Red Bull verteidigt Strategie

Aggressiv, aber erfolgreich

 

Die Tests haben begonnen, tausende von Fans pilgerten am Montag und Dienstag an die Rennstrecke in Valencia, um die neuen Autos und Fahrer zu bestaunen. Nur ein Topteam fehlte: Red Bull Racing. Sebastian Vettel und Mark Webber dürfen noch eine Woche länger entspannen und trainieren – der neue RB6 wird erst am 10. Februar in Jerez präsentiert.

“Die Idee dahinter war, dass wir Adrian Newey und unseren Designern so viel Entwicklungszeit wie möglich geben wollten”, sagte Teamchef Christian Horner gegenüber Reuters. Damit könne man die Zeit im Windkanal besser ausnutzen. “Das hat 2009 gut funktioniert und wir glauben, dass zwei Tests in Jerez und einer in Barcelona ausreichend sind für unsere Saisonvorbereitung.”

Aggressive Strategie

 

Horner gesteht, dass dies eine aggressive Herangehensweise sei, “aber man sieht ja, dass die Zuverlässigkeit der aktuellen Autos extrem hoch ist.” Im letzten Jahr habe man am ersten Testtag mit dem RB5 an die 90 Runden in Jerez gedreht. “In diesem Jahr haben wir ein ähnlich hohes Ziel. Für mich ist das kein Glücksspiel.”

Das Auto befinde sich im Plan und habe bereits die Hälfte der Crashtests bestanden. Das Team konzentrierte sich voll auf die eigene Leistungsfähigkeit. “Wir haben Kontinuität in allen Aspekten des Teams”, so Horner. “Wir verfolgen einige der Entwicklungen mit Interesse, aber wir konzentrieren uns voll auf uns. Ich bin durchaus zufrieden damit, dass derzeit andere die Schlagzeilen haben.”

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Doppel-Diffusor-Verbot 2011 beschlossen

FIA-Arbeitsgruppe stimmt dafür

 

Es war bereits angedacht, nun ist das Verbot der Doppel-Diffusoren ab der Saison 2011 auch von den technischen Verantwortlichen der Formel 1 beschlossen worden. Wie Autosport berichtet, haben die Mitglieder der technischen Arbeitsgruppe der FIA am Donnerstag für das Verbot gestimmt. So sollen die Aerodynamik-Regeln so angepasst werden, dass der innere Unterboden ab 2011 eine durchgehende Ebene ist, womit die für den Doppel-Diffusor nötigen Schlitze nicht mehr erlaubt wären. Nun fehlt noch die Zustimmung der Formel-1-Kommission und des World Motor Sport Council, bevor die Änderung im Reglement festgeschrieben werden kann, was nach der Zustimmung der technischen Arbeitsgruppe nur noch eine Formalität sein sollte.

Die Doppel-Diffusoren hatten in der Saison 2009 für einige Diskussionen gesorgt. So war zunächst unklar, ob sie überhaupt legal sind. Williams, Toyota und Brawn GP hatten ein Schlupfloch im Reglement gefunden, die anderen Teams protestierten aber dagegen. Letztendlich erklärte die FIA die Doppel-Diffusoren für legal und die anderen Teams mussten nachrüsten. Da dadurch aber einerseits die schlechte Abluft hinter den Autos wieder zunahm und andererseits die Abtriebs-Niveaus zu hoch wurden, war ein baldiges Verbot der Doppel-Diffusoren erwartet worden.

Nicht weit genug

 

Mit dem Wegfall der Bauteile sollen die Rundenzeiten um rund zwei Sekunden ansteigen. Einige meinen allerdings, dass einfach nur ein Verbot der Doppel-Diffusoren noch nicht weit genug geht. “Ich denke, das Wichtigste ist, klare Ziele zu setzen, wenn es darum geht, wie der Weltverband und die Promoter die Formel 1 haben wollen. Was wollen sie, dass die Formel-1-Autos können?”, fragte Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Gespräch mit Autosport. Seiner Meinung nach dürfe man nicht nur hier und da etwas ändern, sondern müsse sich das Gesamtpaket ansehen, um das Überholen zu erleichtern und es zu ermöglichen, anderen Autos besser zu folgen.

