1. Freies Training

Rosberg vor Hamilton

Der Istanbul Park war in den vergangenen Jahren Ferrari-Land oder besser gesagt: Felipe Massas Land. Das erste Rennen in der Türkei gewann ebenfalls ein Ferrari-Pilot, allerdings saß Kimi Räikkönen damals noch im McLaren Mercedes. Genau dieses Team fuhr entgegen der Erwartungen auch am Freitagvormittag im 1. Freien Training vorne mit, obwohl Nico Rosberg seinem Freund Lewis Hamilton in allerletzter Sekunde noch die Bestzeit wegschnappte.

Mit drei Zehnteln Vorsprung fuhr der Williams-Pilot in 1:28.952 Minuten auf Platz 1. Dahinter reihte sich Hamilton auf Position 2 ein. Am Donnerstag hatte die Konkurrenz noch gemutmaßt, dass McLaren auf die ganze Runde nicht mithalten könnte. Es bleibt also die Frage, ob McLaren besser ist als erwartet oder ob sie mit wenig Sprit fuhren – so wie normalerweise Rosberg am Freitag.

Hinter Rosberg und Hamilton belegten Jarno Trulli und Sebastian Vettel die Plätze 3 und 4. Bester Ferrari-Pilot war Felipe Massa auf Platz 5. Die Top-8 komplettierten Kazuki Nakajima, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso. Eine gute Platzierung fuhr Adrian Sutil als Zwölfter ein. Für BMW Sauber lief es noch nicht optimal – trotz des neuen Aeropakets samt Doppel-Diffusor. Robert Kubica und Nick Heidfeld landeten auf den Rängen 16 und 17.

Einmal musste das 1. Freie Training unterbrochen werden. Im Laufe der Session kürzten zu viele Autos über ein Stück Rasenteppich ab, welches sich knapp 20 Minuten vor dem Ende löste. Aus Sicherheitsgründen wurde das Training für wenige Minuten unterbrochen, um die Teppichfetzen einzusammeln. Danach gab es für die letzten 15 Minuten wieder freie Fahrt. Abgesehen von einigen Ausrutschern neben die Bahn, gab es keine weiteren Zwischenfälle. Ausgelöst wurden die Offtrack-Exkursionen durch den geringen Grip der Strecke am Freitagvormittag. Die meisten Dreher gingen auf das Konto von Timo Glock. Er drehte gleich drei Pirouetten.

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Bahrain GP

Button holt dritten Sieg

 

Alles sprach vom neuen Duell Toyota gegen Red Bull, Jarno Trulli auf der Pole Position, dahinter das deutsche Duo Timo Glock und Sebastian Vettel. Selbst die Brawn-Piloten sagten nach dem Qualifying, dass sie keine Chance gehabt hätten, um die Pole zu fahren. “Das Rennen wird hart, keine Spazierfahrt”, kündigte Jenson Button an. Im Rennen sah alles anders aus: Schon bald setzte sich Button, wie in Melbourne und Sepang, vom Feld ab und fuhr einem ungefährdeten dritten Saisonsieg entgegen.

Sebastian Vettel musste nach einem schlechten Start etwas härter für Rang 2 arbeiten, konnte sich nach den Boxenstopps der Konkurrenz aber jeweils bis auf Position 2 nach vorne schieben. Jarno Trulli verwandelte die erste Saison-Pole von Toyota nicht in den ersten GP-Sieg der Japaner. In den Schlussrunden schloss er zwar noch einmal zu Vettel auf, konnte aber keinen Angriff mehr starten.

Viel Karbonschrott

 

Am Start flogen die Fetzen. An der Spitze setzte sich Glock gegen Trulli durch, dahinter kam Vettel schlecht weg, so dass Lewis Hamilton und Button an ihm vorbeigingen. Dahinter knackten die Frontflügel: Kimi Räikkönen rasierte den Flügel seines Teamkollegen Felipe Massa, der danach ebenso einen Notstopp einlegen musste wie Nick Heidfeld und Robert Kubica. Der Pole war mit dem McLaren von Heikki Kovalainen aneinander geraten. Für Massa und die beiden BMW Sauber war das Rennen damit schon früh gelaufen.

Ein spannendes Duell lieferten sich Rubens Barrichello und sein Landsmann Nelsinho Piquet. Der Brawn-Pilot war auf einer Dreistoppstrategie und so hinter den Renault geraten, der sich dank KERS immer wieder verteidigen konnte. Bevor Barrichello dann doch vorbei kam, gab er bereits entnervt Handzeichen, obwohl es sich um einen Positionskampf und keine Überrundung handelte.

