Schumacher

Red Bull in eigener Welt

 

Neues Rennen, neues Glück. Michael Schumacher sieht Mercedes GP dennoch in der Verfolgerrolle. “Red Bull fährt in einer eigenen Welt”, sagt er. Dahinter liegen Ferrari, McLaren, Renault und Mercedes. “Hoffentlich machen wir hier einen weiteren, kleinen Entwicklungsschritt, der uns näher an diese Gruppe heranbringt, damit wir gegen sie kämpfen und bestenfalls vor ihnen sein können.”

Die Leistung von Monaco sieht Schumacher nicht als Wegweiser für Istanbul an. Dafür sei die Streckencharakteristik im Fürstentum zu speziell. Trotzdem baut er darauf, dass Mercedes den Aufwärtstrend der ersten Rennen fortsetzen kann.

In Australien und Malaysia habe er sein Können nicht unter Beweis stellen können, weil er am Start abgeschossen wurde oder ausfiel. “Aber das Team hat es bewiesen”, betont er. “Wenn wir Shanghai auslassen, ging es in Barcelona und Monaco stetig weiter bergauf und ich glaube, so geht es hier weiter.” Deshalb freut er sich darauf, herauszufinden, wie sich der Silberpfeil mit den neuesten Updates in Istanbul gegen die Konkurrenz schlägt.

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Renault bringt neuen Frontflügel

Kleine Fortschritte

 

Für viele ist Renault eine der großen Überraschungen des Saisonstarts. Robert Kubica stand auf dem Podium, Vitaly Petrov sammelte seine ersten Punkte und überholte Michael Schumacher. “Wenn man mir nach Bahrain 40 Punkte und drei Top-5-Platzierungen aus den ersten vier Rennen angeboten hätte, wäre ich mehr als zufrieden gewesen”, zieht Kubica eine positive Auftaktbilanz. “Gleichzeitig gab es auch etwas Frust, besonders in Shanghai wo mich das Safety Car einen Podestplatz gekostet hat.”

Dabei betonen Kubica und Technikchef Alan Permane, dass Renault trotz der guten Eindrücke noch nicht so konkurrenzfähig ist, wie sie mancher Beobachter einschätzt. “Es ist gut, dass wir das Meiste aus unseren Möglichkeiten machen”, sagt Kubica. “Aber wir müssen realistisch bleiben, denn uns fehlen noch große Schritte bis zur Spitze.”

Unter normalen Bedingungen könne Renault noch nicht mit Red Bull und McLaren kämpfen. Dem stimmt Permane zu: “Wir wissen, dass unsere Pace noch hinter den vier schnellsten Teams zurückliegt, aber mit unserer Strategie und den Leistungen von Robert und Vitaly haben wir mehr Punkte geholt als erwartet.”

Kleines Update in Spanien

 

In Barcelona könnte sich das gewohnte Kräfteverhältnis der ersten Rennen verschieben. Alle Teams bringen große Updates mit, nur Renault beschränkt sich auf kleinere Schritte. “Ich glaube nicht, dass sich das Bild massiv verschieben wird”, glaubt Permane. “Mercedes rückt vielleicht etwas von uns weg, aber wir haben einen neuen Frontflügel und einige andere neue Aerodynamikteile, die uns Fortschritte bringen sollten.”

Kubica wagt keine Prognose. “Wir müssen abwarten, wie wir im Vergleich zu den anderen aussehen, vielleicht sieht die Reihenfolge ganz anders aus als zu Jahresbeginn.” Der Pole erwartet einen harten Kampf. “Ich erwarte, dass die Abstände sehr gering sein werden”, bestätigt Petrov. “Wir hatten keinen guten Test im Februar hier, aber hoffentlich haben wir diesmal eine bessere Chance.”

Permane ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird. “Die Probleme vom Test lagen nicht an der Strecke, ich habe keine Bedenken”, meint er. “Barcelona ist eine jener Strecken, auf der schlechte aerodynamische Effizienz bestraft wird.” Renault habe seit dem Test jedoch viel mehr Downforce gefunden. “Das sollte kein Problem sein.”

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Renault greift Mercedes an

Zweimal Punkte

 

Renault holte 30 Punkte aus den ersten drei Rennen und liegt nur knapp hinter Mercedes GP auf dem fünften Rang der Konstrukteurswertung. “Wir haben unsere Erwartungen übertroffen”, sagt Technikchef James Allison. “Unsere Ergebnisse sind besser als die Leistungsfähigkeit unseres Autos.”

