Ecclestone

Schumacher wird wieder gewinnen

 

12 Rennen, 38 Punkte, WM-Rang 9. Michael Schumacher hatte sich sein Comeback sicher anders vorgestellt. Erfolgreicher. Trotzdem gibt der Rekordweltmeister nicht klein bei. Er habe Spaß und glaube immer noch daran, den WM-Titel gewinnen zu können – nur eben nicht in der ersten seiner drei geplanten Comeback-Saisons.

“Ich muss akzeptieren, dass es seine Zeit braucht und dass der Gegenwind sehr stark ist”, sagt er. Der Mercedes ist im Moment nicht konkurrenzfähig. Ferrari, Red Bull und McLaren liegen klar vor den Silberpfeilen, manchmal ist auch Renault schneller. “Das muss ich jetzt akzeptieren und mich aufs nächste Jahr konzentrieren.”

Ecclestone: Schumacher muss nichts beweisen

 

Bernie Ecclestone hat den Glauben an den Deutschen noch nicht aufgegeben. “Wenn Michael in einem der Red-Bull-Autos sitzen würde, würde ich mein Geld auf ihn setzen”, ist Ecclestone überzeugt. “Dann würde er sicher sofort gewinnen.” Schumacher geht nicht darauf ein. “Im Red Bull hätte ich sicher ganz andere Möglichkeiten”, sagt er in der Sport Bild. Aber momentan ist an Podestplätze und Siege nicht zu denken.

“Wenn mir Leute sagen, dass Rosberg schneller ist als Michael, sage ich ihnen: Nico muss sich noch beweisen, Michael nicht mehr”, meint Ecclestone. Für Rosberg seien vierte Plätze wichtig, für Schumacher nicht. Für ihn zähle nur der Sieg. “Ob er jetzt Vierter oder 14. wird – das ist für ihn doch völlig wurscht.”

Schumacher: Werde wieder siegen

 

In diesem Punkt stimmt Schumacher zu: “Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich Vierter, Fünfter oder Zehnter werde.” Was den Unterschied mache, sei der Weg zurück auf die Siegerstraße. “Dort bin ich aber noch nicht. Deshalb probiere ich im Moment viele Sachen aus, und akzeptiere, dass die manchmal eben auch schiefgehen können.” Das gehöre zum Lernprozess dazu. Ans Limit gehe er trotzdem jedes Mal, wenn er im Cockpit sitze. “Das brauche ich, das ist mein Verständnis von Rennsport.”

Mit dieser Einstellung hat er den Piloten von heute vorgemacht, wie man in der Formel 1 erfolgreich ist. So ist Schumacher davon überzeugt, dass Sebastian Vettel als Kind jeden Schritt seiner Karriere genau verfolgt habe und heute davon profitiere. “Darauf bin ich stolz. Und dass ich jetzt diesen Vorteil nicht mehr habe, ist doch normal”, betont Schumacher. “Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht mehr siegen kann. Vielleicht nicht mehr mit den Abständen, wie ich sie früher hatte, aber es wird funktionieren.”

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Red Bull vor Belgien zurückhaltend

Nicht so gut wie in Budapest

 

Genug gefaulenzt, die Formel 1 ist zurück in Action. Am Freitag beginnt in Belgien die Schlussphase der WM. Die Red-Bull-Piloten reisen gut erholt nach Belgien. “Ich konnte intensiv trainieren, um für den Rest der Saison vorbereitet zu sein und in der ersten Hälfte des Urlaubs abschalten”, sagt Sebastian Vettel.

Mark Webber versuchte in seinem Urlaub so weit wie möglich von Flugzeugen und Hotels wegzubleiben. “Denn im letzten Saisonabschnitt gibt es genug davon”, sagt er. “Die Pause hilft den Fahrern, sich zu erholen.”

Sportlich freuen sich beide auf Spa-Francorchamps. “Es gibt wohl keinen Fahrer, der sich nicht darauf freut”, betont Webber. “Die Strecke ist unglaublich und ich erwarte, dass wir dort gut sein werden – aber es bleibt abzuwarten, ob wir so gut wie in Budapest sein werden.” Dort deklassierte Red Bull das Feld um eine Sekunde.