Trotz der vielen Berührungen und angeschlagenen Flügel gab es nur einen Ausfall: Sieben Runde vor dem Ende stellte Kazuki Nakajima seinen Williams in der Box ab. Ein versöhnliches Ende nahm das Rennen für Lewis Hamilton, der nach dem schwierigen Saisonstart auf Platz 4 ins Ziel fuhr – direkt vor Barrichello und Kimi Räikkönen, der die ersten drei WM-Punkte für Ferrari einfuhr. Die letzten beiden Punkteränge gingen an Glock und Fernando Alonso. Die enttäuschten Schlusslichter bildeten die BMW Sauber von Kubica und Heidfeld.

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Barcelona, Tag 3

Button vorne, Unfall von Hamilton

Vor einer Woche war noch nicht klar, in welcher Form, unter welchem Namen und mit welchen Sponsoren das ehemalige Honda-Team überleben würde. Alle Fragen sind auch heute noch nicht geklärt, doch am dritten Testtag von Brawn GP bescherte Jenson Button dem neuen Rennstall die erste Bestzeit: in 1:19.177 Minuten ließ er alle hinter sich – Ferrari, BMW Sauber, Toyota, Renault und McLaren, und zwar um über eine Sekunde.
Nach 124 Runden belegte der Brite im neuen BGP 001 den ersten Platz der Zeitenliste und bestätigte damit die Eindrücke der ersten beiden Testtage. Ein Wunderauto ist der weiße Renner in Augen vieler Experten deswegen aber noch nicht: “Das glaube ich erst in Melbourne”, sagte etwa Christian Danner. Denn ohne KERS lässt sich bei den Tests schnell eine Bestzeit erzielen. In Barcelona können zehn Kilo Gewichtsunterschied knappe drei Zehntel ausmachen, wenn KERS 40 Kilo wiegt, ergibt das schnell einen solchen Vorsprung, wenn man die Ausgleichsgewichte nicht einbaut. Die Wahrheit bringt erst der Saisonauftakt in Australien.

In der normalen Liga fuhr Felipe Massa im Ferrari F60 die schnellste Zeit, wenn auch nur fünf Hundertstel vor Robert Kubica, der den BMW Sauber am Mittwoch von Nick Heidfeld übernahm. Auch ohne den Mönchengladbacher waren drei Deutsche aktiv: Timo Glock fuhr im Toyota auf Platz vier und war nur zwei Zehntel langsamer als die Spitze. Sebastian Vettel und Nico Rosberg reihten sich auf den Rängen 6 und 7 ein. Dazwischen schob sich nur Fernando Alonso auf Rang 5. Ganz perfekt lief es für die Deutschen aber nicht: Vettel musste seinen Red Bull gleich zweimal um kurz vor 13:00 Uhr und einmal kurz vor Testende um 17:00 Uhr abstellen.

Für Lewis Hamilton verlief der Tag ähnlich schlecht wie die vergangene Testwoche. Wie in Jerez kam der Brite, der am Dienstag einen Orden von der Queen erhalten hat, von der Strecke ab und beschädigte seinen McLaren sowohl vorne als auch hinten. Die spanischen Fans feierten den Abflug des Ex-Teamkollegen von Fernando Alonso und versahen Hamilton mit einem Pfeifkonzert. Trotz des Abflugs kam Hamilton am Ende des Tages auf 82 Runden, mehr als der zehnte und letzte Platz war für ihn jedoch nicht drin. Ihm fehlten 2,5 Sekunden auf die Bestzeit von Button. Die schlechte Stimmung bekam auch ein Fotograf zu spüren, der sich in der Box zu nah an den McLaren begeben haben soll und deswegen von einem Mechaniker weggeschubst wurde.

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Jerez, Tag 3

Vettel holt letzte Bestzeit

 

Auch am letzten Wintertesttag des Jahres 2008 stand ein Red Bull-Fahrer ganz oben in der Zeitenliste. Nach fünf Bestzeiten für Sebastien Buemi mit Toro Rosso und Red Bull übernahm Sebastian Vettel am Mittwoch das Kommando. In 1:16.617 Minuten fuhr er zudem die schnellste Runde der vergangenen beiden Testwochen in Andalusien.

