Button hat Heimsieg im Visier

Neues Silverstone

 

Die Formel 1 kehrt heim. In die Heimat des britischen Motorsports. Silverstone. “Es ist wie ein Motorsportfest”, sagt Jenson Button, der als amtierender Weltmeister zu seinem Heimrennen reist. “Hier zu fahren ist immer eine außergewöhnliche Erfahrung.”

In diesem Jahr ist es aber auch eine neue Erfahrung – die Strecke wurde umgebaut. “Auf dem Papier sieht es so aus, als ob sie die meisten klassischen Kurven beibehalten haben, das ist wichtig”, so Button. “Wir haben Bridge verloren, aber wir haben immer noch Copse, Becketts und Stowe, das ist toll.”

Die Fans mit Stolz erfüllen

 

Auch Lewis Hamilton mag die neue Strecke. “Sie sieht noch schnell und flüssig aus – selbst die neuen Kurven scheinen mittelschnell bis schnell zu sein.” Genau das suche ein Fahrer in Silverstone. Im Gegensatz zu Button kennt Hamilton auch das Gefühl, in Silverstone zu gewinnen. “Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als hier vor meinem Heimpublikum zu gewinnen”, sagt Button. “Das wäre unglaublich.”

Hamilton reist als WM-Spitzenreiter zu seinem Heimrennen, so wie Button im Vorjahr. “Wenn man die riesige Begeisterung hier sieht, möchte man den Fans etwas zurückgeben”, sagt der Weltmeister von 2008. “Ich bin fest entschlossen, die 100.000 Leute mit Stolz zu erfüllen.”

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McLaren gibt den Ton an

Titelkampf bis zuletzt

 

Für Lewis Hamilton und Jenson Button könnte es kaum besser laufen. Zwei Doppelsiege in den letzten beiden Rennen, die Führung in der Konstrukteurswertung und die Plätze 1 und 2 in der Fahrerwertung. McLaren mag in den ersten acht Rennen nicht immer das schnellste Auto gehabt haben, aber die meisten Punkte holten die Silberpfeilpiloten dennoch.

“Es ist klasse, die WM anzuführen, aber ehrlich gesagt ist die Formel 1 so hart umkämpften, dass man nichts als gegeben hinnehmen darf”, warnt Hamilton. “Ich mag jetzt ganz vorne stehen, aber ich weiß, dass wir jede Runde der nächsten elf Rennen kämpfen müssen, um dort zu bleiben. Ich bin glaube ich der fünfte WM-Führende in diesem Jahr, also ist es eindeutig, dass es nicht einfach wird, oben zu bleiben.”

Unglaubliches Starterfeld

 

Auch Button weiß, wie eng es in der Formel 1 in diesem Jahr zugeht. “Es ist eine unglaubliche Saison, die ich sehr genieße. Bei der Pressekonferenz in Montreal saßen drei Weltmeister – wann gab es das zuletzt? Wir haben ein unglaubliches Starterfeld”, sagt Button, der bei McLaren und in diesem Titelkampf die neue Herausforderung gefunden hat, die er suchte. “Die Leute haben meinen Wechsel in Frage gestellt, aber jetzt habe ich ihnen bewiesen, dass es die richtige Entscheidung war.”

Hamilton erwartet einen Titelkampf bis zum Schluss, in dem er die Fehler minimieren und so viele Punkte wie möglich bei jedem Rennen mitnehmen muss. “Ich weiß nicht, ob es am neuen Punktesystem liegt oder daran, dass es bis zu zehn siegfähige Fahrer gibt, aber man kann es sich nicht leisten, nur ein paar Punkte mitzunehmen”, so Hamilton. Jeder Fahrer müsse immer am Limit sein. “Ich liebe das, denn so liebe ich die Rennen.”

Verbesserung im Qualifying

 

Um noch bessere Ergebnisse einzufahren, möchte sich Button im Qualifying verbessern. Damit folgt er der Hamilton-Devise stets alles herauszuholen. “Lewis hat im Qualifying in Montreal eine fantastische Leistung gezeigt, aber er war dort immer schnell”, sagt Button. “Wir haben einige Verbesserungen in der Pipeline, mit denen wir die Red Bull im Qualifying angreifen können sollten.”

Davon abgesehen baut der amtierende Champion weiterhin auf seine Rennpace. “Das Qualifying ist nicht der einzige Schlüssel”, betont Button. “Wenn man auf seine Reifen achtet und Benzin spart, kann das Rennen definitiv in deine Richtung laufen, gerade in den letzten Runden.” So sicherte sich Button zwei Siege. Zuletzt war es allerdings Hamilton, der zweimal ganz oben auf dem Podium stand.

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1. Freies Training

Vier Mal Mercedes vorne

 

Die Formel 1 ist zurück in Nordamerika. Nach einer Saison Auszeit absolvierte die Königsklasse wieder ein Freies Training auf dem Circuit Gilles Villeneuve. An der Spitze der Zeitenliste reihten sich vier Fahrer mit Mercedes-Motor ein: Jenson Button vor Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

Dem Deutschen im McLaren-Sandwich fehlten nur anderthalb Zehntel auf die Bestzeit von Button, der in 1:18.127 Minuten am schnellsten war. Hamilton hatte 0,225 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen. Rosberg schob sich in letzter Sekunde nur vier Tausendstel hinter den Briten.