Vettel hat diesbezüglich seine Zweifel. “Unsere Schwäche sind die langen Geraden und auch die Bergaufpassagen”, sagt Vettel im Wissen um den Topspeednachteil gegenüber den Mercedes- und Ferrari-Motoren. “Wir wissen, dass es nicht einfach wird für uns, aber ich bin optimistisch für das Rennen. Die schnellen, flüssigen Kurven sollten unserem Auto liegen”, sagt er. “Wir waren letztes Jahr sehr konkurrenzfähig, aber wir haben im Qualifying etwas verloren.” In diesem Jahr war die Qualifikation hingegen das Paradestück von Red Bull.

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Schumacher

Am Anfang nicht zu viel verlieren

 

Erwartet groß war das Interesse, als Michael Schumacher am Donnerstagmorgen in Bahrain bei einer örtlichen Mercedes-Niederlassung vor dem ersten Rennwochenende seiner Comeback-Saison vor die Medien trat. Dabei musste der Rekordweltmeister gleich noch einmal klarstellen, warum er denn überhaupt wieder Rennen fahren will. “Mir haben einfach das Rennfahren und die Kämpfe auf der Strecke gefehlt”, sagte Schumacher.

Kämpfe wird er dieses Jahr wohl genug austragen können, die junge Generation der Formel 1 dürfte heiß darauf sein, sich mit ihm zu messen. Schumacher selbst hatte aber noch keinen bestimmten Gegner im Sinn, mit dem er sich unbedingt messen will. “Wenn man im Auto sitzt und den Helm aufhat, ist es egal, wer der direkte Konkurrent ist. Ich freue mich auf keinen speziellen Gegner”, erklärte er.

Respekt für alle

 

Er gelobte aber schon einmal, nicht zu aggressiv fahren zu wollen, da dabei immer zu berücksichtigen sei, dass das eigene Auto auch Schaden nehmen könne. Schumacher rechnete aber ohnehin nicht damit, dass es zu größeren Schwierigkeiten kommen wird. “Die Leute, die vorne fahren, haben alle genug Erfahrung. Ich respektiere alle Piloten”, meinte er und blickte ein wenig auf seinen Einstieg in die Formel 1 zurück, als er noch gegen Leute wie Alain Prost oder Ayrton Senna fuhr.

Bei seinem Debüt hatte Schumacher noch viel Respekt, die Formel 1 schien ihm weit entfernt, schnell merkte er dann aber, dass auch der Rest nur mit Wasser kocht. Als beste Wasserkocher 2010 sah er neben Mercedes noch Red Bull, Ferrari und McLaren, weswegen er eine harte, aber nicht seine schwierigste Saison erwartete. “Es ist egal, wie viele Konkurrenten man hat. Hat man bis zum letzten Rennen eine Chance auf den Titel, dann macht das keinen großen Unterschied.”

Am Ende vorne stehen

 

Wie gut Schumacher letztendlich wirklich abschneiden kann, haben viele auch von der Güte seines Autos abhängig gemacht. In diesem Punkt wusste er noch nicht so genau, was er zu erwarten hat. Es werde darauf ankommen, wer von den Spitzenteams den größten Schritt gemacht habe, meinte er. “Für uns ist es vor allem wichtig, dass wir am Ende der Saison vorne stehen. Darum dürfen wir zu Beginn nicht zu viel an Boden verlieren”, erklärte er.

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Lauda

Schumacher als Gradmesser

 

Der Countdown läuft. Am Freitag beginnt die neue Formel-1-Saison mit dem ersten Freien Training des Jahres 2010. Auch Niki Lauda freut sich auf die neuen Duelle. “Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull sind meiner Meinung nach nur ein, zwei Zehntel auseinander, also im Prinzip alle gleich schnell”, sagt der RTL-Experte. “Jetzt kommt es darauf an, wer sich in Bahrain als Schnellster qualifiziert und auf der Pole Position ins Rennen geht.”

Vorhersagen traut sich Lauda keine abzugeben. “Fernando Alonso im Ferrari ist genauso motiviert wie Sebastian Vettel im Red Bull oder Lewis Hamilton im McLaren. Da sehe ich gar keine Unterschiede im Moment.” Rückkehrer Michael Schumacher zählt er als Ausnahmesportler ebenfalls dazu.

