12. Jul, 2010
Verbesserung durch Leichtbau
Jarno Trulli bezeichnet seinen Saisonstart nicht als frustrierend, aber zufrieden war der Italiener mit den Problemen bei Lotus eben auch nicht. Er sagt bewusst, dass es ein Übergangsjahr ist. Dazu gehört auch, dass viele Teile des Autos in den ersten Rennen viel zu schwer waren, weil das Team in der Kürze der Zeit Kompromisse beim Design eingehen musste.
In Silverstone kommt ein Update zum Einsatz, dessen Vorteile nicht nur in der Aerodynamik, sondern im Gewichtsabbau liegen. “Das wird eine große Hilfe”, sagt Trulli. “Wir bekommen ein viel leichteres Auto, dadurch können wir die Gewichtsverteilung weiter nach vorne legen.” Auch beim Handling verspricht er sich Fortschritte. “Die Kombination aus dem Aero-Paket und dem leichteren Paket wird einen großen Einfluss haben.”
Leichtgewicht
Dabei wurde das Team noch nicht mit allen leichteren Teilen fertig. Das Bodywork, das Getriebe und einige andere Teile sind schon viel leichter, aber die Aufhängung wird erst für eines der nächsten Rennen in der leichteren Version fertig gestellt. Das soll noch einmal vier Kilo Abspeck-Kur bringen.
“Wir erwarten einen Fortschritt und wir erwarten, dass wir näher an der Konkurrenz dran sein werden”, betont Trulli, dem jedoch bewusst ist, dass sich auch die anderen Teams verbessern. “Wir versuchen Schritt zu halten, wissen aber nicht, wie viel näher wir kommen.”
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 12072010
28. Jun, 2010
Musste früh bremsen
Es war die Schrecksekunde des Rennens: Mark Webber fuhr auf Heikki Kovalainens Lotus auf, überschlug sich und flog in die Reifenstapel. “Ich bin okay und ich bin sehr glücklich, dass Mark okay ist”, sagte Kovalainen nach dem Rennen. “Es hätte nicht passieren dürfen, aber es ist passiert.”
Den großen Speedunterschied zwischen Lotus und Red Bull wollte Kovalainen nicht für den Unfall verantwortlich machen. Trotzdem sagte er: “Ich glaube, Mark war überrascht, wie früh ich für die Kurve bremsen musste.”
Kovalainen habe seine Position verteidigt, weil es ein normaler Zweikampf gewesen sei. “Aber er war sich wohl nicht sicher, welchen Weg er nehmen sollte und in dem Moment bremste ich und er hatte keine Chance, um zu reagieren.”
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 28062010
31. Mai, 2010
Bester Neueinsteiger
Trulli setzte während allen drei Sessions auf die harten Reifen, während Kovalainen mit den Weichen startete. Mit einer Zeit von 1:30.237 Minuten reihte sich der Italiener auf Platz 19 ein. “Nach einem schwierigen Tag bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Heute Morgen hatte ich Probleme und konnte nicht die komplette Zeit nutzen, um den Fokus auf das Setup zu legen. Mit den beiden harten Reifensätzen fühlte sich das Fahrverhalten sehr rutschig an. Insbesondere beim Anbremsen”, erklärte Trulli. Nach der Umstellung seines Fahrstils, holte er dennoch das Beste heraus. “Wir sind heute das beste neue Team”, freute sich Trulli über sein Resultat.
Nachdem Trulli mit der härteren Reifenwahl die schnelleren Zeiten fuhr, wechselte auch Kovalainen auf diese Mischung. Die Entscheidung zahlte sich aus. Beide Lotus-Piloten sind nach dem Qualifying in Istanbul näher an der Konkurrenz als jemals zuvor. Mit einer Zeit von 1:30.519 Minuten stellte Kovalainen den Boliden auf dem 20. Platz ab. “Die erste Session auf den weichen Reifen war wahrscheinlich die falsche Entscheidung. Die zweite Session mit den harten Reifen war wesentlich besser. Das Auto war in den schnellen Kurven um einiges stabiler und die Balance stimmte ebenso”, so ein zufriedener Kovalainen. Der Finne hofft im Rennen mit den vorderen Teams mithalten zu können.
