Domenicali denkt an 2010

Arbeiten laufen schon

Mit dem zweiten Podestplatz in dieser Saison näherte sich Ferrari bis auf 2,5 Punkte an den WM-Dritten Toyota. Daran konnte auch der Ausfall von Kimi Räikkönen nichts ändern, dem ein Stein ein Loch in den Kühler schlug. Die Leistung der Fahrer, insbesondere des umstrittenen Finnen, der angeblich 2010 durch Fernando Alonso ersetzt werden soll, möchte Teamchef Stefano Domenicali nicht bewerten.

“Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir die Leistung der Fahrer im Vergleich zu der des Autos beurteilen”, sagte er. Außerdem müsse man in dieser Saison die Reifen beachten, deren Einfluss sich binnen weniger Runden verändern kann.

Trotz der Verbesserungen weiß Domenicali, dass die Saison nicht einfacher wird. “Die anderen schlafen nicht”, betonte er. “Sie holen auf – sehen wir uns Renault, McLaren und Force India an diesem Wochenende an.” Alle drei Teams zeigten sich stark verbessert, konnten aber teilweise aus dem einen oder anderen Grund kein Kapital daraus schlagen.

Ferrari wird sich dennoch bald auf das nächste Jahr konzentrieren. “Wir haben bereits mit der Arbeit am neuen Projekt begonnen und in den nächsten Wochen werden wir wohl komplett umschalten, damit wir keine Zeit mit dem neuen Projekt verlieren”, so Domenicali. “Wir wissen, dass die nächste Saison wichtig wird und wir möchten mit einer besseren Pace starten als in diesem Jahr.” Es gehe also eher um Tage als um Wochen, bis man sich voll auf 2010 konzentrieren werde.

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Ferrari muss nachlegen

Montezemolo erwartet wahr Stärke

Das erste Rennen verlief viel schlechter als es Luca di Montezemolo erwartet hatte, daran gebe es keinen Zweifel. Ferrari bezahle den Preis dafür, dass es bis zuletzt um den Titel mitgefahren sei. “McLaren und wir mussten das Auto bis zum Schluss weiterentwickeln, während andere sich bereits mehrere Monate auf das neue Projekt stürzen konnten.” Das spiele eine besondere Rolle, weil das diesjährige Auto durch die Regeländerungen eben keine Evolution sei.

“Aber ich erwarte, dass wir auf einer weniger seltsamen Strecke als Melbourne unsere wahren Stärken sehen werden”, kündigte der Ferrari-Präsident in der Gazzetta dello Sport an. In Australien habe das Team einige Fehler gemacht, die den Unterschied zur Spitze noch vergrößerten. “Ich bin davon überzeugt, absolut sicher, dass wir eine starke Reaktion zeigen werden, obwohl es die gleichen Autos wie in Melbourne sein werden.”

Denn Verbesserungen gibt es in der Woche zwischen den beiden Rennen keine. Somit werden Brawn GP, Toyota und Williams weiter einen Diffusor-Vorteil haben, wie Montezemolo sagt. So oder so erwartet er schnell Klarheit in der Diffusor-Frage. “Entweder sie sind legal, dann muss es gesagt werden, selbst wenn wir und viele andere Teams das anders sehen.” Oder sie sind illegal. Dann müsse es ebenfalls schnell bestätigt werden. “Das erwarte ich so schnell wie möglich.”

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Michael Schumacher sieht Ferrari gut gerüstet

Wertungssystem macht keinen Sinn

“Die Saison kann kommen!”, sagt Michael Schumacher, der sich zuletzt bei den Tests in Jerez und Barcelona einen Eindruck vom Kräfteverhältnis verschaffte. “Das meine ich als Motorsport-, aber auch als Ferrari-Fan”, so Schumacher. “Die letzten Eindrücke haben gezeigt, dass wir gut aufgestellt sind und um die WM-Titel mitkämpfen sollten.”
Trotzdem sieht er gleich mehrere Teams als Spitzenkandidaten an. “Es hat sich abgezeichnet, dass verschiedene Teams vorne dabei sein können, neben uns Renault und Toyota, aber auch BMW.” Hinzukommt Brawn GP “Das Team von Ross hat ganz klar rausgestochen”, gab er zu. “Die waren rund 1 Sekunde vorn, und wenn sie das mit in die Saison nehmen können, sind sie natürlich auch stark – auch wenn die großen Teams diesen Vorteil mit der Zeit wegschneiden werden.” McLaren sehe dagegen momentan schlecht aus.

