1. Freies Training

Hamilton führt Silberpfeilquartett an

 

Nur eine Woche nach dem Großen Preis von Australien steigt bereits das nächste Rennwochenende der Formel 1 in Malaysia. Lewis Hamilton machten dort weiter, wo er in Melbourne aufgehört hat: mit schnellen Rundenzeiten. Hamilton fuhr in 1:34.921 Minuten die schnellste Zeit des Vormittags. Hinter ihm reihten sich drei weitere silberne Autos ein: Nico Rosberg fehlten knapp zwei Zehntel, Hamiltons Teamkollege und Melbourne-Sieger Button war knapp drei Zehntel langsamer.

Den guten Mercedes-Eindruck bestätigte Michael Schumacher. Der Mercedes GP-Pilot lag nur dreieinhalb Zehntel hinter der Bestzeit auf Platz 4. Dahinter schob sich der Überraschungszweite von Australien, Robert Kubica.

Die bislang in dieser Saison überlegenen Red Bull setzten ihre gemächlichen Freitagstrainings fort. Wie in Bahrain und Australien hielten sich Mark Webber und Sebastian Vettel zurück. Der Australier wurde Sechster, der Deutsche Neunte. Die Top10 komplettierten Adrian Sutil auf Platz 7, Fernando Alonso im besten Ferrari auf Position 8 und Sebastien Buemi auf Rang 10.

Felipe Massa kämpfte erneut mit dem Ferrari, war zweimal neben der Strecke anzutreffen, und landete auf Platz 11 hinter seinem spanischen Teamkollegen. Ebenfalls im Kies anzutreffen war Sauber-Mann Pedro de la Rosa. Anstelle von Tonio Liuzzi und Heikki Kovalainen durften die jeweiligen Testfahrer Paul di Resta und Fairuz Fauzy ins Auto steigen. Im 2. Training kehren die Stammpiloten zurück ins Cockpit.

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1. Freies Training

Kubica mit Bestzeit in Melbourne

 

Die Formel 1 ist zurück in Australien. Nach dem Saisonauftakt in der Wüste von Bahrain macht der F1-Tross an diesem Wochenende im beliebten Albert Park zu Melbourne Station. Robert Kubica beflügelte dies so sehr, dass er in 1:26.927 Minuten die schnellste Zeit der ersten 90 Trainingsminuten fuhr. Der Renault-Pilot war nach 22 Runden der einzige Fahrer, der unter die 1:27er Marke kam.

Platz 2 sicherte sich Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der zwei Zehntel langsamer fuhr als Kubica, aber 1,4 Sekunden schneller war als sein Teamkollege Michael Schumacher, der nur Platz 12 belegte. Hinter Kubica und Rosberg reihten sich Vertreter aller Topteams ein: Jenson Button, Felipe Massa, Sebastian Vettel, Fernando Alonso und Lewis Hamilton. Die Top10 komplettierten Sebastien Buemi, Vitaly Petrov und Tonio Liuzzi.

Gleich zwei Schrecksekunden erlebte das Sauber Team. Beide Male spielten Kamui Kobayashi und ein Frontflügel eine entscheidende Rolle. Das erste Mal war Kobayashi selbst Schuld: Der Japaner fuhr in einer Schikane gegen einen Pylon und beschädigte sich dabei den Frontflügel. Wenig später rückte er mit einem neuen Frontflügel aus, der jedoch auf der Geraden vor Kurve 3 bei voller Fahrt brach und unter das Auto klappte. Kobayashi rodelte geradeaus ins Kiesbett, konnte einen Einschlag aber vermeiden.

Bei Kobayashis Teamkollegen Pedro de la Rosa lief es nur bedingt besser. Der Spanier rollte elf Minuten vor Trainingsende mit einem Defekt am Streckenrand aus. Zudem legten Heikki Kovalainen und Vitaly Petrov einen unfreiwilligen Dreher auf den staubigen Asphalt des Albert Park.

