Räikkönen gibt nicht auf

Kampf um Platz 3

Sein Geburtstagsgeschenk von Heikki Kovalainen hatte sich Kimi Räikkönen anders vorgestellt: Statt einer Mithilfe auf dem Weg zu einem Podestplatz gab es nur eine Ladung Benzin direkt auf Auto und Visier, die sich kurz darauf in einen Feuerball verwandelte.

Der Finne blieb trotzdem cool und fuhr noch in die Punkte, seine Podesthoffnungen hatten sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon zerschlagen. Nach Kurve 3 versuchte er in der ersten Runde Mark Webber zu überholen. “Ich nutzte KERS, aber er wechselte plötzlich die Linie und bevor ich reagieren konnte, war ich mit zwei Rädern auf dem Gras und beschädigte meinen Frontflügel. Damit lösten sich meine Hoffnungen auf einen Platz unter den Top-3 in Rauch auf.”

Angesichts dieser Probleme war er mit Platz 6 zufrieden. “Allerdings gefällt es mir nicht, dass wir Punkte gegen McLaren verloren haben – obwohl sie hinter uns gestartet sind.” In der Konstrukteurswertung liegt Ferrari jetzt einen Punkt hinter McLaren. “Aber in Abu Dhabi kann alles passieren und wir werden alles geben, um den dritten Platz zurückzuerobern.”

An einen Sieg verschwendet er keinen Gedanken. “Wir konnten in diesem Jahr nicht um die WM kämpfen und Brasilien war wie erwartet ein schwieriges Wochenende.” Einen Podestplatz hielt er dennoch für möglich. Am Freitag kämpfte Räikkönen noch mit Graining, das jedoch durch eine Setupverbesserung beseitigt werden konnte. “Dadurch waren meine Rundenzeiten im Rennen sehr gut. Wir waren auf den superweichen Reifen sehr schnell und ich lag immer in den Top3.”

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Alonso freut sich auf Ferrari

McLaren hat noch nichts entschieden

Nicht die Verkündung selbst kam überraschend nur der Zeitpunkt den Ferrari wählte, um Fernando Alonso als zweiten Fahrer neben Felipe Masse für 2010 zu bestätigen. Eine Entscheidung, die nun auch andere Teams in ihrer Fahrerwahl beeinflussen wird, so sie zumindest fest in der Formel 1 bleiben.

Eines dieser Teams ist McLaren. In den letzten Wochen gingen die Gerüchte um, dass Kimi Räikkönen zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehren könnte. Bestärkt wurde dieses durch die zur gleichen Zeit gewonnene Erkenntnis, dass Nico Rosberg eher zu Brawn GP gehen dürfte, als zu MacLaren. Aber trotz allem hält sich das englische Team weiter bedeckt, was Verkündungen betrifft.

“Wie jeder weiß, hat Lewis einen Vertrag bis 2012 mit uns”, sagte ein Sprecher von McLaren. “Was unseren zweiten Fahrer für 2010 betrifft, da haben wir noch keine Entscheidung getroffen.”

Entscheidung ja oder nein, fest steht, dass Heikki Kovalainen 2009 nicht zu überzeugen wusste und daher sehr wahrscheinlich im kommenden Jahr nicht im McLaren sitzen wird, auch wenn Lewis Hamilton ihn gern als Teamkollegen behalten würde.

Während mit Heikki Kovalainen und Kimi Räikkönen zwei Finnen offiziell noch nicht wissen, wo es 2010 hingeht, kann sich Fernando Alonso entspannt zurück lehnen und sich auf die neuen Aufgaben mit Ferrari freuen. Allerdings hatte der Spanier nicht erwartet, dass er schon 2010 für die Roten Gas geben würde.

“Wir hatten eine Abmachung in diesem Sommer getroffen, dass ich 2011 fahren würde, aber während der letzten Tage hat sich das verändert und wir haben den Wechsel um ein Jahr vorgezogen”, sagte Alonso in Japan. “Ich freue mich sehr und bin sehr stolz darauf, ein Ferrari-Fahrer zu werden. Das ist der Traum eines jeden Rennfahrers.”

“Ich möchte mich bei Luca di Montezemolo bedanken, der einen Dreijahresvertrag wollte. Ich bin sicher, dass Felipe und ich für Ferrari und die Fans aus der ganzen Welt zufriedenstellend arbeiten werden. Ich kann es kaum erwarten, dass es los geht.”

