1. Freies Training

Kovalainen im Regen vorne

In letzter Sekunde fuhr Heikki Kovalainen im 1. Freien Training die Bestzeit auf abtrocknender Strecke in Suzuka. Zum ersten Mal seit der Saison 2006 fährt die Formel 1 wieder auf der japanischen Strecke. In den letzten beiden Jahren war man auf der Toyota-Strecke in Fuji unterwegs.

Bis zu Kovalainens Bestzeit sah es nach einer kleinen japanischen Sternstunde aus: Kazuki Nakajima lag auf Bestzeitkurs. Am Ende belegte der Williams-Pilot mit drei Zehnteln Rückstand den zweiten Platz der Zeitentabelle. Bislang hat Nakajima in dieser Saison noch keinen einzigen WM-Punkt gesammelt. Das möchte er bei seinem Heimspiel ändern. Besondere Streckenkenntnis hat er nicht: Er fährt zum ersten Mal mit einem F1-Auto in Suzuka.

Hinter Kovalainen und Nakajima reihten sich Adrian Sutil, Giancarlo Fisichella und Sebastien Buemi ein. Die Plätze 6 und 7 belegten die ehemaligen McLaren-Teamkollegen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Im nächsten Jahr löst Alonso den Finnen bei Ferrari ab. Der beste WM-Kandidat war Rubens Barrichello auf Rang 9. Jenson Button wurde hinter Sebastian Vettel 18.

Für Toyota begann das Heimwochenende in Japan mit einer Absage: Timo Glock musste wegen einer schlimmen Erkältung das Freitagstraining auslassen. An seiner Stelle saß Kamui Kobayashi im zweiten Toyota. Glock soll bis zum 3. Training am Sonntag wieder fit sein, um am Qualifying teilnehmen zu können. Kobayashi beendete sein Debüt an einem GP-Wochenende auf dem 19. Rang. Seinen letzten F1-Test absolvierte der Japaner am 1. März in Jerez. Insgesamt saß er in diesem Jahr an drei Testtagen im TF109.

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Nakajima will Punkte in Japan

An der Strecke aufgewachsen

Für Kazuki Nakajima ist das Rennen in Suzuka eine Art Heimkehr in die Fremde. Der Williams-Pilot wuchs in der Gegend rund um die berühmte Rennstrecke auf, war unzählige Male an der Strecke, sah jede Menge Rennen – vom Kart über die Formel 1 bis hin zu japanischen Rennserien. “Für mich ist es wie nach Hause zu kommen”, sagt er vor dem Japan GP am kommenden Wochenende.

Seinen letzten Besuch stattete er der Strecke im April ab. “Davon abgesehen war ich aber seit vier Jahren nicht mehr dort. Es wird also beinahe eine neue Erfahrung für mich sein”, glaubt er. Erwarten kann er es trotzdem kaum.

Erst recht nicht, nachdem er sein Ziel verpasst hat, in Singapur den ersten Saisonpunkt zu holen. “Das Renen war solide, es gab keine schlechten Momente, aber auch keine Highlights”, analysiert er. “Wir waren das gesamte Wochenende über stark und konstant, aber am Ende konnte ich nicht genug Plätze gutmachen, um in die Punkte zu gelangen.” Das soll jetzt in Suzuka bei seinem Heimrennen gelingen.

“Eine meiner Lieblingsstellen ist die berühmte 130R”, sagt Nakajima. “Sie verzeiht keine Fehler. Die Strecke ist allgemein sehr schnell und man muss sicherstellen, dass mein ein gut ausbalanciertes Setup hat, sonst wird man auf der gesamten Runde dafür bestraft.” Als ob das noch nicht anstrengend genug wäre, könnte auch das Wetter eine Rolle spielen. Nakajima glaubt: “Das könnte es noch spannender machen!”

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Die Freitags-Pressekonferenz

Die Japan Connection, Pt.II

Formel 1 in Japan, das war 30 Jahre lang untrennbar mit Suzuka verbunden. Doch die japanischen Teamchefs sind sich einig, dass sich auch die umgebaute Strecke zu Füßen des Fujisan sehen lassen kann. Sogar Honda Motorsportchef Yasuhiro Wada äußerte sich positiv über den Kurs von Erzfeind Toyota. “Es ist eine sehr gute Anlage und alles ist sehr gut organisiert”, sagte Wada, nicht ohne auf den Honda-Kurs zu verweisen. “Es ist schön, dass wir 2009 nach Suzuka zurückkehren, aber es ist gut, dass wir zwei Kurse in Japan haben.”

Doch die Streckenfrage dürfte bei den japanischen Teams derzeit im Hintergrund stehen. Schließlich haben alle drei Mannschaften mit anderen Sorgen zu kämpfen. Am zufriedensten mit dem Saisonverlauf könnte eigentlich Super Aguri-Teamchef Aguri Suzuki sein. Doch auch für ihn sei das Jahr alles andere als leicht gewesen. “Das zweite Jahr ist immer schwerer als das erste”, findet Suzuki. “Denn im zweiten Jahr brauchst du gute Resultate. Der Job läuft gut und wir haben schon ein paar Punkte gesammelt, aber es bleibt schwierig.”

Das betreffe derzeit vor allem die Suche nach neuen Sponsoren für sein finanziell angeschlagenes Team. “Es sind nicht nur Diskussionen mit Sponsoren, sondern auch mit potentiellen Partnern. Ich möchte mein Team nicht verkaufen, deswegen brauche ich gute Partner”, sagte Suzuki. Honda wird dieser Partner wohl nicht sein. Zwar werde das Team auch weiterhin Motor, Getriebe und technische Unterstützung bekommen, “doch es gibt noch ein paar mehr Gründe mit Partnern zu reden”, so der Aguri-Chef. Da einem möglichen Investor wohl auch Mitspracherecht bei der Fahrerwahl zugestanden werden muss, konnte Suzuki keinen neuen Stand in dieser Sache vermelden. “Ich würde mich sehr für Takuma und Anthony freuen, wenn sie weiter für unser Team fahren könnten, aber noch ist nichts entschieden.”

Das gilt natürlich auch weiterhin für das zweite Cockpit bei Toyota neben Jarno Trulli. Eine Entscheidung in der Fahrerfrage könnte sich laut Teamchef Tadashi Yamashina sogar bis März hinziehen. “Die japanischen Journalisten raten mir zum Beispiel, dass ich Kazuki Nakajima oder einen anderen Japaner einsetzen soll. Ich denke noch darüber nach. Und natürlich ist Ralf auch eine Möglichkeit. Ich muss auf jede Möglichkeit schauen”, erklärte Yamashina. Eine davon könnte auch Fernando Alonso sein, sollte er McLaren verlassen. Der Toyota-Teamchef würde ihn wohl mit Kusshand nehmen. “Wenn Toyota in die Auswahl fallen sollte, müssen wir froh sein, aber manchmal werden wir ausgelassen, weil die Performance unseres Autos momentan nicht so gut ist.”

Ein Fahrerproblem hat man bei Honda zum Glück nicht. Ansonsten stünde man wohl bald ohne Piloten da. Denn sogar von der Toyota-Performance kann Honda derzeit nur träumen – trotz wieder einmal vieler neuer Teile. Und wenn man den Worten von Honda-Motorsportchef Wada Glauben schenken mag, ist auch fürs nächste Jahr keine Besserung in Sicht: “Beim Test in der letzten Woche in Jerez haben wir viele Design-Ideen und Teile fürs nächste Jahr ausprobiert”, sagte Wada. “Leider haben die meisten Teile nicht funktioniert.”

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