Lotus fährt 2011 ohne KERS

Auf andere Dinge konzentrieren

 

“Wir werden KERS nächstes Jahr nicht verwenden und haben gute Gründe dafür.” Tony Fernandes lässt sich nicht auf die aktuelle Diskussion um das Energierückgewinnungs-System ein. Lotus wird 2011 ohne KERS antreten.

Der Grund dafür sind die Finanzen: Lotus arbeitet in seinem Debütjahr 2010 mit vielen Zulieferern, im nächsten Jahr möchte das Team das Auto komplett in seiner Fabrik in England bauen. “Wir möchten von der Erfahrung profitieren, die wir mit dem aktuellen Auto gemacht haben”, verriet Fernandes der Turun Sanomat.

Auch ohne KERS gut

 

“Wenn wir KERS hätten, müssten wir bei der Gewichtsverteilung bei Null beginnen”, erklärt Fernandes. “Die großen Teams sitzen in einem anderen Boot, denn sie haben KERS-Erfahrung aus den letzten Jahren.”

Dabei mussten sie viel Zeit und Geld aufwenden, um das System effektiv zum Laufen zu bekommen – wenn es denn lief. Fernandes glaubt deshalb den richtigen Weg gewählt zu haben. “Wir sind zuversichtlich, dass wir auch ohne KERS klarkommen.”

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Vettel harrt der Fortschritte der Anderen

Wer macht das Entwicklungs-Rennen?

 

Updates, Updates, Updates, wohin man am Donnerstag in Barcelona auch hörte, alles drehte sich um Updates. So durfte auch Sebastian Vettel darüber reden, was sich bei Red Bull so getan hat, auch wenn er nicht sehr konkret werden wollte. “Neue Aufkleber und eine neue Nummer haben wird drauf. Es ist zwar die gleiche Nummer, aber neu aufgeklebt”, meinte er mit einem Lächeln. Was technisch so passiert ist, wollte oder durfte er nicht so genau sagen. “Die hervorstechendsten Merkmale sind der Frontflügel, der Heckflügel und der Unterboden. Es sind zwar nicht alle drei neu, aber doch etwas. Die geübten Augen werden das morgen sicher gleich sehen”, sagte er.

Drei Zehntelsekunden sollen die Updates bringen, hatte er einmal gehört und er hoffte auch darauf, dass es wirklich so kommen wird. Denn die Top Vier sah er alle eng beisammen liegen und McLaren beispielsweise in Malaysia durchaus gleichauf mit Red Bull. “Wir werden einen Schritt machen, es hängt aber davon ab, wie viel die anderen finden. Wir haben einen guten Schritt, müssen aber morgen schauen, wie groß der ist.” Dass Ferrari wegen der Zuverlässigkeit beim Motor nachrüsten durfte, fand Vettel durchaus in Ordnung und sah da keinen Grund zur Beschwerde.

Gut und weniger gut

 

Viel eher trauerte er den verschenkten Punkten während der ersten vier Rennen nach. Mit China war er dabei sogar noch einigermaßen zufrieden, auch wenn manchmal vielleicht nicht die richtigen Entscheidungen getroffen wurden und strategisch vielleicht mehr drin gewesen wäre. Aufgrund des Wetterchaos habe man aber einfach froh sein müssen, überhaupt ins Ziel zu kommen. Zu den anderen Rennen meinte er: “Ein Rennen lief gut, das war der Sieg in Malaysia. Zwei Rennen waren wir weit vorne und auf Siegkurs, das ging dann aber in die Hose, weil etwas Unvorhergesehenes am Auto kaputtging.” Sorgen hatte er deswegen aber keine. Der Punkterückstand sei aufholbar, das Auto sei schnell und es werde ja noch besser.

Zu den Verbesserungen soll auch irgendwann der F-Kanal gehören, der laut Vettel in den nächsten Rennen kommen soll. “Das ist aber nicht so einfach. Da ist schon die Installation am Auto selbst, da die Chassis ja seit dem ersten Rennen homologiert sind. Dann muss man es noch so hinbiegen, dass es funktioniert. Wir sind dran, hier gibt es ihn noch nicht, aber hoffentlich bei den nächsten Rennen.” Die Schwierigkeit besteht darin, den Abriss des Luftstroms perfekt zu timen, denn aus Versehen sollte er nicht passieren. Würde der Luftstrom auf den Heckflügel in der Kurve abreißen, wäre das fatal. “Und man schaut, dass man das System so früh wie möglich aktiviert. Wie bei KERS hat man einen größeren Vorteil, wenn man es am Kurvenausgang so früh wie möglich aktiviert. Man muss also verstehen, wie schnell reißt der Abtrieb ab und wir lange braucht er, um sich wieder aufzubauen.”

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Weltmotor könnte VW in F1 bringen

Eigenes Team wird nicht angestrebt

 

Sollte die FIA sich dazu entschließen, in Zukunft mit einem Weltmotor in der Formel 1 zu operieren, dann wäre Volkswagen sehr interessiert daran, in der Königsklasse mitzumischen. Allerdings lediglich als Motorenlieferant, nicht als Besitzer eines eigenen Teams. So meint es zumindest Hans-Joachim Stuck, der Motorsport-Repräsentant von Volkswagen. “Es ist klar, dass wir uns die Formel 1 ansehen”, sagte er laut Sport Bild.

Warten auf die FIA

 

Momentan warte Volkswagen darauf, was die FIA in Bezug auf den Weltmotor in der Formel 1 entscheide. “Sollte er kommen, werden wir darüber sprechen, ob wir ihn für die Formel 1 bauen”, sagte Stuck. Wie Mercedes wolle man es aber nicht machen, ein eigenes Team sei also nicht angestrebt, betonte er noch.

