DTM fährt im Juli 2011 im Olympiastadion

Zwei Tage Action

 

Seit dem Jahr 2005 wurde hinter den Kulissen an einem DTM-Event im Münchner Olympiastadion gearbeitet. Jetzt ist es amtlich: Die DTM startet im Juli 2011 bei einem Showevent im Olympiapark. Der vorläufige Termin ist der 16. Und 17. Juli 2011. Dieser kann sich je nach dem Formel-1-Rennkalender aber noch um eine Woche verschieben.

“Gut Ding will Weile haben”, sagte ITR-Vorstand Hans-Werner Aufrecht. “Wir wollten das Produkt zum Zuschauer bringen und wie in Nürnberg ein Highlight erschaffen. Im ersten Jahr wird es ein Showrennen sein, aber unser Ziel ist es, nachdem wir Erfahrung gesammelt haben, 2012 einen Meisterschaftslauf auszutragen.”

Die Rennen werden im KO-System bestritten, jeweils drei Runden, dann Boxenstopp und dann drei weitere Runden. Am Samstag wird es eine Qualifikation geben. “Wir wollen die Philosophie genauso nach München bringen, wie wir sie in der DTM praktizieren”, sagt Aufrecht. Das Rahmenprogramm wird ähnlich aussehen wie bei den DTM-Rennen.

Im Stadion wird eine Asphaltdecke mit einer Länge von 1.192 Metern aufgetragen. Gleichzeitig werden die Sicherheitsmaßnahmen der DTM auf die Strecke übertragen. Nach dem Rennwochenende wird das Stadion in den Ursprungszustand zurückversetzt.

Auch eine Teilnahme von BMW steht zur Diskussion. “Man lädt sicher gerne die Nachbarn ein”, betont Aufrecht. BMW plant 2012 in die DTM zurückzukehren und möchte 2011 ein Testjahr einlegen. Die Teilnahme an einem Meisterschaftslauf hat Mario Theissen jedoch ausgeschlossen. Das Event in München wäre jedoch als Showrennen denbar.

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Ekström ohne Titelchance zum Finale

Jetzt zählt die Teamarbeit

Mattias Ekström zählte beim vorletzten Saisonrennen der DTM zu den unglücklichsten Personen überhaupt. Nach einem frühen ersten Boxenstopp führte der Schwede das Rennen mit Gary Paffett im Nacken an und war auf dem besten Wege, den Rückstand auf Tabellenführer Timo Scheider auf wenige Punkte zu verkürzen. Doch kurz vor dem Rennende kam alles anders…

“Das Wochenende ist vorbei und ich habe keinen einzigen Punkt geholt”, schrieb der zweifache Champion auf seiner Webseite. “Dabei habe ich es die ganze Zeit genossen, mein Auto zu fahren, denn die Balance war genau so, wie ich sie wollte.” Um bis zu zehn Zähler hätte Ekström den Rückstand auf Timo Scheider reduzieren können, damit hätte er beim Finale die besten Chancen gehabt, seinen Markenkollegen doch noch abzufangen. Stattdessen ist er nun endgültig raus aus dem Titelrennen.

“Einige Runden vor dem Ziel habe ich hinten links einen Reifenschaden bekommen. Das war das Ende meiner Titelchancen in diesem Jahr”, ärgerte sich Ekström, der zuvor in allen Rennen der Saison punktete, aber schon beim Auftakt acht Punkte durch einen Reifenplatzer verlor. “Nun will ich beim letzten versuchen, Audi trotzdem den Titel zu bescheren.” Die Chancen dafür stehen wahrlich gut: Timo Scheider führt die Gesamtwertung mit sieben Punkten auf Gary Paffett an.

Neben dem DTM-Finale in Baden-Württemberg steht für Ekström noch ein weiteres wichtiges Rennen an. “Das nächste Highlight für mich persönlich ist das Race of Champions in Peking, wo ich wieder gemeinsam mit Tom Kristensen antreten werden”, so Ekström. Gemeinsam mit dem Dänen gewann Ekström 2005 den Nations Cup. 2006 und 2007 war der Schwede sogar im Einzelwettbewerb erfolgreich.

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Bestes DTM-Ergebnis für Ralf Schumacher

Im Schatten der Teamkollegen

 

Drei Mercedes-Piloten auf dem Podium, der beste Jahreswagen-Fahrer auf Platz vier und ein großes Desaster bei Audi – das waren die absoluten Top-Themen des neunten Saisonlaufs der DTM in Dijon. Beinahe unbeobachtet fuhr Ralf Schumacher ein solides Rennen, profitierte von den Reifenschäden an den Autos von Ekström und Kristensen und sicherte sich mit Platz fünf das bisher beste DTM-Resultat seiner Karriere.

