Todt plädiert für Kostensenkungen

F1 zu teuer

Der neue FIA-Präsident Jean Todt war lange Zeit ruhig, jetzt meldete er sich kurz vor dem Jahreswechsel in der französischen Tageszeitung Le Figaro zu Wort. “Die Formel 1 ist zu teuer”, schlägt er die gleiche Linie ein wie sein Vorgänger Max Mosley.

“Es ist traurig, dass Honda, BMW und Toyota gegangen sind, aber wenn man enorme Summen ausgibt, ohne die erwünschten Ergebnisse einzufahren, ist das unvermeidlich.” Andererseits freut sich Todt, dass mit USF1, Campos, Virgin und Lotus vier neue Teams hinzukommen.

Allerdings müsse man die Kosten weiter senken, da die bisherigen Maßnahmen noch nicht ausreichen würden. Damit setzt er den Sparkurs von Mosley fort, obwohl er nicht auf eine strikte Budgetgrenze setzen möchte.

Auch in Umweltfragen gibt er Mosley recht: Um die freiwillige Selbstbeschränkung der FOTA beim Thema KERS zu überdenken, hat er den ehemaligen Ferrari-Motorenchef Gilles Simon verpflichtet. Er soll eine Arbeitsgruppe zur zukünftigen Nutzung neuer Technik und der Umwelt leiten.

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Hill

Schwierige Momente für Schumacher

Damon Hill hat so einige Duelle mit Michael Schumacher auf der Rennstrecke ausgefochten. 1994 und 1995 setzte sich der Deutsche als Weltmeister durch, 1996 holte Hill den WM-Titel. 14 Jahre später nimmt Schumacher nach drei Jahren F1-Pause einen weiteren Anlauf auf den WM-Titel – es wäre sein achter.

“Bestimmte Momente der Saison werden für ihn sehr hart und unschön”, sagte Hill gegenüber der BBC voraus. “Sie werden vielleicht einige Erinnerungen zurückbringen, warum er zurückgetreten ist.” Die Saison sei lang und werde Schumachers Fähigkeiten auf eine harte Probe stellen.

Noch vor zwei Wochen hatte Hill keinen Zweifel daran gelassen, dass Schumacher bei einem Comeback erfolgreich sein könne. “Wenn ich mit 37 ein Rennen für Jordan gewinnen konnte, kann Michael definitiv mit 41 ein Rennen in einem Ross Brawn Auto gewinnen”, sagte Hill damals.

Jetzt sieht er sogar die Gefahr, dass Schumachers Verbindung zu seinem Freund und ehemaligen Teamchef Jean Todt Misstrauen sähen könnte. Immerhin ist Todt heute FIA-Präsident. “Viele Zuschauer werden sich den Sport deswegen ansehen”, glaubt Hill. “Es gab immer den Verdacht, dass Michael von der FIA etwas favorisiert wurde.” Das müsse man im nächsten Jahr rigoros ausschließen.

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Soucek auf Cockpitsuche

Kann die Teams nicht dazu zwingen

Mit dem Gewinn der Formel 2 Meisterschaft und einer Bestzeit bei seinem dadurch gewonnenen Formel-1-Test für Williams in Jerez hat Andy Soucek seinen Teil erledigt. Jetzt muss er abwarten, ob ihm ein Team ein Cockpit in der Königsklasse anbietet. Die Chancen dafür stehen jedoch schlecht.

“Die F2 sollte ein Sprungbrett in die F1 sein”, sagte er der Diaro As . “Aber Max Mosley ist nicht mehr Präsident.” Der ehemalige FIA-Präsident hatte die Formel 2 wieder ins Leben gerufen und unterstützt. “Ich glaube, dass Todt und die FIA Mosleys Idee folgen wollen, aber die Frage ist, ob sie es können. Sie können die Teams nicht dazu zwingen, den F2-Champion zu nehmen.”