Gar nicht erst im Auto Platz nahm Adrian Sutil. Der Deutsche musste seinen Force India gezwungenermaßen für Test- und Ersatzfahrer Paul di Resta räumen, der im 1. Training Erfahrung sammeln durfte. Im 2. Training übernimmt wieder Sutil das zweite Auto der Inder. Di Resta schlug sich bei seinem Rennwochenenddebüt respektabel und platzierte sich im Mittelfeld.

Das Duell der neuen Teams entschieden Lotus und Jarno Trulli für sich. Der Italiener fuhr auf Platz 19 und war damit zwei Tausendstel schneller als sein Teamkollege Heikki Kovalainen, der nach dem Ablaufen der Trainingszeit ausrollte. Hinter den beiden Lotus reihten sich Virgin-Pilot Lucas di Grassi, die HRT-Fahrer Bruno Senna und Karun Chandhok sowie Timo Glock ein. Glock konnte nur acht Runden fahren. Nur Kobayashi fuhr mit fünf Runden noch weniger.

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Alonso gewinnt Bahrain GP

Viel Rauch zum Auftakt

 

Sebastian Vettel sah wie der sichere Sieger des ersten Saisonrennens der Formel 1 in Bahrain aus. Doch dann schlug der Defektteufel zu: In einem von der Taktik geprägten Rennen hatte Vettel einen kleinen, aber scheinbar sicheren Vorsprung auf Ferrari-Neuzugang Fernando Alonso, der die Lücke urplötzlich schloss und am Deutschen vorbei ging. Vettels schleppte seinen Red Bull danach mit einem gebrochenen Auspuff auf Platz 4 ins Ziel.

Vor ihm fuhren Alonso, dessen Ferrari-Teamkollege Felipe Massa und Lewis Hamilton im McLaren aufs Podium. Das neue Mercedes-Werksteam belegte mit Nico Rosberg und Michael Schumacher die Plätze 5 und 6 hinter Vettel. Die letzten Punkteränge schnappten sich Jenson Button, Mark Webber, Tonio Liuzzi und Rubens Barrichello.

Viele Ausfälle

 

Der erste Start des Jahres warf viel Rauch auf. Bereits in der ersten Kurve begann Mark Webbers Red Bull stark zu qualmen und hüllte die nachfolgenden Autos in eine weiße Rauchwolke. Der Australier konnte das Rennen durchfahren, in seinem Qualm berührte jedoch Tonio Liuzzi seinen Teamkollegen Adrian Sutil, der sich danach zusammen mit Robert Kubica drehte. Beide kämpften sich vom Ende des Feldes nach vorne, blieben als Elfter und Zwölfter aber knapp außerhalb der Punkteränge.

Das zweite prägende Element des ersten Rennens der Saison war neben den Reifen die Standfestigkeit. Von den 24 gestarteten Autos kamen nur 16 ins Ziel. Zuletzt gab es in Silverston 2008 so viele Ausfälle. Als erstes drehte sich Karun Chandhok im HRT ins Aus, sein Teamkollege Bruno Senna fiel wenig später mit einem technischen Defekt aus. “Es war erst meine fünfte Runde auf dieser Strecke, ich kam auf eine Bodenwelle und bevor ich wusste, wie mir geschah, hob ich ab”, erklärte Chandhok seinen Ausfall.

“Es war wohl der Motor”, verriet uns Senna. “Ich habe ständig Leistung verloren. Das Auto war in langsamen Kurven ganz okay, aber in schnellen gab es starkes Untersteuern. Ich habe überhaupt nicht gepusht, wollte nur die Reifen schonen und so weit wie möglich kommen, damit wir Daten und Erfahrungswerte sammeln.”

Auch Vitaly Petrov schied mit einem technischen Problem aus. “Wir haben ein Teil verloren, als ich den Kerb getroffen habe, die Aufhängung ist nicht ganz gebrochen, aber sie war beschädigt”, erklärte der erste russische Grand Prix Starter. “Das Auto ließ sich toll fahren und ich war schneller als ich dachte.”