Auch der Technische Direktor, Mike Gascoyne, ist zufrieden mit der Leistung seines Teams. “Ich bin sehr erfreut über unsere Perfomance im Qualifying. Heute Morgen waren wir uns mit der Reifenwahl noch nicht sicher. Wir dachten, dass das Auto auf harten Reifen stabiler sei. Das zahlte sich aus, womit wir in Q1 nur noch 3,2 Sekunden von Red Bull entfernt waren. Das zeigt, dass wir im Vergleich zum Beginn der Saison, einen enormen Fortschritt gemacht haben”, sagte Gascoyne.
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 31052010
31. Mai, 2010
Vettel in letzter Sekunde vorne
Sebastian Vettel ließ nicht locker, kämpfte bis zuletzt und schnappte sich bereits nach Ablaufen der Zeit die Bestzeit des 3. Freien Trainings in der Türkei. In 1:27.086 Minuten fuhr der Red Bull Pilot ohne F-Kanal knapp drei Zehntel schneller als sein bester Verfolger, Nico Rosberg. Für Vettel war es bereits der zweite Anlauf mit weichen Reifen, um die bis dahin geltende Bestzeit von Lewis Hamilton zu schlagen.
Hamilton musste sich am Ende mit Position 3 hinter Vettel und Rosberg begnügen. Mark Webber komplettierte die ersten Vier mit viereinhalb Zehnteln Rückstand auf die Zeit seines Teamkollegen. Wie Vettel versuchte er in den Schlussminuten einen Angriff mit weichen Reifen, erwischte aber keine perfekte Runde – gleich mehrmals fuhr er neben die Strecke, hatte sogar einen Dreher. Die Top-8 komplettierten Robert Kubica, Fernando Alonso, Michael Schumacher und Jenson Button.
Viele Probleme am Morgen
Das letzte Training erlebte einige Zwischenfälle. Das erste Problem hatte Heikki Kovalainen schon kurz nach dem Start der Session. Der Lotus-Pilot klagte im Funk abermals über ein Getriebeproblem und schlich an die Box zurück. Wenig später das gleiche Bild bei Adrian Sutil: Der Force India Fahrer schleppte sein Auto mit einem Hydraulikproblem an die Box zurück.
Da aller schlechten Dinge bekanntlich drei sind, rollte kurz darauf auch Mark Webber im Red Bull im Notprogramm an die Box zurück. Der Wagen des Australiers nahm aufgrund eines Hydraulkproblems kein Gas an. Im Gegensatz zum Motorschaden am Freitag war sein Training nicht vorzeitig beendet. Wie Sebastian Vettel fuhr auch Webber ohne den F-Kanal, den Red Bull in Montreal das nächste Mal ausprobieren möchte.
Die spektakulärste Aktion des 3. Trainings lieferte Lewis Hamilton ab. Der Brite legte einen High-Speed-Dreher auf den Asphalt, bremste sich seinen Reifen platt und blieb im Kiesbett stecken. Nachdem ihm die Streckenposten aus dem Kies befreit hatten, humpelte er mit dem havarierten McLaren an die Box zurück.
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 31052010
25. Mai, 2010
Auf andere Dinge konzentrieren
“Wir werden KERS nächstes Jahr nicht verwenden und haben gute Gründe dafür.” Tony Fernandes lässt sich nicht auf die aktuelle Diskussion um das Energierückgewinnungs-System ein. Lotus wird 2011 ohne KERS antreten.
Der Grund dafür sind die Finanzen: Lotus arbeitet in seinem Debütjahr 2010 mit vielen Zulieferern, im nächsten Jahr möchte das Team das Auto komplett in seiner Fabrik in England bauen. “Wir möchten von der Erfahrung profitieren, die wir mit dem aktuellen Auto gemacht haben”, verriet Fernandes der Turun Sanomat.
Auch ohne KERS gut
“Wenn wir KERS hätten, müssten wir bei der Gewichtsverteilung bei Null beginnen”, erklärt Fernandes. “Die großen Teams sitzen in einem anderen Boot, denn sie haben KERS-Erfahrung aus den letzten Jahren.”
Dabei mussten sie viel Zeit und Geld aufwenden, um das System effektiv zum Laufen zu bekommen – wenn es denn lief. Fernandes glaubt deshalb den richtigen Weg gewählt zu haben. “Wir sind zuversichtlich, dass wir auch ohne KERS klarkommen.”
© adrivo Sportpresse GmbH
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 25052010