Dank Stoner und Vermeulen

Karten für Phillip Island sind heiß begehrt

Casey Stoner und Chris Vermeulen haben in diesem Jahr dafür gesorgt, dass die Begeisterung für die MotoGP wieder stark angewachsen ist. Nach Mick Doohans Karriere-Ende gab es dahingehend einen leichten Einbruch. Doch mit dem WM-Führenden und einem der Aufsteiger dieses Jahres aus Australien, dürfen auch die Organisatoren des Rennens auf Phillip Island bemerken, dass die Fans sich nun wieder vermehrt für die Rennen am 14. Oktober interessieren – nicht, dass das Interesse in den vergangenen Jahren besonders gering gewesen wäre.

So gab die Australian Grand Prix Corporation (AGPC) am Dienstag bekannt, dass bislang bereits mehr Tribünenkarten verkauft worden sind, als für das Rennen im Vorjahr insgesamt an Tribünenkarten verkauft wurden. “Mit zehn Wochen, die noch bis zum Grand Prix verstreichen, könnten wir nicht glücklicher damit sein, wie die Dinge laufen”, sagte Drew Ward, Geschäftsführer der AGPC. “Der Erfolg von Casey Stoner und Chris Vermeulen erzeugt enormes Interesse für den Australien Motorrad Grand Prix 2007. Dadurch, dass Anthony West auch mit dabei ist, besteht die Möglichkeit eines rein australischen Podestes”, geriet Ward dann auch ins Schwärmen.

Da die Kartenverkäufe bislang so gut gehen, plant man bereits, noch mehr Platz für die Zuschauer zu schaffen und damit mehr Menschen die Reise zum Rennen zu ermöglichen. So will man noch ein paar weitere Tribünen aufstellen, sollte das Interesse auch in den nächsten Wochen anhalten. “Wir glauben nicht an das Wort ‘ausverkauft’. Also egal, ob man bereits seit langer Zeit ein Motorrad-Fan ist und darüber nachdenkt, die Reise zur Insel zu machen, oder ob man ein Neuling ist, der erst kürzlich durch die Kämpfe auf der Strecke von Casey, Chris, Valentino und Co im Fernsehen verzaubert wurde, wir werden einen Platz haben”, erklärte Ward.

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Doppelte Freude für Vermeulen

Podest und Vertragsverlängerung

Der zweite Platz stand Chris Vermeulen in Laguna Seca gut zu Gesicht. Der Australier feierte seinen zweiten Platz im Rennen fast wie einen Sieg und auch seine Vertragsverlängerung, die nach jener von Casey Stoner bei Ducati bekannt gegeben wurde, war für den Australier ein Anlass zur Freude. Doch alles der Reihe nach. Zuerst war das Rennen und das versetzte Vermeulen zum ersten Mal in Begeisterungsstürme. “Ich bin absolut begeistert, hier in Laguna auf dem Podest zu sein. Voriges Jahr hatten wir schon eine gute Pace, aber es hat im Rennen nicht funktioniert. Suzuki hat das überwunden und wir hatten ein problemfreies Wochenende. Die Reifen haben großartig funktioniert und nur Casey und ich hatten zu Beginn die Pace, um die Rundenzeiten zu fahren. Leider konnte ich nicht ganz an ihm dranbleiben, aber ich bin froh, Zweiter zu sein und jetzt soll es so weitergehen”, sagte er.

Doch damit war die Freude eben noch nicht beendet, denn auch die Vertragsverlängerung ließ den Australier strahlen. “Ich bin sehr aufgeregt, bei Suzuki zu bleiben. Ich genieße die Arbeit mit dem ganzen Team, vor allem meinem Chefmechaniker Tom O’Kane. Die Einbeziehung der Leute aus der Fabrik war auch ein großer Faktor bei meiner Entscheidung, vor allem Sahara-san und Gruppenleiter Oonishi-san”, erklärte Vermeulen. Angebote von anderen Teams hatte er nämlich einige, dass musste auch der angesprochene Leiter der Rennabteilung Furnihiro Oonishi feststellen. “Suzuki freut sich, dass Chris unterschrieben hat, in der Zukunft bei uns MotoGP zu fahren. Wir hatten starke Konkurrenz von anderen Teams, aber Chris hatte den Wunsch, bei Suzuki zu bleiben und wir haben alles getan, um das sicherzustellen.” Was für Vermeulen ebenfalls eine Rolle bei seiner Entscheidung spielte, war die positive Entwicklung der letzten Jahre. “Wenn wir in diese Richtung weitermachen, werden wir jedes Wochenende vorne mitfahren. Das muss das Ziel sein, ich will Weltmeister werden und wenn ich das mit Suzuki schaffe, werde ich glücklich sein.”

