Baguette sucht F1-Cockpit

Es gibt noch Chancen

 

Seit Donnerstag ist das Fahrerfeld für die Formel-1-Saison 2010 endlich komplett. Der Belgier Bertrand Baguette erhielt einen Platz, noch nicht mal als Testfahrer. “Aber ich komme definitiv nach Bahrain, um mich bei den Teambossen vorzustellen”, sagte der Champion der Renault World Series der belgischen Tageszeitung De Morgen.

Baguette durfte im letzten Jahr für Renault und BMW Sauber testen und ist davon überzeugt, dass sich im Laufe des Jahres sicher einige Chancen ergeben werden. “Ich arbeite mit meinem Manager Rick Gorne daran, ein ausreichendes Budget zu haben.” Jetzt hofft er auf die Unterstützung belgischer Unternehmen. “Ideal wäre ein Start beim Belgien GP und danach die Saison zu beenden.”

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Villeneuve

Stefan GP hatte viel Potenzial

 

Es war seine letzte Chance, um 2010 ein Einsatzcockpit in der Formel 1 zu ergattern. Doch Stefan GP erhielt von der FIA keinen Startplatz. Jacques Villeneuve wird nicht der fünfte aktive Weltmeister im Starterfeld 2010 sein. “Natürlich ist es enttäuschend”, sagte der Kanadier. “Das Auto und Team sahen viel versprechend aus, aber wir wussten immer, dass ein Risiko bestand, keinen Startplatz zu erhalten. Demnach ist es keine vollständige Überraschung, aber es ist trotzdem enttäuschend.”

Villeneuves letztes F1-Rennen war für BMW Sauber im Jahr 2006. Seitdem fuhr er Sportwagen und NASCAR, verspürte aber im letzten Jahr den starken Drang zurück in die Königsklasse. Bis auf Stefan GP hielt sich das Interesse jedoch in Grenzen. “Das Auto hatte viel Potenzial”, sagte er dem britischen F1-Journalisten Adam Cooper. “Es war fertig und ein komplettes Projekt. Es wurde nicht bei Null begonnen, es wäre konkurrenzfähig gewesen. Es ist schade, denn es wäre ein neues Team gewesen, das gut funktioniert hätte.”

Aufgegeben hat der Weltmeister von 1997 seinen Comebacktraum nicht. “Dafür gibt es keinen Grund”, sagt er. “Wer weiß, vielleicht gibt es einen Fahrerwechsel während des Jahres und dann gibt es immer noch 2011.”

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12 Teams und 24 Autos bestätigt

Die Starterliste

 

Das lange Warten hat ein Ende: Am Mittwochabend veröffentlichte die FIA die offizielle Starterliste für die Formel-1-Saison 2010. Darin enthalten sind 12 Teams – es fehlen: USF1 und Stefan GP. Der potenzielle 13. Platz bleibt damit offen. Das Thema USF1 beendete die FIA mit einer Anmerkung: “Das USF1 Team hat angegeben, dass es 2010 nicht in der Lage sein wird, teilzunehmen.”

Das Statement sagt weiter: “Nach einer gründlichen Abwägung der Optionen bestätigt die FIA, dass es für ein Ersatzteam nicht möglich ist, zu diesem späten Zeitpunkt in die WM einzusteigen.” Die FIA bestätigte, dass es keinen Ersatz für USF1 in der Saison 2010 geben wird. Interessierte Teams für 2011 sollen sich bald einschreiben können.

Die Starterliste weist das ehemalige Campos Meta Team unter dem neuen Namen HRT F1 Team aus. Vorerst ist nur Bruno Senna als Fahrer angegeben. Der zweite Fahrer dürfte am Donnerstagnachmittag im Rahmen der Teampräsentation bekannt gegeben werden. Das Schweizer Sauber Team firmiert weiterhin unter dem Teamnamen BMW Sauber F1 Team und dem Konstrukteursnamen “BMW Sauber Ferrari”. Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi erhalten die Startnummern 22 und 23 von USF1.

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Christian Klien

Lieber Nägel mit Köpfen

Christian, in 33 Tagen findet der erste Formel 1-Grand Prix der neuen Saison statt. Wie stehen Deine Chancen, dabei zu sein?

Christian Klien: Wir sind in Gesprächen mit Teams, die ein Cockpit anbieten können. Die teaminternen Strukturen verzögern mancherorts die Entscheidungen. Zudem ist der Fahrermarkt ist so sehr in Bewegung wie seit Jahren nicht. Aber die Chancen sind intakt.

Warum hat bei den bisherigen Verhandlungen kein Renncockpit heraus geschaut?

