Paul di Resta besiegt die Kälte

Willkommen im Kühlschrank

Im 60 Minuten langen Samstags-Training auf dem Bugatti-Kurs von Le Mans fuhr Paul di Resta die Bestzeit. Im Kühlschrank Frankreichs setzte sich der Mercedes-Pilot deutlich gegen seinen Meisterschaftsrivalen Timo Scheider durch, der die Generalprobe zum Qualifying nur auf der fünften Position landete und einen Rückstand von zweieinhalb Zehntel verzeichnete.
Trotz unangenehmer Temperaturen um gefühlte vier Grad Celsius wurden die Zeiten des Vortages schon früh unterboten. Paul di Resta war nach einer guten halben Stunde schon eine ganze Sekunde schneller unterwegs als Tom Kristensen am Freitag. Beim Schotten, der in der Gesamtwertung auf der zweiten Position liegt, blieb die Uhr bei 1:30.633 Minuten stehen – wenig später verbesserte er die Zeit auf 1:30.284 Minuten.
Mit einem Abstand von weniger als einem Zehntel folgte mit Mattias Ekström der beste Audi-Pilot. Der amtierende Meister konnte zwischenzeitlich sogar die Führung übernehmen, musste sich dann aber doch geschlagen geben. Bei den Jahreswagen verteidigte Audi dagegen die Vormachtstellung auf dem französischen Rundkurs: Markus Winkelhock wurde Neunter, dahinter folgten seine drei Markenkollegen Alexandre Prémat, Mike Rockenfeller und Oliver Jarvis.

Für Maro Engel, der gestern einen heftigen Unfall hatte und die Heckpartie seiner C-Klasse vollkommen zerstörte, begann der Arbeitstag wie geplant. Sein Wagen wurde von den Mücke-Mechanikern in einer Sonderschicht wieder hergerichtet und war pünktlich zu Trainingsbeginn einsatzbereit. Mit Platz 16 landete er zwar hinter Gary Paffett und Susie Stoddart, ließ aber seinen Teamkollegen Ralf Schumacher hinter sich.

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Schneider auf erster Pole seit 2005

Den Bann gebrochen

Bernd Schneider gegen das Qualifying – eine seit Einführung der Mercedes C-Klasse in der neuen DTM beinahe unendliche Geschichte. Schon 2004 und 2005 hatten dem Saarländer immer wieder mäßige Ergebnisse im Zeitfahren einen Strich durch die Siegrechnung gemacht. Nur im Titeljahr 2006 entschärfte sich für Bernd Schneider die Qualifying-Problematik – ohne dass es zu Startplatz eins gereicht hätte. Bis zu Schneiders heutigem Triumph im Zeitfahren von Barcelona hatte seine letzte Pole Position vom 27. August 2005 datiert…
“Es ist schön, nach so langer Zeit wieder vorne zu stehen. Ich bin extrem glücklich und hoffe, dass es morgen genauso gut funktioniert”, resümierte Bernd Schneider im Dialog mit dem adrivo Motorsport Magazin. Schon am Nürburgring hatte sich für den HWA-Routinier mit dem ersten Sieg seit Brands Hatch 2007 ein Aufwärtstrend gezeigt. Dennoch gibt sich Schneider nicht allzu siegesgewiss: “Gegen einen Start-/Ziel-Sieg hätte ich nichts, aber die DTM ist zu eng, als dass man einfach vorne wegfahren könnte. Am wichtigsten ist ein guter Start.”Doch der Start stellte für den Altmeister in der Vergangenheit ohnehin immer das weit geringere Problem der als das Qualifying. “Es war nicht einfach. Mein Team hat mich recht spät auf die Strecke geschickt, aber diesmal hat es einfach auf den Punkte genau gepasst”, sagte Schneider, der sich in diesem Jahr – in früheren Saisons noch undenkbar – bereits mit vierten Startplätzen zufrieden gezeigt hatte. “In diesem Jahr war es nicht unbedingt zu erwarten, dass ich noch einmal auf Pole stehe. Nach dem freien Training war ich recht zufrieden mit dem Auto. Zunächst aber hatte ich noch ein wenig mit dem Grip zu kämpfen.”