“Dicht vor mir mein Kollege Green, hinter mir attackierte mich Timo Scheider, immer wieder versuchte er mich zu überholen, allerdings ohne Erfolg”, schilderte Schumacher die Kernpunkte des 52 Runden langen Rennens auf seiner Webseite. Später erhielt er sogar ein Lob von Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug, schließlich wehrte er alle Angriff von Titelkandidat und Mercedes-Gegner Timo Scheider ab, der so sieben Punkte auf Gary Paffett verlor.

Als Schumacher über die Ziellinie fuhr, war die Freude groß. “Über Funk hatten die Teamkollegen mir bereits das tolle Rennergebnis mitgeteilt”, erinnert sich der Familienvater. “Einfach toll, dass ich auch mit meinem bisher besten Ergebnis dazu beitragen durfte. Großer Dank, Daumen hoch an die gesamte Mannschaft.”

Alarmsignale für Mercedes

 

Größere Probleme mit den Reifen, wie sie bei Audi auftraten, hatte der ehemalige Formel-1-Pilot jedenfalls nicht. “Mein Mercedes lief wirklich sehr gut, und durch meine konstanten Rundenzeiten konnte ich mit der Spitze mithalten.” Als einer der letzten Fahrer bog Schumacher zum ersten Boxenstopp ab, neue Reifen waren da dringend nötig, der späte Stopp erleichterte aber das spätere Rennen. “Wir wussten, dass der Umgang mit den Reifen einer der wichtigen Kriterien zum Rennerfolg darstellen könnte. Nach dem zweiten Boxenstopp ging auf einmal alles ganz schnell, die ersten Audis flogen mit Reifenschäden von der Strecke. Natürlich war das auch ein Alarmsignal für uns Mercedes Fahrer.”

Schon im Qualifying konnte Schumacher überzeugen. Zwar verpasste er das Finale, hielt aber bis dahin gut mit seinen drei Teamkollegen mit und schüttelte Gary Paffett sogar ab. “Wir waren super gut drauf. Endlich mal ein Ergebnis welches unserem Auto und der Arbeit meines Teams gerecht wurde”, freute sich Schumacher über Rang sechs, seinen bisher besten Startplatz. In etwas mehr als einer Woche steht die Rückkehr zum Hockenheimring an – wie schlägt sich Schumacher dann?

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Dijon – Titelkampf wieder offener

Doppel-Pole nährt Mercedes-Hoffnung

 

Ebenso wie im vergangenen Jahr bringt scheint das DTM-Wochenende in Frankreich ungeahnte Spannung in die Endphase des Titelkampfes zu bringen: In einem zunehmend verregneten Qualifying sicherten sich Bruno Spengler und Paul di Resta die Doppel-Pole für Mercedes. Anders als Mattias Ekström, der morgen auf Startplatz vier steht, enttäuschten die beiden übrigen Titelkandidaten die Erwartungen: Nach strategischen Fehlern bei der Reifenwahl mussten sich Gary Paffett und Timo Scheider mit den Plätzen acht und 16 begnügen.

Scheider verzockt sich

 

Kurz vor dem Qualifying einsetzender Nieselregen sorgte von Beginn an für schwierige Bedingungen. Während sich Ralf Schumacher einen Ausritt neben die Strecke erlaubte, traf man bei der Ingolstädter Konkurrenz eine frühe taktische Fehlentscheidung. So entschied man sich trotz rasch abbauender Reifen bei Timo Scheiders Boxenstopp gegen einen Reifenwechsel. Während der letzten Runden gelang es dem bis auf Platz 16 durchgereichten amtierenden Champion nicht mehr, eine Verbesserung seiner Zeit zu erzielen – und schied damit vorzeitig aus dem Qualifying aus.

“Wir haben uns klassisch verzockt. Wir haben einen Satz Reifen sparen wollen, haben den Radsturz zurückgenommen und sind nun raus aus dem Rennen”, sagte Scheider gegenüber der ARD, der seinen komfortablen Vorsprung in der Meisterschaftstabelle bereits schmelzen sieht. “Der Kurs ist nicht überholfreundlich – aber jetzt kann ich morgen befreit auffahren.” Einen Befreiungsschlag erlebte man auch bei Mercedes: Während sämtliche vorzeitig ausgeschiedene Piloten aus Audi-Reihen kamen, sorgte Maro Engel vor Audi-Konkurrent Oliver Jarvis für die Bestzeit der ersten Session.

6:2 für Mercedes

 

Auch im zweiten Durchgang gab ein Mercedes-Jahreswagenpilot den Ton an: Von Beginn an setzte sich Jamie Green an die Spitze der Zeitenliste und manifestierte dort seine Performance. Eine souveräne Vorstellung zeigte auch Gary Paffett. Anders als in der ersten Session, während derer er zwischenzeitlich ähnlich wie Scheider um den Einzug in die nächste Session hatte zittern müssen, gelangte die Mercedes-Speerspitze im Meisterschaftskampf problemlos in den nächsten Durchgang.

