Coulthards Vorgänger

Räikkönen, Rossi & Hill

 

Zwei Tage lang durfte David Coulthard in Südspanien einen Mercedes DTM-Boliden testen. Der ehemalige Formel-1-Pilot ist nicht der einzige Rennfahrer, der in den Genuss eines DTM-Tests bei Mercedes kam. In der Vergangenheit durften auch Kimi Räikkönen, Valentino Rossi und Damon Hill eine C-Klasse testen. Ralf Schumacher und Mika Häkkinen stiegen nach ihren ersten DTM-Tests sogar in die Rennserie ein.

“Die DTM C-Klasse zu fahren war eine fantastische Erfahrung für mich”, sagte Coulthard. “Das Auto überzeugt nicht nur durch die gute Leistung des Mercedes-Benz Motors, sondern auch durch ein hohes Maß an Abtrieb, gerade in mittleren und schnellen Kurven. Insgesamt bin ich sehr beeindruckt von der DTM und der Test war eine großartige Erfahrung für mich.”

Während Coulthard vielleicht in Zukunft in die Fußstapfen von Häkkinen und Schumacher treten könnte, erlebte Kimi Räikkönen Anfang November 2004 ein Art “Spaßtag” in Hockenheim. Der Finne durfte eine C-Klasse testen und kam trotz des verordneten “Spaßprogramms” nahe an die Spitzenzeiten heran, die ein paar Monate vorher beim DTM-Finale in Hockenheim erzielt wurden.

Auch MotoGP-Champion Valentino Rossi durfte 2006 zum Spaß in einen DTM-Mercedes klettern und wusste dabei zu überzeugen. “Ich hatte den Wunsch, ein DTM-Auto auszuprobieren, nachdem ich schon im Ferrari F1 und im Maserati MC12 gefahren bin und es war sehr nett von Mercedes, mir das zu ermöglichen”, erklärte Rossi den Test, der ihm viel Spaß machte.

“Die AMG-Mercedes C-Klasse ist ein beeindruckender Rennwagen und lässt sich fast wie ein Formel-Auto fahren”, sagte er. Mercedes Sportchef Norbert Haug war von Rossis Auftritt sehr angetan. “Er hat sich auf Anhieb gut mit der AMG-Mercedes C-Klasse zurecht gefunden. Er ist ein außergewöhnlicher Rennfahrer, der auf dem Motorrad Überragendes geleistet hat und auch im Rennwagen großes Talent zeigt.”

Für Damon Hill war seine DTM-Testfahrt in Brands Hatch 2006 eine Rückkehr in ein Renncockpit. “Das hat richtig Spaß gemacht. Gut, dass ich die Strecke in Brands Hatch kannte, denn ein DTM-Auto zu fahren ist durchaus eine Herausforderung”, sagte der damals 45-jährige Brite. “Es hat Speed, viel Abtrieb, so dass es extrem schnell durch die Kurven fährt und im Cockpit wird es verdammt heiß.”

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2. Training

Hamilton deutlich vorne

Der erste Tag in Hockenheim begann, wie der letzte Tag in Silverstone endete: mit Regen. Das 2. Freie Training am Freitagnachmittag blieb jedoch von Wetterkapriolen verschont. Auf gänzlich abgetrockneter Strecke war es Lewis Hamilton, der wie schon am Vormittag im ersten Training, die schnellste Zeit der zweiten Session fuhr, und zwar erneut in den Schlussminuten der Session. Tatsächlich drehte er in 1:15.025 Minuten sogar die schnellste Zeit des gesamten Tages, mit der er Felipe Massa im Ferrari um sieben Zehntel distanzierte – ein kleines Freitags-Geschenk beim Mercedes-Heimspiel in Hockenheim.
Hinter Hamilton belegte Massa Platz 2, der allerdings einen Tick schneller war als sein Teamkollege Kimi Räikkönen auf Position 3 und der zweite McLaren-Pilot Heikki Kovalainen auf Platz 4. Dahinter rundeten Mark Webber und Fernando Alonso die Top-6 ab. Der Spanier war schon am Vormittag sowohl im Nassen als auch im Trockenen gut unterwegs gewesen.
Bester Deutscher wurde Nico Rosberg auf Platz 7, gefolgt von den beiden BMW Sauber-Fahrern Robert Kubica und Nick Heidfeld. Kubica konnte nach seinem Abflug vom Vormittag wieder ins Geschehen eingreifen, war mit 36 Runden im 2. Training allerdings nicht der Fleißigste unter den 20 Piloten, diese Rolle kam Timo Glock mit 44 Umläufen zu. Der Toyota-Pilot landeten jedoch nur auf Platz 16 und hatte eine Schrecksekunde zu überstehen, als er – ähnlich wie in Melbourne – auf einer Bodenwelle in der Auslaufzone abhob, diesmal aber unbeschadet zurück auf die Bahn fand.