Robert Kubica stuft Renault momentan hinter Red Bull, McLaren und Ferrari als vierte Kraft ein. “Wir wissen, dass unser Auto nicht das Schnellste ist”, gesteht der Pole. “Die meisten Teams liegen sehr eng zusammen. Wir sind zusammen mit Mercedes direkt hinter den Top-3 Red Bull, McLaren und Ferrari. Hinter uns gibt es einen engen Kampf zwischen Force India, Williams und Toro Rosso.”

Mercedes abhängen

 

In Shanghai plant Allison den Angriff auf Mercedes GP, um die Rolle der vierten Kraft alleine einzunehmen. “Wir können das schaffen”, glaubt er. Derzeit sieht er Mercedes nur im Qualifying vor Renault. “Bei der Rennpace schienen wir in Malaysia vorne zu sein”, sagt Allison. “In China haben wir mehr Updates, unter anderem einen neuen Unterboden und weitere Frontflügel. Das reicht vielleicht nicht, um im Qualifyingtrim vor Mercedes zu gelangen, aber es sollte uns viel näher dran bringen. Wenn wir dann am Start vor sie kommen, bin ich zuversichtlich, dass wir vor ihnen bleiben können.”

Als realistisches Ziel gibt Allison zwei Punkteplatzierungen für den China GP an, also für jeden Fahrer eine. Das ist auch das erklärte Ziel von Vitaly Petrov. “Es war frustrierend, die Rennen nicht zu beenden”, klagt der Russe nach seinen ersten drei F1-Rennen. “Momentan weiß ich nur bis zur Rennhälfte, wie man mit den Reifen umgeht – das ist nicht ideal.”

Renault legt nach

 

Deshalb hat er gleich drei Ziele: “Ich möchte das Rennen beenden und mehr Erfahrung sammeln”, beginnt Petrov. “Ich möchte auch näher an die Top-10 herankommen und hoffentlich im Rennen um Punkte fahren.” Für das Qualifying hat er sich vorgenommen, das Q2 hinter sich zu lassen. “Ich arbeite hart an meiner Qualifyingleistung, damit ich in Q2 und hoffentlich Q3 komme.”

Damit sollte Robert Kubica keine Probleme haben. “Die Strecke in Shanghai hat ein ähnliches Layout wie Sepang, also sollten wir konkurrenzfähig sein”, glaubt er. “Außerdem bekommen wir mehr Updates am Auto, die uns helfen sollten, die Lücke zur Spitze zu schließen.” Wie viel besser der Renault dadurch sein wird, kann Kubica nicht einschätzen. “Aber laut den Daten wird das Auto immer besser.”

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Renault möchte Potenzial ausschöpfen

Gut zu Bodenwellen

 

Für Renault hat mit der Saison 2010 eine neue Zeitrechnung begonnen. Ein neuer Teambesitzer, ein neuer Teamchef, zwei neue Fahrer und eine neue Farbgebung. WM-Punkte brachte all das noch nicht ein. Trotzdem war Robert Kubica mit seinem ersten Auftritt in Schwarz und Gelb zufrieden.

“Ich möchte noch einige Rennen abwarten, um die Situation einzuschätzen, weil Bahrain eine recht ungewöhnliche Strecke ist, aber mein Gefühl ist sehr positiv”, sagt der Pole. Noch habe man nicht das volle Potenzial ausgeschöpft, weder im Qualifying noch im Rennen. “Aber in beiden Fällen wäre Platz 7 möglich gewesen.” Entsprechend enttäuscht war Kubica, das Ziel verpasst zu haben. “Aber es war ermutigend, dass wir die Chance dazu hatten.”

Freund der Bodenwellen

 

Beim zweiten Rennen in Melbourne stattet Renault den R30 mit einigen neuen Aerodynamikteilen aus, darunter ein neuer Frontflügel und ein teilweise erneuerter Heckflügel. Beides soll den Abtrieb verbessern. “Unser Ziel ist es, beide Fahrer ins Q3 zu bringen”, sagt Chefrenningenieur Alan Permane. “Angesichts unserer Konkurrenzfähigkeit ist das ein realistisches Ziel. Wenn wir das schaffen, sollten beide Fahrer um Punkte kämpfen können.”

Der Kurs im Albert Park sollte dem Renault liegen, glaubt Permane. “Die Strecke ist sehr wellig und unser Auto geht gut mit Bodenwellen um”, erklärt er. Das habe sich in Bahrain bestätigt, wo beide Fahrer im neuen Streckenteil sehr gut waren, obwohl es dort viele Bodenwellen gab.

