Sauber darf 2010 starten

Das 13. Team

Am Donnerstagabend gab die FIA bekannt, dass das Schweizer Sauber Team den 13. Startplatz für die Formel-1-Saison 2010 erhalten hat. An die Vergabe des Startplatzes ist nur eine Bedingung geknüpft: Sauber muss das neue Concorde Agreement unterzeichnen. Das dürfte jedoch nur eine Formalie sein. Damit sind die Monate der Ungewissheit für das Team aus Hinwil und dessen Belegschaft beendet.

“Die FIA hat die BMW Sauber AG schriftlich darüber informiert, dass ihre Einschreibung für die FIA Formel 1 WM 2010 erfolgreich war”, teilte die FIA mit. “Vorbehaltlich der Unterschrift unter das Concorde Agreement erhält BMW Sauber den 13. Startplatz und übernimmt damit den Platz des scheidenden Toyota Teams.” Diese Lösung habe die FIA in den vergangenen Wochen mit dem Rechteinhaber CVC sowie den betroffenen Teams erarbeitet.

Sauber wird somit 2010 mit Ferrari-Motoren und einem noch nicht genannten neuen Hauptsponsor an den Start gehen. Die Piloten stehen noch nicht fest. Als Kandidaten geistern Nick Heidfeld, Christian Klien, Vitaly Petrov, Jarno Trulli, Heikki Kovalainen, Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi herum.

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Lange Fahrerliste bei Sauber

Gute Fortschritte am Auto

 

Seit Freitag steht fest: Sauber ist wieder in private Hand. Nach dem Ausflug als BMW-Werksteam übernimmt Peter Sauber wieder seinen Rennstall. Noch hat das Team keinen Startplatz, aber die Suche nach zwei Fahrern hat bereits begonnen. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang: Jarno Trulli, Nick Heidfeld, Heikki Kovalainen, Kamui Kobayashi, Pedro de la Rosa, Vitaly Petrov und Christian Klien.

“Die Zuverlässigkeit und das aus dieser resultierende regelmäßige Punktesammeln sprechen für den Deutschen”, sagt Sauber zu Nick Heidfeld, der jedoch auch bei Mercedes GP auf der Liste steht. Auch McLaren-Langzeittester Pedro de la Rosa wäre als erfahrener Mann eine Variante. “Seine Erfahrung bei McLaren wäre ein Vorteil für uns”, betonte Sauber im SonntagsBlick. “Wenn wir Petrov nehmen, würde sich spätestens 2011 der russische Markt ¬für uns öffnen. Das gilt es zu überlegen.” Zudem würde er 10-15 Millionen Sponsorengelder mitbringen.

Sehr gute Fortschritte am Auto

 

Gut voran geht es mit den Arbeiten am neuen Auto. “Ich habe mir das Windkanalmodell erklären lassen und bin überzeugt: Der Sauber C29 Ferrari wird gut”, sagt Sauber. “Das hat auch damit zu tun, dass die neue Zusammenarbeit mit Ferrari besser nicht sein könnte. Die Verantwortlichen in Maranello haben großes Vertrauen in unsere Ingenieure bewiesen und ihnen sehr früh alle wichtigen Daten über Motor und Getriebe geliefert.”

Dabei helfe es, dass bei den Meetings Leute am Tisch sitzen würden, die bereits vor 2006 zusammengearbeitet haben. Nicht mehr dabei ist BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der sich ab sofort nur noch um die Motorsportaktivitäten von BMW kümmert. “Peter Sauber übernimmt jetzt die Kontrolle und Führung des Teams”, sagte Theissen. “Für mich ist es das Ende einer Ära, für Sauber beginnt eine neue.”

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De la Rosa absolviert ersten Test

18 Runden für McLaren

 

Als McLaren am Freitagmittag den neuen MP4-24 in der Fabrik in Woking präsentierte, befand sich das zweite Auto bereits in Portugal. Dort absolvierte Pedro de la Rosa am Samstag das Rollout des neuen Silberpfeils in Portimao.

Der Spanier drehte insgesamt 18 Runden auf der neuen Rennstrecke, die ab Montag auch den ersten Viertages-Gruppentest des Jahres erleben wird. Dann stellen auch Renault und Williams ihre neuen Autos vor. Zudem wird Toyota das Rollout des neuen TF109 unternehmen. Ferrari sagte den Test ab und fährt lieber in der italienischen Heimat in Mugello.

Die schnellste Runde von de la Rosa war eine 1:28.719 Minuten. De la Rosa wird auch am Montag und Dienstag im Auto sitzen. Am Mittwoch und Donnerstag kommen Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen zum Einsatz.