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Europa GP

Deutschland brennt

Gefühle können trügen. So feierten die Fans und Journalisten Felipe Massa für seine tolle Aufholjagd in Silverstone. Vom Ende des Feldes schnitt er durch das Mittelfeld und fuhr bis in die Punkteränge nach vorne. Er selbst war von dem Rennen wenig begeistert. “Ich fahre nicht für die Show, ich fahre für die WM”, betonte er. Ein gefühltes tolles Rennen kann eben letztlich doch nicht so toll sein. Ebenso kann ein gefühlter Deutschland GP in Hockenheim urplötzlich zum Europa GP auf dem Nürburgring mutieren. Denn dort findet am kommenden Wochenende der zehnte Saisonlauf des Jahres statt.

“Jedes Rennen ist anders”, macht Kimi Räikkönen seinem Teamkollegen Mut. Er selbst hätte jedoch nichts dagegen, wenn es in der Eifel genauso laufen würde wie in Magny Cours und Silverstone. “Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben, aber warten wir es ab.” Wie gut der Nürburgring dem Ferrari liegen wird, weiß er noch nicht. “Jede Strecke kann für unser Auto leicht anders sein”, betont er. Seine schlechten Erinnerungen an den Ring stören ihn nicht. “Ich mag die Strecke trotzdem, es ist eine schöne Strecke zu fahren”, verriet er uns. “Ich hatte leider etwas viel Pech, aber wir pushen so viel wie möglich. Wir haben nichts zu verlieren.” Damit stößt er ins gleiche Horn wie sein Teamkollege Felipe Massa. Beide sagen: “Wir geben niemals auf. Es wird schwer [Hamilton einzuholen], aber wir geben unser Bestes.”

Die gleiche Zielsetzung hat man bei McLaren Mercedes. Immerhin ist der Nürburgring nach dem Wegfall von Hockenheim das Heimrennen der Silbernen. “Wir werden versuchen, am Nürburgring ganz vorne zu sein”, gibt Norbert Haug die Richtung vor. In Silverstone war Martin Whitmarsh mit 14 Punkten zufrieden. “Aber noch lieber hätten wir natürlich gewonnen. Das wollen wir jetzt am Nürburgring nachholen”, kündigt er an. “Wir werden unsere internen Maßstäbe für unsere Leistungsfähigkeit noch höher ansetzen und weiterhin darauf hinarbeiten, dass wir in jedem Rennen die bestmögliche Punktzahl erzielen, falls wir nicht gewinnen sollten”, hat Whitmarsh seinen Blick schon auf den Titelkampf gerichtet.

In diesen wird BMW Sauber in dieser Saison nicht mehr eingreifen. Mario Theissen ist dennoch zufrieden: “Wir haben uns klar als dritte Kraft etabliert.” Dabei ist er zuversichtlich, dass Nick Heidfelds zweiter Platz aus Montreal nicht der einzige Podestplatz der Saison bleiben wird. “Es würde mich freuen, wenn wir auch beim Heimrennen Ferrari und McLaren ärgern könnten”, sagt Heidfeld, der wie immer von Renault gejagt wird. “Giancarlo und Heikki pushen beide voll und holen das Maximum aus dem Auto heraus”, betont Technikchef Bob Bell. “Jetzt brauchen sie die Leistung, um mit BMW auf Augenhöhe kämpfen zu können.”

In den letzten Rennen schaffte Renault das nicht. Allerdings fuhr man auch klar vor dem unerbittlichen Mittelfeld. “Wir haben das letzte Qualifying in Silverstone um weniger als 0,1 Sekunde verpasst und es wurde klar, dass vor allem Renault, Toyota und Honda einen Schritt nach vorne gemacht haben”, bilanziert Red Bull-Sportdirektor Christian Horner. “Im Moment bringen einen drei Zehntelsekunden entweder nach vorne oder an das Ende der Gruppe mit Renault, Honda, Toyota, Williams und uns.” Es wird also auch am Nürburgring an allen Enden hart gekämpft.

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