Massas erste Untersuchungsergebnisse

Medizincheck in Paris

Felipe Massa begann am Freitag eine Serie an neurologischen und augenärztlichen Untersuchungen im Pitié Salpetrière Krankenhaus in Paris. Im Laufe der Untersuchungen möchte die FIA feststellen, ob der Brasilianer nach seinem schweren Unfall am 25. Juli im Qualifying in Budapest wieder fahrtüchtig ist.

Die Untersuchungen endeten am Freitagabend um 19:30 Uhr und werden am Samstagnachmittag fortgesetzt. Die ersten Ergebnisse sind laut Angaben von Ferrari positiv: “Besonders die augenärztliche Untersuchung bestätigte, dass das linke Auge von Felipe [Massa] wieder zu 100% Sehkraft besitzt.” Neben Massa war auch sein Hausarzt Dr. Dino Altmann anwesend.

Massa war beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn eine Feder aus dem Brawn GP Boliden von Rubens Barrichello an den Helm geflogen. Der Brasilianer wurde danach in einem Militärkrankenhaus in Budapest versorgt und erholte sich seitdem in seiner Heimat Brasilien. Seit dieser Woche ist er wieder in Maranello und absolvierte bereits zwei Tage in einem Fahrsimulator, um sich auf ein mögliches Comeback in Abu Dhabi vorzubereiten. Sollten die Ärtze grünes Licht geben, wird Massa vielleicht schon am Montag einen Ferrari aus dem Jahr 2007 mit GP2-Reifen testen.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 12102009

Europa GP

Barrichello gewinnt in Valencia

 

Was hat Rubens Barrichello im Laufe der Saison 2009 nicht alles erlebt: Kupplungsprobleme am Start, und das gleich mehrmals, lockere Sicherheitsgurte, angebliche Benachteiligungen gegenüber dem Teamkollegen und böse Rückenschmerzen, ganz zu schweigen von dem verlorenen Teil im Qualifying von Ungarn, das Felipe Massa am Helm traf. In Valencia fügte Barrichello seinem Jahr ein weiteres Kapitel hinzu: Seinen ersten Saisonsieg, seinen zehnten GP-Erfolg insgesamt und den ersten in Diensten von Brawn GP.

Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem Erfolg des Brasilianers aus. Am Start flogen die McLaren von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen auf und davon, Barrichello musste sich als Dritter sogar mehr auf Kimi Räikkönen hinter sich konzentrieren. Nachdem er sich vom Ferrari-Finnen befreit hatte, schnappte sich Barrichello den McLaren-Finnen bei der ersten Boxenstopprunde. Danach nahm er die Verfolgung des klar führenden Hamilton auf, den er beim zweiten Boxenstopp überholte – allerdings unter gütiger Mithilfe der Silbernen.

Bei Hamiltons zweitem Boxenstopp waren die Vorderreifen nicht aus den Heizdecken genommen, wodurch der Brite zu lange an der Box stand und zwischenzeitlich bis auf Platz 5 zurückfiel. Selbst seine Aufholjagd in den letzten Runden reichte nicht mehr: Barrichello kam mit einigen Sekunden Vorsprung vor Hamilton ins Ziel.

Den dritten Podestplatz schnappte sich Kimi Räikkönen für Ferrari. Der Weltmeister von 2007 überholte seinen Landsmann Heikki Kovalainen beim zweiten Boxenstopp und stand so zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium. Kovalainen musste sich mit Rang 4 begnügen. Dahinter belegten Nico Rosberg, Fernando Alonso, Jenson Button und Robert Kubica die Punkteränge. Mark Webber verpasste als Neunter einen WM-Punkt. In der Gesamtwertung führt Button jetzt mit 18 Punkten vor dem neuen WM-Zweiten Barrichello.

Vettel mit Motorschaden

 

Für Sebastian Vettel lief das Rennen nicht nach Plan. Bis zum ersten Boxenstopp sah es noch gut aus: Vettel lag als Fünfter auf Punktekurs, Jenson Button und Mark Webber waren klar hinter ihm. “Wir hatten damit gerechnet, dass Kimi Räikkönen am Start durchrutschen würde. Bis zum Boxenstopp konnte ich die Lücke auf ihn schließen, aber danach war klar, dass es heute nichts mehr werden würde.”