Christian Klien: Weil ich ganz offensichtlich beim Gesamtpaket aus Speed und Erfahrung, geografischem Marktwert, und wirtschaftlichen Komponenten wie Sponsorpartner ein weniger gutes Gesamtpaket anbieten kann als andere Fahrer. Niemand macht mehr ein Geheimnis draus, dass der “Wirtschaftsfaktor” eines Fahrers in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ein großer Wettbewerbsvorteil ist. Das soll aber nicht heißen, dass z.B. Pedro de la Rosa oder Vitaly Petrov nicht auch hervorragende Rennfahrer sind.

Wie knapp dran warst Du an den beiden erwähnten Cockpits?

Christian Klien: Man muss sich nur ansehen, wann die Fahrerpaarungen jeweils bekanntgegeben wurden. Sauber war mein erster Ansprechpartner, da ich dort zwei Jahre als Test- und Ersatzpilot jeden Winkel im Werk in Hinwil kennengelernt habe. Peter Sauber war immer völlig offen und hat mir auch über wirtschaftlichen Komponenten keine Illusionen gemacht. Ich schätze ihn sehr. Er hat sich bis zum letzten Moment Zeit gelassen mit der Fahrerentscheidung. Mit Renault war ich bis 24 Stunden vor der Fahrer-Entscheidung auf der Fahrer-Shortlist. Hier kann man wirklich von einer Last-Minute-Entscheidung sprechen. Der zweite Fahrer wurde erst am Morgen der Autopräsentation fixiert. Die Entscheidung war für das Team offensichtlich nicht einfach.

Jetzt sind noch zwei Teams an der Restplatzbörse, an deren Teilnahme sogar Bernie Ecclestone vor einiger Zeit noch Zweifel hegte…

Christian Klien: Es ist eine völlig andere Formel 1, in der die Konzerngiganten wieder Seite an Seite mit kleinen Teams kämpfen, die mit geringen Mitteln, aber umso mehr Enthusiasmus ans Werk gehen. Es ist offensichtlich, dass nur noch wenige Renncockpits bzw. interessante Ersatzfahrercockpits verfügbar sind. Ich kann aber im Interesse der Verhandlungen keine weiteren Details darüber preisgeben. Die Möglichkeiten sind limitiert und die Ausgangslage schwierig. Solange ich aber realistische Chancen sehe, werde ich um eine Teilnahme an der F1 kämpfen.

Wäre ein weiteres Jahr als Testfahrer noch eine Option?

Christian Klien: Das Ziel heißt ganz klar: Rennen fahren. Ich war jetzt drei Saisonen lang Testfahrer. Ich habe in großen Werksteams viel an Erfahrung dazu gewonnen. Aber ich bin rennhungrig. Dennoch würde ich eine Testfahrer-Rolle nicht komplett ausschließen. Mein ehemaliger Teamkollege Nick Heidfeld hat gerade bei Mercedes angedockt. Mit seinem Karriereverlauf müsste er eigentlich ein sicheres Renncockpit haben. Im vergangenen Jahr haben 50% der Teams während der Saison auf ihren dritten Mann zurückgegriffen. So falsch muss das also nicht sein, wie man z.B. bei Liuzzi oder jetzt eben de la Rosa gesehen hat. Und Pedro ist zehn Jahre älter als ich. Noch ein Jahr als Ersatzmann wäre nicht die ultimative Katastrophe. Obwohl der Job durch das Testverbot seinen Reiz etwas eingebüßt hat.

Gibt es Kontakte außerhalb der Formel 1?

Christian Klien: Es gab natürlich Anfragen seit meinen Renneinsätzen bei den Le Mans-Prototypen. Die zwei Jahre Rennsport im Prototyp-Sportwagen, parallel zur F1-Testfahrerposition bei BMW-Sauber haben meine Rennerfahrung klar erweitert und in Schuss gehalten. Diese Autos mit ihren 700 PS und über 350 km/h Spitze sind heute sehr nahe an der Formel 1 dran. Es hat von Beginn an alles gepasst und es war fantastisch, im vergangenen Jahr mit dem Peugeot 908 das legendäre 1000 km Rennen von Spa zu gewinnen. Mein Focus ist im Moment ganz klar auf die Formel 1 ausgerichtet. Le Mans kollidiert zudem vom Termin her dieses Jahr mit der Formel 1. Also konnte ich keine Zusage für einen Le Mans-Einsatz machen.

Wann wird eine Entscheidung fallen?

Christian Klien: Wenn es nach mir geht, lieber heute als morgen. Der Fahrer in so einer Situation nur einer von vielen Beteiligten und kann daher den Zeitpunkt der Entscheidung nicht beeinflussen. Ich danke auf jeden Fall allen für die Geduld. Mir wären Nägel mit Köpfen auch lieber. Die Formel 1-Spielregeln bedingen aber auch, dass über ungelegte Eier nicht geredet wird – aus Rücksicht auf die Teaminteressen, sowie deren Sponsoren und Partner.

