Hamilton beendet Wintertests mit Bestzeit

Rote Flagge zum Abschluss

 

Die Testsaison ist vorbei, der richtige Saisonauftakt kann kommen. Am letzten Testtag dieses Winters setzte sich McLaren-Pilot Lewis Hamilton in Barcelona an die Spitze der Zeitenliste. An einem trockenen Testtag fuhr der Brite 0,024 Sekunden schneller als Mark Webber, der den Red Bull erst am Nachmittag von seinem Teamkollegen Sebastian Vettel übernahm.

Das Spitzentrio komplettierte Felipe Massa, der ebenfalls nur 0,067 Sekunden Rückstand auf die Hamilton-Zeit hatte. Auch Adrian Sutil, Sebastian Vettel und Michael Schumacher spulten am Vormittag Qualifying-Simulationen mit wenig Sprit ab – sie belegten innerhalb von drei Zehnteln die weiteren Position bis Platz 6.

Sechsmal Rot

 

Der letzte Testtag des Winters war kein einfacher. Starker Wind beeinträchtigte die Testarbeit der Teams. Force India veränderte sogar das Testprogramm, um die schlechten Streckenbedingungen am Vormittag zu umgehen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zeiten zwei Sekunden langsamer als am Samstag. Bei Red Bull kam es ebenfalls zu einer kurzfristigen Veränderung: Sebastian Vettel durfte am Vormittag noch einmal ran, weil er bei den bisherigen Tests oft Pech mit dem Wetter hatte. Nach der Mittagspause übernahm Mark Webber den RB6.

Die erste rote Flagge des Tages löste Rubens Barrichello aus. Der Brasilianer grub sich am zweiten Tag in Folge in einem Kiesbett ein, diesmal in Kurve 4. 40 Minuten vor Testende verursachte der Williams-Pilot eine weitere Rotphase. Die Hydraulik des Williams streikte. Ebenfalls zwei Mal erwischte es Kamui Kobayashi. Der Japaner blieb einmal in Kurve 9 und einmal in Kurve 2 stehen. Der erste Defekt rührte vom Getriebe her.

Noch zwei Mal wurden die roten Flaggen geschwenkt: Die vorletzte rote Flagge der Wintertests sicherte sich Heikki Kovalainen im Lotus. Er blieb eine Viertelstunde vor Testende stehen. Mit dem Ablaufen der Testzeit um 17:00 Uhr gab es noch einmal rot – der Schlusspunkt gehörte einer Fehlfunktion des Zeitensystems, das danach die schwarz-weiß karierte Flagge anzeigte.

Der Defektteufel im Umlauf

 

Auch bei Ferrari lief nicht alles rund. Die Scuderia vermeldete ein nicht näher spezifiziertes technisches Problem am F10 von Felipe Massa, das jedoch schneller gelöst werden konnte, als man selbst gedacht hatte. Wie gewohnt kämpfte Virgin Racing mit Problemen. Am Auto von Lucas di Grassi streikte mal wieder die Hydraulik. Das Problem begleitet Virgin schon seit dem ersten Test in Jerez. Für Bahrain soll es bereits behoben sein.

Bei Renault waren am Vormittag einige Umbauarbeiten am Auto und Setup von Nöten. Danach durfte Robert Kubica den neuen Frontflügel ausprobieren. Kurz vor der Mittagspause fuhren alle Fahrer erneut einen Safety Car Test, bei dem ihnen die Geschwindigkeit auf dem Display am Lenkrad vorgegeben wurde.

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Hülkenberg unterbietet Alonso-Zeit

Drittletzter Testtag

 

Der Saisonstart rückt immer näher. Nur noch zwei Testtage, dann heulen die V8-Motoren das nächste Mal beim ersten Freien Training der Saison in Bahrain auf. Am drittletzten Testtag der Winterpause fuhr ein Deutscher die Bestzeit, allerdings nicht Michael Schumacher oder Sebastian Vettel, die ebenfalls auf der Strecke in Barcelona ihre Runden drehten, sondern Williams-Pilot Nico Hülkenberg.

Der Deutsche fuhr in 1:20.614 Minuten 0,023 Sekunden schneller als Fernando Alonso und unterbot zudem die Donnerstagsbestzeit von Mark Webber. Hinter dem Spitzenduo reihten sich Pedro de la Rosa im Sauber, Tonio Liuzzi im Force India und Vettel im Red Bull ein. Michael Schumacher belegte mit einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit hinter Jaime Alguersuari im Toro Rosso Platz 7.

