Saison 2010 für Glock noch unklar

Kein Vertrag

Zunächst hieß es, Timo Glock sei vor seiner Fahrt auf Platz 2 in Singapur mitgeteilt worden, dass er im nächsten Jahr nicht für Toyota fahren werde. Mittlerweile stellte das Team klar: Man habe die Option auf Glock nicht gezogen. Das bedeute allerdings nicht, dass man nicht doch 2010 zusammenarbeiten könnte.

Timo Glock und sein Manager Hans Bernd Kamps strecken derweil die Fühler nach möglichen anderen Optionen und Teams aus. Das Problem bei Toyota ist bekannt: Erst im November entscheidet der Vorstand über das Budget des Teams und damit die Zukunft. Noch immer spekulieren viele Experten auf einen Ausstieg des Autoriesen aus der Formel 1.

Umso wichtiger ist Glocks zweiter Platz in Singapur, wo er noch einmal zeigen konnte, dass er ein Cockpit für 2010 verdient hat. “Die Verhandlungen laufen im Hintergrund immer weiter”, sagte er nach dem Rennen. “Mal schauen, was sich so tut in dieser Woche, schaden kann der zweite Platz auf keinen Fall.”

Der Fahrermarkt ist weiterhin wie eingefroren. Etwas Bewegung könnte rein kommen, wenn Ferrari am kommenden Wochenende tatsächlich Fernando Alonso als Neuzugang für die nächste Saison bestätigen sollte. Sicher ist das aber noch nicht. Gleichzeitig könnte ein möglicher Wechsel von Kimi Räikkönen zu McLaren für mehr Schwung auf dem Fahrerkarussell sorgen.

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1. Training – Hamilton fährt Bestzeit

Titelanwärter vorne

Der Japan GP begann standesgemäß: Lewis Hamilton und Felipe Massa gaben beim 1. Freien Training in Fuji den Takt vor. Der Brite fuhr in 1:18.910 Minuten als einziger Pilot unter 1:19 und war damit gut anderthalb Zehntel schneller als sein WM-Rivale Felipe Massa auf Platz 2. Hamiltons Teamkollege Heikki Kovalainen und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen rundeten die Top-4 ab.
Der Überraschungssieger von Singapur, Fernando Alonso, bestätigte als Fünfter den Aufwärtstrend von Renault, den auch Nelson Piquet Junior als Sechster aufzeigte. Bester Deutscher wurde Sebastian Vettel auf Position 7. Vettels Teamkollege Sebastien Bourdais komplettierte die Top-8 hinter dem BMW Sauber-Mann Robert Kubica.
Für Nick Heidfeld reichte es nur zu Platz 14. Kurz vor Trainingsende fabrizierte der Deutsche den ersten Dreher des Wochenendes und schien auch sonst noch nicht ganz glücklich mit seinem Auto zu sein. Besser lief es für Adrian Sutil, der den Force India auf Position 11 stellte. Sutil kennt Fuji noch aus seiner Zeit in der japanischen Formel 3. Nico Rosberg belegte direkt dahinter Platz 12. Timo Glock kam nicht über Position 18 hinaus.

Bei Sonnenschein zu Füßen des Mount Fuji waren die grünen Rillen aller Bridgestone-Reifen die auffälligste Neuerung. Allerdings ließen sie sich aus der Ferne nur schwer von der härteren Reifenmischung unterscheiden.

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Ferrari kehrt zum Lollipop zurück

Weg mit der Ampel

Gleich bei zwei Rennen gab es Probleme mit dem futuristische Boxenampelsystem von Ferrari. In Valencia war es Kimi Räikkönen, der zu früh losfahren wollte, in Singapur bekam Felipe Massa zu früh das Signal und nahm den Tankschlauch mit. Nach intensiver Recherche entschloss sich Ferrari dazu, für den Rest der Saison auf das System zu verzichten. Das bestätigte Teamchef Stefano Domenicali gegenüber Sky Italia.
Das System spare zwar viel Zeit, wenn es funktioniert, “aber wir gehen zum alten System mit einem Lollipop zurück, da wir festgestellt haben, dass das Team ruhig sein muss.” Zu diesem Zeitpunkt des Titelkampfes sei es am wichtigsten, dass alle Beteiligten so wenig Stress wie möglich haben.
Zuletzt hatte es Kritik für das Ferrari-System gehagelt. Keke Rosberg grantelte: “Es wird Zeit, dass man die Boxenanlage umbaut und wieder mit Lollipop arbeitet. Im Endeffekt müsste man die Anlage verbieten. Wir hatten riesiges Glück, dass es kein Feuer gegeben hat.”

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Montezemolo fordert drei 1-2-Siege

Alles bestens

“Es war ein bitterer Tag”, gab Luca di Montezemolo nach der Nullrunde von Singapur zu. “Aber es sind noch drei Rennen zu fahren, ich habe vollstes Vertrauen in alle bei Ferrari, sie haben immer bewiesen, dass sie bis zum letzten Meter kämpfen werden.” Das habe der überraschende Titelgewinn im letzten Jahr in Brasilien bestätigt.
Zudem habe man bei Ferrari viel schwere Zeiten durchgemacht als ein schlechtes Rennen. “Wir haben am gesamten Wochenende gesehen, dass unser Auto das Beste war und Massa fuhr ein außerordentliches Qualifying”, sagte der Ferrari-Präsident der Gazzetta dello Sport. Damit habe Massa gezeigt, dass er der Fahrer mit der besten Form sei.“Das Auto ist das Beste, Massa ist der Beste und ich erwarte, dass Räikkönen in den letzten drei Rennen zeigen wird, dass er Weltmeister ist.” Entsprechend spricht Montezemolo, wie Teamchef Stefano Domenicali, von drei Doppelsiegen aus den letzten drei Saisonrennen. “Ich erwarte, dass Massa und Räikkönen immer Erster und Zweiter werden, aber auf jeden Fall vor McLaren bleiben.”

