Robert Kubica

Stolz auf die Leistungen

Robert, Silverstone gehört zu den wahren Klassikern im Grand Prix-Kalender. Wie erlebst Du als Fahrer die Strecke?

Robert Kubica: Es ist ein wirklich aufregender Kurs. Vor allem die ersten sechs oder sieben Kurven fühlen sich in einem aktuellen Formel-1-Auto einfach unglaublich an. Die meisten gehen mit Vollgas oder zumindest fast voll – das hängt vor allem von der Windrichtung und -stärke ab. Und sobald du eine Kurve hinter dir hast, lenkst du schon in die nächste ein. Es sprengt fast die Vorstellungskraft, wie viel Speed du durch diese Passagen mitnehmen kannst. In diesem Jahr fahren wir außerdem erstmals auf dem neuen Streckenabschnitt, den ich bisher nur aus dem Internet und aus den Fernsehen-Übertragungen vom MotoGP-Lauf kenne. Er sieht recht wellig aus und weist einen ganz anderen Charakter auf als der Rest der Stecke. Aber ich glaube, Silverstone ist und bleibt ein Ort, an dem alle Grand Prix-Piloten gerne fahren, denn dieser Kurs offenbart mit seinen Highspeed-Kurven das wahre Potenzial unserer Boliden.

Wie wird sich der Renault R30 in Silverstone schlagen?

Robert Kubica: Das ist schwierig vorherzusagen. In Silverstone ist es sehr knifflig, das perfekte Setup und eine gute Balance zu finden, denn die Anforderungen in den schnellen und den langsamen Passagen des Kurses unterscheiden sich sehr stark – zumal es praktisch keine mittelschnellen Kurven gibt. Die Suche nach aerodynamischem Abtrieb ist der Schlüssel zum Erfolg. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die kürzlich eingeführten Neuerungen am Auto auf dieser Strecke bewähren. Werden sie uns auch in den ultraschnellen Passagen weiterbringen? Ich bin sicher, dass wir im Freitagstraining viel Neues lernen werden, wenn wir das neue Aerodynamik-Paket erstmals auf einem Highspeed-Kurs fahren.

Wo siehst Du Renault derzeit im Vergleich zu den direkten Gegnern?

Robert Kubica: Das hängt stark von der jeweiligen Streckencharakteristik ab und davon, ob du in puncto Setup alles richtig machst. Im Qualifying von Valencia lagen wir dicht hinter Ferrari, obwohl wir selbst nicht einmal 100-prozentig zufrieden waren – aber das ging vermutlich den meisten Teams so. Im ersten Rennabschnitt, als ich hinter Felipe Massa fuhr, schienen wir im Renntrimm nicht so schnell zu sein wie sie. Doch das kann sich auch wieder ändern. Mercedes hatte in Valencia ebenfalls zu kämpfen, und auch andere Teams erlebten dort während des Rennwochenendes ein ziemliches Auf und Ab. Die Kräfteverhältnisse bleiben also sehr schwer abzuschätzen. Silverstone besitzt einen völlig anderen Charakter als Valencia oder Montreal – das letzte Mal, das wir auf einem vergleichbaren Kurs gefahren sind, war in Istanbul. Seitdem haben alle Teams ihre Autos erheblich weiterentwickelt – auch wir. Wie sich die Hackordnung aktuell darstellt, werden wir also erst in Silverstone sehen.

Silverstone markiert die Saisonhalbzeit, Du liegt auf Platz sechs in der Fahrerwertung. Hat die erste Saisonhälfte Deine Erwartungen übertroffen?

Robert Kubica: Das kann man so oder so sehen. Als Fahrer hoffst du immer auf ein Auto, das in der Lage ist, Rennen zu gewinnen. In der Realität sind das Team und ich aber mit der Zielsetzung in den ersten Grand Prix gegangen, im Qualifying die Top Ten zu erreichen. Wir hatten das Gefühl, das entspräche nach der guten Entwicklungsarbeit bei den Wintertests unserem Potenzial. Bis jetzt haben wir jedes Mal das dritte Qualifying erreicht, und abgesehen von Bahrain bin ich nie schlechter als auf Platz sieben ins Ziel gekommen. Alles in allem dürfen wir mit dieser Ausbeute zufrieden sein. Natürlich gab es bei uns zu Saisonbeginn mehr Raum für Verbesserungen. Aber wir haben den Abstand zu den Top-Teams verringert. Die Jungs in den Workshops haben wirklich hart dafür gearbeitet, dass wir ein so hohes Entwicklungstempo anschlagen können. Die letzten Zehntel bis zur absoluten Spitze sind am schwierigsten zu finden, aber ich finde, wir dürfen schon jetzt stolz sein auf das, was wir bislang erreichen konnten. Ich glaube, diese Ergebnisse hätte uns kaum jemand zugetraut.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 12072010

