DTM gibt 2010 nun auch in Italien Gas

Adria International Raceway neu im Kalender

 

Die populärste internationale Tourenwagenserie ergänzt ihren bestehenden Kalender um einen Lauf und trägt am 31. Oktober 2010 ein Rennen auf dem Adria International Raceway aus. Das Rennen auf dem modernen Kurs vor den Toren Venedigs wird der zehnte von elf Läufen der DTM Saison 2010. Vier Wochen später, am 28. November, folgt dann das DTM Finale auf dem Stadtkurs in der chinesischen Metropole Shanghai.

Das Gastspiel an der Adria ist nicht das erste der DTM; bereits 2003 und 2004 wurden DTM-Wertungsläufe auf dem Adria International Raceway ausgetragen. Im Premierenjahr siegte der Niederländer Christijan Albers (Mercedes-Benz), während im Jahr 2004 der spätere Titelträger Mattias Ekström (Audi) das Rennen auf dem kompakten Kurs für sich entscheiden konnte.

Der Adria International Raceway wurde 2002 eröffnet. Als besonderes Merkmal gilt das überdachte Fahrerlager: In einer überdimensionalen Halle fahren die Team-Lkw direkt an die hinteren Eingänge der Boxen. Mit vier Kurven pro Kilometer ist die italienische Rennstrecke die kurvenreichste im aktuellen DTM Kalender. Der 2,702 km kurze Kurs kombiniert enge Schikanen mit 180 Grad-Kehren. Jedes Mal aufs Neue heißt es für die Fahrer: brutal bremsen, optimal einlenken und früh wieder beschleunigen.

Fünf der aktuellen DTM-Piloten kennen die italienische Strecke bereits aus den Jahren 2003 und 2004: Mercedes-Benz-Pilot Gary Paffett und die Audi-Piloten Mattias Ekström, Timo Scheider, Martin Tomczyk und Markus Winkelhock. “Schlüsselstellen sind vor allem die Haarnadelkurven. Hier muss man den optimalen Bremspunkt finden und dann so viel Geschwindigkeit wie möglich mit auf die Geraden nehmen”, erinnert sich Martin Tomczyk, der 2004 das Rennen als Achter beendete.

Der neue DTM-Kalender 2010 im Überblick:

 

25.04. Hockenheimring Baden-Württemberg (D)

23.05. Valencia (E)

06.06. EuroSpeedway Lausitz (D)

04.07. Norisring (D)

08.08. Nürburgring (D)

22.08. Circuit Park Zandvoort (NL)

05.09. Brands Hatch (GB)

19.09. Oschersleben (D)

17.10. Hockenheimring Baden-Württemberg (D)

31.10. Adria Raceway (I)

28.11. Shanghai (CN)

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Audi will Enttäuschung Vergessen machen

Verlorene Punkte aufholen

 

“In Valencia gab es bereits einen offiziellen Test, deshalb verfügen wir über einige Daten. Ich gehe aber davon aus, dass wir im Mai mit anderen Witterungsbedingungen rechnen dürfen. Wir haben versucht, die Reifenproblematik von Hockenheim aufzuarbeiten. Das war viel Arbeit. Unser Ziel ist es, die Punkte, die wir beim Auftakt verloren haben, aufzuholen”, sagte Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich.

Auch Oliver Jarvis hofft in Valencia die Enttäuschung von Hockenheim vergessen machen zu können. In Spanien will der Audi-Werksfahrer seine ersten Punkte holen. “In Valencia möchte ich vor allem Hockenheim vergessen machen – und zwar mit einem guten Ergebnis. Es gibt sicherlich Rennstrecken, die ich lieber mag. Aber Valencia ist trotzdem schön. Ich hoffe auf ein gutes Qualifying und ein gutes Rennen”, verriet Jarvis.

Keine Prognosen

 

Markenkollege Martin Tomczyk hat gute Erinnerungen an Spanien. 2006 holte der Deutsche in Barcelona seinen ersten DTM-Sieg, doch 2010 wird erstmals auf dem 4,005 Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo gefahren. “Wir haben beim Test in Valencia die ersten Informationen gesammelt. Es wird eine Herausforderung, weil die Strecke für die DTM neu ist. Es ist noch schwer, einzuordnen, wie wir dort aussehen werden. Wir hoffen aber nach Hockenheim auf eine gute Leistung”, sagte Tomczyk.