Dabei sei es klar, dass Räikkönen auch für das Team und Massa fahren werde. Jeder Fahrer wisse das. “Wir sind Weltmeister, wir können noch immer gewinnen. Wir werden schon beim nächsten Rennen eine tolle Reaktion erleben.”

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Ferraris schwarzer Tag

Menschliche Fehler

 

“Ein schwarzer Tag, viel mehr kann man nicht sagen”, fasste Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Ereignisse des Rennens in Singapur aus Sicht seines Teams zusammen. Denn er war der Meinung dass ein Doppelsieg für seine Fahrer drin gewesen wäre, am Ende blieb dann kein Punkt. Er musste aber betonen, dass man sich deswegen nun nicht hängen lassen wird. “Wir haben immer unsere Fähigkeit gezeigt, in schwierigsten Situationen zu reagieren und wir werden das diesmal auch tun.” Dass es in der Meisterschaft nun schwieriger geworden ist, konnte der Teamchef aber nicht verneinen, doch er musste gleichzeitig betonen, dass der Ferrari im ersten Teil des Rennens das schnellste Auto auf der Strecke gewesen war.

Ferraris Boxenampel war auf manuell geschaltet

 

Das Safety Car wollte er nicht als Ausrede nehmen, sondern meinte, dass es ein Teamfehler war, der Felipe Massa das Rennen kostete. Luca Colajanni erklärte genau, was passiert war: “Der Fehler wäre auch mit dem Lollipop passiert, denn es war kein Systemfehler, sondern ein Fehler der menschlichen Kontrolle der Situation.” Denn wegen des Doppelstopps beim Safety Car wurde die Boxenampel bei Ferrari auf manuell umgeschaltet und dabei wurde zu früh auf grün gewechselt. Um danach auf Nummer sicher zu gehen, wurde auf die altbewährte Lollipop-Methode zurückgewechselt. Colajanni konnte dafür bezüglich des verletzten Mechanikers Entwarnung geben und sagen, dass der prinzipiell OK sei.

Massa hatte sich auch selbst über den Gesundheitszustand des Betroffenen erkundigt, doch mit der Art und Weise, wie er das Rennen verloren hatte, konnte er sich nur schwer anfreunden. Denn das Auto hatte ihm wirklich gut gefallen. “Wir hatten auch eine gute Strategie und es standen alle Zeichen auf Doppelsieg. Aber die Dinge können sich in nur einem Moment ändern und das ist heute passiert”, sagte er, nahm den schuldigen Mechaniker aber in Schutz und erklärte, dass alle nur Menschen seien. “Jeder versucht immer sein Bestes und diese Dinge passieren.” Dass er dann noch eine Durchfahrtsstrafe und einen Plattfuß am linken Hinterrad bekam, half aber klarerweise nicht. “Auf dieser Strecke ist das Überholen fast unmöglich und da ich am Ende des Feldes war, hatte ich keine Chance auf Punkte. Sieben Punkte in drei Rennen aufholen? Das kann viel oder wenig sein”, sagte er und war überzeugt, dass Ferrari das Potential dazu hat.

Räikkönen sieht sich aus dem Titelrennen

 

Und vielleicht kann Massa nun auch wirklich auf die Hilfe von Kimi Räikkönen bauen, denn der meinte nach seinem Ausfall: “Ich weiß, was das Team will – sie wollen die Weltmeisterschaft gewinnen. Wir werden sehen, was passiert. Ich versuche, Rennen zu gewinnen und wir werden sehen, was passiert. Ich bin sowieso schon aus der Weltmeisterschaft draußen.” In der Team-Aussendung betonte er dann noch, dass er sein Bestes geben werde, um der Mannschaft zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Deswegen ärgerte es ihn auch, dass er wichtige Punkte liegen gelassen hatte. Seinen Ausfall hatte er so gesehen: “Ich berührte innen den Kerb, prallte ab und traf die Mauer.” Er versuchte zwar noch einzulenken und langsamer zu werden, doch der Einschlag genügte dann, um das Rad in einen unfahrbaren Zustand zu verwandeln.

Der Grund dafür, dass er etwas heiß in die Schikane gekommen war, hieß Timo Glock, denn Räikkönen wollte möglichst nahe am Toyota dran sein, da es nur zwei Überholpunkte auf der Strecke gibt und er einen etwaigen Fehler des Toyota-Piloten auch nutzen wollte. Was das Auto betraf, so hatte er nur zu Beginn ein paar Probleme, doch nach ein paar Runden sei der Ferrari dann rund gelaufen. “Als das Safety Car kam und ich hinter Felipe stoppen musste, verlor ich aber viel Zeit”, meinte er. Das habe ihm dann auch die Chance auf den Sieg genommen. Dass er seit Spanien nicht mehr gewonnen hat, wollte Räikkönen aber nicht auf sein Gemüt drücken lassen, denn dass er nach wie vor gewinnen kann, wusste er. “Wir waren ein paar Mal knapp dran, aber recht oft hatten wir Pech, also werden wir es beim nächsten Rennen wieder probieren. Ich habe nicht aufgegeben”, sagte er und forderte, wie viele andere an diesem Sonntag, dass doch endlich was an der Safety-Car-Regel gemacht wird.

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