Renault sieht sich vor Mercedes

Gelb gegen Silber

 

Die Formel 1 ist zurück aus Kanada. In Valencia wartet ein Stadtkurs mit einer ähnlichen Charakteristik auf die Fahrer und Teams. Entsprechend rechnet sich Robert Kubica gute Chancen aus, den Hauptgegner Mercedes endlich zu schlagen. “Die meisten Kurven sind langsam, man konzentriert sich auf die Bremsstabilität und eine gute Traktion”, erklärt der Pole. “Das sollte unserem Auto liegen, da wir auf diesen Bereichen stark sind.”

Um noch stärker zu werden bringt Renault ein neues Aerodynamikpaket mit, das unter anderem einen neuen Frontflügel und einen neuen Unterboden beinhaltet. “Damit sollten wir einen weiteren Schritt machen”, glaubt Technikchef Alan Permane, der am liebsten schon bald die 29 Punkte Rückstand auf Mercedes aufholen würde.

Kampf mit den Silberpfeilen

 

“Momentan sind wir leicht vor ihnen”, sagt Permane. “Aber wir dürfen Mercedes nicht unterschätzen, sie pushen genauso hart und sind die amtierenden Weltmeister.” Robert Kubica versteift sich nicht so sehr auf Mercedes. “Es wäre toll, alle zu schlagen, nicht nur Mercedes!”, sagt er. Den Rückstand auf die Spitze stuft er als nicht allzu groß ein. “Allerdings müssen wir noch Boden gutmachen.”

Dabei setzt auch er auf das neue Aero-Paket für Valencia. Gleichzeitig warnt er: “Alle bringen Updates, also wird es davon abhängen, wie gut sie sind und wie stark sie sich verbessern.” Vitaly Petrov bringt noch ein Team ins Spiel. “Force India war in Kanada schnell, also müssen wir sicherstellen, dass wir sie schlagen und weiter gegen Mercedes kämpfen”, sagt der Russe. Kubica möchte deshalb abwarten, wie sich das Rennwochenende entwickelt. “In Valencia ist alles möglich”, betont er. “Schauen wir, ob sich die Reihenfolge verändert und wie wir uns gegen Mercedes schlagen.”

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 28062010

1. Freies Training

Vier Mal Mercedes vorne

 

Die Formel 1 ist zurück in Nordamerika. Nach einer Saison Auszeit absolvierte die Königsklasse wieder ein Freies Training auf dem Circuit Gilles Villeneuve. An der Spitze der Zeitenliste reihten sich vier Fahrer mit Mercedes-Motor ein: Jenson Button vor Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Dem Deutschen im McLaren-Sandwich fehlten nur anderthalb Zehntel auf die Bestzeit von Button, der in 1:18.127 Minuten am schnellsten war. Hamilton hatte 0,225 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen. Rosberg schob sich in letzter Sekunde nur vier Tausendstel hinter den Briten.

Hinter den vier Silberpfeilen reihte sich Sebastian Vettel auf dem vierten Platz ein – noch vor Robert Kubica im Renault. Der Pole gilt nach seinem Podestplatz von Monaco als Geheimfavorit für den Kurs in Montreal, der ebenfalls ein weiches Auto bevorzugt. Hinter Kubica platzierten sich Fernando Alonso, Tonio Liuzzi, Nico Hülkenberg und Rubens Barrichello in den Top-10.

Mark Webber im zweiten Red Bull fuhr nur auf Position 14. Sein Teamkollege Vettel verbesserte sich erst in den Schlussminuten auf Platz 5. Red Bull scheint also das gewohnte Freitagsprogramm zu fahren und sich noch nicht auf schnelle Rundenzeiten zu konzentrieren. Ganz andere Probleme hatte Virgin-Fahrer Lucas di Grassi, der nach nur vier Runden mit einem technischen Defekt stehen blieb.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 14062010

Renault-Fahrer wollen keine Fehler machen

Das Qualifying entscheidet

 

Robert Kubica mag Straßenkurse. Das kommende Wochenende ist also genau nach seinem Geschmack, immerhin wartet in Monaco die Mutter aller Formel-1-Straßenkurse auf die Piloten. Wie gut die Strecke zum Renault passt, kann er noch nicht beurteilen. Es gebe positive und negative Aspekte, meint er.