Mit Blick auf das morgige Wetter, für das eine Regenwahrscheinlichkeit von über 50 Prozent prognostiziert wird, hat der sechsfache DTM-Champion keine Präferenzen. “Das Wetter ist für alle gleich – nur in Situationen wie am Nürburgring, wenn niemand weiß, auf welchen Reifen man losfahren soll, wird es zum Lotteriespiel. Wenn es normal regnet, hat jeder die gleichen Chancen”, gibt sich Schneider betont bescheiden. War er doch auch vor drei Wochen in Brands Hatch unter Mischbedingungen zu jener Hochform aufgelaufen, die ihn in der DTM lange zum unangefochtenen Regenmeister machten…

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Pole-PK – die Sportchefs

Ende mit Remis

Einst schien die aktuelle Mercedes C-Klasse im Qualifying unbesiegbar – nun ist es der Audi A4 DTM, der Qualifying um Qualifying für sich entscheidet. Hatten die Stuttgarter während der ersten Saisonhälfte fünfmal in Folge die Pole Position belegt, so dürfen sich fünf Rennen später die Ingolstädter freuen, in der Pole-Statistik der aktuellen Saison noch ein Remis herbeigeführt zu haben. Ebenso wie in Mugello, Zandvoort und Nürburg reichte es für Audi gleich zur Mehrfach-Pole. “Das ist Ergebnis kontinuierliches Arbeitens. Wenn etwas dazu beigetragen hat, ist es die Tatsache, dass wir unsere vier Autos immer auf ein ganz ähnliches Niveau gebracht haben”, nennt der Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich die Gründe für die beachtlichen Steigerungen.

“Bevor das Qualifying nicht vorbei ist, darf man sich nie freuen – das haben wir auch schön öfter geübt”, verweist Ullrich auf die zunächst überraschend starke Mercedes-Performance während der ersten Session, die die Kollegen aus Stuttgart dann jedoch nicht in ein gutes Qualfying-Ergebnis ummünzen konnten. Nun, da das Zeitfahren beendet ist, zeigt sich Ullrich jedoch umso erfreuter: “Das ist ein großer Schritt. Wir haben beide Jungs, die um die Meisterschaften fahren, vor Bruno platziert. Ich freue mich, dass es so gekommen ist, wenn es auch für Martin enttäuschend gelaufen ist – er hatte sich von uns die besten Chancen ausgerechnet.”

Insbesondere die Leistung seiner letztjährigen Speerspitze Tom Kristensen, der sich zuletzt im Formtief befunden hatte, sorgte bei dem Österreicher für Begeisterung: “Es ist schön, dass Tom wieder voll und ganz zurück ist, nach dem, was im ersten Rennen der Saison passiert ist.” Aus seinem Formtief scheint sich seit Barcelona auch Jamie Green befreit zu haben, der mit Startplatz vier immerhin das beste HWA-Ergebnis einfuhr – von Sportchef Norbert Haug jedoch nur ein wenig überschwängliches Lob erntete: “Die Leistung von Jamie war schon okay angesichts der zehn Kilogramm, die wir zuladen mussten.”

Für morgen rechnet Haug mit weiteren entscheidenden Nachteilen auf Grund der Gewichtsunterschiede. “Diese zwei Zehntel sind ein Handicap”, betont der Mercedes-Sportchef, würdigt jedoch auch die Leistung der Konkurrenz: “Audi ist stark und kompakt aufgestellt – das ist uns hier nicht so gut gelungen.” Nach dem spanischen Eklat sowie dem Treffen der beiden Sportchefs am Mittwoch hebt insbesondere Dr. Wolfgang Ullrich das Bestreben nach einem spannenden, aber dennoch sportlichen Rennen hervor: “Ich hoffe, dass wir morgen ein faires, spannendes Tourenwagenrennen sehen werden, und wir wollen alles dazu beitragen.”

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Audi am Samstag

3-fach Pole – und 7-mal zweistellig

Als die Siegerqualitäten der neuen Mercedes C-Klasse noch nicht bewiesen waren, hatte sie bereits in Hockenheim ihre erste Pole Position eingefahren – und verließ sie während der gesamten ersten Saisonhälfte nicht mehr. Da überraschte es besonders, dass der Audi A4 DTM im Folgenden nicht nur auf jenen Strecken zur Qualifying-Hochform auflief, auf denen er allgemein ohnehin als das bessere Fahrzeug eingeschätzt worden war. Selbst auf dem Nürburgring, tendenzielle “Mercedes-Strecke”, errangen die Ingolstädter nach zuletzt zwei Fünffach-Poles immerhin eine dreifache Pole.

“Die Tendenz ist generell sehr positiv”, bilanzierte Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich nach dem Qualifying, “drei Autos vorne zu haben, ist kaum zu übertreffen.” Lediglich mit Mattias Ekström in den ersten beiden Startreihen hätte sich die ohnehin gute Stimmung des Österreichs noch weiter aufgehellt – doch der Schwede kämpfte mit einem A4 DTM, der in Kurven stoisch über die Vorderachse schob: “In der ersten Session hatten wir noch zu viel Untersteuern, dann haben wir am Auto etwas geändert. Das war allerdings kein Glücksgriff, denn noch immer gab es zu viel untersteuern.”