Das Wetter war zum Saisonabschluss jedoch alles andere als kaiserlich: die Temperaturen rankten sich um die 12 Grad, die Sonne ließ sich nur am Nachmittag mal kurz blicken.

Auch BMW Sauber rundete sein Testjahr ab. Aktiv waren Robert Kubica (erst im Interimsauto, am Nachmittag dann im KERS-Auto) und Christian Klien (nur im Interimsauto mit KERS). Auf seinen nur 38 Runden setzte Klien seine Arbeit an Energiestrategien für das kommende Jahr fort.

“Wir haben gute Fortschritte gemacht”, teilte Klien mit. “Wir haben aber noch viel Arbeit mit KERS vor uns. Die Testergebnisse sind jedoch viel versprechend und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.” Am Nachmittag übernahm Kubica kurz das Steuer des KERS-Boliden, musste sein geplantes Programm jedoch wegen eines technischen Problems abbrechen und wieder in den KERS-freien Wagen klettern.

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Barcelona, Tag 2

Nur Vettel bremst Toro Rosso ein

 

Die Formel 1 bastelt weiter an ihrer unmittelbaren Zukunft. Auch am zweiten Testtag waren in Barcelona Slicks, KERS und neue Aerodynamikteile angesagt. Neben BMW Sauber, die am Montag die F1-Welt mit einem dem 2009er Reglement entsprechenden Front- und Heckflügel geschockt hatten, setzte am Dienstag auch Honda einen breiten, kastenförmigen Frontflügel gemäß den neuen Regeln ein. Allerdings beließen es die Japaner beim gewohnten Heckflügel.

Red Bull-Übermacht

 

Wie am Auftakttag mischten die Toro Rosso-Piloten ganz vorne mit. Neben Takuma Sato und Sebastien Buemi griff auch Sebastien Bourdais erstmals in dieser Woche ins Lenkrad. Der Franzose übernahm am Nachmittag den Boliden von Sato, der noch bis kurz vor Testende die Bestzeit innehatte. Bourdais und Buemi belegten die Rägne 3 und 4. Nur Ex-STR-Pilot und RBR-Neuzugang Sebastian Vettel konnte das STR-Trio bezwingen und mit der einzigen Zeit unter 1:20 Minuten die Bestzeit der bisherigen beiden Testtage setzen.

Allerdings sind die Zeiten in dieser Woche noch schwieriger zu beurteilen als sonst, schließlich gilt es mit oder ohne KERS, der neuen oder alten Aerodynamik und Rillen- oder Slick-Reifen viele Faktoren zu beachten, die einen Vergleich nahezu unmöglich machen.

So setzten die Toro Rosso-Fahrer an beiden Tagen auf eine 2008er Konfiguration. Sato fuhr sogar mit einer hundertprozentigen 08er Barcelona-Einstellung. Bei Buemi kamen ebenfalls Einstellungen aus dieser Saison zum Einsatz, wenn auch nicht ganz so sehr auf diese spezifische Strecke getrimmt. Somit lässt sich die Führungsrolle von STR zumindest verständlich erklären. Welche Erkenntnisse sich das Team davon erhofft, bleibt jedoch unbekannt, denn diese Autos werden so kein Rennen mehr bestreiten. Am Montag hatte man selbst in der Teampresseaussendung darauf hingewiesen: “Die Bestzeiten bedeuten heute wahrscheinlich noch weniger als sonst.” Am Dienstag war es nicht anders.

Die Zwischenfälle

 

Gleich zu Beginn des Testtages erwischte es Sebastian Vettel. Der Red Bull-Neuzugang blieb direkt nach seiner Installation Lap in der Boxeneinfahrt stehen, die Bremsen blockierten, ein kleines Feuer entflammte.

Ohne Feuer, aber auch ohne Sprit blieb Nick Heidfeld mit seinem BMW Sauber F1.08B stehen. Das gleiche war gestern schon Robert Kubica “widerfahren” und gehört zur weiß-blauen Taktik: es gab keine technischen Probleme, man wollte schlichtweg beide Male den Tank leer fahren.

Den ersten Drehern mit Folgen legte danach wieder ein Red Bull hin, allerdings einer des Schwesterteams Toro Rosso. Sebastien Buemi drehte sich in Kurve 1 und sorgte somit für die zweite rote Flagge nach dem ausgerollten BMW Sauber von Heidfeld.

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