Glock-Verbleib fast sicher

Die Ruhe bewahren

Gegen einen Verbleib bei Toyota hätte Timo Glock sicher nichts einzuwenden. Doch sollte es dazu kommen, dass sich der japanische Hersteller vor 2010 aus der Formel 1 zurück zieht, dann gibt es, laut Manager Hans Bernd Kamps, noch drei weitere Optionen. Besonders nach dem Podestplatz von Singapur sei er sich sicher, dass Timo Glock auf jeden Fall ein Cockpit in der Formel 1 bekommt, wie er gegenüber SID sagte.

“Wir müssen nicht das erste Angebot gleich annehmen und werden sicher nicht in Panik verfallen”, erklärte Kamps zur Situation.

Zu den interessierten Teams soll auch Wiedereinsteiger Lotus gehören. Renault könnte ebenso eine Option sein, denn dort verliert man Fernando Alonso an Ferrari. Damit könnte die Fahrerpaarung beim französischen Team mit Robert Kubica und Timo Glock aufgestellt werden, denn ob Romain Grosjean ohne Flavio Briatore bei Renault bleibt ist fraglich. Der dritte Interessent könnte Williams sein, allerdings steht dort wohl auch Rubens Barrichello auf der Wunschliste.

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Saison 2010 für Glock noch unklar

Kein Vertrag

Zunächst hieß es, Timo Glock sei vor seiner Fahrt auf Platz 2 in Singapur mitgeteilt worden, dass er im nächsten Jahr nicht für Toyota fahren werde. Mittlerweile stellte das Team klar: Man habe die Option auf Glock nicht gezogen. Das bedeute allerdings nicht, dass man nicht doch 2010 zusammenarbeiten könnte.

Timo Glock und sein Manager Hans Bernd Kamps strecken derweil die Fühler nach möglichen anderen Optionen und Teams aus. Das Problem bei Toyota ist bekannt: Erst im November entscheidet der Vorstand über das Budget des Teams und damit die Zukunft. Noch immer spekulieren viele Experten auf einen Ausstieg des Autoriesen aus der Formel 1.

Umso wichtiger ist Glocks zweiter Platz in Singapur, wo er noch einmal zeigen konnte, dass er ein Cockpit für 2010 verdient hat. “Die Verhandlungen laufen im Hintergrund immer weiter”, sagte er nach dem Rennen. “Mal schauen, was sich so tut in dieser Woche, schaden kann der zweite Platz auf keinen Fall.”

Der Fahrermarkt ist weiterhin wie eingefroren. Etwas Bewegung könnte rein kommen, wenn Ferrari am kommenden Wochenende tatsächlich Fernando Alonso als Neuzugang für die nächste Saison bestätigen sollte. Sicher ist das aber noch nicht. Gleichzeitig könnte ein möglicher Wechsel von Kimi Räikkönen zu McLaren für mehr Schwung auf dem Fahrerkarussell sorgen.

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Keine Spazierfahrt für Button

Ferrari und Red Bull als Gegner

Für Fernando Alonso ist schon jetzt alles klar: Jenson Button hat das beste Auto, die große WM-Führung und wird – wenn es so weiter geht – schon bald als Weltmeister feststehen. “Das wäre schön”, sagt Button darauf angesprochen, “aber ich sehe es mit dem aktuellen System nicht geschehen.” Denn nach fünf Siegen aus sechs Rennen habe er nur 16 Punkte Vorsprung. “Das ist nicht viel.”

Wenn es so weiter gehen würde, so Buttons Hochrechnung, würde er erst zwei Rennen vor Saisonende den Titel klar machen können. “Und bis dahin wird noch so viel passieren. Es wird garantiert keine Spazierfahrt.” Die erste Gegenwehr erwartet er schon in der Türkei.

“Wenn alle das gleiche Auto hätten, wäre es vielleicht einfach, aber wir haben einige Verbesserungen und auch der Red Bull sollte hier ziemlich gut funktionieren”, meint Button. “Wenn sie das Auto aus Barcelona hierher bringen würden, wären sie konkurrenzfähig.” Ob dies mit dem neuen Doppel-Diffusor auch der Fall sein wird, zweifelt Button noch etwas an.

“Ferrari wird aber auch schnell sein”, betont er. “Sie haben bislang bei jedem Rennen Boden gutgemacht und waren besonders in Monaco sehr gut.” Der Istanbul Park habe zwar eine andere Streckencharakteristik als Monaco, aber dafür würde KERS auf den Bergaufstücken helfen.

Zum Teil rechnet Button auch mit McLaren, die als zweites Team mit KERS fahren. “Sie sollten für einen Großteil der Strecke schnell sein, aber sie werden wohl in Kurve 8 Probleme haben.” Deshalb könnten ihre Rundenzeiten nicht gut genug sein. “Toyota wird wahrscheinlich auch konkurrenzfähig sein, weil sie zum alten Aero-Paket zurückgewechselt sind.” Damit sollten sie auf einer solchen Strecke gut sein.

