Toyota muss nachlegen

Trulli warnt vor Konkurrenz

Jarno Trulli ist gewarnt: Die Konkurrenz drängt nach. Bei den ersten Saisonrennen zählte Toyota zu den positiven Überraschungen, doch in Deutschland gab es keinen einzigen Punkt für die Japaner, die nun in der Konstrukteurs-WM von Ferrari und Williams unter Druck geraten.

“Es ist Zeit, einen großen Schritt beim Downforce zu machen”, forderte Jarno Trulli gegenüber Autosport . “Wenn wir uns so weiter verbessern wie bis jetzt, werden wir den Abstand nur halten.” Er würde aber viel lieber nach vorne schauen. “Ich war mit dem Saisonstart zufrieden, das Team hat tolle Arbeit geleistet. Aber wenn wir unsere Saison vorantreiben möchten, müssen wir das machen, was Red Bull in Großbritannien gemacht hat.” Nämlich einen großen Entwicklungsschritt mit einem B-Auto.

Sonst sieht Trulli sein Team auch durch McLaren und Renault gefährdet. “Sie waren in Deutschland konkurrenzfähig”, sagt er. “Vielleicht lag es auch am Wetter, weil wir normalerweise kühle Temperaturen nicht mögen. Aber wir müssen hart angreifen, wenn wir mehr Pace aufnehmen wollen.”

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Domenicali denkt an 2010

Arbeiten laufen schon

Mit dem zweiten Podestplatz in dieser Saison näherte sich Ferrari bis auf 2,5 Punkte an den WM-Dritten Toyota. Daran konnte auch der Ausfall von Kimi Räikkönen nichts ändern, dem ein Stein ein Loch in den Kühler schlug. Die Leistung der Fahrer, insbesondere des umstrittenen Finnen, der angeblich 2010 durch Fernando Alonso ersetzt werden soll, möchte Teamchef Stefano Domenicali nicht bewerten.

“Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir die Leistung der Fahrer im Vergleich zu der des Autos beurteilen”, sagte er. Außerdem müsse man in dieser Saison die Reifen beachten, deren Einfluss sich binnen weniger Runden verändern kann.

Trotz der Verbesserungen weiß Domenicali, dass die Saison nicht einfacher wird. “Die anderen schlafen nicht”, betonte er. “Sie holen auf – sehen wir uns Renault, McLaren und Force India an diesem Wochenende an.” Alle drei Teams zeigten sich stark verbessert, konnten aber teilweise aus dem einen oder anderen Grund kein Kapital daraus schlagen.

Ferrari wird sich dennoch bald auf das nächste Jahr konzentrieren. “Wir haben bereits mit der Arbeit am neuen Projekt begonnen und in den nächsten Wochen werden wir wohl komplett umschalten, damit wir keine Zeit mit dem neuen Projekt verlieren”, so Domenicali. “Wir wissen, dass die nächste Saison wichtig wird und wir möchten mit einer besseren Pace starten als in diesem Jahr.” Es gehe also eher um Tage als um Wochen, bis man sich voll auf 2010 konzentrieren werde.

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Michael Schumacher sieht Ferrari gut gerüstet

Wertungssystem macht keinen Sinn

“Die Saison kann kommen!”, sagt Michael Schumacher, der sich zuletzt bei den Tests in Jerez und Barcelona einen Eindruck vom Kräfteverhältnis verschaffte. “Das meine ich als Motorsport-, aber auch als Ferrari-Fan”, so Schumacher. “Die letzten Eindrücke haben gezeigt, dass wir gut aufgestellt sind und um die WM-Titel mitkämpfen sollten.”
Trotzdem sieht er gleich mehrere Teams als Spitzenkandidaten an. “Es hat sich abgezeichnet, dass verschiedene Teams vorne dabei sein können, neben uns Renault und Toyota, aber auch BMW.” Hinzukommt Brawn GP “Das Team von Ross hat ganz klar rausgestochen”, gab er zu. “Die waren rund 1 Sekunde vorn, und wenn sie das mit in die Saison nehmen können, sind sie natürlich auch stark – auch wenn die großen Teams diesen Vorteil mit der Zeit wegschneiden werden.” McLaren sehe dagegen momentan schlecht aus.

Ganz im Sinne der Ferrari-Linie ist auch Schumacher kein KERS-Verfechter. “KERS ist bei diesen eingeschränkten Testmöglichkeiten für alle Teams, die es benutzen, ein Risiko.” Diese Fragezeichen seien es aber, die die neue Saison so schön machen.

“Das kann man über die neuen Regeln eher nicht sagen, die so kurz vor der Saison ausgegeben wurden – eigentlich erstaunlich, weil es in all den Jahren, wenn die Mehrheit aus guten Gründen eine Regeländerung wollte, hieß, dies sei so kurzfristig und so kurz vor der Saison nicht möglich”, meinte Schumacher. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Regeln die Formel 1 weiter bringen, vor allem das neue Wertungssystem.”