Während der Vormittag unterbrechungsfrei blieb, zückten die Streckenposten am Nachmittag gleich vier Mal die rote Flagge. Zweimal blieb Jarno Trullis Lotus T127 liegen, das erste Mal stoppte ihn ein Hydraulikleck und beendete damit seinen geplanten Long Run. Zudem ging Trullis Cosworth Motor einmal am Ende der Boxengasse aus. Neben Trulli musste Vettel einen Defekt in Kauf nehmen. Der Vizeweltmeister rollte im Schlussteil der Strecke aus. Fünf Minuten vor Testende löste Fernando Alonso die letzte Rotphase aus.

Kurz vor der Mittagspause um 13:00 Uhr absolvierten alle Fahrer ein Safety Car Training, bei dem sie eine vorgegebene Zeit einhalten mussten, die auf ihrem Display angegeben wurde. Fernando Alonso hatte ebenfalls eine Schrecksekunde zu verzeichnen, als er am Vormittag in Kurve 10 durchs Kiesbett rodelte – der Spanier konnte mit seinem F10 jedoch weiterfahren.

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De la Rosa empfiehlt Heidfeld

Neuer GPDA-Präsident

 

Bereits vor einigen Wochen deutete Pedro de la Rosa an, dass er nach seiner Rückkehr ins aktive Renngeschehen seinen Posten als Präsident der Fahrervereinigung GPDA abgeben möchte. Hierzu wird die GPDA beim Auftaktrennwochenende in Bahrain ein Meeting abhalten, bei dem man alle Fahrer fragen wird, ob de la Rosa und die beiden Direktoren Mark Webber und Fernando Alonso in ihren Ämtern fortfahren sollen.

“Es liegt an den Mitgliedern”, sagt de la Rosa. “Ich bin sehr offen. Wenn sie sagen: Pedro, wir möchten, dass du weitermachst – dann weiß ich nicht. Ich hoffe, dass sie das nicht sagen werden!” Persönlich würde sich de la Rosa einen Nachfolger in seiner Position wünschen. “Es ist nötig, dass es ein Testfahrer ist, weil er an den Grand Prix Wochenenden den Löwenanteil der Arbeit übernehmen kann.”

So habe er Webber und Alonso in der Vergangenheit entlastet. Das würde etwa für Mercedes GP Tester Nick Heidfeld sprechen. “Ich glaube, Heidfeld wäre ein sehr guter Kandidat”, bestätigt de la Rosa. Besonders wichtig wird die Beziehung zum neuen FIA-Präsidenten Jean Todt. Das erste Meeting der GPDA mit Todt in Singapur letztes Jahr verlief laut Webber gut. “Jean ist am Puls der Zeit und wir freuen uns darauf, mit ihm zu arbeiten”, so Webber. “Wenn wir nicht viel zu tun haben, ist das ein gutes Zeichen.”

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Webber

Alonso ist der perfekte Ferrari-Mann

 

Ein paar neue Aerodynamikteile, eine Qualifyingsimulation mit relativ wenig Sprit und ein gut aufgelegter Mark Webber: Diese Komponenten sorgten am Donnerstag in Barcelona für einige hoch gezogene Augenbrauen und eine Bestätigung der guten Testzeiten von Red Bull. Wie leicht der Australier auf seinen drei Runden-Runs am Donnerstagvormittag wirklich war, lässt er offen. “Wir sind noch zurück an die Box gekommen”, scherzte er. “Es waren also zwischen 9 und 50-60 kg – entscheidet ihr.”

Arbeitslos ist Red Bull an den letzten drei Testtagen deshalb aber noch lange nicht. “Wir haben noch immer Probleme”, betont Webber, allen voran mit der Zuverlässigkeit. “Wir machen heute Abend nicht Urlaub, es liegt noch Arbeit vor uns.”

Harte Konkurrenz

 

Schließlich ist auch die Konkurrenz gut unterwegs. “Ferrari ist sehr stark, aber auch McLaren”, zählt Webber auf. “Man darf sie niemals außer Acht lassen. Bei Mercedes gab es viele Veränderungen, für sie ist vieles neu – zwei neue Fahrer brauchen vielleicht etwas Zeit. Es ist schwierig, aber ich glaube, dass wir viele große Kämpfe haben werden und manchmal werden sich deine Gegner verändern. Trotzdem glaube ich, dass Ferrari und McLaren sehr starke Teams sind.”