“Ich denke, wenn man sich die Elemente isoliert ansieht, ist das oft gefährlich, also glaube ich, es ist wichtig, dass das Gesamtziel klar ausformuliert und dann in den verschiedenen Technikgruppen daran gearbeitet wird.” Neben dem Verbot der Doppel-Diffusoren hat die technische Arbeitsgruppe der FIA aus Sicherheitsgründen auch eine Maximalhöhe für die Chassis beschlossen.

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Eric Boullier

Renault in die Erfolgsspur führen

 

Eric Boullier hat schon einige Jahre Erfahrung im Motorsport sammeln können, als Renningenieur begann er vor rund zehn Jahren sein Karriere. Ab 2010 ist er der neue Teamchef für das Renault Team. Er soll die Franzosen zurück auf die Siegerstraße führen.

Wie war das Team drauf, als Du angekommen bist?

Eric Boullier: “Als ich angefangen habe wurde schnell offensichtlich, dass die Moral des Teams unter den Ereignissen gelitten hat, die letzten Wochen 2009 waren schon eine Herausforderung. Doch jetzt ist das Team sehr motiviert, dank der neuen Einstellung des Renault F1 Teams. Die neue Philosophie wurde von allen gut angenommen und mit Applaus willkommen geheißen. Jeder ist bereit für neue Action.”

Was für tägliche Aufgaben wirst Du haben?

Eric Boullier: “Ich werde mich auf die sportlichen Aspekte und die Leistung konzentrieren. Bob Bell ist für das Design zuständig, sowie Produktion und die technische Entwicklung. Wir haben schon einige Diskussionen geführt und wir denken auf der selben Ebene. Ich denke, dass wir gut zusammen Arbeiten werden.”

Stellst Du eine Vertretung der neuen Partner des Teams dar?

Eric Boullier: “Ich wurde vom Renault F1 Team engagiert, sie bestimmen weiter alle betrieblichen Aspekte was die Formel 1 betrifft. Es wurde natürlich mit den Repräsentanten von der Genii Gruppe Rücksprache gehalten, aber es wäre falsch zu denken, Renault hat nun eine zweigleisige Führung. Wir sind ein Team mit einer Struktur.”

Gibt es einen Zeitrahmen indem Du dich beweisen musst?

Eric Boullier: “Meine Arbeitgeber haben mir gegenüber so etwas nie geäußert. Ich selber hingegen habe mir verhältnismäßig hohe Ziele gesetzt. Die Formel 1 stellt für jeden Ingenieur einen absoluten Traum dar. Eine solche Gelegenheit würde ich auf keinen Fall verpassen wollen. Ich spüre keinen Druck, sondern nur Motivation, den Job gut zum machen, für den ich berufen wurde.“

Bescheiden, rigoros, offen

 

Kannst Du die Herangehensweise in drei Worten zusammenfassen?

Eric Boullier: “Bescheiden, rigoros und offen. Für mich geht es vor allem anderen um das Geschehen auf der Strecke.”

Siehst Du dein Alter als Vorteil?

Eric Boullier: “Ja, ich denke schon. Das Team wollte mit frischem Blut ein neues Kapitel aufschlagen. Die Formel 1 besteht aus Zyklen. Heute entwickelt der Sport bereits sein Gesicht von morgen, denn das Fahrerlager füllt sich Stück für Stück mit einer neuen Generation. Ferrari, McLaren und andere sind diesen Schritt bereits gegangen. Auch Christian Horner von Red Bull ist in meinem Alter.”

Wie lauten Deine Ziele für 2010?

Eric Boullier: “Es ist noch etwas früh, um sie genau zu beschreiben. Meine Mission lautet vor allem, das Team zurück in die Erfolgsspur zu führen, indem wir uns auf zwei Hauptpunkte konzentrieren: Die erste Priorität liegt darauf, in Enstone ein System zu etablieren, das uns erlaubt, harmonisch und effizient zu arbeiten. In Sachen Leistung müssen wir zudem einen verbesserten Feedback-Prozess installieren. Wir wissen, dass dies alles nicht in zwei Monaten zu bewerkstelligen ist, aber es muss stetig und konsequent umgesetzt werden. Uns stehen heute alle Möglichkeiten zur Verfügung, diese Ziele zu erreichen. Das Budget ist verabschiedet, unser Windkanal wurde modernisiert und unser hochmodernes Rechen- und Simulationszentrum läuft inzwischen auf Hochtouren. Beste Voraussetzungen also.”