Weniger glücklich war John Hopkins, der im kommenden Jahr ja bei Kawasaki fahren wird. Für ihn war das Rennen bereits nach zwei Kurven vorbei, auch wenn er danach noch weiterfuhr. “Was soll ich sagen? Das ist definitiv schlecht und ich bin sehr enttäuscht”, sagte er. Bis zu seinem Zusammentreffen mit Nicky Hayden in Kurve zwei sah es eigentlich auch ganz gut aus und dann ging er in die Kurve. “Irgendwie kam Nicky nach außen und ich bin innen hinein. Als ich das tat, hat er mich nicht gesehen, nehme ich an und als er zurück schnitt, sind wir zusammengestoßen. Er traf meinen Bremshebel und ich bin gestürzt.” Danach kam er an die Box, wo er mit der Fassung rang, während seine Crew an der Maschine arbeitete. “Sie haben eine großartige Arbeit geleistet, indem sie die Teile so schnell gewechselt haben, dass ich wieder ins Rennen konnte.”

Und als er dann wieder im Rennen war, konnte er auch gute Zeiten fahren, war aber hoffnungslos zurück, was noch mehr auf sein Gemüt drückte. “Aber hey, das ist Racing. Die Maschine und die Reifen haben wirklich gut funktioniert und Dank an Stuart und all die Jungs, die am ganzen Wochenende einen großartigen Job gemacht haben”, meinte Hopkins. Inmitten all der Enttäuschung versäumte es der Amerikaner aber nicht, seinem Teamkollegen zum Podestplatz zu gratulieren. “Er hätte das schon voriges Jahr erreichen sollen, also hat er es heute verdient. Ich bin mir sicher, ich wäre auch dort bei ihm gewesen, wenn die anderen Dinge nicht passiert wären.”

Dem stimmte auch Team Manager Paul Denning zu, der sich sicher war, dass es zwei Suzukis auf dem Podest hätte geben können. “Wir hatten für Casey keine Antwort, aber es ist keine Frage, dass Chris und John mit allen anderen bei der Pace hier in Laguna mithalten hätten können.” Trotz des schlechten Endes für Hopkins war Denning aber von dem Einsatz des Amerikaners angetan. “Ich bin dankbar dafür, dass er zurück in die Box kam und das Rennen dann wieder aufgenommen hat. Ich bin auch der Crew dankbar, die die Maschine wieder fahrbar gemacht hat und ein Punkt am Ende des Rennens war das wenigste, das er hätte erreichen sollen.”

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Warm Up MotoGP

Stoner dominiert, Melandri fehlt

Casey Stoner hat auch im letzten kurzen Training vor dem Rennen in Laguna Seca klar gemacht, über wen der Sieg im Rennen am Nachmittag (Ortszeit) führen wird. Denn mit mehr als vier Zehnteln Vorsprung holte sich der Ducati-Pilot die Bestzeit im Warm Up. Eben jenen Rückstand hatte Laguna Seca-Spezialist Chris Vermeulen. Dem australischen Doppelpack folgten John Hopkins und Valentino Rossi, die im Rennen wohl ebenso darauf hoffen, um den Sieg mit zufahren, wie Dani Pedrosa, Loris Capirossi und Colin Edwards, die die Ränge fünf bis sieben belegten.

Ein Name fehlte im letzten Aufwärmtraining. Marco Melandri hatte sich anscheinend entschieden, die Kräfte für das Rennen auf zusparen, nachdem ihm der Sturz vom Qualifying mittlerweile alle Schmerzen vorbeigeschickt haben dürfte, die er auf Lager hatte. Für die große Überraschung vor dem Rennen sorgten die MotoGP-Neulinge. Roger Lee Hayden ließ als Achter seinen Bruder Nicky nicht nur platztechnisch klar hinter sich, sondern war dabei auch rund vier Zehntel schneller. Nicky hatte allerdings einen kleinen Sturz, der aber nicht weiter problematisch verlief, sondern ihn nur dazu zwang, an die Box zurück zu joggen. Auch Chaz Davies zeigte, dass er mit Alex Hofmanns Satelliten-Ducati immer besser zurecht kommt und war statt auf dem letzten diesmal auf dem 13. Platz zu finden. Der letzte Platz ging an Miguel Duhamel, der wegen eines Sturzes allerdings nur sieben Runden zurücklegte. Der Kanadier hatte sich bei seinem Ausrutscher über das Vorderrad auch nicht verletzt.