Ganz neue Bedingungen würden sich bieten, sollte es regnen. “Die Red Bull sind im Nassen verdammt schnell”, gesteht Button. “Aber vielleicht nicht mit dem Doppel-Diffusor, das könnte einen Unterschied machen.” Denn die bisherigen Regenrennen in diesem Jahr haben gezeigt, dass die Doppel-Diffusor-Autos keinen so großen Vorsprung wie im Trockenen hatten, ganz im Gegenteil: Red Bull war ohne Doppel-Diffusor viel schneller. “Wir kennen den Grund dafür”, wiegelt Button ab. “Wir waren über eine Sekunde langsamer als die Red Bull, aber wir es ist einfach zu korrigieren, wir konnten es nur noch nicht ausprobieren.”

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2. Freies Training

Rosberg vorne

Wie schon häufiger in dieser Saison sicherte Nico Rosberg eine Trainingsbestzeit. In 1:33.339 Minuten war er knapp zwei Zehntel schneller als Fernando Alonso, der auch in Bahrain von den neuen Teilen an seinem Renault profitiert. Dahinter bestätigten Jarno Trulli, Sebastian Vettel und Mark Webber die guten Eindrücke von Toyota und Red Bull.

Jenson Button und Brawn GP hielten sich im Freien Training noch zurück. Button belegte mit dreieinhalb Zehnteln Rückstand Platz 6 vor Adrian Sutil, Timo Glock und Teamkollege Rubens Barrichello. Der Vormittagsschnellste Lewis Hamilton landete nur auf dem 11. Platz.

Für Ferrari gab es am Nachmittag in Bahrain wenig zu holen. Felipe Massa fuhr trotz der Hilfe von KERS nur auf Position 16, Kimi Räikkönen wurde mit 1,3 Sekunden Rückstand nur 18. Hinter ihm fanden sich aber trotzdem noch zwei bekannte Namen: Heikki Kovalainen im McLaren und Nick Heidfeld im BMW Sauber.

Einen Defekt hatte Nelsinho Piquet zu beklagen. Zu Beginn des Trainings schlug er sich den Frontflügel kaputt und musste auf einer langsamen Runde an die Box zurückhumpeln.

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Auch zweites Training sieht Rosberg vorne

Fragliche Diffusoren voraus

Am Donnerstagabend hatten die Stewards in Melbourne zu Gunsten von Toyota, Williams und Brawn GP entschieden, was die Legalität der Diffusoren betraf. Im zweiten Training am Freitag waren jene drei Teams dann auch die meiste Zeit der Session vorne zu finden. Von den ersten sieben Positionen gingen am Ende sechs an Autos mit einem fraglichen Diffusor – fraglich sind sie deswegen nach wie vor, weil die Berufung läuft.

Ganz vorne hatte sich wie schon im ersten Training Nico Rosberg festgesetzt, der seine Zeit vom Vormittag noch einmal um sechs Zehntelsekunden unterbot. 1:26.053 hatte seine Runde gedauert. Es folgten Rubens Barrichello, Jarno Tulli und der schnellste Fahrer mit konventionellem Diffusor, Mark Webber. Dahinter waren noch Jenson Button, Timo Glock und Kazuki Nakajima in der fast eigenen Diffusor-Liga.

Ein wenig Action durften die Fans im Albert Park auch wieder erleben. So wurde einerseits von Beginn an brav gefahren, andererseits gab es unter anderem Adrian Sutil, Heikki Kovalainen, Barrichello, Glock und auch Trulli in der Wiese zu sehen. Fernando Alonso und Sebastian Vettel produzierten Dreher, wobei die Pirouette des Deutschen rund eine halbe Stunde vor Schluss mit einem abgestorbenen Motor endete, womit das Training für ihn wieder vorzeitig vorbei war. Nach dem Hydraulik-Problem vom Vormittag fehlen Vettel damit wichtige Trainingsrunden.

Von der Zeit her reichte es für den Red-Bull-Piloten für Platz acht, womit er direkt vor Adrian Sutil lag. Damit hatte der Force India beide Ferrari und beide McLaren hinter sich gelassen. Felipe Massa tauchte als Zehnter von den zwei Erzrivalen noch am weitesten vorne auf, hatte aber bereits eine Sekunde auf die Spitze verloren. Kimi Räikkönen fand sich auf Rang elf, die McLaren von Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton auf 17 und 18. Hinter Alonso und Giancarlo Fisichella auf zwölf und 13 erreichte Nick Heidfeld Position 14. Der BMW Sauber Pilot brauchte aber lange, um auf diese Zeit zu kommen, nachdem er zu Beginn am Ende der Zeitenliste herumdümpelte. Noch schwerer hatte es sein Teamkollege Robert Kubica, der 15. wurde. “Ich fühle das Auto überhaupt nicht arbeiten. Das ist nicht unser Auto. Es rutscht überall”, klagte der Pole über Funk.

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