Du bist zugleich CEO von Gravity Sport Management: Wird der zweite Fahrer einer aus Deiner Organisation sein?

Eric Boullier: “Unser zweiter Fahrer muss in der Lage sein, Punkte einzufahren und Robert Kubica zu Höchstleistungen anzutreiben. Dabei kann es sich um einen Gravity-Piloten handeln oder auch nicht. Ich kann aber garantieren, dass die Messlatte für einen Fahrer von Gravity sogar höher liegt, denn er müsste viel mehr leisten, um seine Wahl als Renault F1 Fahrer zu rechtfertigen.”

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Horner

Positives aus dem Negativen

Red Bull Teamchef Christian Horner ist durch den Ausstieg von Toyota nicht allzu geschockt. Der Brite sieht keinen Grund, warum die Formel 1 darunter leiden sollte. Er sagte Autosport: “Es ist sehr schade, aber die Show geht weiter und im nächsten Jahr werden mehr Autos in der Startaufstellung stehen als in den vergangenen Saisons.”

Den Verlust des dritten Automobilherstellers innerhalb eines Jahr sieht er als nicht allzu tragisch und beruft sich auf Max Mosleys alte Worte: “Hersteller kommen und gehen und obwohl es enttäuschend ist, einen der größten Automobilhersteller der Welt zu verlieren, gibt es dem unabhängigen Sauber Team die Möglichkeit, einen Platz im Grid zu erhalten. Aus dem Negativen entsteht also etwas Positives.”

Auf die FOTA soll der Toyota-Ausstieg keinen negativen Einfluss haben, obwohl John Howett als Vizepräsident der FOTA sehr aktiv war. “Sie sind ein Verlust”, sagte Horner, “aber die FOTA Teams werden sich zusammensetzen und entscheiden, wie wir fortfahren und die freien Plätze besetzen.” Neben Howett ist auch Flavio Briatore der FOTA verloren gegangen, allerdings aus anderen Gründen. “Es fehlen einige Gesichter vom Saisonanfang. Die Formel 1 beginnt eine neue Ära.”

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Vettel gibt nicht auf

Den Motor schonen

Sebastian Vettel muss mittlerweile auf den achten Motor zurückgreifen, dabei sind noch vier Rennen zu fahren und der Kampf um die ersten Plätze ist noch nicht abgehakt. Bereits in Monza verzichtete der Red Bull-Fahrer daher darauf viele Runden abzuspulen und so ist auch die Taktik für die kommenden Trainings. Denn Vettel will solange um den Titel kämpfen, wie es nur irgend möglich ist.

“Um mit den Motoren auszukommen, die wir haben, müssen wir einfach perfekt arbeiten”, sagte Vettel auf der offiziellen Formel 1 Webseite. “Freitags kann ich nur eine sehr limitierte Zahl von Runden fahren, wir können uns nicht noch einen Fehler erlauben. Wenn das passieren sollte, dann bekommen wir eine Strafe für einen extra Motor.”

In Monza erlebte das Red Bull Team das bislang schwerste Rennen der Saison. Vettel startete von Rang neun und wurde am Ende Achter. An dieser Stelle hätte das Team vielleicht den neuen Motor aufsparen sollen, spekulierten Experten. Vettel räumt ein, dass dies vielleicht richtig sei, betont aber, genau wie Teamchef Christian Horner, dass die Mercedes Motoren in Monza extrem stark gewesen seien.

“Wir müssen auch fair gegenüber unserem Partner Renault sein. Sie versuchen ihr Bestes und sie arbeiten sehr hart. Ich glaube nicht, dass es in Monza einzig und allein an den Motoren lag.”

Vettel hat mittlerweile 26 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button, doch aufgeben will er erst, wenn er keine rechnerische Chance mehr hat. “Ich werde bis zum Schluss kämpfen. Unser Ziel muss es sein die Rennen zu gewinnen. Wir werden von Rennen zu Rennen denken und am Ende die Punkte zusammen zählen und schauen, ob es reicht oder nicht. Es ist wahr, die Lücke ist mit 26 Punkten recht groß und es wird sehr schwer, aber wir werden es versuchen.”

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