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Massa wieder Schnellster in Valencia

Zweiter Testtag des Jahres

 

Die Formel-1-Testsaison 2010 ist voll im Gange. Auch am zweiten Testtag des Jahres stand ein Ferrari F10 an der Spitze der Zeitentabelle: Felipe Massa verteidigte seine Spitzenposition vom Vortag und verbesserte seine Zeit von 1:12.574 Minuten am Montag auf 1:11.722 Minuten. Seine Bestzeit fuhr er schon früh am Morgen, danach konzentrierte er sich vor allem auf Long Runs.

Der Brasilianer fuhr zeitweise mit einem schwarzen Prototyphelm seiner deutschen Helmfirma und hatte an seinem zweiten richtigen F1-Testtag seit seinem Unfall im letzten Jahr gut drei Zehntel Vorsprung auf den Zweitplatzierten Kamui Kobayashi, der sein Debüt für das Schweizer BMW Sauber Team gab.

Der Rennstall von Peter Sauber heißt bis auf Weiteres weiter wie im Vorjahr, um zu betonen, dass es sich nicht um ein neues Team handelt. Am Montag hatte Pedro de la Rosa den Shakedown mit dem neuen C29 absolviert. Noch fleißiger als Massa mit 106 Runden war nur Renault-Neuzugang Robert Kubica, der den neuen R30 ganze 112 Mal um den gut vier Kilometer langen Kurs in Valencia pilotierte. Fünf Minuten vor Testende löste Kubica die einzige rote Flagge des Tages ein, die zugleich die Session vorzeitig beendete. Der Renault rollte auf Höhe seines Teams auf der Start- und Zielgeraden aus. Es war erst die zweite gelbe Flagge des gesamten Tests – die neuen Autos der Generation 2010 sind also bereits äußerst zuverlässig.

Zwischen Kobayashi und Kubica drängte sich Ex-Champion Lewis Hamilton auf Position 3 der Zeitenliste. Der Brite absolvierte die ersten Runden im neuen McLaren Mercedes MP4-25, den am Montag Testfahrer Gary Paffett eingefahren hatte. Am Mittwoch übernimmt der nächste Champion das Lenkrad: Jenson Button kam schon heute an der Strecke an und wird am letzten Testtag seine ersten Runden mit dem neuen Silberpfeil fahren. McLaren setzte am Dienstag die aus den vergangenen Jahren bekannte grüne Farbe ein, um aerodynamische Messungen durchzuführen. Laut dem Team gebe es aber keinen Grund zur Beunruhigung.

Mercedes GP-Pilot Nico Rosberg schloss seinen ersten vollen Testtag mit dem MGP W01 auf Platz 5 ab. Er verbesserte seine Zeit vom Vortag und war auch schneller als sein Teamkollege Michael Schumacher, der am Mittwoch wieder im Silberpfeil Platz nehmen wird. Am Dienstag wurde Schumacher derweil auf dem Fahrrad gesichtet. Der Deutsche hielt sich mit einer kleinen Radtour fit.

Hinter Rosberg komplettierten Rubens Barrichello im Williams und Sebastien Buemi im Toro Rosso die Zeitenliste. Bei Toro Rosso lief der neue STR5 am zweiten Tag ohne Probleme, nachdem das Team am Montag viel Zeit wegen eines Getriebeproblems verloren hatte. Am zweiten Tag fuhr Buemi 107 Runden. Erst am Mittwoch ins Geschehen eingreifen wird der nächste Deutsche im Bunde: Nico Hülkenberg. Der Williams-Fahrer war aber schon heute an der Strecke und beobachtete das Testgeschehen aus dem Infield.

Am Montag kamen laut den Streckenbetreibern über 7.200 Fans an die Strecke, um den ersten Testtag der Saison 2010 live mitzuverfolgen – alle Zuschauer halfen mit ihrem Besuch einem guten Zweck. Ein Teil der Einnahmen geht an die Opfer der Katastrophe in Haiti. Das schwere Erdbeben in Haiti hat mehr als 150.000 Todesopfer gefordert und rund 3 Millionen Menschen ins Chaos gestürzt. Am Dienstag waren ähnlich viele Fans an der Strecke. Am Mittwoch werden es wohl noch mehr sein, wenn Michael Schumacher ins Auto zurückkehrt und Weltmeister Jenson Button sowie Lokalmatador Fernando Alonso erstmals für ihre neuen Teams ins Lenkrad greifen.

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