Türkei GP

Button siegt am Bosporus

 

Immer gewann der Pole-Mann beim Großen Preis der Türkei. Immer wenn Sebastian Vettel auf der Pole gestanden hat, hat er auch gewonnen. Beide Serien fanden am Sonntagnachmittag in Istanbul ein Ende. Stattdessen setzte Jenson Button seine Siegserie fort: Im siebten Saisonrennen holte er sich den sechsten Sieg, den vierten in Folge.

Die Grundlage für den Sieg legte Vettel. Der Red Bull-Pilot kam in der ersten Runde leicht von der Strecke ab und ermöglichte Button so in Führung zu gehen. Danach gab es für den Briten kein Halten mehr. Denn Vettels einzige Chance, das Rennen zu gewinnen, hatte darin bestanden, sich am Start durchzusetzen und sich einen Vorsprung herauszufahren. Dieser Plan war damit gescheitert.

Und auch Plan B funktionierte nicht – im Gegensatz zu Brawn GP, wo Ross Brawn seinen Piloten in Barcelona mit Plan B und einer umgeänderten Zweistoppstrategie zum Sieg taktierte. Bei Red Bull versuchte man in Istanbul Ähnliches, doch die Aufholjagd mittels einer verzweifelt umgestellten drei Stoppstrategie endete jäh hinter Button, den Vettel nach seinem kurzen ersten Stopp nicht überholen konnte. Zu allem Überfluss fiel er bei seinem zweiten Stopp auch noch hinter seinen Teamkollegen Mark Webber zurück und überquerte die Ziellinie somit nicht als Sieger, sondern als Dritter.

Rambo Barrichello

 

Am Start konnte sich Vettel noch gegen Button behaupten, der ihn erst einige Kurven später nach dem Fehler des Deutschen überholte. Dahinter kam es jedoch zu leichtem Chaos: Rubens Barrichello kam sehr schlecht weg und fiel bis in die zweite Hälfte des Feldes zurück. Jarno Trulli und Nico Rosberg profitierten von den Ausweichmanövern rund um den Brawn-Boliden und überholten die beiden Ferrari von Felipe Massa und Kimi Räikkönen. Der Finne fiel sogar noch weiter zurück und beschädigte sich bei einem Überholversuch seinen Frontflügel.

Noch mehr Teile flogen vom Frontflügel von Barrichello. Der Brasilianer fuhr mit Schaum vor dem Mund, um den schwachen Start wieder wettzumachen. Das klappte allerdings genauso wenig wie beim Saisonstart in Australien: Runden lang hing er hinter dem KERS-McLaren von Heikki Kovalainen fest. Bei einem überoptimistischen Angriff fuhr er dem McLaren-Piloten ans links Hinterrad und drehte sich. Das gleiche Manöver probierte Barrichello wenig später gegen Adrian Sutil – diesmal nahm jedoch sein Frontflügel Schaden und er musste die Box ansteuern. In Runde 48 gab er das Rennen dann an der Box auf – der erste Ausfall von Brawn GP in dieser Saison.

Hinter dem Podesttrio Button, Webber und Vettel rehabilitierte Jarno Trulli die schwache Leistung von Toyota aus Monaco mit Platz 4. Auch Nico Rosberg konnte als Fünfter seinen guten Start bis ins Ziel retten und Felipe Massa, Robert Kubica und Timo Glock hinter sich halten. Kimi Räikkönen verpasste als Neunter einen Punkterang.

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2. Freies Training

Rosberg vorne

Wie schon häufiger in dieser Saison sicherte Nico Rosberg eine Trainingsbestzeit. In 1:33.339 Minuten war er knapp zwei Zehntel schneller als Fernando Alonso, der auch in Bahrain von den neuen Teilen an seinem Renault profitiert. Dahinter bestätigten Jarno Trulli, Sebastian Vettel und Mark Webber die guten Eindrücke von Toyota und Red Bull.

Jenson Button und Brawn GP hielten sich im Freien Training noch zurück. Button belegte mit dreieinhalb Zehnteln Rückstand Platz 6 vor Adrian Sutil, Timo Glock und Teamkollege Rubens Barrichello. Der Vormittagsschnellste Lewis Hamilton landete nur auf dem 11. Platz.

Für Ferrari gab es am Nachmittag in Bahrain wenig zu holen. Felipe Massa fuhr trotz der Hilfe von KERS nur auf Position 16, Kimi Räikkönen wurde mit 1,3 Sekunden Rückstand nur 18. Hinter ihm fanden sich aber trotzdem noch zwei bekannte Namen: Heikki Kovalainen im McLaren und Nick Heidfeld im BMW Sauber.

Einen Defekt hatte Nelsinho Piquet zu beklagen. Zu Beginn des Trainings schlug er sich den Frontflügel kaputt und musste auf einer langsamen Runde an die Box zurückhumpeln.

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2. Training

Alonso fährt Bestzeit

 

Am Ende des 2. Freien Trainings in Brasilien waren es weder Lewis Hamilton noch Felipe Massa, die die Zeitenliste anführten. Fernando Alonso stahl den Titelkandidaten die Show und setzte sich mit 0,057 Sekunden Vorsprung gegen den Lokalmatador im Ferrari durch. Die schnellste Zeit des gesamten Tages ging dennoch an Massa, der schon im 1. Training Bestzeit gefahren ist.