Potenzial ausnutzen

 

“Vor dem Saisonstart glaubte ich, dass Melbourne uns besser liegen würde als Bahrain”, erinnert sich Kubica. “Jetzt glaube ich, dass die Strecke gut für uns sein wird. Hoffentlich können wir eine starke Leistung zeigen und das volle Potenzial des Autos ausnutzen.”

Im Mittelteil des Bahrain GP sah Permane gute Ansätze. “Roberts Pace war sehr konkurrenzfähig – genauso schnell wie die beiden Mercedes und der McLaren von Jenson Button. Natürlich spielen wir nicht in der gleichen Liga wie Ferrari und Red Bull, aber die Performance in Bahrain stimmt mich zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr um gute Ergebnisse fahren können.”

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Rosberg fährt Bestzeit in Barcelona

Leichter Regen

 

Nur noch sieben Stunden am Sonntag, dann ist die Saisonvorbereitung vorbei. Am vorletzten Testtag vor Bahrain erlebten die elf anwesenden Teams einen durchwachsenen Tag – nach einem trockenen Beginn, fiel immer wieder etwas Regen. Die Bestzeit fuhr Nico Rosberg im Silberpfeil bereits vor den ersten Tropfen.

Mit einer Zeit von 1:20.686 Minuten setzte er sich mit sieben Zehnteln Vorsprung gegen Sebastien Buemi und Jenson Button auf den Plätzen 2 und 3 durch. Rosbergs Zeit war allerdings einen Tick langsamer als die bisherige Wochenbestzeit von Nico Hülkenberg, der am Freitag 1:20.614 Minuten gefahren ist. Alle Fahrer hinter Button hatten mehr als eine Sekunde Rückstand auf Rosberg. Platz 4 ging an Rubens Barrichello vor Felipe Massa, Vitaly Petrov im Renault und Adrian Sutil im Force India. Sebastian Vettel beendete den Tag als Achter.

Ab in den Kies

 

Der vorletzte Testtag vor dem Saisonstart begann mit einer roten Flagge: Nach knapp 20 Minuten blieb Jenson Button in seinem McLaren Mercedes MP4-25 in Kurve 11 stehen. Das Team beruhigte jedoch, es habe sich nur um ein kleineres, mechanisches Probleme gehandelt. Kurz darauf setzte der Regen ein und Kamui Kobayashi war der erste Fahrer, der mit seinem Sauber durch das Kiesbett pflügte – allerdings ohne Folgen für ihn und das Auto. Nur die Mechaniker bekamen etwas mehr Säuberungsarbeiten verordnet.

Schlechter löste die Aufgabe Rubens Barrichello, der kurz vor 12:00 Uhr in Kurve 5 mit seinem Williams voll ins Kiesbett abflog, darin stecken blieb und auf dem Transporter zurück an die Box kam. Jarno Trulli schleppte seinen Lotus aus eigener Kraft zurück zum Team, aber auch am T127 mussten die Mechaniker danach die Putzlappen auspacken. “Kleiner Abflug von Jarno”, teilte Mike Gascoyne mit. “Wir säubern das Auto und fahren dann die letzten 25 Runden unseres Runs zu Ende.”

Nico Rosberg konnte seinen letzten Run nicht beenden. Der Deutsche blieb rund 40 Minuten vor Testende mit einem technischen Defekt auf der Strecke stehen. Kaum war die Bahn wieder freigegeben, tat es ihm Toro Rosso Pilot Sebastien Buemi gleich – auch er rollte in den letzten Kurven auf der Bahn aus und löste die vierte Rotphase des Tages aus. Den Schlusspunkt setzte wenige Minuten vor 17:00 Uhr Rubens Barrichello, der in seinem Williams Cosworth FW32 die letzte rote Flagge verursachte.

Der Testtag wurde immer wieder von leichtem Regen begleitet. Renault reagierte deshalb schon am Vormittag auf die Wetterbedingungen und passte das Programm an: Die Qualifyingsimulation wurde am Nachmittag verkürzt, danach sollte so viel wie möglich von einer Renndistanz abgespult werden. Virgin Racing verpasste mal wieder einige Zeit wegen technischer Probleme. So entdeckten die Mechaniker in der Mittagspause ein Leck im Benzinsystem, das danach zeitintensiv geflickt werden musste.

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