“Wir haben schon in Barcelona gesehen, wie wichtig das Qualifying ist und hier wird es noch wichtiger, weil Überholen noch schwierig ist”, betont Kubica. “Wenn man punkten möchte, muss man sich vorne qualifizieren und Fehler vermeiden.” In Barcelona holte Kubica Punkte, dennoch war er nicht ganz zufrieden. “Unsere Pace war ermutigend, vor allem im Vergleich zu Mercedes, aber wir hätten mehr Punkte holen können.”

Petrov will Fehler vermeiden

 

Vitaly Petrov blieb in Spanien ohne Punkte. “Das war enttäuschend”, sagt er. Umso schöner wäre es, die Punkte in Monaco nachzuholen. “Es wird ein schwieriges Rennen, weil es ein Straßenkurs ist, der keinen Raum für Fehler lässt”, weiß Petrov. “Hier ist es am wichtigsten, keine Fehler zu machen, wenn man in die Punkteränge fahren möchte.”

Bislang war es für den Rookie eine große Herausforderung, ein perfektes Wochenende hinzulegen – genau das ist aber in Monaco gefordert. “Aber das kommt mit der Erfahrung”, meint Petrov. “Man muss in jeder Session das Meiste aus dem Auto herausholen und darf keine Fehler machen, weil das das gesamte Wochenende beeinflusst.” So wie seine beiden Trainingsunfälle in Shanghai und Barcelona. In Monaco kann ein Abflug noch schneller geschehen. Das gilt es für den Russen zu vermeiden.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 18052010

Vorsichtiger Start bringt Rang 11 für Petrov

Vier Pünktchen für Robert Kubica

 

Eine gute Qualifikation in der Formel 1 ist nach wie vor die halbe Miete zu einem guten Rennergebnis mit Punkten – so sieht es jedenfalls Renault Teamchef Eric Boullier, der von einem schweren Sonntag sprach. Mit der Leistung von Robert Kubica war man jedoch zufrieden, auch wenn es ohne die Berührung mit Kamui Kobayashi in der ersten Runde, vielleicht ein besseres Ergebnis geworden wäre, als Rang acht.

“Die schlechte erste Runde hat den restlichen Verlauf meines Rennens stark beeinflusst”, sagte der Pole. “Ich hatte eigentlich einen guten Start und habe mit Massa gekämpft, aber das Auto ist leider seitlich ausgebrochen, als ich auf’s Gas gegangen bin. In Kurve drei hatte ich eine Berührung mit Kobayashi, wobei ich den Frontflügel beschädigt habe. Das hat mich einige Plätze gekostet.”

In Folge dessen hatte Robert Kubica mit Untersteuern zu kämpfen. “Das Feld war so eng beisammen, da hatten wir keine Zeit den Flügel beim Boxenstopp zu wechseln. Ich habe mit Sutil gekämpft aber jeder weiß, wie schwer das Überholen auf dieser Strecke ist. Ich bin einfach nicht an ihm vorbei gekommen.”

Petrov von 19 auf elf

 

Teamkollege Vitaly Petrov verpasste mit Rang elf die Punkte, war allerdings froh zum ersten Mal die Zielflagge in einem Trockenrennen gesehen zu haben. “Ich bin beim Start etwas vorsichtiger zu Werke gegangen, ich dachte das wäre gescheiter bei der ersten Kurve. Ich habe keine Plätze gut gemacht, aber ich wusste, dass ich versuchen muss dem Startchaos aus dem Weg zu gehen.” Die Startphase einmal überstanden lief alles ohne Zwischenfälle, besonders den Stopp in der 13. Runde und die Arbeit der Crew lobte der Rookie.

“Das Auto hatte durchweg eine gute Balance und ich hatte ein tolles Duell mit Kobayashi. Jetzt geht es nach Monaco und ich freue mich darauf dort mit einem F1-Auto zu fahren. Ein fehlerfreies Wochenende wird sehr wichtig sein.”

Renningenieur Alan Permane hatte sich vom Rennen in Barcelona trotz aller positiven Aussagen mehr versprochen. “Wir haben vier Punkte geholt, aber dennoch ist es eine Enttäuschung. Robert hat drei Plätze in der ersten Runde verloren und dann steckte er für den Rest des Rennens im Verkehr fest. Vitaly hat ein solides Rennen gezeigt und ist von Rang 19 auf elf gekommen. Punkte waren von vorn herein schwer zu erreichen, da das Überholen auf dieser Strecke so schwer ist.”

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 11052010