Die Fans von Lewis Hamilton müssen hingegen weiter unten nach ihrem Helden suchen. Der WM-Spitzenreiter beendete das 2. Training nur mit der neuntbesten Zeit, eine halbe Sekunde hinter der Bestzeit seines ehemaligen Teamkollegen. Im 1. Training war Hamilton jedoch Zweiter hinter Massa.

Die Überraschung des 2. Trainings war Jarno Trulli, der noch Grippe geschädigt auf Platz 3 fuhr und dabei nur ein gutes Zehntel langsamer war als Alonsos Bestzeit. Die nächstjährigen Red Bull-Teamkollegen Mark Webber und Sebastian Vettel rundeten die Top-6 ab.

Von den restlichen deutschen Startern schafft es nur Nico Rosberg, seinen Williams in die Top10 zu stellen – er fuhr die achtschnellste Runde und damit einen Tick schneller als sein Freund Lewis Hamilton. Nick Heidfeld belegte hinter seinem Teamkollegen Robert Kubica Position 13, Timo Glock reihte sich direkt dahinter auf Platz 14 ein. Adrian Sutil konnte im Duell mit seinem Teampartner Giancarlo Fisichella erneut einen Sieg verbuchen. Insgesamt fehlten Sutil und Fisichella nur 1,1 bzw. 1,3 Sekunden auf die Spitze.

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Jerez, Tag 2

Vettel wieder Schnellster

Sebastian Vettel setzt sich an der Spitze fest: auch am zweiten Testtag in Jerez de la Frontera fuhr der Toro Rosso-Pilot die schnellste Zeit. Mit einer Tagesbestzeit von 1:18.843 Minuten durchbrach er als einziger Fahrer die 1:19er Marke. Geholfen haben ihm dabei die neuesten Slick-Reifen von Bridgestone, die Vettel als einer von fünf Piloten ausprobierte. Im Gegensatz zu den anderen Piloten setzte Vettel aber den gesamten Tag auf profillose Gummis, seine Kollegen nutzten hin und wieder auch die aktuellen Rillenreifen.

Am zweitschnellsten umrundete McLaren-Testfahrer Pedro de la Rosa den südspanischen Kurs. Der Spanier arbeitete am Vormittag mit der Aerodynamikkonfiguration für das kommende Jahr und setzte dabei auch die neuen Slicks ein. Am Nachmittag kehrte er auf die Rillenreifen zurück. Platz 3 belegte Kimi Räikkönen, der den F2008 von Luca Badoer übernahm und hauptsächlich am Setup für die kommenden Rennen arbeitete. Räikkönen war in 1:19.446 Minuten der schnellste Pilot mit Rillenreifen.

Dahinter reihten sich Nico Rosberg, Mark Webber und Alex Wurz auf den Plätzen ein, auch sie probierten im Laufe des Tages die profillosen Reifen aus. Wurz löste zur Mittagszeit die einzige rote Flagge des Testtages aus, der Grund: ein vermutetes Motorproblem.

Jarno Trulli teilte sein Tageswerk auf. Am Vormittag arbeitete er am Setup für den Ungarn GP. Am Nachmittag wechselte er seinen Fokus auf Aerodynamikvergleiche, weil es dann zu windig und heiß für weitere Setuparbeiten war. “Wir haben einige Teile für den Ungarn GP ausprobiert, weitere folgen später in dieser Woche”, sagte Trulli. “Heute ging es nicht um schnelle Rundenzeiten, sondern darum, das Auto zu verbessern.”

Direkt hinter seinem Landsmann reihte sich Tonio Liuzzi auf dem achten Rang der Zeitenliste ein. Mit Force India nahm das zehnte und letzte Team seine Testarbeiten in Jerez auf, sie waren am Dienstag noch nicht im Einsatz. Nelsinho Piquet und Christian Klien rundeten die Ergebnisliste ab. Der BMW Sauber-Pilot spulte 89 Runden ab und holte damit einen Teil der Arbeit nach, die das Team am Dienstag wegen des KERS-Zwischenfalls nicht erledigen konnte.

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Beide Red Bull in den Top10

Zwei Bullen in Lauerstellung

Red Bull hat in den letzten sechs Rennen immer gepunktet. Dass diese Serie in Frankreich nicht abreißt, dafür wurde heute der Grundstein gelegt. Mit Mark Webber, Startplatz 7, und David Coulthard, Startplatz 8, schafften es beide Bullen in Q3. Nach Aussagen der Fahrer wurde mit der Benzinmenge an Bord kein Risiko eingegangen, die Schwerpunkte liegen auf der Rennstrategie. Alle Zutaten für die nächsten Punkte-Happen sind angerichtet.

“Ich bin mit meiner Position wirklich zufrieden”, sagte Mark Webber. “Sicherlich will man immer ein bisschen mehr, aber es hätte heute auch schlechter laufen können. In Q3 hat sich Jarno Trulli vor mir gedreht, somit lag alles an meinen letzten Versuch. Wir haben beide Fahrer in die Top10 gebracht, das war unser Ziel. Wir werden sehen was von unseren Startpositionen morgen alles möglich ist.”

“Es ist alles sehr knapp zwischen uns, Renault und unserem Schwester-Team,” sagte David Coulthard. “Ich hab nicht wenig Benzin mit an Bord, deswegen bin ich mit meiner Leistung heute wirklich zufrieden.”

Nach einem durchwachsenem Freitag ist auch Teamchef Christian Horner sichtlich erleichtert. “Beide Fahrer sind um einiges glücklicher mit dem Auto heute,” stellte Horner klar. “Es war eine starke Leistung von beiden Fahrern sich für Q3 zu qualifizieren.”

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