Bei der Scuderia hat Webber beide Piloten auf der Rechnung. “Fernando ist der perfekte Ferrari-Fahrer”, meint Webber. “Er ist genau das, was sie brauchen – leidenschaftlich, motiviert und fair. Ich wünsche ihm alles Gute, aber nicht zu viel, denn wir möchten ihn schlagen.” Aber auch Felipe Massa räumt Webber Chancen ein. “Er ist schnell, er hat Schumacher Probleme bereitet und Fernando weiß, dass es ein guter Kampf wird, der dem Team hilft.”

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Webber vor Hülkenberg und Rosberg

Test in Barcelona

 

Der erste Testtag in Barcelona begann für die Teams mit in dieser Saisonvorbereitung ungewohnten Sonnenstrahlen – und einem Stau bei der Anfahrt zur Strecke wie bei einem Grand Prix. Nachdem in Jerez wegen des schlechten Wetters nur wenige Zuschauer den Weg an die Strecke suchten, fanden sich in Barcelona wieder mehr Anhänger von Fernando Alonso & Co auf den Tribünen ein.

Statt ihres spanischen Helden im Ferrari sahen sie jedoch einen anderen Fahrer an der Spitze der Zeitentabelle: Mark Webber fuhr in 1:21.487 Minuten die schnellste Zeit des Tages. Der Australier erzielte die Bestzeit bereits am Vormittag, an dem er eine Reihe von Qualifyingsimulationen absolvierte und nie mehr als drei fliegende Runden am Stück fuhr. Bis zur Mittagspause fuhr er die acht schnellsten Runden des Vormittags und war über eine Sekunde schneller als der Vormittagszweite Nico Rosberg, der sich hauptsächlich auf Long Runs konzentrierte.

In der Endabrechnung fiel Rosberg noch hinter seinen ehemaligen Teamkollegen Nico Hülkenberg auf den dritten Rang zurück. Der Williams-Pilot arbeitete am Setup, der Aerodynamik und Systemchecks. Außerdem bewirtete Williams im Fahrerlager 150 Gäste und Sponsoren. Rosbergs neue Mercedes-Crew trainierte unterdessen Boxenstopps mit neuen Wagenhebern, die mit mechanischen, federgesteuerten Mechanismen funktionierten – elektronische Geräte sind ab dieser Saison verboten.

Die weiteren Plätze belegten Pedro de la Rosa, Jenson Button, Tonio Liuzzi, Fernando Alonso, Vitaly Petroiv, Jaime Alguersuari, Lucas di Grassi und Fairuz Fauzy. Toro Rosso Mann Alguersuari fuhr mit 111 Runden die meisten Umläufe des Tages – dahinter folgten Webber (109), Rosberg (107) und Button (101). Die drei letztgenannten lösten allesamt je eine rote Flagge aus. Bei Force India trainierte Liuzzi fleißig Boxenstopps samt Safety Car Simulation.

Crash von di Grassi

 

Drei Mal musste der Test allein am Vormittag mit einer roten Flagge unterbrochen werden. Die erste Unterbrechung gab es nach nur 23 Minuten. Fairuz Fauzy blieb in seinem Lotus T127 zwischen Kurve 9 und 10 mit einem Hydraulikproblem stehen. Eine Stunde später war es Fernando Alonso, der die zweite rote Flagge auslöste. Der F10 des Spaniers rollte mit einem Elektronikproblem aus. Alonso kehrte erst kurz vor der einstündigen Mittagspause auf die Strecke zurück.

Nicht so viel Glück hatte Virgin Racing Pilot Lucas di Grassi. Der Brasilianer flog in Kurve 9 von der Strecke ab und schlug relativ hart, frontal in den Reifenstapel ein. Sein VR-01 nahm an der Fahrzeugfront beträchtlichen Schaden. Als Ursache für den Unfall gab das Team einen Aufhängungsbruch hinten rechts an. “Ich bin okay”, teilte di Grassi mit. “Nächste Mal werde ich noch schneller fahren, ich pushe mehr und mehr.”

Am Nachmittag löste Mark Webber im Red Bull die vierte Testunterbrechung des Tages aus. Der RB6 blieb im Mittelteil der Strecke stehen. Das gleiche Schicksal ereilte Nico Rosberg im Mercedes MGP W01, der kurz nach Kurve 10 ausrollte. Die letzte rote Flagge des Tages wurde fünf Minuten vor Testende geschwenkt: Jenson Buttons McLaren Mercedes MP4-25 streikte.

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