28. Dez, 2009
F1 zu teuer
Der neue FIA-Präsident Jean Todt war lange Zeit ruhig, jetzt meldete er sich kurz vor dem Jahreswechsel in der französischen Tageszeitung Le Figaro zu Wort. “Die Formel 1 ist zu teuer”, schlägt er die gleiche Linie ein wie sein Vorgänger Max Mosley.
“Es ist traurig, dass Honda, BMW und Toyota gegangen sind, aber wenn man enorme Summen ausgibt, ohne die erwünschten Ergebnisse einzufahren, ist das unvermeidlich.” Andererseits freut sich Todt, dass mit USF1, Campos, Virgin und Lotus vier neue Teams hinzukommen.
Allerdings müsse man die Kosten weiter senken, da die bisherigen Maßnahmen noch nicht ausreichen würden. Damit setzt er den Sparkurs von Mosley fort, obwohl er nicht auf eine strikte Budgetgrenze setzen möchte.
Auch in Umweltfragen gibt er Mosley recht: Um die freiwillige Selbstbeschränkung der FOTA beim Thema KERS zu überdenken, hat er den ehemaligen Ferrari-Motorenchef Gilles Simon verpflichtet. Er soll eine Arbeitsgruppe zur zukünftigen Nutzung neuer Technik und der Umwelt leiten.
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 28122009
28. Dez, 2009
Todt der richtige Mann
Ein kompliziertes Jahr liegt hinter Ferrari. Sportlich, politisch, in jeder Beziehung. Präsident Luca di Montezemolo möchte deshalb nach vorne schauen, allerdings nicht, ohne noch einmal zu betonen, dass einige Entscheidungen der alten FIA-Führung zu Problemen führten, die beinahe zu einem Rückzug von Ferrari geführt haben. Mit dem ehemaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt habe die FIA nun aber einen kompetenten Präsidenten gefunden.
“Wir erleben eine Übergangsphase in unserem Sport und müssen die Zukunft sehr sorgfältig planen”, sagt Montezemolo. “Die Formel 1 muss wieder ein Synonym für High-Tech ohne vorgeschriebene Gleichmacherei werden, die sie in etwas wie die Formel 3 verwandelt.”
Vorsicht beim Sparen
Natürlich müsse man die Kosten im Auge behalten, aber man dürfe auch nicht ins andere Extrem verfallen. “Innerhalb von drei Jahren sind wir von freien Testfahrten dazu übergegangen, dass jemand wie der Spanier Jaime Alguersuari vor seinem Renndebüt keinen einzigen echten Testtag in einem Formel-1-Auto hatte.” Für den Moment akzeptiere man das, allerdings sei es keine langfristige Lösung.
“Der Sport muss Trends setzen, nicht ihnen folgen”, betonte Montezemolo. Die Ausstiege von BMW und Toyota sollten einen Denkprozess anregen. “Um eine neue Formel 1 zu bilden, müssen alle Parteien zusammenarbeiten, auch die Medien. Es gibt so viele Diskussionsthemen: Die Länge der Rennen, den Zeitplan, Zugang zu den Fahrern, das Spektakel auf der Strecke und die Rolle des Internets.”
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 28122009
9. Nov, 2009
Einen für Schumacher
Es war nur eine Frage der Zeit. Am Mittwoch gab Toyota den Ausstieg aus der Formel 1 bekannt und löste damit erneut Krisendiskussionen aus. Ferrari meldete sich mit einem Eintrag auf seiner Website zu Wort und bangte ebenfalls um die Zukunft der Formel 1.
Nur wenig später griff Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sein Lieblingsthema auf: Das dritte Auto. “Ich mache da Druck”, sagte er der Bild. “Das ist womöglich eine Chance für das dritte Auto für jedes Team. Ich werde alles daran setzen. Und beim dritten Auto denken wir natürlich an Michael Schumacher als Fahrer.”
Der Rekordweltmeister hatte zuletzt mehrmals betont, dass er nur für die letzten Saisonrennen als Ersatz für seinen Teamkollegen Felipe Massa zurückkehren wollte. An ein echtes Comeback denkt er nicht. Gleichzeitig ließ er sich bei jedem Interview die Möglichkeit offen, dass sich dies in Zukunft vielleicht ändern könnte. Beim ersten Comeback-Versuch im Sommer ist er schon einmal den Überredungskünsten von Montezemolo erlegen.
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 09112009
20. Okt, 2009
Räikkönen ein Thema
Die Zukunft von Toyota ist offen. Erst im Dezember möchte sich der Vorstand über das Budget oder gar einen F1-Ausstieg äußern. Teampräsident John Howett spricht dafür umso mehr. Angesichts seiner Aussagen zu Fahrerverhandlungen für 2010 könnte Toyota Ferrari bei der Anzahl der Autos Konkurrenz machen: Timo Glock, Jarno Trulli, Kamui Kobayashi, Kimi Räikkönen – alle sollen auf der Toyota-Liste stehen.
“Wir haben Jarno ein Angebot auf den Tisch gelegt, das er selbst finanziell wohl nicht unbefriedigend findet”, so Howett gegenüber Reuters. Der Knackpunkt seien andere Vertragsbestandteile, bei denen Toyota nicht von seinem Standpunkt abweichen werde. “Er könnte in einem unserer Autos sitzen, aber das ist noch nicht sicher.” Gleiches gelte für Timo Glock.
Vor wenigen Wochen hatte Howett Trulli schon ganz abgeschrieben und auch Glock eine Schelte gegeben. Brasilien-Debütant Kobayashi wäre eine preiswerte Alternative, zudem ein Japaner. “Wir müssen über ihn ernsthaft nachdenken”, sagte Howett. “Aber seine Pace war noch etwas langsam. Also warten wir ab.”
Schnell genug für Howett wäre Kimi Räikkönen. Doch der verlangt laut dem Briten zu viel Geld. “Wir spielen keine Spielchen”, meinte Howett. “Wir haben ein Angebot auf den Tisch gelegt, das wir uns leisten können.” Der Teampräsident schätzt dieses Angebot markttypisch ein. Auch mit Räikkönen kann er sich eine Zusammenarbeit vorstellen. “Wir können gut mit ihm arbeiten und ihm ein schnelles Auto geben.”
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 20102009
1. Okt, 2009
Die Ruhe bewahren
Gegen einen Verbleib bei Toyota hätte Timo Glock sicher nichts einzuwenden. Doch sollte es dazu kommen, dass sich der japanische Hersteller vor 2010 aus der Formel 1 zurück zieht, dann gibt es, laut Manager Hans Bernd Kamps, noch drei weitere Optionen. Besonders nach dem Podestplatz von Singapur sei er sich sicher, dass Timo Glock auf jeden Fall ein Cockpit in der Formel 1 bekommt, wie er gegenüber SID sagte.
“Wir müssen nicht das erste Angebot gleich annehmen und werden sicher nicht in Panik verfallen”, erklärte Kamps zur Situation.
Zu den interessierten Teams soll auch Wiedereinsteiger Lotus gehören. Renault könnte ebenso eine Option sein, denn dort verliert man Fernando Alonso an Ferrari. Damit könnte die Fahrerpaarung beim französischen Team mit Robert Kubica und Timo Glock aufgestellt werden, denn ob Romain Grosjean ohne Flavio Briatore bei Renault bleibt ist fraglich. Der dritte Interessent könnte Williams sein, allerdings steht dort wohl auch Rubens Barrichello auf der Wunschliste.
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 01102009