Dann kam Runde 16 und ein Problem mit der Tankanlage bei seinem ersten Boxenstopp. “Das war Mist, weil kein Benzin geflossen ist – damit war das Rennen hin”, klagte der Deutsche, der eine Runde später noch einmal zum Tanken hereinkommen musste.

In Runde 23 dann das endgültige aus: Vettel musste seinen Red Bull mit Rauchzeichen aus dem Heck abstellen – ähnlich wie im Freien Training am Samstagvormittag. “Wir wissen noch nicht genau, was kaputt ist, vielleicht der Auspuffkrümmer, vielleicht der Motor. Das kann passieren, darf es aber nicht. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen, denn es ist ja nicht so, dass ich das Auto in die Mauer gestopft hätte. Das wäre schlimmer gewesen.”

Dreher und Strafen

 

Der Start in den Europa GP verlief relativ gesittet. Vorne setzten sich die KERS-McLaren ungefährdet an die Spitze. Dahinter versuchte Sebastian Vettel den Brawn von Jenson Button abzuwehren und musste sich seinerseits dem KERS-Ferrari von Kimi Räikkönen geschlagen geben, der auf Rang 4 nach vorne fuhr. Vettel reihte sich dahinter auf Fünf ein, nur für Button kam es noch dicker: Der Brite meldete schon vor dem Start Kupplungsprobleme per Funk und fiel bis auf Platz 9 zurück. Um einer Strafe wegen Abkürzens zu entgehen, ließ er sogar Titelrivale Mark Webber überholen.

Etwas Kleinholz gab es im Hinterfeld: Sebastien Buemi kürzte ebenfalls in der Schikane ab, so dass ihm Timo Glock über den Frontflügel fuhr – beide mussten deshalb schon nach einer Runde einen Notboxenstopp einlegen; Glock brauchte einen neuen Hinterreifen, Buemi einen neuen Frontflügel. Auch Neuling Romain Grosjean holte sich bereits nach einer Runde eine neue Fahrzeugnase ab. Für Massa-Ersatzmann Luca Badoer begann das Rennen dank KERS mit einem starken Start, doch ein Dreher warf ihn wieder ans Ende des Feldes zurück. Später kassierte er eine Drive-Through-Strafe, weil er bei der Boxenausfahrt Grosjean auswich, dabei aber die weiße Linie überfuhr. Später folgte noch ein zweiter Dreher des Italieners.

Noch mehr Probleme hatten Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi. Der Japaner musste seinen Williams eine halbe Runde mit einem platten, linken Hinterreifen um den Kurs schleppen, der Schweizer schied mit einer defekten Bremsscheibe vorne links aus.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 24082009

 

Ferrari

Keine Komplikationen bei Massa

Am Sonntagvormittag gab Ferrari Neuigkeiten zum Gesundheitszustand von Felipe Massa bekannt. Der Zustand des Brasilianers ist nach seiner Operation am Samstag im AEK Krankenhaus in Budapest weiter stabil. Es seien keine weiteren Komplikationen während der Nacht aufgetreten. Massa wird im Laufe des Tages erneut einem CT unterzogen, das präzisere Informationen liefern soll.

Der Ferrari-Pilot war am Samstagnachmittag im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring von einer Stahlfeder am Kopf getroffen werden. Die Feder hatte sich aus der Hinterradaufhängung des vor ihm fahrenden Rubens Barrichello gelöst und traf Massa am Helm. Danach fuhr er geradeaus in die Reifenstapel. Laut Angaben des Teams trug er eine Schnittwunde an der Stirn, eine Knochenabsplitterung über der linken Augenbraue und eine Gehirnerschütterung davon. Der Splitter wurde bei der Operation entfernt und er danach zur schnelleren Heilung in ein künstliches Koma versetzt.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 27072009

Massa wird in Ungarn nicht starten

Auf der Intensivstation

Felipe Massa wird nach seinem schweren Unfall im Qualifying auf dem Hungaroring den Ungarn Grand Prix am Sonntag nicht in Angriff nehmen. Das bestätigte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali am Samstagnachmittag gegenüber dem italienischen Fernsehen.