Hinter den vier Silberpfeilen reihte sich Sebastian Vettel auf dem vierten Platz ein – noch vor Robert Kubica im Renault. Der Pole gilt nach seinem Podestplatz von Monaco als Geheimfavorit für den Kurs in Montreal, der ebenfalls ein weiches Auto bevorzugt. Hinter Kubica platzierten sich Fernando Alonso, Tonio Liuzzi, Nico Hülkenberg und Rubens Barrichello in den Top-10.

Mark Webber im zweiten Red Bull fuhr nur auf Position 14. Sein Teamkollege Vettel verbesserte sich erst in den Schlussminuten auf Platz 5. Red Bull scheint also das gewohnte Freitagsprogramm zu fahren und sich noch nicht auf schnelle Rundenzeiten zu konzentrieren. Ganz andere Probleme hatte Virgin-Fahrer Lucas di Grassi, der nach nur vier Runden mit einem technischen Defekt stehen blieb.

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Horner

Vettel ist reif für die WM

 

Christian Horner ist ein glücklicher Mann. Sein Formel-1-Team führt beide WM-Wertungen hat, hat das erwiesen schnellste Auto und seine beiden Piloten sammeln reihenweise Siege und Pole Positions. Kein Wunder, dass er Sebastian Vettel und Mark Webber für titelfähig hält.

Der junge Deutsche sei nach dem Vizetitel im letzten Jahr bereit dafür, verriet Horner in der Gazzetta dello Sport. “Er ist reif genug für den Titel”, betonte er. “Im letzten Jahr war es zu früh. Jetzt hat er Erfahrung, Wissen und ist ein kompletter Fahrer.” Vor allem der Speed, die Intelligenz und die starke Persönlichkeit zeichnen Vettel in Horners Augen aus. “Er macht Witze und das Team liebt ihn.”

Gleichzeitig treibt ihn Webber zu noch besseren Leistungen an. “Im letzten Jahr hat Mark eine tolle Konstanz gezeigt”, lobte Horner. “Ab dem Sommer war er Buttons gefährlichster Gegner, abgesehen von ein paar schlechten Rennen.” Nur wenige Fahrer seien so schnell wie der Australier. “Sein Speed treibt Vettel an, noch schneller zu fahren.”

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1. Freies Training

Hamilton vor Button

 

Die Formel 1 ist zurück in Europa. Die Teams haben viele neue Aerodynamikteile im Gepäck. Aber das Bild am Freitagvormittag ist unverändert zu den ersten Rennwochenenden: Drei Autos mit Mercedes-Motor führten die Zeitenliste an. Am schnellsten war Lewis Hamilton, der in 1:21.134 Minuten eine halbe Sekunde besser war als sein Teamkollege Jenson Button.

Der amtierende Weltmeister musste jedoch einen Run abbrechen, weil er in der Boxenausfahrt über ein Teil gefahren ist. Fast gleichauf mit Button liegt Michael Schumacher, der im überarbeiteten Mercedes W01 drei Zehntel schneller war als sein Teamkollege Nico Rosberg auf Platz 6. Beide Mercedes-Piloten fuhren mit dem verlängerten Radstand und der neuen Airbox.

Zwischen Schumacher und Rosberg schoben sich die beiden Red Bull Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel, die beide knapp neun Zehntel Rückstand auf die Hamilton-Zeit hatten. Die Top10 komplettierten Robert Kubica, Fernando Alonso, Vitaly Petrov und Kamui Kobayashi. Alonso fuhr bei seinem Heimspiel Vergleichstests mit und ohne F-Kanal.

Einige Probleme

 

Kobayashis Sauber-Teamkollege Pedro de la Rosa konnte keine einzige gezeitete Runde fahren. Er rollte schon zu Beginn des Trainings mit Getriebeproblemen langsam an die Box zurück. Auch Nico Hülkenberg hatte technische Probleme: Der Williams des Deutschen rollte mit einer Rauchwolke aus dem Heck aus.

Am Ende des Feldes belegten die zwei Lotus-Fahrer Heikki Kovalainen und Jarno Trulli die Spitzenpositionen unter den neuen Teams. Dahinter reihten sich Timo Glock und Lucas di Grassi ein, wobei nur Glock mit dem neuen Virgin-Chassis fuhr. Wie schon bei früheren Trainings verlor Glock auch diesmal wieder ein paar Aerodynamikteile bei voller Fahrt.

Bei HRT hatte sich Karun Chandhok schon gefreut, dass er doch anstelle von Testfahrer Christian Klien im 1. Freien Training im HRT Platz nehmen dürfte. Der Inder stand bereits im Rennanzug in der Box und war bereit, einzusteigen. Dann sprintete Klien aus dem HRT-Motorhome mit einem breiten Grinsen im Gesicht in die Box – die Superlizenz für den neuen Piloten war endlich eingetroffen. Klien kam auf Anhieb gut zurecht und fuhr eine halbe Sekunde schneller als Stammfahrer Bruno Senna. Ab dem 2. Training sitzt wieder Chandhok im Auto.

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