“Es ist immer spannend, wenn man zum ersten Mal hinter dem Lenkrad eines brandneuen Autos sitzt”, sagte de la Rosa. Die vielen Regeländerungen für die neue Saison hätten die Anspannung zusätzlich erhöht. “Ich kann jedoch beruhigen: das Auto hat sich genau so verhalten, wie wir es erwartet hatten. Wir sind einige Runden gefahren, konnten Vertrauen ins Auto sammeln und Systemchecks durchführen.”

Noch sei man mit dem MP4-24 aber nicht ans Limit gegangen. “Wir werden am Montag mehr Runden fahren, aber es war ein konstruktiver Start.” Angesichts des Testverbots während der Saison stehen de la Rosa und seinem Team einige arbeitsreiche Wochen ins Haus.

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Kovalainen trainiert wieder

Auf alles vorbereitet

Für Heikki Kovalainen ging es in den letzten Tagen einmal quer durch Europa. Nach seiner Krankenhausentlassung am Montagabend blieb er zunächst noch in Spanien. Danach ging es nach Finnland, wo er zusammen mit dem Teamarzt im Kuortane Sportinstitut leichtes Training bestritt. “Doch schon zum Wochenende nahm ich mein normales Programm wieder auf”, verrät Kovalainen. “Mir geht es gut. Mein Nacken ist nicht mehr so steif.”

Kovalainen hat nur noch einen Gedanken: er will in Istanbul wieder in seinem McLaren sitzen. Angst vor einem weiteren Unfall hat er nicht. “Ich will so schnell wie möglich wieder Rennen fahren, alleine darauf arbeite ich seit Barcelona hin.” Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen an Autos und Strecken könne man die Gefahr in diesem Sport nicht gänzlich ausschließen. “Als Fahrer bist du dir dessen bewusst, aber du denkst nicht daran”, sagt Kovalainen. “Wenn du dir darüber Gedanken machst, verlierst du die Konzentration. Ich denke, mir liegt das einfach nicht.”

Vor der Abreise nach Istanbul wird sich Kovalainen bei den Spezialisten in Finnland einer vollständigen neurologischen Untersuchung unterziehen. Als Nächstes stehen für ihn die Reise nach Istanbul und der Fitnesstest der FIA am Donnerstag auf dem Programm, dieser neurologische und physiologische Test ist nach Unfällen mit Gehirnerschütterung vorgeschrieben. Nur wenn er diesen besteht, darf er auch in der Türkei antreten. “Die Entscheidung, ob ich fahren kann, liegt nicht in meiner Hand, aber ich weiß, dass die FIA allein aus Sicherheitsgründen entscheidet.” Sollte Kovalainen nicht fahren dürfen, steht Testfahrer Pedro de la Rosa als Erstzmann parat. “Er ist ein Racer, der es nicht erwarten kann, wieder Rennen zu fahren”, sagt Martin Whitmarsh, “aber wir werden die Entscheidung der Ärzte respektieren – sie sind die Spezialisten.”

Den Unfall hat der Finne gut überstanden. “Heikki hatte keinerlei Verletzung, allerdings beklagte er Kopfschmerzen”, sagt Norbert Haug. “Es gibt keine Anzeichen für irgendwelche Folgeschäden, soweit läuft also alles bestens”, fügt Whitmarsh hinzu. Kovalainens Auto wurde in die McLaren-Fabrik zurückgebracht. Seit Montagmittag wird dort jedes Teil isoliert nach der Unfallursache untersucht. “Gleichzeitig wurde das Reservechassis vom Grand Prix in Barcelona komplettiert”, so Whitmarsh. “Seine Freigabe vorausgesetzt, wird Heikki damit in der Türkei fahren.”

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Hamiltons erste Ausfahrt

Das Warten hat ein Ende

Lewis Hamilton musste lange warten. Am Mittwoch durften Testfahrer Pedro de la Rosa und Neuzugang Heikki Kovalainen die ersten Kilometer mit dem neuen MP4-23 fahren. Erst am Donnerstagmorgen stieg der Vizeweltmeister zum ersten Mal in sein neues Arbeitsgerät – und war zufrieden.

“Es war fantastisch, erstmals mit dem MP4-23 in Jerez zu fahren”, verriet der Brite der Webseite des Teams. “Ich sah das fertige Autos zum ersten Mal am Montag beim Launch in Stuttgart und ich war seitdem ziemlich unruhig.” Um 9:10 war es endlich soweit. Hamilton durfte zum ersten Mal mit dem neuen Silberpfeil Gas geben. “Der erste Eindruck ist gut. Man kann nach so wenigen Runden noch nicht viel sagen, aber mein Gefühl ist positive.” Bis zum Nachmittag drehte Hamilton 34 Runden und fuhr eine schnellste Zeit von 1:19.132 Minuten.

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