Lange Gesichter herrschten weiterhin bei Audi vor: So schieden nicht nur sämtliche verbliebene Jahreswagen der Ingolstädter während der zweiten Session aus. Auch Martin Tomczyk musste seinen Arbeitstag vorzeitig beenden, nachdem sein vorletzter Versuch mit einer nicht ausreichenden Zeit, der letzte gar mit einem Ausritt ins Kiesbett geendet hatte. Lediglich Mattias Ekström und Tom Kristensen hielten in den Top 8 die Audi-Flaggen hoch.

Verärgerung bei Paffett

 

Der schon zum Ende der zweiten Session stärker werdende Regen machte sich im dritten Durchgang noch weitaus drastischer bemerkbar: Der Versuch der Mercedes-Piloten, dennoch weiterhin mit Slicks auf Zeitenjagd zu gehen, gelang nicht. Ein mehrfaches Hin- und Herwechseln zwischen den Reifentypen sorgten bei den Stuttgartern für eine wenig souveräne Vorstellung, die nun wiederum Audi zu nutzen wusste: Früh setzten sich Tom Kristensen und Mattias Ekström in den Top 3 fest und qualifizierten sich für den finalen Schlagabtausch.

Gary Paffett konnte aus dem taktischen Fehler bei Timo Scheider am Ende weniger Kapital schlagen als von seinem Kommandostand erhofft. “Das Team hat bei der Reifenwahl die falsche Entscheidung getroffen”, stellte Paffett später verärgert fest. Die unklare Linie bei der Reifenwahl verhagelte dem Champion von 2005 ein gelungenes Finish – Startplatz acht für Scheiders Hauptkonkurrenten.

An Stelle Paffetts schafften Bruno Spengler und Paul di Resta den Sprung in die Top 4. Die beiden HWA-Piloten sorgten auch aus Paffetts Sicht für Schadensbegrenzung: Mit Leichtigkeit setzten sich Spengler und di Resta an die Spitze der Zeitenliste und verwiesen Kristensen und Ekström auf die Plätze drei und vier.

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Scheider vor der Titelverteidigung

Entspannt zum Sieg

 

Bereits im vergangenen Jahr war Timo Scheider nicht nur für gute Qualifying-Ergebnisse, sondern auch für zügige Starts bekannt. In dieser Saison ist der Audi-Pilot weit seltener auf der Pole Position anzutreffen – dafür jedoch gelingen ihm die Starts noch besser. Den vorläufigen Höhepunkt bildete der Start in Barcelona, der ihm von Startplatz fünf aus die Führung einbrachte. “Wenn ich den Start bedenke, muss ich meinem Team ein großes Dankeschön sagen”, sagte Timo Scheider im Anschluss an seinen fünften DTM-Sieg – hatte das perfekte Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug doch eine Vorgeschichte.

“Ich habe gestern Abend mit meinem Renningenieur und mit den Mechanikern gesprochen und habe gesagt, dass wir Kupplung und Getriebe wechseln müssen”, klärt der amtierende Champion auf. “Wir haben das lange diskutiert, niemand war begeistert, weil das viel Arbeit war, aber es hat sich ausgezahlt. Von Platz fünf aus die Führung zu übernehmen, ist sehr speziell.” Nachdem Scheider als alleiniger Erster in die zweite Kurve eingebogen war, konnte ihm niemand mehr gefährlich werden: “Die Boxenstopps, das Auto und die Reifenperformance waren perfekt.”

Entspannt nach Hause fahren

 

Lediglich zu Beginn des Rennens war sich Scheider mit Blick auf den benötigten Rennspeed noch unsicher. “Ich habe zu Beginn stark gepusht, um einen Vorsprung auf Tom zu bekommen. Dann habe ich den Vorsprung auf dem gleichen Niveau gehalten”, sagte Scheider. Die letzten Bedenken wurden über Funk ausgeräumt: “Mein Ingenieur sagte, dass ich die Reifen schonen soll. Manchmal schloss Tom auf und ich dachte, ich müsste wieder mehr pushen. Aber es war richtig, entspannt zu bleiben und das Rennen nach Hause zu fahren.”

Auch mit Blick auf die Meisterschaftstabelle kann es Timo Scheider entspannt angehen lassen – und durfte bereits Gratulationen von Mercedes-Sportchef Norbert Haug entgegennehmen: Dass ihm Mattias Ekström mit nun zwölf Punkten Rückstand oder Gary Paffett mit gar 14 Punkten Rückstand die Titelverteidigung noch streitig machen können, erscheint unrealistisch.

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