BMW Sauber Ferrari brachte keines der eigenartig benannten Autos ins Ziel. “Das Team sagte mir im Funk, dass wir ein Hydraulikproblem hatten”, sagte Pedro de la Rosa nach seinem Ausfall. “So ist der Rennsport. Bis dahin hatten wir viel Spaß. Schade.” De la Rosas Teamkollege Kamui Kobayashi musste seinen C29 ebenfalls an der Box abstellen. Als letztes Opfer des Defektteufels rollte Sebastien Buemi im Toro Rosso kurz vor Schluss aus.

Das Duell der neuen Teams entschied Lotus kampflos für sich. Heikki Kovalainen und Jarno Trulli kamen auf den letzten beiden Plätzen ins Ziel, als einzige Neulinge. Virgin-Fahrer Lucas di Grassi fiel mit einem Hydraulikproblem aus, Timo Glock hatte Getriebeprobleme.

“Beim Herunterschalten ist der dritte Gang kaputt gegangen”, verriet Glock. “Also musste ich ihn überspringen und habe immer in den zweiten Gang geschaltet. Dann ging nur noch der vierte und es machte keinen Sinn mehr, weiter zu fahren. Am Anfang musste ich mich etwas zurückhalten, weil wir noch einige Motoreinstellungen geprüft haben, ein bisschen weniger PS hatten, als ich grünes Licht von meinem Ingenieur bekam, konnte ich den Lotus schnell überholen.”

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Lauda

Schumacher als Gradmesser

 

Der Countdown läuft. Am Freitag beginnt die neue Formel-1-Saison mit dem ersten Freien Training des Jahres 2010. Auch Niki Lauda freut sich auf die neuen Duelle. “Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull sind meiner Meinung nach nur ein, zwei Zehntel auseinander, also im Prinzip alle gleich schnell”, sagt der RTL-Experte. “Jetzt kommt es darauf an, wer sich in Bahrain als Schnellster qualifiziert und auf der Pole Position ins Rennen geht.”

Vorhersagen traut sich Lauda keine abzugeben. “Fernando Alonso im Ferrari ist genauso motiviert wie Sebastian Vettel im Red Bull oder Lewis Hamilton im McLaren. Da sehe ich gar keine Unterschiede im Moment.” Rückkehrer Michael Schumacher zählt er als Ausnahmesportler ebenfalls dazu.

“Er weiß wirklich, wie es geht!”, meint Lauda. “Ich traue ihm durchaus zu, vom ersten Training an volle Leistung zu bringen.” Besonders interessant empfindet Lauda das Mercedes-Stallduell gegen Nico Rosberg. “Es wird besonders interessant sein zu sehen, ob und wie schnell sein Teamkollege Nico Rosberg an diese Übermacht Schumacher heranfahren kann.”

Schumacher als Profilierungschance

 

Der Gradmesser Schumacher sei für Rosberg, aber auch andere junge Fahrer entscheidend. “Das kann eine Chance für die anderen Piloten sein, denn jeder, der dem Schumi vorweg fährt, macht positiv auf sich aufmerksam”, erklärt der Ex-Champion. “Rosberg leidet vielleicht etwas unter dem Schumi-Hype, aber das sollte ihm egal sein. Nico muss sich nur darauf konzentrieren, dass er vom ersten Training an der Schnellere ist, alles andere muss er ignorieren.”

Denn: “Der Schumi-Hype hält nur solange an, bis er anfängt zu fahren. Dann ist er wieder einer von vielen und dann entscheidet sich, wer die Nase vorn hat.” Das könnte auch Sebastian Vettel sein. Lauda hält Red Bull für enorm konkurrenzfähig, aber auch Ferrari mit Fernando Alonso und McLaren mit Lewis Hamilton und Jenson Button hat er auf seinem Zettel stehen.