Teamchef Stefano Domenicali erklärte weiter: “Zuerst haben wir über die Möglichkeit mit Fernando gesprochen für uns ab 2011 zu fahren. Aber dann hat es sich so ergeben, dass er schon 2010 für uns fahren kann. Diese Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen.”

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Italien GP

Barrichello gewinnt, Hamilton fliegt ab

Die beiden McLaren Mercedes von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen schienen vor dem Großen Preis von Italien in Monza die Favoriten zu sein. Hamilton stand mit einer Zweistoppstrategie auf der Pole Position, Kovalainen mit einer Einstoppstrategie auf Startplatz 4. Beides ideale Ausgangspositionen für die jeweilige Taktik. Doch die finnischen Träume lösten sich bereits am Start auf. Kovalainen fiel schnell zurück und spielte im weiteren Verlauf keine Rolle im Kampf um den Sieg oder die Podestplätze.

Stattdessen entpuppten sich bald die Brawn GP von Rubens Barrichello und Jenson Button als die härtesten Gegner von Hamilton im Kampf um den Sieg. Und tatsächlich: Die von den Plätzen 5 und 6 gestarteten Brawn-Piloten fanden sich nach ihrem Stopp an der Spitze wieder und blieben auch nach Hamiltons zweitem Stopp vorne – in der gleichen Reihenfolge wie im Qualifying: Barrichello vor WM-Spitzenreiter Button. In den Schlussrunden holte Hamilton zwar noch einmal auf Button auf, kam jedoch nicht mehr an ihm vorbei.

In der letzten Runde verlor Hamilton dann die Kontrolle über den McLaren auf einem Randstein und drehte sich in die Leitplanke. So stand mit Kimi Räikkönen doch noch ein Ferrari-Pilot auf dem Podium beim Heimspiel der Scuderia in Monza. Das Rennen wurde unter Safety Car Bedingungen beendet. In der Fahrer-WM führt Button nun mit 14 Punkten Vorsprung auf Barrichello. Sebastian Vettel erbte durch den Hamilton-Unfall einen Punkt als Achter, verlor aber viel Boden in der WM.

Die meiste Action gab es am Start: Kimi Räikkönen attackierte Pole-Mann Lewis Hamilton außen herum, kam dabei aber leicht auf das Gras, so dass Hamilton als Erster in die erste Schikane einbog. Für Räikkönen reichte es trotzdem, um sich gegen den KERS-losen Force India von Adrian Sutil durchzusetzen und als Zweiter in die Schikane einzubiegen. Dahinter setzte sich Rubens Barrichello gegen Heikki Kovalainen durch, der in der Folge auch von Jenson Button überholt wurde.

Die Teile flogen in der zweiten Schikane: Robert Kubica beschädigte sich seinen Frontflügel am Auto von Mark Webber, der noch mehr Pech hatte und im Aus landete. Kubica wurde danach von der Rennleitung mit der schwarz-orangenen Flagge belegt, um ein flatterndes Teil an seinem Frontflügel zu entfernen. Der folgende Boxenstopp warf ihn weit zurück, so dass er bald endgültig aufgab. Ebenfalls früh Probleme gab es bei Nico Rosberg, der einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegte und so ans Ende des Feldes zurückfiel.

Abgesehen von einigen Überholmanövern entwickelte sich danach ein typisches Monza-Taktikrennen, das Jaime Alguersuari und Tonio Liuzzi nicht beenden durften. Liuzzi lag auf Punktekurs, als das Getriebe in seinem Force India den Geist aufgab. Trotzdem hinterließ er bei seinem F1-Comeback als Ersatz für Giancarlo Fisichella einen guten Eindruck. Besagter Fisichella kam im Ferrari noch nicht ganz so gut zurecht und belegte nur Platz 9.

Besser lief es für Kimi Räikkönen, der dank des Hamilton-Crash erneut auf dem Podium landete. Zuvor musste er sich bis ins Ziel gegen Adrian Sutil zur Wehr setzen. Die Entscheidung fiel beim letzten Boxenstopp: Räikkönen verlor Zeit, weil er nicht so früh losfahren wollte, Sutil kam jedoch zu schnell herein und fuhr einige seiner Mechaniker leicht um, was auch ihn Zeit kostete. So kam der Ferrari vor dem Force India aus der Box.