Mattias Ekström traut sich für das Rennen keine Prognosen zu: “Tests sind Tests und Rennen sind Rennen”, erklärte der Schwede, der in Spanien noch nie auf dem Podest stand.

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Ralf Schumacher toppt Testfahrten

Bestzeit zum Abschluss

 

Am letzten Tag der DTM-Testfahrten im spanischen Valencia hat ausgerechnet Ralf Schumacher die absolut schnellste Zeit der gesamten Woche gefahren. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und Publikumsmagnet war in der abschließenden Nachmittagssession genau eine Zehntelsekunde schneller unterwegs als Miguel Molina am Vortag.

Insgesamt drehte Schumacher in den letzten drei Teststunden 50 Runden. Seine schnellste Zeit betrug am Ende 1:28.566 Minuten, doch der Vorsprung auf die Konkurrenz war äußerst gering. Neueinsteiger Molina war auf der über vier Kilometer langen Strecke nur 0,007 Sekunden langsamer als Schumacher.

Hinter dem ungleichen Duo reihte sich Mercedes-Pilot Maro Engel auf der dritten Position ein. Der Deutsche musste bereits mit einem Rückstand von einer Viertelsekunde leben, war aber immerhin besser als die Audi-Piloten in den 2009er-Boliden.

Die reihten sich nämlich erst auf den Plätzen fünf und sechs – und damit hinter Alexandre Prémat im alten A4 ein. Oliver Jarvis fuhr eine 1:28.905, Martin Tomczyk war glatte zwei Zehntel langsamer unterwegs.

Zwischenzeitlich führte Katherine Legge die Rangliste an. Ihre Zeit von 1:21.824 Minuten wurde aber wenig später gestrichen – die Britin hatte die Strecke abgekürzt. Ihre beste reguläre Runde reichte für Platz acht.

Die Testzeiten aus Valencia

 

1. Ralf Schumacher – Mercedes – 1:28.566 Minuten

2. Miguel Molina – Audi – 1:28.573

3. Maro Engel – Mercedes – 1:28.816

4. Alexandre Prémat – Audi – 1:28.854

5. Oliver Jarvis – Audi – 1:28.905

6. Martin Tomczyk – Audi – 1:29.105

7. Bruno Spengler – Mercedes – 1:29.183

8. Katherine Legge – Audi – 1:29.276

9. Jamie Green – Mercedes – 1:29.418

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Molina fährt absolut schnellste Runde

Der unbekannte Spanier

 

Vor ein paar Monaten war Miguel Molina ein in Deutschland noch völlig unbekannter Rennfahrer. Seinen Namen werden die meisten Motorsport-Fans bei der Bekanntgabe von Audi zum ersten Mal gehört haben – doch nun mischt der junge Spanier die DTM-Szene auf.

Bei den Testfahrten in Valencia legte der 21-Jährige die bisher schnellste Zeit auf den Asphalt. Am dritten Testtag benötigte Molina in seinem 2008er-A4 für die rund vier Kilometer lange Strecke in Valencia nur 1:28.579 Minuten und war damit 0,116 Sekunden schneller als Jamie Green im Mercedes.

Hinter den beiden Erstplatzierten zeigte sich das Feld bunt gemischt. Bruno Spengler kam in einer 2009er-C-Klasse und einem Rückstand von fünf Zehntelsekunden auf den dritten Platz, auf Rang vier folgte Mike Rockenfeller, der noch am Vormittag die schnellste Zeit fuhr.

Überholen wird schwierig

 

Auf Platz fünf rangierte sich wieder ein Mercedes-Fahrer ein: Ralf Schumacher. Der ehemalige Formel-1-Pilot kennt den spanischen Kurs schon von vielen Testfahrten. “Die Strecke ist technisch sehr anspruchsvoll, hat ein paar schnelle Passagen – es kommt auf dieser Strecke auf sauberes Fahren und ein gut abgestimmtes Auto an”, so Schumacher.