Die FIA hat in der Vergangenheit öfter über einen Weltmotor nachgedacht, der in mehreren Rennsport-Kategorien zum Einsatz kommen könnte. In der Formel 1 scheint sich aktuell aber eine andere Motorformel durchzusetzen, die mit dem neuen Reglement 2013 kommen soll. Ein 1,5 Liter Turbomotor mit vier Zylindern und einem starken KERS wird angestrebt, das Konzept des Weltmotors ist unter den noch existierenden Herstellern in der Formel 1 weniger populär.

Arbeit an der Benzineffizienz

 

Bis 2013 möchte die FIA die Benzineffizienz der aktuellen 2,4 Liter V8 Motoren verbessern. Der ehemalige Ferrari-Motorenchef Gilles Simon, der nun für den Weltverband arbeitet, meinte, dass die Formel 1 in diese Richtung weiterarbeiten sollte. “Wenn ich als Motoren-Ingenieur eine maximale Benzinladung vorgeschrieben bekomme, dann werde ich versuchen, dem Fahrer die maximalen PS zu liefern, indem ich den effizientesten Motor liefere, den ich machen kann”, sagte er dem Magazin Motion. Deswegen wolle die FIA die Regeln im Vorfeld der neuen Motorformel auch dementsprechend anpassen.

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Todt plädiert für Kostensenkungen

F1 zu teuer

Der neue FIA-Präsident Jean Todt war lange Zeit ruhig, jetzt meldete er sich kurz vor dem Jahreswechsel in der französischen Tageszeitung Le Figaro zu Wort. “Die Formel 1 ist zu teuer”, schlägt er die gleiche Linie ein wie sein Vorgänger Max Mosley.

“Es ist traurig, dass Honda, BMW und Toyota gegangen sind, aber wenn man enorme Summen ausgibt, ohne die erwünschten Ergebnisse einzufahren, ist das unvermeidlich.” Andererseits freut sich Todt, dass mit USF1, Campos, Virgin und Lotus vier neue Teams hinzukommen.

Allerdings müsse man die Kosten weiter senken, da die bisherigen Maßnahmen noch nicht ausreichen würden. Damit setzt er den Sparkurs von Mosley fort, obwohl er nicht auf eine strikte Budgetgrenze setzen möchte.

Auch in Umweltfragen gibt er Mosley recht: Um die freiwillige Selbstbeschränkung der FOTA beim Thema KERS zu überdenken, hat er den ehemaligen Ferrari-Motorenchef Gilles Simon verpflichtet. Er soll eine Arbeitsgruppe zur zukünftigen Nutzung neuer Technik und der Umwelt leiten.

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Domenicali

Es fehlte an Abtrieb

 

Eine schwierige Saison liegt hinter Ferrari. So richtig weiß Stefano Domenicali selbst nicht, warum es für Ferrari manchmal lief und manchmal nicht. Die Ergebnisse seien wirklich nur schwer zu erklären, bestätigte er gegenüber Auto, Motor und Sport. Er könne sich an kein Jahr erinnern, in dem es so große Schwankungen von einem zum nächsten Rennen gegeben habe. “Die Techniker müssen erst einmal richtig verstehen, was da in dieser Saison passiert ist.”

Beim ersten Podestplatz in Monaco halfen die Streckencharakteristik und die Gewichtsverteilung. Danach fror man bald die Entwicklung des aktuellen Autos ein, konnte aber trotzdem noch gute Ergebnisse mit Kimi Räikkönen erzielen. “Wir wissen, dass eines der Hauptprobleme unseres diesjährigen Autos der Mangel an Abtrieb ist”, sagt Domenicali. “Nach schwierigem Start mit KERS hat uns das System im zweiten Teil der Saison geholfen, die Probleme mit der aerodynamischen Effizienz etwas zu kaschieren.”

Im Qualifying gelang das nicht. Oft waren die roten Renner auf einer Runde langsamer als über die Renndistanz. “Unser Auto braucht länger um warm zu laufen wie z.B. bei den Reifen”, erklärt der Teamchef. “Unsere Konkurrenten gehen auf die Strecke und knallen direkt eine gute Rundenzeit hin.”

Harter Kampf um Platz 3

 

Für das letzte Saisonrennen hat man sich Platz 3 in der Konstrukteurswertung zum Ziel gesetzt. “Wir wissen, dass das Ziel, Dritter zu bleiben, sehr ehrgeizig ist, aber wir kämpfen bis zum Ende.” Nach Brasilien liegt McLaren einen Punkt vor Ferrari. “Man hat gesehen, dass die Rennen in diesem Jahr zu unvorhersehbar sind. Es gibt deshalb keinen Grund, warum wir nicht dafür kämpfen sollten.”

Vor der Saison 2010 verändern sich nicht so viele Regeln wie vor dieser Saison. Trotzdem erwartet Domenicali einige neue Herausforderungen. “Der erste Punkt ist, dass niemand die neuen Reifen getestet hat. Wir konstruieren mit Hilfe von Simulationen. Aber Simulationen ohne Reifen sind die eine Sache, das Auto zu fahren eine andere”, sagt er. Auch das Tankverbot wird sich auswirken. “Ohne Tankstopps stellt sich vielleicht heraus, dass das Auto aggressiver mit den Reifen umgeht, und man muss deshalb zum anderen Zeitpunkt an die Box als eigentlich geplant.” Das könnte Probleme mit den Bremsen verursachen.

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