Ganz im Sinne der Ferrari-Linie ist auch Schumacher kein KERS-Verfechter. “KERS ist bei diesen eingeschränkten Testmöglichkeiten für alle Teams, die es benutzen, ein Risiko.” Diese Fragezeichen seien es aber, die die neue Saison so schön machen.

“Das kann man über die neuen Regeln eher nicht sagen, die so kurz vor der Saison ausgegeben wurden – eigentlich erstaunlich, weil es in all den Jahren, wenn die Mehrheit aus guten Gründen eine Regeländerung wollte, hieß, dies sei so kurzfristig und so kurz vor der Saison nicht möglich”, meinte Schumacher. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Regeln die Formel 1 weiter bringen, vor allem das neue Wertungssystem.”

Die Tatsache, Siege höher zu bewerten, klingt für ihn logisch, aber “ich kann keinen Sinn darin erkennen, eventuell einen Weltmeister zu haben, der weniger Punkte als der Zweitplatzierte hatte.” Auch bei den technischen Einschränkungen teilt Schumacher die Meinung der FOTA. “Wir sollten meiner Meinung nach sicher stellen, dass die Formel 1 die Spitze des Motorsports bleibt, in der der Wettbewerb auch auf der höchsten technologischen Ebene ausgetragen wird.”

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Jerez, Tag 5

Heidfeld fährt am schnellsten

 

Der Weltmeister hat derzeit kein Glück: nach technischen Problemen am Mittwoch ging es für Lewis Hamilton und sein McLaren Team auch am Donnerstag mit den Problemen weiter. Schon nach einer guten Dreiviertelstunde blieb der Silberpfeil das erste Mal stehen und kehrte auf dem Abschleppwagen an die Box zurück. Fünfeinhalb Stunden später das gleiche Bild: Hamiltons McLaren wird von einem Transporter in der Box abgesetzt – die Ferrari-Mechaniker schauen gespannt auf das Konkurrenzfahrzeug.
Der Grund für die zweite unfreiwillige Mitfahrt auf dem spanischen Abschleppwagen war ein Abflug ins Kiesbett bei dem unter andrem der Heckflügel des MP4-24 beschädigt wurde. Dieser war übrigens erneut ein 2008er Modell, das nicht dem aktuellen Reglement entsprach. Ebenfalls bereits bekannt war die grüne Farbe, die McLaren auf das silberne Auto sprühte, um Aerodynamikmessungen durchzuführen.

Kaputter Frontflügel bei Trulli

 

Auch bei Toyota lief nicht alles nach Plan. Kurz vor 15:00 Uhr rief Jarno Trulli die vierte rote Flagge des Tages hervor – Hamilton sollte später die fünfte und letzte heraufbeschwören. Trulli beschädigte den Frontflügel seines Toyota bei einer heftigen Überfahrt über die Kerbs und musste den Testtag vorzeitig beenden. “Es war ein kurzer Tag für uns”, bilanzierte der Italiener, der bereits am Vormittag bis 12:30 Uhr warten musste, bevor die Strecke trocken genug war, um sinnvolle Testrunden zu drehen. Obwohl der Regen aufhörte, blieb der starke Wind den gesamten Tag erhalten.

“Ich beschädigte den Frontflügel auf einem Kerb”, bestätigte er. “Trotzdem konnten wir einige Runden drehen und Daten sammeln. Der Test hat gezeigt, dass es für uns gut aussieht, also können wir zuversichtlich sein.” Auch Testteammanager Gerd Pfeiffer zeigte sich mit der Testwoche seit Sonntag zufrieden. “Wir waren zuverlässig und haben eine gute Pace gezeigt.” Jetzt freue man sich auf den letzten Wintertest in der kommenden Woche in Barcelona.