“Felipe Massa muss wie Nico Rosberg bei Mercedes um seine Position im Team richtig kämpfen”, glaubt Lauda. “Das gleiche wird auch Jenson Button tun müssen, weil Lewis Hamilton einen Riesenvorteil dadurch hat, dass er schon länger bei McLaren ist und zudem wirklich schnell Auto fahren kann.”

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Alonso sieht Schumacher als gutes Omen

Viel bei McLaren gelernt

 

Der Ferrari F10 ist das beste Auto, das Fernando Alonso jemals gefahren ist – davon ist der Spanier überzeugt. Mit dem möglicherweise besten Auto und dem Wechsel zu Ferrari steigt aber auch der Druck. “Mein Vater hat mir immer gesagt: Wenn du für Ferrari fährst, kannst du zurücktreten. Dann ist dein Leben komplett.” Selbst die zwei WM-Titel würden dann vergessen, die Fans würden ihn als Ferrari-Fahrer in Erinnerung behalten. “Jetzt glaube ich, dass er recht hatte. Ferrari gibt dir ein besonderes Gefühl.”

McLaren als Lehrjahr

 

So seltsam es klingt, aber Alonso glaubt auch, dass ihm das schwierige McLaren-Jahr 2007 für seine Zeit bei der Scuderia geholfen hat. “Es war sehr schwierig, aber ich habe persönlich sehr viel gelernt”, betont Alonso im Guardian. “Es war gut für meine Karriere, diesen Schritt zu machen und zu ihnen zu gehen und zu wachsen. Ich lernte, wie man mit einem Team arbeitet und dem Druck der Medien standhält.” Seine Schwierigkeiten seien vom Team und den Medien verursacht worden. “Jetzt bin ich für alles in der Formel 1 viel besser vorbereitet – und auch im Leben.”

Ähnlich wie zwischen Alonso und Lewis Hamilton damals könnte es in diesem Jahr zwischen den beiden neuen McLaren-Teamkollegen Hamilton und Jenson Button heiß hergehen. “Ich weiß nicht, wie McLaren heute ist, aber wenn er zu meiner Zeit dorthin gewechselt wäre, wäre es für ihn sicher sehr hart gewesen. Hoffentlich ist es für Jenson jetzt besser, denn ich habe viel aus dieser Saison gelernt und McLaren genauso.”

Keine Probleme mit Massa

 

Bei Ferrari erwartet er keine Probleme mit seinem Teamkollegen Felipe Massa, obwohl diese immer wieder in den Medien herbeigeschrieben werden. “Die Leute schreiben das, weil sie wissen, dass wir sehr stark sind”, glaubt Alonso. Der Doppelweltmeister bleibt ganz der roten Linie treu: “Felipe und ich arbeiten für das Team.”

Die harten Zweikämpfe der Vergangenheit zwischen den heutigen Teamkollegen zählen nicht. “Ich hatte die gleichen Kämpfe mit allen anderen”, erinnert Alonso. “Nach so vielen Jahren habe ich natürlich mit Felipe gekämpft. So ist das nun mal und wir werden weiter kämpfen. Aber Michael Schumacher und Nico Rosberg werden diese Kämpfe bei Mercedes haben. Ich bin sicher, Lewis und Jenson ebenfalls. Mark Webber und Sebastian Vettel werden sich bei Red Bull duellieren – das haben sie schon letztes Jahr. Aber niemand spricht darüber. Alle reden über Ferrari, weil wir in einer guten Position sind.”

Die Rückkehr von Michael Schumacher könnte Alonsos Position sogar noch verstärkt haben. Der Spanier sagt mit einem Lächeln: “Seit Michael gegangen ist, habe ich keinen Titel mehr gewonnen. Hoffentlich ist das ein gutes Omen für mich. Vielleicht gibt es eine Verbindung zwischen Michael und meinem Erfolg.”

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