2. Freies Training

Sutil mal wieder Regengott

Viel Regen in Suzuka. Die Wetterfrösche behielten recht: Das Wetter war am Freitag nicht im Sonne der F1-Teams und der vielen Fans auf den Tribünen. Nachdem das erste Training bereits auf abtrocknender Strecke stattgefunden hatte, regnete es im zweiten Training noch viel stärker.

Die Folge: Erst in den Schlussminuten wagten sich die Piloten auf die Bahn, um wenigstens eine handvoll Runden zu drehen. Nur der Schnellste der ersten Session, Heikki Kovalainen, sowie die beiden Brawn-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello verweigerten einen Einsatz und fuhren gar nicht aus der Box.

Die Bestzeit des aussagelosen Trainings sicherte sich Adrian Sutil vor Sebastian Vettel und Tonio Liuzzi. Singapur-Sieger Lewis Hamilton ließ als Vierter Kazuki Nakajima, Sebastien Buemi und Fernando Alonso hinter sich. Die meisten Runden fuhr Neuling Jaime Alguersuari mit elf Umläufen. Der junge Spanier nutzte die Zeit, um Erfahrung auf der Strecke und im Regen zu sammeln.

Wie im 1. Training fehlte ein Name in der Zeitenliste: Timo Glock hat sich eine böse Erkältung eingefangen und wurde in beiden Sessions durch Ersatzfahrer Kamui Kobayashi ersetzt. Allerdings gibt es positive Nachrichten zu vermelden: Der Deutsche fühlte sich schon am Nachmittag besser und wäre am liebsten gerne schon mitgefahren. Die Ärzte redeten ihm das jedoch aus, damit er sich im Regen nicht noch etwas anderes einfängt. Am Samstag soll er aber fahren können.

“Im Moment geht es ihm sehr gut, heute Morgen hatte er Fieber, wie das halbe Team in dieser Woche”, sagte Glocks Manager Hans Bernd Kamps. “Ich würde sagen, dass er am Samstag fährt. Das Fieber ist weg.”

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1. Freies Training

Kovalainen im Regen vorne

In letzter Sekunde fuhr Heikki Kovalainen im 1. Freien Training die Bestzeit auf abtrocknender Strecke in Suzuka. Zum ersten Mal seit der Saison 2006 fährt die Formel 1 wieder auf der japanischen Strecke. In den letzten beiden Jahren war man auf der Toyota-Strecke in Fuji unterwegs.

Bis zu Kovalainens Bestzeit sah es nach einer kleinen japanischen Sternstunde aus: Kazuki Nakajima lag auf Bestzeitkurs. Am Ende belegte der Williams-Pilot mit drei Zehnteln Rückstand den zweiten Platz der Zeitentabelle. Bislang hat Nakajima in dieser Saison noch keinen einzigen WM-Punkt gesammelt. Das möchte er bei seinem Heimspiel ändern. Besondere Streckenkenntnis hat er nicht: Er fährt zum ersten Mal mit einem F1-Auto in Suzuka.

Hinter Kovalainen und Nakajima reihten sich Adrian Sutil, Giancarlo Fisichella und Sebastien Buemi ein. Die Plätze 6 und 7 belegten die ehemaligen McLaren-Teamkollegen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Im nächsten Jahr löst Alonso den Finnen bei Ferrari ab. Der beste WM-Kandidat war Rubens Barrichello auf Rang 9. Jenson Button wurde hinter Sebastian Vettel 18.

Für Toyota begann das Heimwochenende in Japan mit einer Absage: Timo Glock musste wegen einer schlimmen Erkältung das Freitagstraining auslassen. An seiner Stelle saß Kamui Kobayashi im zweiten Toyota. Glock soll bis zum 3. Training am Sonntag wieder fit sein, um am Qualifying teilnehmen zu können. Kobayashi beendete sein Debüt an einem GP-Wochenende auf dem 19. Rang. Seinen letzten F1-Test absolvierte der Japaner am 1. März in Jerez. Insgesamt saß er in diesem Jahr an drei Testtagen im TF109.

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Renault schaut nach vorne

Fuji als Wiedergutmachung

 

Der achte Platz von Spa liegt Heikki Kovalainen nach wie vor schwer im Magen, da er seiner Meinung nach um einiges weiter vorne hätte ankommen können, hätte die Strategie gepasst. Da der Speed des Autos aber gut war, ist er nun für Fuji optimistisch, wo es besser klappen soll – wohl auch bei der Strategie. Dass man nicht mehr in Suzuka fährt, sieht er nicht unbedingt als Nachteil für sich und auch den Streckenwechsel sieht er eher rational. “Die Zeiten ändern sich, die Formel 1 ändert sich und das ist Teil des Lebens. Wie Spa und Monza war Suzuka eine herausfordernde Strecke – für Fahrer und Auto. In diesem Jahr fahren wir aber in Fuji, einer Strecke, die ich nach einem Promotion-Event für unsere Partner im Vorjahr schon ein wenig kenne”, sagt der Finne.