Im Hinblick auf das anstehende Rennen ist sich Schumacher schon jetzt sicher, dass es nicht unbedingt zu vielen Überholmanövern kommen wird. “Da gibt es einfach nicht sehr viele Möglichkeiten…”

Hinter Schumacher reihte sich überraschend Cong Fu Cheng ein, der bisher immer auf dem letzten Platz der Zeitentabelle zuhause war. Das zehnköpfige Feld komplettierten Markus Winkelhock, Oliver Jarvis, Martin Tomczyk und Maro Engel.

Die Testzeiten aus Valencia

 

1. Miguel Molina – Audi – 1:28.579

2. Jamie Green – Mercedes – 1:28.695

3. Bruno Spengler – Mercedes – 1:29.084

4. Mike Rockenfeller – Audi – 1:29.168

5. Ralf Schumacher – Mercedes – 1:29.256

6. Cong Fu Cheng – Mercedes – 1:29.427

7. Markus Winkelhock – Audi – 1:29.476

8. Oliver Jarvis – Audi – 1:29.773

9. Martin Tomczyk – Audi – 1:29.799

10. Maro Engel – Mercedes – 1:30.993

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Tomczyk stellte seine Ernährung um

Sechs Kilogramm leichter

 

Exakt 183 Tage liegen zwischen dem Finale der DTM 2009 und dem Auftakt der neuen Saison auf dem Hockenheimring (24. April) – das ist ziemlich genau ein halbes Jahr und damit eine extrem lange Pause für einen Sportler. Doch langweilig war es den Audi-Werksfahrern in der Winterzeit nicht, wie das Beispiel Martin Tomczyk zeigt, der 2010 seine zehnte DTM-Saison in Angriff nimmt.

Nach der besinnlichen Weihnachtszeit startete Tomczyk in eine besonders extreme Erfahrung. Vom 11. bis zum 19. Januar absolvierte er zum ersten Mal einen Zehnkampf in Kanada. “Die Natur und die extremen Bedingungen haben mich absolut begeistert”, erzählt der Sportler über eine Woche voller Herausforderungen.

In Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territory, begann ein arktischer Zehnkampf von 20 Sportlern und Prominenten. Schneeschuhlaufen, Motorschlittenrennen, ein Halbmarathon, Übernachtungen in Zelten – den Teilnehmern wurde nichts geschenkt. An den ersten drei Tagen gelang Tomczyk in den Disziplinen Handlingfahren im Schnee, Schlittenziehen am Berg und Motorschlittenfahren jeweils der Einzelsieg in der Disziplin. In der Gesamtwertung belegte er am Ende Platz drei bei den Männern.

75 Grad Temperatur-Differenz

 

Der Halbmarathon musste bei Temperaturen von –56 Grad Celsius verschoben werden, erst bei –34 Grad war es “warm” genug. Geradezu harmlos wirkten da zunächst 6 Grad Wassertemperatur. Doch beim “Polar-Bear-Swimming” mit nur zwei Millimetern Neoprenschicht stellte diese Disziplin die Sportler auf eine besonders harte Probe. “Es war, als würden Nägel überall durch die Haut stechen. Man konnte kaum schwimmen.” Vom Kajakfahren indes war der Deutsche hellauf begeistert: “Das war so toll, dass ich mir jetzt selbst ein Kajak zulegen will.”

Nach zwei Tagen in Europa flog Tomczyk für eine Woche in den Urlaub auf die Malediven. Der Unterschied zu Kanada: “Aus neun Stunden Zeitverschiebung in die eine wurden vier Stunden in die andere Richtung, und es war auf den Inseln im Indischen Ozean 75 Grad wärmer als in Kanada!”

Mitte Februar stand eine Woche Fitnesstraining auf dem Programm. Zwei bis drei Mal pro Jahr absolviert Tomczyk diese Einheiten mit seinem persönlichen Trainer Thomas Slepitschka. In Engelberg in der Schweiz verbesserte der Rennfahrer seine Fitness mit Ski-Langlauf, Gymnastik und Körperbalance-Übungen. “Seit dem 1. Januar habe ich auch meine Ernährung verändert. Das war eine deutliche Umstellung für meinen Körper”, bekennt Tomczyk, der nun sechs Kilogramm leichter ist als im Vorjahr.

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