Massa war im Qualifying von einem losgelösten Teil der Hinterradaufhängung von Rubens Barrichellos BGP001 am Helm getroffen worden. Laut einem Ferrari-Presseschreiben haben die ersten Untersuchungen im AEK Krankenhaus in Budapest ergeben, dass Massa eine Schnittwunde an der Stirn, eine Knochenverletzung am Schädel und eine Gehirnerschütterung davon getragen hat.

Massa wurde im Krankenhaus operiert und verbleibt zur weiteren Behandlung in der Intensivstation des Klinikums.

© adrivo Sportpresse GmbH

 

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 27072009

Qualifying

Massa-Unfall und Alonso-Pole

 

Die zweite Qualifyingsession am Hungaroring endete mit einer Schrecksekunde: Felipe Massa raste mit seinem Ferrari geradeaus in den Reifenstapel und musste von den Ärzten aus dem Auto geborgen werden. Der Brasilianer wurde danach ins Medical Centre an der Strecke gebracht und von dort in ein Klinikum in Budapest geflogen. Offiziellen Aussagen zu Folge ist Massas Zustand stabil. Er fasste sich beim Transport ins Medical Centre auch selbst an den Kopf. Er sei ansprechbar, aber noch stark benommen.
Auslöser des Unfalls war ein Teil, das Massa vor der Kurve am Helm traf und wohl vom Brawn GP Renner von Rubens Barrichello weggeflogen war. Nach dem Zusammenstoß stand Massa zwar auf der Bremse, machte jedoch keine Lenkbewegungen mehr und fuhr geradeaus in den Reifenstapel. “Er war bei Bewusstsein”, sagte Barrichello, der Massa im Medical Centre sah. “Er hatte eine Schnittwunde am Kopf, aber wichtig ist, dass er bei Bewusstsein war.”

Zeitenchaos im Q3

 

Damit nicht genug des Chaos: Kurz vor dem Ende des Qualifyings fiel die Zeitenanzeige aus, so dass die letzten Anläufe der Fahrer ohne eine Anzeige auf den TV-Monitoren und Zeitenbildschirmen ausgetragen wurden. “Sebastian Vettel war ein Zehntel schneller als Mark Webber, aber die Zeiten der anderen wissen wir nicht”, sagte der verdutzte Red Bull Teamchef Christian Horner. Die Fahrer diskutierten im Parc Fermé darüber, wer denn nun wo steht – wussten es aber auch beim Wiegen nicht.

Nach Datendurchsucht gab die FIA Fernando Alonso als Pole-Mann bekannt. Platz 2 holte Sebastian Vettel vor Mark Webber, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Heikki Kovalainen und Kimi Räikkönen. Jenson Button fuhr mit nur einem Versuch auf Platz 8.

Debakel bei BMW Sauber

 

Lange Gesichter gab es bei BMW Sauber: Beide Fahrer schieden überraschend bereits in der ersten Qualifying-Session aus. Sowohl Nick Heidfeld als auch Robert Kubica verpassten den Einzug ins Q2 – ausgerechnet bei einem der wichtigsten Qualifyings des Jahres. Schließlich sind Überholmanöver auf dem Hungaroring nahezu ausgeschlossen.

Auch Force India konnte das gute Qualifying-Ergebnis von Deutschland nicht wiederholen. Auch Giancarlo Fisichella und Adrian Sutil schieden im Q1 aus. Jaime Alguersuari verpasste seine Chance auf ein Weiterkommen mit einem technischen Problem.

Das Qualifying im Überblick

 

 

  

 1. Session

 

  Zwischenfälle:

 

  

Alguersuari Ausfall

ausgeschieden:

 

  

Heidfeld, Fisichella, Sutil, Kubica, Alguersuari

 

 Top-6:

 

  

Rosberg, Hamilton, Webber, Vettel, Piquet, Alonso

2. Session

 

 Zwischenfälle:

Unfall Massa

ausgeschieden:

Buemi, Trulli, Barrichello, Glock, Piquet

Top-6:

Webber, Hamilton, Nakajima, Vettel, Räikkönen, Button

3. Session

Zwischenfälle:

keine

Top-6:

Alonso, Vettel, Webber, Hamilton, Rosberg, Kovalainen

 © adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 27072009