Die Tatsache, Siege höher zu bewerten, klingt für ihn logisch, aber “ich kann keinen Sinn darin erkennen, eventuell einen Weltmeister zu haben, der weniger Punkte als der Zweitplatzierte hatte.” Auch bei den technischen Einschränkungen teilt Schumacher die Meinung der FOTA. “Wir sollten meiner Meinung nach sicher stellen, dass die Formel 1 die Spitze des Motorsports bleibt, in der der Wettbewerb auch auf der höchsten technologischen Ebene ausgetragen wird.”

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Buemi holt Bestzeit in Portimao

Ein Tänzchen im Regen

Ähnlich trist wie die Präsentationen von Renault und Williams zeigte sich am Montag auch das Wetter in Portugal. Es regnete und machte die ersten Ausfahrten der beiden Teams daher nicht gerade zu einem freudigen Schaulaufen. Doch wie bei Debüts üblich schauten weder Williams noch Renault auf die Rundenzeiten, sondern wollten erst einmal sehen, ob ihre Autos auch nach Wunsch funktionieren. Auch die anderen Anwesenden, Toro Rosso, McLaren und Toyota, konnten aufgrund des Regens nicht wirklich leistungsorientiert arbeiten – angesichts der Testbeschränkungen nicht gerade ein Vorteil.

KERS oder kein KERS?

 

Ausprobiert wurde dennoch einiges. So war Toyota mit KERS unterwegs und hatte auch eine Haifischflosse am Auto, wie sie Renault am Morgen beim Rollout gezeigt hatte. Renault selbst wird KERS auch ausführen, allerdings erst am Mittwoch, wenn Fernando Alonso Nelson Piquet Jr. ablöst. Williams verzichtet beim Test dagegen ganz auf das Energierückgewinnungs-System und wird das wohl auch bei den nächsten Testfahrten machen.

Bei Toro Rosso probierte man derweil mit dem alten Auto einige Dinge aus und Sebastien Buemi konnte mit dem modifizierten STR3 auch die Bestzeit hinlegen. Angesichts des Wetters und des unterschiedlichen Fahrzeugs ist das allerdings ein Muster ohne Wert – was auch die viereinhalb Sekunden Vorsprung zeigten. Mit 51 Runden war der Schweizer, der in diesem Jahr sein Debüt als Einsatzfahrer geben wird, auch der eifrigste Pilot auf der Strecke.

Nur zwischen McLaren und Williams war es knapp

 

Der Rest hielt sich, wohl auch wegen des Wetters, nobel zurück. Am wenigsten unterwegs war Hülkenberg, der am Ende des Tages lediglich 19 Runden zu Buche stehen hatte, dem McLaren mit Pedro de la Rosa an Bord aber immerhin bis auf zweieinhalb Zehntel nahe gekommen war. Lediglich ein Ausrutscher Hülkenbergs am frühen Nachmittag trübte das Bild ein wenig. Viel war am Auto zwar nicht passiert, es wurde dennoch einiges getauscht, um auf Nummer sicher zu gehen.

Hinter den schnellsten Drei klaffte wieder eine Lücke. Nelson Piquet Jr. hatte im neuen Renault gar nichts riskiert und einfach in Ruhe die Systeme gecheckt. Damit lag er nach 33 Runden sogar über sieben Sekunden hinter Buemi. Auch Kamui Kobayashi im Toyota hatte es dank der Witterung nicht eilig gehabt und belegte mit über neun Sekunden Rückstand den letzten Rang. An den kommenden Tagen sollte es dann doch etwas enger zugehen, denn dafür ist besseres Wetter vorhergesagt – zumindest für Dienstag und Mittwoch.

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Guter Anfang für Toyota

Vorsprung durch Tests

Toyota hatte einen Vorsprung auf McLaren, BMW Sauber, Williams, Renault und wie sie alle heißen. Das werden die Köln-Marsdorfer gerne lesen. Allerdings bezieht es sich nicht auf die Rundenzeiten, sondern auf ihre Testerfahrungen aus dem Februar. Damals waren Ferrari und Toyota alleine in Bahrain unterwegs, alle anderen testeten in der europäischen Heimat.
“Aufgrund des Tests lief der Freitag für uns wie erwartet”, fasste Jarno Trulli zusammen. Wie alle Fahrer kämpfte er mit dem Wind. Davon abgesehen gab es keine Probleme. “Wir müssen unser Auto noch etwas verbessern, aber wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähiger sind. Wir müssen uns weiterentwickeln und so viele Punkte wie möglich holen.”

Timo Glock erlebte, trotz eines kleineren technischen Problems am Nachmittag, einen der berüchtigten produktiven Tage. “Das zweite Training lief für mich viel besser als das erste. Am Morgen hatten wir Probleme mit der Stabilität und beim Bremsen, aber das konnten wir in der Pause beheben.” Sogar auf Long Runs fühlte sich Timo wohl. Darauf hatte er bislang mehr Sorgen mit seinem TF108.

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