Freie Cockpits gibt es nur noch bei Renault, Sauber, Toro Rosso, USF1, Campos und Mercedes GP. Souceks Chancen auf einen dieser Plätze sind gering. Deshalb zieht er eine Testrolle in Betracht. In zwei Wochen möchte er mehr wissen.

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Todt zum FIA-Präsidenten gewählt

Mosleys Nachfolger steht fest

Der Franzose Jean Todt ist am Freitag zum neuen Präsidenten des Automobilweltverbandes FIA gewählt worden. In der Wahl hatte sich der ehemalige Ferrari-Teamchef gegen den ehemaligen Rallye-Weltmeister Ari Vatanen durchgesetzt. Todt wird damit Nachfolger von Max Mosley.

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FIA-Offizielle sollen für Todt geworben haben

Neutralität vernachlässigt

 

Die Wahl zum neuen FIA-Präsidenten am 23. Oktober droht im Chaos zu versinken. Denn der Daily Telegraph berichtet, dass sich einige hochrangige FIA-Offizielle aktiv zu Gunsten Jean Todts in den Wahlkampf eingemischt haben. So hatte zwar Max Mosley lediglich öffentlich kundgetan, dass er Todts Kandidatur gegen Ari Vatanen unterstütze, die Handlungen anderer lassen aber an der Neutralität des Weltverbands generell zweifeln. So wurden in der Zeitung Auszüge aus einigen E-Mails veröffentlicht, die der FIA Generaldirektor Peter Doggwiler und der Generaldirektor der FIA Foundation, David Ward, verschickt haben.

Darin ist erkennbar, dass beide aktiv Lobbying-Arbeit für Todt betrieben haben. In einer Mail von Doggwiler an einige der wichtigsten Unterstützer schrieb er: “Intensiviert eure Anrufe an kleinere Klubs und vor allem die Motorsport-Klubs. (…) Ich werde eine neue Lobbying-Liste an jene von euch schicken, wo sich Änderungen ergeben haben und ich werde euch diese Woche anrufen, damit wir sehen, wo wir stehen, damit wir einen passenden Bericht an Jean weiterleiten können.”

Die Heuchlerei der Großen

 

In einer E-Mail von Ward war zu lesen, dass er Gespräche bezüglich einer “intensiveren Lobbying-Strategie” geführt habe. Darin wird auch seine Teilnahme am Kabinett von Todt deutlich. An eine andere Mail war ein Attachment angehängt, in dem die Kampagnen-Bekanntgabe von Todt war und um Zusätze für den Text gebeten wurde. Zudem stimmte er zu, die Lobbying-Strategie bei kleineren Klubs zu intensivieren, um die “Heuchlerei der größeren Klubs offenzulegen und sicherzustellen, dass die kleineren Klubs bei uns bleiben.”

Einige dieser E-Mails wurden von Adressen der FIA Foundation verschickt, weswegen der Daily Telegraph davon ausging, dass die Charity Commission Direct, zu der die Foundation gehört, nicht besonders erfreut sein wird. In den Richtlinien der Charity Commission Direct steht unter anderem, dass man ihre Einrichtungen nur dazu verwenden darf, um ihre Ziele zu verfolgen und dass ein Angestellter nichts tun darf, womit das Ansehen der Einrichtung in Gefahr gebracht wird. In den FIA-Statuten ist zwar kein Verbot festgeschrieben, wonach Angestellte nicht für einen Kandidaten werben dürfen, doch es gilt das französische Gesetz, weswegen einer der führenden britischen Sportanwälte, Oliver Hunt, einen Bruch der Neutralität sah.

Zur Neutralität verpflichtet

 

“Ich bin zwar kein Experte in französischem Recht, aber mein Verständnis der grundlegenden Voraussetzungen für einen Wahlprozess in Frankreich sieht so aus, dass es die absolute Verpflichtung zur Neutralität gibt. Das gilt auch für Non-Profit-Organisationen wie die FIA”, betonte Hunt.

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