Er erwartet sich ein interessantes Rennen, bei dem es vor allem darauf ankommen wird, den Abtrieb richtig festzulegen, da der 1,5 Kilometer langen Geraden ein paar mittelschnelle und langsame Kurven gegenüberstehen. “Vor allem die letzten fünf, die alle im zweiten Gang gefahren werden. Wir werden also daran arbeiten, einen Aero-Kompromiss zu finden und auch guten mechanischen Grip für die langsamen Sektionen”, erklärt Kovalainen. Was Überholmöglichkeiten betrifft, so sieht er vor allem Kurve eins am Ende der langen Geraden als gute Stelle an. Dort erwartet er sich auch viele Manöver.

Ebenfalls nach einer Enttäuschung in Spa voll auf die voraus liegenden Aufgaben konzentriert ist Giancarlo Fisichella. Nach seinem Ausfall in Belgien freut er sich nun auf die neue Strecke, da er es interessant findet, neue Orte und neue Kurse kennen zu lernen. “Es durchbricht die Routine von Jahr zu Jahr, wenn sich die Dinge ändern. Für Fahrer und Ingenieure macht das die Arbeit etwas interessanter”, meint er. Allerdings hat er schon ein wenig Erfahrung in Fuji. 1993 fuhr er dort mit der Formel 3, damals war der Kurs aber noch ein wenig anders. “Das bedeutet, ich werde viel Arbeit haben, um die Strecke zu lernen.”

Die wird folgendermaßen aussehen: am Beginn des Wochenendes wird er wie üblich mit den Ingenieuren die Strecke abgehen und über die Linie, die Bremspunkte und die Getriebeübersetzungen sprechen. “Danach ist es am besten, ein paar Runden auf einem Motorrad oder einem Scooter zu fahren, damit man ein paar optische Referenzpunkte findet und den Fluss der Strecke versteht. Darauf werde ich mich zu Beginn der Woche konzentrieren”, erzählt Fisichella.

Um das Auto gut vorzubereiten, wurden einige Computersimulationen durchgeführt, ähnlich wie bei BMW Sauber, allerdings gibt es noch ein paar Unbekannten, wie Pat Symonds erklärt: “Wir wissen beispielsweise nicht, wie die Fahrer die Kerbs nutzen können. Wir haben auch keine detaillierten Informationen über das Gripniveau. Das bedeutet, wir müssen viele verschiedene Simulationen durchführen, mit verschiedenen, angenommenen Werten, damit wir auf jede Eventualität vorbereitet sind.” Worauf vor allem geschaut wird, ist das Layout der Strecke und der von Kovalainen angesprochene Aerodynamik-Kompromiss.

“Wir müssen unseren idealen Abtrieb vernachlässigen, damit wir gute Top Speeds haben. Das bedeutet aber, dass das Auto in anderen Bereichen der Strecke kniffliger zu handhaben ist”, meint Symonds. Da aber auch die langsamen Kurven am Ende der Runde durchaus eine Rolle spielen könnten, will man das erste Training abwarten, um sich auf eine bestimmte Abstimmung festzulegen. Deswegen wird am Freitag auch mehr gefahren werden als üblich, obwohl Symonds glaubt, dass die Fahrer die Strecke ohnehin schon einigermaßen kennen. “Ich bin mir sicher, viele Fahrer haben auf Simulatoren getestet, die zwischen einer Playstation und den etwas besser entwickelten Systemen einiger Teams schwanken.”

Den Kampf in der WM kann er aufgrund der neuen Strecke nicht genau abschätzen, sieht in Fuji aber Sektoren, die entweder Ferrari oder McLaren entgegenkommen. Im Duell zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso sieht er momentan etwas den Spanier im Vorteil. “Ich war von Lewis sehr beeindruckt, aber wir könnten nach Spa einen kleinen Sprung in seiner Rüstung gesehen haben. Bei Fernando wissen wir, wie stark er psychologisch ist. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie sich ihr Kampf in den letzten Rennen entwickelt.” Den eigenen Kampf in der WM will Symonds mit ein paar guten Ergebnissen zu einem guten Abschluss bringen. Er meint, dass man im Mittelfeld vorne liegt, sich aber keine Fehler erlauben darf. “Vor allem bei unvorhersagbaren Bedingungen, die eine entfernte Möglichkeit sein könnten.”

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