Die Improvisationskunst, trotz des verregneten dritten Tests mit einer guten Qualifikationsabstimmung an den Start zu gehen, brachten hingegen Martin Tomczyk, Timo Scheider und Tom Kristensen zu Stande. Wie schon zuletzt in Barcelona 2006, wo er seinen ersten DTM-Sieg feierte, stellte der Bayer seinen Audi A4 DTM auf den ersten Startplatz – und erinnerte damit an seine frühen DTM-Jahre, in denen er als unangefochtener Qualifying-Spezialist galt. Seine mit achten Punkten Rückstand auf Ekström nicht herausragenden, aber guten Titelchancen verlieh er mit Vorsprung von neun Startplätzen auf den Schweden neuen Schwung. “Für mich ist der größte Konkurrent um die Meisterschaft der mit dem Stern vorne drauf, nicht der eigene Teamkollege. Es wäre natürlich schöner mit vier Autos vorne”, unterstreicht Tomczyk dennoch den teaminternen Zusammenhalt – zumal Scheider und Kristensen hervorheben, sich weiterhin in den Dienst des Teams stellen zu wollen.

In diesem durften sich auch die Audi-Jahreswagenpiloten üben. Anders als im vergangenen Jahr schaffte es keiner von ihnen in die Top Ten des Qualifyings. Während Alexandre Prémat nach zuletzt brillanten Vorstellungen im Zeitfahren mit Position 13 vorlieb nehmen musste, scheiterten Christian Abt, Lucas Luhr und Mike Rockenfeller am Einzug in die zweite Session. “Ich hatte keine Balance und keinen Grip. Wir haben mit unserem Setup einfach den Reifen nicht zum Arbeiten gebracht”, klagt Luhr und verweist auf Dr. Ullrichs Geständnis, wonach die 2006er-Audi ohnehin nur maximal auf Startplatz zwölf hätten fahren können. Auf das Rennen blickt der Koblenzer mit gedämpfter Zuversicht: “Wir haben gestern keinen richtigen Longrun gefahren, sind aber ein wenig mit alten Reifen im Trockenen gefahren und waren dabei sehr konstant.”

Ebenfalls nur mäßig begeistert vom Verlauf der Qualifikation zeigte sich Markus Winkelhock. Hatte es der Formel-1-Testpilot bei seinen ersten beiden Auftritten für Futurecom TME noch jeweils in die zweite Session geschafft, so haderte er diesmal mit den beschränkten Möglichkeiten seines 2005er-Dienstwagens. “Es war brutal schwierig, eine gute Balance zu finden. Wir suchen schon das ganze Wochenende, aber das perfekte Setup haben wir noch nicht gefunden”, musste der Schwabe enttäuscht feststellen – wie auch Vanina Ickx, die wider Erwarten nicht in den Genuss weiterer Regenrunden gekommen war…

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Green & Di Resta

Sag niemals nie

Sechs Autos stellte Mercedes in die Top-9, doch die ersten drei Plätze gehörten im Qualifying Audi. Hinter den beiden 2007er Speerspitzen Bruno Spengler und Bernd Schneider reihten sich Jamie Green, ebenfalls in einer aktuellen C-Klasse, und Paul Di Resta im 2004er Mercedes auf den Plätzen 7 und 6 ein.

“Aus meiner Sicht habe ich ziemlich gute Arbeit abgeliefert”, analysierte Green. “Ich war weniger als ein Zehntel langsamer als der schnellste Mercedes – das ist nicht schlecht.” Audi sei auf einer Runde etwas schneller gewesen, “aber sie haben 10 Kilo Gewichtsvorteil. Im Rennen sind wir hoffentlich konkurrenzfähiger.” Die Long Runs vom Freitag stimmen Green jedenfalls optimistisch. “Wir haben eine gute Chance. Mein Auto ist konstant und wir sollten etwas konkurrenzfähiger sein als im Qualifying. Ich hoffe, auf dem Podium zu stehen.”

Davon möchte Paul Di Resta noch nicht träumen. “Wir sind zufrieden, fühlen uns gut, stehen da, wo wir sein sollten”, sagte der Siebte. “Wir sind zuversichtlich für morgen, aber der Sieg ist nicht in Reichweite. Andererseits werde ich niemals nie sagen. Wir haben ein starkes Auto für Punkte.”

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