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1. Training MotoGP

Unfall von Hofmann überschattet Auftakt

Der Auftakt zum Laguna Seca-Wochenende war leider nicht so feierlich, wie sich das Fahrer und Fans gewünscht hatten. Denn im ersten Training wurde Alex Hofmann von einem stürzenden Sylvain Guintoli bei der Fahrt durch den Corkscrew bei hoher Geschwindigkeit von der Maschine geholt und stürzte schwer. Der Deutsche brauchte danach medizinische Betreuung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Session wurde wegen des Zwischenfalls auch kurz unterbrochen. Wie es Hofmann geht, war noch nicht zu erfahren, aber er bewegte sich nach dem Sturz, was hoffen lässt.

Als die Rotphase vorbei war, rückten die anderen Piloten wieder aus und arbeiteten weiter an ihrer Abstimmung. Am Ende stand Casey Stoner in der Zeitenliste ganz vorne, nachdem die Werks-Yamahas die erste Hälfte der Session dominiert hatten. Marco Melandri fand sich auf Platz zwei und Colin Edwards war als bester Lokalmatador auf Rang drei. John Hopkins und Valentino Rossi rundeten die Top Fünf ab. Das Duell der Hayden Brüder war erstaunlich knapp. Weltmeister Nicky wurde hinter Chris Vermeulen und Randy de Puniet Achter. Nur rund sieben Hundertstel und zwei Positionen dahinter überraschte Roger Lee mit dem Zehnten Platz zum Auftakt.

Damit lag der zweite Hayden in der MotoGP sogar noch vor Dani Pedrosa, der am vergangenen Wochenende immerhin ein Rennen gewinnen konnte. Miguel Duhamel, der an diesem Wochenende für Toni Elias einspringt, begann das Wochenende auf dem 16. Rang. Damit lag er vor den Laguna Seca Debütanten Anthony West und Sylvain Guintoli sowie, Kurtis Roberts und dem unglücklich verunfallten Hofmann.

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Suzuki vor Laguna Seca

Ganz oben auf die Box

Eigentlich ist für alle Piloten ein Heimrennen etwas Besonderes. Für die vom Patriotismus durchzogenen Amerikaner ist es aber auch eine Frage der Ehre, denn nirgendwo sonst ist für sie ein gutes Abschneiden so wichtig wie zuhause. Dementsprechend ist John Hopkins schon einige Tage vor dem Auftakt des Laguna Seca-Wochenendes einigermaßen auf Touren. “Ich kann es nicht erwarten, nach Laguna zu kommen; es ist großartig, zum Heimrennen zu kommen. Ich liebe es, dort zu fahren und es ist immer etwas Spezielles für mich. Meine ganze Familie und meine Freunde sind dort und die amerikanischen Fans bekommen die MotoGP das einzige Mal in diesem Jahr zu sehen”, erzählt er. Was ihm außerdem noch entgegenkommt, ist die Tatsache, dass er die Strecke in Laguna Seca sehr gerne hat, denn sein Ziel ist nichts Anderes, als “ganz oben auf der Box” zu stehen.

Nun gut, das ist eigentlich das Ziel eines jeden Fahrers, auch von Chris Vermeulen. Der Australier kann auch auf eine recht gute Vergangenheit in Kalifornien zurückblicken. “Ich dachte, ich hätte im Vorjahr in Laguna Seca mein erstes MotoGP-Podium sicher, die Maschine und die Reifen haben dort wirklich gut funktioniert. Wir hatten aber ein kleines Problem, das das verhindert hat. Ich mag diese Strecke und hatte in der Superbike-WM dort viel Erfolg. Ich freue mich schon darauf, dort zu fahren und ich bin mir sicher, wir können vorne mitfahren”, sagt Vermeulen. Wie man dort gewinnt weiß er jedenfalls, denn 2005 konnte er beide Superbike-Rennen in Laguna Seca für sich entscheiden.

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