Barrichello hat einige Alternativen

Brawn gehört dazu

Nach dem Qualifying war Rubens Barrichello der gefeierte Held, nach seinem Heimrennen in Brasilien war er höchstens noch eine Randnotiz als freundlicher Helfer, der seinem Weltmeisterteamkollegen das Privatflugzeug für den Heimflug lieh, wo Button in England von 500-600 Fans euphorisch am Flughafen gefeiert wurde.

Barrichellos Zukunft über das Saisonfinale in Abu Dhabi hinaus ist hingegen offen. Angeblich soll er bereits einen Vertrag bei Williams unterschrieben haben. Doch im brasilianischen Fernsehen sagte er nun: “Ich habe auch die Möglichkeit, bei Brawn zu bleiben – aber auch andere.”

Als sein Ersatz werden Nico Rosberg und Kimi Räikkönen gehandelt. Jenson Button wollte vor dem Titelgewinn erst nach Saisonende über eine Vertragsverlängerung sprechen, mittlerweile ließ er durchklingen, dass er bereit sei für Vertragsgespräche und er mit einer Einigung rechne.

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Qualifying

Button startet von der Pole

 

Kaum Überholchancen, eine enge Strecke und ein langes Rennen: Nirgends ist die Pole Position so wichtig wie in Monaco. Jenson Button kann sich glücklich schätzen, dass er diese in allerletzter Sekunde dem Finnen Kimin Räikkönen entreißen konnte. Nur 25 Hundertstel trennen den WM-Spitzenreiter vom Ex-Weltmeister.

Auf dem dritten Platz reihte sich mit Rubens Barrichello der zweite Brawn-Pilot vor Sebastian Vettel und dem zweiten Ferrari von Felipe Massa ein. Nico Rosberg komplettiert die Top-6. Für Heikki Kovalainen reichte es im Q3 nur zu Rang 7. Bis dahin hatte der McLaren-Fahrer in den ersten beiden Sessions weiter vorne mitmischen können.

Enttäschung bei Toyota und BMW

 

In allen drei Freien Trainings blieben die Piloten ohne Unfall, im Qualifying holten ausgerechnet die Toppiloten die Leitplankenkontakte nach: Erst driftete Felipe Massa in der Schwimmbadschikane in die Begrenzung, als das Heck seines Ferrari ausbrach, dann schmiss Lewis Hamilton seinen McLaren in die Reifenstapel. Der Unterschied: Massa konnte sein Auto an die Box schleppen und weiterfahren, Hamilton schied hingegen mit einer gebrochenen Radaufhängung hinten links aus.

“Ich habe einen Fehler gemacht”, gab Hamilton zu. “Das ganze Wochenende lief gut und ich entschuldige mich beim Team. Klar schluckt man das nicht leicht, aber man lernt aus Fehlern. Das macht mich stärker.”

Neben Hamilton scheiterten auch beide BMW Sauber und beide Toyota im ersten Qualifying. “Das ist natürlich sehr enttäuschend”, beklagte sich Nick Heidfeld. “Man fährt sich auf Deutsch gesagt den Arsch ab und was dabei raus kommt, ist nicht mal annähernd zufriedenstellend.” BMW Sauber habe beim Auto keinen Fortschritt erzielt. “Nichts ging in die richtige Richtung. Ich denke nach wie vor, dass wir zu wenig Neuerungen und Updates am Auto bekommen haben. In Barcelona gab es zwar etwas, aber das ist offensichtlich nicht genug.”

Ähnlich enttäuscht war Timo Glock nach seinem Ausscheiden. “Ich habe von der Runde her alles versucht”, sagte Glock. “Schon mit dem ersten Satz war ich zwei Mal an der Mauer. Ich wollte alles rausquetschen, damit wir es ins Q2 schaffen, aber das Auto ist hier weit weg von irgendeinem Speed. Ich habe mich dieses Wochenende mehr im Kreis gedreht als ich gefahren bin.” So auch beim letzten Angriff kurz vor dem Ende des Q1. “Bei keiner Änderung ist etwas passiert, wir hatten immer den gleichen Speed.”

Adrian Sutil hatte hingegen gut lachen. Er schaffte den Sprung ins Q2 und feierte diesen wie eine kleine Pole. “Es hat Spaß gemacht, sitzen zu bleiben und das Q2 zu fahren”, sagte er. Wobei er zugibt, dass die rote Flagge beim Hamilton-Unfall ihm geholfen habe. “Trotzdem waren es gute Runden.”

Das Qualifying im Überblick

 

 

 1. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 Massa schlägt an; Hamilton fliegt ab (Abbruch), Dreher Glock

ausgeschieden:

 

 Hamilton, Heidfeld, Kubica, Trulli, Glock

Top-6:

 

 Rosberg, Button, Webber, Massa, Barrichello, Kovalainen

2. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 Dreher Piquet, Fisichella Schikane abgekürzt (2 Zeiten gestrichen)

ausgeschieden:

 

 Buemi, Piquet, Fisichella, Bourdais, Sutil

Top-6:

 

 Räikkönen, Kovalainen, Webber, Barrichello, Rosberg, Vettel

3. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 keine

Top-6:

 

 Button, Räikkönen, Barrichello, Vettel, Massa, Rosberg

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3. Freies Training

Renault übernimmt die Spitze

Fernando Alonso rechnet sich für das Rennen in Monaco einiges aus. Im 3. Freien Training bestätigte er diese Vorhersage mit einer Bestzeit. In 1:15.164 Minuten drehte der Spanier die schnellste Zeit des Vormittags. Allerdings klemmte ihm Jenson Button mit gerade einmal 0,069 Sekunden Rückstand im Diffusor.

