: Sebastian Vettel markierte in beiden Freien Trainings am Freitag die Bestzeit. Im 2. Training war er knapp anderthalb Zehntel schneller als sein Teamkollege Mark Webber, der kurz vor Trainingsende jedoch mit einem technischen Defekt ausrollte. Der Red Bull des Australiers verlor nach einem Schlag über dem Kerb schlagartig den Antrieb.

Bereits zu Beginn der Session fiel der BMW Sauber von Robert Kubica dem Defektteufel zum Opfer. Das Team konnte den Motor jedoch in Rekordzeit wechseln. Die große Überraschung der zweiten 90 Minuten des Tages war jedoch Adrian Sutil. Der Deutsche stellte den Force India beim Heimspiel auf Platz 3. Die Teamfabrik liegt nur wenige hundert Meter vom Hautpeingang der Strecke in Silverstone entfernt. In der Zeitenliste fehlten Sutil knapp sieben Zehntel auf die Vettel-Zeit.

Die Brawn GP-Piloten Rubens Barrichello und Jenson Button gaben das gewohnte Freitagsbild ab. Barrichello landete als Sechster in Schlagdistanz zu den Top-5 (die Fernando Alonso auffüllte), Jenson Button kam nur auf Platz 14. Der Brite klagte im Teamfunk über Untersteuern und befürchtete Graining, allerdings war Button in den meisten Freitagstrainings weiter hinten zu finden und fuhr dann am Samstag dennoch auf die Pole Position.

Bester Brite war beim Heimrennen in Silverstone Lews Hamilton, der den McLaren entgegen den Erwartungen auf die siebtbeste Position stellte. Die Top10 komplettierten Jarno Trulli, Nico Rosberg und Nelsinho Piquet.

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© www.KFZ.de 22062009

FIA-Starterliste

Drei Neue, fünf Fragezeichen

Der 12. Juni ist eines der wichtigsten Daten in der jüngeren Formel-1-Geschichte. Heute gab die FIA die Starter für die Saison 2010 bekannt. Ex-Teamchef Paul Stoddart erwartete nach den vielen Meetings und Streitereien der letzten Wochen einen schwarzen Tag für die Formel 1. Aber Stoddart ist bekanntlich kein großer Anhänger von FIA-Präsident Max Mosley. Die Friedenspfeife des letzten Meetings am Donnerstag scheint gewirkt zu haben: Neben drei neuen Rennställen stehen alle zehn Teams der Saison 2009 in der Teilnehmerliste, fünf davon allerdings nur provisorisch.

Fest eingeschrieben sind laut der FIA: Ferrari, Toro Rosso, Red Bull, Williams und Force India, dazu die drei neuen Teams Campos GP, Manor GP und Team US F1. Die drei Neulinge treten alle mit Cosworth-Motoren an. Bei Toro Rosso und Red Bull fehlt der Motorenpartner noch, die Teams scheinen sich aber mittlerweile ohne Bedingungen eingeschrieben zu haben respektive besitzen eine ähnliche Sondervereinbarung wie Ferrari.

Bei den Italienern hatte Teamchef Stefano Domenicali zuletzt betont, dass die FIA das Team nicht einfach einschreiben könne. So oder so: Sie stehen sicher in der Starterliste.

Ein Fragezeichen oder besser gesagt ein Sternchen steht noch hinter der Teilnahme von McLaren, BMW Sauber, Renault, Toyota und Brawn GP. Diese fünf Teams sind noch unter der provisorischen Meldung unter den FOTA-Bedingungen eingeschrieben. Die FIA gibt ihnen jedoch die Möglichkeit, diese Bedingungen bis zum 19. Juni aufzugeben und sich vorbehaltlos einzuschreiben.

Nicht angenommen wurden die Anträge von Teams wie David Richards Prodrive Rennstall, Lola, Alex Wurz und Superfund, Epsilon Euskadi, N.Technology sowie den ohnehin nebulös wirkenden Traditionsnamen wie Lotus, Brabham und March. Sollte von den fünf fraglichen Plätzen der bedingt eingeschriebenen FOTA-Teams einer frei werden, könnte jedoch eines der bislang nicht genehmigten Teams nachrücken.

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