Bestzeit für Heidfeld

 

Weder vom Wetter noch von der Technik ließ sich Nick Heidfeld beeindrucken. Der BMW Sauber-Pilot fuhr in 1:20.052 Minuten die schnellste Zeit des Tages und ließ Kimi Räikkönen um dreieinhalb Zehntel hinter sich. Mit 123 Runden drehte Heidfeld auch die meisten Umläufe des Testtages. Nur Räikkönen kam mit 112 Runden noch auf eine dreistellige Anzahl, trotz eines Drehers kurz vor 14:00 Uhr.

Gerade einmal 58 Runden schaffte von Problemen geplagte Hamilton, womit er jedoch noch mehr Kilometer zurücklegte als Mark Webber (47 Runden), Kazuki Nakajima (54) und Jarno Trulli (38) Runden.

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Renault muss doppelt punkten

Platz 4 ist machbar

 

Fernando Alonso flog geradezu durch den leichten Regen von Spa-Francorchamps. Ein Reifenwechsel zum richtigen Zeitpunkt brachte den Spanier weit nach vorne und sicherte dem Team mit Platz 4 wertvolle Punkte im Kampf um den vierten Platz der Konstrukteurs-WM, der ist auch weiterhin das große Ziel für Alonso & Co.

“Wir haben fünf Punkte geholt und waren bei der Pace dabei”, freut sich der Spanier. “Wir waren das drittstärkste Team in Spa.” Also noch vor BMW Sauber. Technikchef Bob Bell teilt diese Einschätzung seines Piloten. “Ich glaube, dass wir das waren”, sagt er. Die Strecke habe dem Auto und Alonso von der ersten Trainingssitzung an gelegen.

In einem normalen Trockenrennen wäre Platz 4 ohnehin das absolute Maximum gewesen. “Wir waren das gesamte Wochenende mit dem Auto zufrieden, unsere Pace war gut im Nassen und Trockenen und das Team ging gut mit den wechselhaften Bedingungen um.”

Platz 4 ist machbar

 

So muss es bei den kommenden Rennen weitergehen, wenn das Team tatsächlich sein Ziel erreichen und Toyota in der Teamwertung überflügeln möchte. “Wir wissen, wie schwierig es ist, Punkte zu holen”, weiß Bell. “McLaren und Ferrari sind klar vor uns. Wenn sie einen guten Tag haben, gibt es nicht viele Punkte zu holen.” Dann sei selbst ein Rückstand von 5 Punkten auf Toyota nur schwer aufzuholen. “Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Saison in den letzten fünf Rennen vor Toyota beenden können.”

Alonso möchte in Monza damit beginnen. “Es wäre gut, wenn wir in Monza punkten könnten, damit wir den Endspurt in bestmöglicher Form angreifen können.” Der Kampf gegen Toyota sei eng, aber das sei schon seit Saisonbeginn so. “Jeder Punkt ist am Ende der Saison wichtig”, betont Alonso. “Wir liegen fünf Punkte zurück, das ist machbar.”

Doppelt punkten, hält besser

 

Einfacher wäre es, das Ziel zu erreichen, wenn beide Fahrer konstant punkten würden. Bell fordert deshalb auch von Nelson Piquet gute Resultate im Kampf um Rang 4. In Belgien schied der Brasilianer vorzeitig aus. “Ich habe einen Fehler gemacht und bin im Reifenstapel gelandet”, erinnert er sich. “Das ist schade, denn ich hätte einige Punkte mitnehmen können, gerade, weil das Rennen so ereignisreich war.” Doch Piquet konnte die Ereignisse nicht nutzen, stattdessen wurde er selbst zu einem.

“In Monza möchte ich besser abschneiden”, kündigt er an. Wichtig wird es, eine gute Startposition im Qualifying herauszufahren. “Ich hoffe, dass ich schnell genug sein werde, um das Q3 zu erreichen.” Dann könne man das Rennen in Ruhe angehen und um Punkte kämpfen. “Ich möchte dem Team helfen, den 4. Platz in der Konstrukteurs-WM zu erlangen. Dafür ist es wichtig, in den Punkten zu landen.”

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