“Er weiß wirklich, wie es geht!”, meint Lauda. “Ich traue ihm durchaus zu, vom ersten Training an volle Leistung zu bringen.” Besonders interessant empfindet Lauda das Mercedes-Stallduell gegen Nico Rosberg. “Es wird besonders interessant sein zu sehen, ob und wie schnell sein Teamkollege Nico Rosberg an diese Übermacht Schumacher heranfahren kann.”

Schumacher als Profilierungschance

 

Der Gradmesser Schumacher sei für Rosberg, aber auch andere junge Fahrer entscheidend. “Das kann eine Chance für die anderen Piloten sein, denn jeder, der dem Schumi vorweg fährt, macht positiv auf sich aufmerksam”, erklärt der Ex-Champion. “Rosberg leidet vielleicht etwas unter dem Schumi-Hype, aber das sollte ihm egal sein. Nico muss sich nur darauf konzentrieren, dass er vom ersten Training an der Schnellere ist, alles andere muss er ignorieren.”

Denn: “Der Schumi-Hype hält nur solange an, bis er anfängt zu fahren. Dann ist er wieder einer von vielen und dann entscheidet sich, wer die Nase vorn hat.” Das könnte auch Sebastian Vettel sein. Lauda hält Red Bull für enorm konkurrenzfähig, aber auch Ferrari mit Fernando Alonso und McLaren mit Lewis Hamilton und Jenson Button hat er auf seinem Zettel stehen.

“Felipe Massa muss wie Nico Rosberg bei Mercedes um seine Position im Team richtig kämpfen”, glaubt Lauda. “Das gleiche wird auch Jenson Button tun müssen, weil Lewis Hamilton einen Riesenvorteil dadurch hat, dass er schon länger bei McLaren ist und zudem wirklich schnell Auto fahren kann.”

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Vettel macht der Druck nichts aus

Ferrari ist stark

 

Die letzte Testwoche vor dem Beginn der neuen Formel-1-Saison 2010 steht an. Langsam aber sicher wird es ernst. “In dieser Saison werden einige Piloten ganz vorn mitfahren können”, glaubt Sebastian Vettel, der selbst als Titelanwärter gilt. “Es ist noch zu früh um einschätzen zu können, wie stark die einzelnen Teams wirklich sind.”

Ein bisschen eine Prognose abgeben musste Vettel aber doch. “Vorn werden Ferrari, McLaren, Mercedes und wir sein”, sagte er den Salzburger Nachrichten. “Aber alles wird wohl eng sein. Ferrari sah bisher ziemlich stark aus. Aber: Alle Spitzenteams bringen vor Saisonstart noch Verbesserungen an den Autos, es kann also noch viel passieren.”

Das Ding hält

 

Angesichts der ungewissen Spritmengensituation und der verregneten Testwochen in Jerez ist das Bild vom Kräfteverhältnis derzeit ohnehin noch schief. “Das Wichtigste war, dass der neue Wagen von Beginn an ohne Probleme lief”, betonte Vettel. “Die Tests waren bisher auf Zuverlässigkeit ausgerichtet, und das Ding hält. Denn wer gewinnen will, muss zuerst einmal ankommen.” Die Balance des RB6 fühle sich gut an – mit viel und wenig Sprit. “Wichtig war für uns auch, dass alle Daten aus dem Windkanal bisher mit den Erfahrungen auf der Strecke übereinstimmten.”

Nur so könne man der gestiegenen Erwartungshaltung gerecht werden – immerhin gehen Vettel und sein Team als Vizeweltmeister in die Saison. “Es stimmt, dass die Erwartungshaltung von außen höher wurde”, gestand Vettel. “Da kann ich aber auch stolz darauf sein. Heuer als Favorit zu gelten bestätigt unsere Leistungen von 2009. Es gibt kein Ausruhen. Du musst dich in jedem Test, in jeder Runde neu beweisen.” Sein Ziel bleibt dadurch unverändert – bereits seit letztem Jahr: Weltmeister zu werden. “Ob der Druck dabei von außen größer wird, ist mir eigentlich egal.”

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