Den Aufwärtstrend von McLaren Mercedes bestätigte Heikki Kovalainen, der mit gut einem Zehntel Rückstand Platz 3 der Zeitenliste belegte. Sein Teamkollege Lewis Hamilton hatte lange Zeit das Training angeführt, landete schlißlich aber auf Rang 7.

Ebenfalls wieder gut unterwegs waren die Ferrari von Felipe Massa (5. Platz) und Kimi Räikkönen (6. Platz), die in Monaco wieder ein Stückchen an die Spitze herangerückt zu sein scheinen. Vor ihnen platzierte sich Rubens Barrichello auf dem 4. Platz. Die Top-10 rundeten Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Mark Webber ab.

Toyota und BMW Sauber fuhren auch am Samstagvormittag dem Feld hinterher. Timo Glock, Robert Kubica, Nick Heidfeld und Jarno Trulli belegten geschlossen die letzten vier Ränge der Zeitentabelle. Sogar die Force India von Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella waren als 12. und 14. vor dem Quartett der Enttäuschten platziert. Fisichella legte in der Hafenschikane den einzigen Dreher des Trainings hin. Noch gab es am gesamten F1-Wochenende keinen Leitplankenkontakt.

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3. Freies Training

Massa vor Räikkönen

Eine knappe halbe Sekunde Vorsprung verbuchte Vizeweltmeister Felipe Massa im 3. Freien Training auf dem Circuit de Catalunya auf den besten Nicht-Ferrari-Piloten. Denn hinter dem Brasilianer reihte sich sein Teamkollege Kimi Räikkönen ein, mit gerade einmal, 0,082 Sekunden Rückstand.

Die Verfolgung der Roten nahm Brawn GP auf. Jenson Button und Rubens Barrichello hatten fünf respektive sieben Zehntel Rückstand auf Massa. Ein Lebenszeichen gab BMW Sauber in Person von Robert Kubica von sich. Der Pole fuhr auf den fünften Platz – noch vor Jarno Trulli, Lewis Hamilton und Timo Glock.

Viel Arbeit erwartet die Mechaniker von Nick Heidfeld. Der BMW Sauber Pilot flog zur Mitte des 3. Trainings von der Strecke ab und beschädigte den Frontflügel und die Aufhängung seines generalüberholten F1.09. Die Session war damit für ihn beendet. Glimpflicher verlief ein Dreher von Giancarlo Fisichella, der kurz zuvor nur durch die Wiese rodelte, dort aber von den Streckenposten zurückgeschoben werden konnte.

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1. Freies Training

Hamilton vor BMW

Eine halbe Stunde ließen die Piloten die wenigen Fans auf den Tribünen warten. Das Ziel: Der viele Sand sollte von alleine von der Strecke abwandern. Die Wanderdüne blieb jedoch Wunschdenken: Letztlich mussten die Fahrer dann doch selbst den Staubsauger spielen und den Kurs sauber fahren.

Zunächst kam es zu einigen Ausritten und Drehern, welche von den beiden Finnen Heikki Kovalainen und Kimi Räikkönen eröffnet wurden. Räikkönen schoss mit seinem Ferrari sogar nur knapp an einer Begrenzungsmauer vorbei. Den einzigen technischen Defekt des 1. Trainings hatte Toro Rosso zu vermelden: Sebastien Buemi rollte bei seinem Quasi-Heimrennen in der Wahlheimat fünf Minuten vor Trainingsende am Streckenrand aus.

Ohne Probleme kam Lewis Hamilton durch die 90 Minuten. Der McLaren-Pilot stellte seinen Silberpfeil mit erneut leicht adaptiertem Diffusor auf Position 1, gut zweieinhalb Zehntel vor Nick Heidfeld und knapp drei Zehntel vor Robert Kubica.

Die beiden BMW Sauber setzten, entgegen der bisherigen Trainingsstrategie, gegen Ende einen weichen Reifensatz ein und kamen so an die Spitze der Zeitentabelle. Zudem fahren beide mit KERS, das auch bis Sonntag in beiden Autos Verwendung finden soll.

Die Top-8 komplettierten Nico Rosberg, Jenson Button, Heikki Kovalainen, Rubens Barrichello und Felipe Massa. Mit Kimi Räikkönen schaffte es auch der zweite Ferrari in die Top-10. Die Roten haben ihr Programm geteilt: Massa fährt mit KERS, Räikkönen ohne. Am Ende des Tages möchte man eine Entscheidung für den Rest des Wochenendes fällen. China-Sieger Sebastian Vettel belegte Platz 12.

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