Für Sebastian Vettel lief das Rennen überhaupt nicht nach Plan. Der Red Bull Pilot steckte im Mittelfeld fest und kam hinter Nick Heidfeld auf dem achten Platz ins Ziel. Gegen Ende gab es noch einmal alles, rodelte sogar einmal durchs Kiesbett, hatte aber keine Chance, den BMW Sauber seines Landsmanns einzuholen. Die Punkteränge hinter den Podestbesuchern Barrichello, Button und Räikkönen belegten Sutil, Fernando Alonso, Heikki Kovalainen, Heidfeld und Vettel.

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1. Freies Training

Hamilton vor BMW

Eine halbe Stunde ließen die Piloten die wenigen Fans auf den Tribünen warten. Das Ziel: Der viele Sand sollte von alleine von der Strecke abwandern. Die Wanderdüne blieb jedoch Wunschdenken: Letztlich mussten die Fahrer dann doch selbst den Staubsauger spielen und den Kurs sauber fahren.

Zunächst kam es zu einigen Ausritten und Drehern, welche von den beiden Finnen Heikki Kovalainen und Kimi Räikkönen eröffnet wurden. Räikkönen schoss mit seinem Ferrari sogar nur knapp an einer Begrenzungsmauer vorbei. Den einzigen technischen Defekt des 1. Trainings hatte Toro Rosso zu vermelden: Sebastien Buemi rollte bei seinem Quasi-Heimrennen in der Wahlheimat fünf Minuten vor Trainingsende am Streckenrand aus.

Ohne Probleme kam Lewis Hamilton durch die 90 Minuten. Der McLaren-Pilot stellte seinen Silberpfeil mit erneut leicht adaptiertem Diffusor auf Position 1, gut zweieinhalb Zehntel vor Nick Heidfeld und knapp drei Zehntel vor Robert Kubica.

Die beiden BMW Sauber setzten, entgegen der bisherigen Trainingsstrategie, gegen Ende einen weichen Reifensatz ein und kamen so an die Spitze der Zeitentabelle. Zudem fahren beide mit KERS, das auch bis Sonntag in beiden Autos Verwendung finden soll.

Die Top-8 komplettierten Nico Rosberg, Jenson Button, Heikki Kovalainen, Rubens Barrichello und Felipe Massa. Mit Kimi Räikkönen schaffte es auch der zweite Ferrari in die Top-10. Die Roten haben ihr Programm geteilt: Massa fährt mit KERS, Räikkönen ohne. Am Ende des Tages möchte man eine Entscheidung für den Rest des Wochenendes fällen. China-Sieger Sebastian Vettel belegte Platz 12.

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1. Training

Bestzeit für Massa

 

Der Showdown hat begonnen. Bei kühlen Bedingungen und teilweise leichtem Regen startete die Formel 1 in das letzte Rennwochenende der Saison 2008. Standesgemäß gaben die beiden Titelanwärter Felipe Massa und Lewis Hamilton im 1. Freien Training in Sao Paulo die Pace vor.

In 1:12.305 Minuten sicherte sich Felipe Massa die schnellste Zeit des Vormittags. Knapp zwei Zehntel dahinter reihte sich WM-Spitzenreiter Hamilton auf dem zweiten Platz ein. Die traditionell gute Form von Ferrari in Brasilien bestätigte Kimi Räikkönen mit Platz 3. Der Finne stand jedoch lange in der Box und legte, als er endlich auf die Bahn gehen konnte, den ersten Dreher des Tages auf den welligen Asphalt. Die kühlen und teils nassen Bedingungen sollten normalerweise eher McLaren entgegen kommen.

Hinter den Top-3 reihte sich Robert Kubica mit knapp sechs Zehnteln Rückstand auf dem vierten Platz ein. Heikki Kovalainen und Fernando Alonson komplettierten die Top-6. Mit Nick Heidfeld und Timo Glock schafften es zwei Deutsche unter die besten Zehn. Der BMW Sauber-Pilot belegte Rang 9, der Toyota-Mann direkt dahinter Position 10. Zum ersten Mal an diesem Wochenende trat Jarno Trulli in Erscheinung. Er hatte den Pressetag am Donnerstag wegen einer Grippe ausfallen lassen müssen. Hinter ihm belegte Nico Rosberg Platz 12. Sebastian Vettel und Adrian Sutil rundeten die Zeitentabelle auf den Rängen 17 und 19 ab.

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