Lauda

Schumacher als Gradmesser

 

Der Countdown läuft. Am Freitag beginnt die neue Formel-1-Saison mit dem ersten Freien Training des Jahres 2010. Auch Niki Lauda freut sich auf die neuen Duelle. “Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull sind meiner Meinung nach nur ein, zwei Zehntel auseinander, also im Prinzip alle gleich schnell”, sagt der RTL-Experte. “Jetzt kommt es darauf an, wer sich in Bahrain als Schnellster qualifiziert und auf der Pole Position ins Rennen geht.”

Vorhersagen traut sich Lauda keine abzugeben. “Fernando Alonso im Ferrari ist genauso motiviert wie Sebastian Vettel im Red Bull oder Lewis Hamilton im McLaren. Da sehe ich gar keine Unterschiede im Moment.” Rückkehrer Michael Schumacher zählt er als Ausnahmesportler ebenfalls dazu.

“Er weiß wirklich, wie es geht!”, meint Lauda. “Ich traue ihm durchaus zu, vom ersten Training an volle Leistung zu bringen.” Besonders interessant empfindet Lauda das Mercedes-Stallduell gegen Nico Rosberg. “Es wird besonders interessant sein zu sehen, ob und wie schnell sein Teamkollege Nico Rosberg an diese Übermacht Schumacher heranfahren kann.”

Schumacher als Profilierungschance

 

Der Gradmesser Schumacher sei für Rosberg, aber auch andere junge Fahrer entscheidend. “Das kann eine Chance für die anderen Piloten sein, denn jeder, der dem Schumi vorweg fährt, macht positiv auf sich aufmerksam”, erklärt der Ex-Champion. “Rosberg leidet vielleicht etwas unter dem Schumi-Hype, aber das sollte ihm egal sein. Nico muss sich nur darauf konzentrieren, dass er vom ersten Training an der Schnellere ist, alles andere muss er ignorieren.”

Denn: “Der Schumi-Hype hält nur solange an, bis er anfängt zu fahren. Dann ist er wieder einer von vielen und dann entscheidet sich, wer die Nase vorn hat.” Das könnte auch Sebastian Vettel sein. Lauda hält Red Bull für enorm konkurrenzfähig, aber auch Ferrari mit Fernando Alonso und McLaren mit Lewis Hamilton und Jenson Button hat er auf seinem Zettel stehen.

“Felipe Massa muss wie Nico Rosberg bei Mercedes um seine Position im Team richtig kämpfen”, glaubt Lauda. “Das gleiche wird auch Jenson Button tun müssen, weil Lewis Hamilton einen Riesenvorteil dadurch hat, dass er schon länger bei McLaren ist und zudem wirklich schnell Auto fahren kann.”

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McLaren bereit für die Action

Geht’s schon los?

 

Der Winter kam einem lang vor, die Testtage eher kurz, aber dafür vollgestopft mit einem straffen Programm und nun steht der Saisonstart in Bahrain vor der Tür. Worauf sich natürlich alle freuen, auch McLaren trotz der vielen Fragezeichen, die auch nach den Tests bestehen. Wo steht man wirklich, hat man alles Menschen- und Designmögliche getan, konnte man die Grauzonen nutzen, ist man schnell genug, hat man die Gegner richtig eingeschätzt und wie wird es mit der neuen Fahrerbesetzung? Alles Fragen die erst beantwortet werden können, wenn die ersten Rennen gefahren sind.

Unsicherheiten, die ja irgendwie den Reiz eines Saisonstarts ausmachen, meint man bei McLaren. Derzeit ist man mit den Gegebenheiten zufrieden. “Ich kann mich an kaum eine Saison erinnern, wo soviel Aufregung und angespannte Erwartung zusammen gekommen sind”, sagt Teamchef Martin Whitmarsh im Ausblick auf die anstehende Saison. “Bei den Wintertests ging es eng zu, wir haben zwei Weltmeister im Team, die Rückkehr einer Formel 1 Legende und insgesamt vier Weltmeister im Fahrerfeld! 2010 scheint ein Muss für einen künftigen Klassiker zu sein.”

“Was unser Team betrifft, so haben wir uns minutiös auf die Saison vorbereitet. Wir haben einen riesigen Satz Daten analysiert und trotz der wenigen Tests haben wir viel über den MP4-25 erfahren. Unsere Fortschritte haben uns Mut gemacht, das Feedback von Jenson und Lewis war fantastisch – wir fühlen uns bereit.”

Die Sicht der Fahrer

 

McLaren sei ein Team voller Racer und man könne den Saisonstart kaum erwarten. Man sei bereit für die neue Herausforderung. “Ich freue mich wahnsinnig darauf am Freitagmorgen endlich ins Auto zu steigen, zu wissen, dass ich der amtierende Weltmeister bin – es ist eine Ehre, aber auch eine Verpflichtung”, sagt Jenson Button. “Ich werde es solange genießen, wie ich nur kann, ich will diese Nummer gern auf meinem Auto behalten! Ich habe alles versucht, um mich schnell ins Team einzupassen, viel zu lernen, über das Auto, die Mechaniker, so dass wir sicher sein können, bestmöglichst vorbereitet an den Start zu gehen.”

“Wie es immer am Saisonbeginn ist, wird es reizvoll sein zu sehen, welches das Team ist, das es zu schlagen gilt! Das kann man nie genau vorhersagen. Es gibt einige Teams und Fahrer die einen guten Eindruck machen”, schloss der Neuling bei McLaren. Lewis Hamilton hingegen ist ein alter Hase, zumindest was das Team aus Woking betrifft, der Engländer startet in seine vierte Formel 1 Saison und ihm kam der Winter ganz und gar nicht lang vor.

“Ich kann nicht glauben, dass es schon wieder los geht. Es kommt mir vor als seien wir erst gestern in Abu Dhabi gefahren.” Den Winter habe er sich in zwei Hälften aufgeteilt. Vor Weihnachten hieß es sich vor allem auf die Fitness konzentrieren, ab Januar ging es zurück zum Team, um an den Saisonvorbereitungen mitzuwirken, zu Testen und das Auto mit den gewonnen Erkenntnissen zu verbessern. “Es war viel Arbeit aber es hat Spaß gemacht sie mit Jenson zu bewältigen. Wir sind mit den Ergebnissen bislang sehr zufrieden und mit der Richtung die wir eingeschlagen haben. Ich glaube wir haben hier ein gutes Auto. Wenn ich den Helm aufsetze und das Visier schließe, dann bin ich absolut startklar!”

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Domenicali sieht mehr als vier Spitzenteams

Schumacher wird da sein

 

Die Tests sind vorbei, jetzt beginnt der Ernst des Formel-1-Lebens. Dabei scheinen die Teams so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr zu sein. Lewis Hamilton hat nicht weniger als fünf Gegner für McLaren auf der Rechnung: Ferrari, Red Bull, Mercedes GP, Sauber und Force India. Auch Jenson Button rechnet mit mindestens vier Topteams und einigen Überraschungen.

Die Aussagen von Michael Schumacher & Co bei Mercedes GP deutet Button als Tiefstapeln. “Er sagt, dass er dort nicht gewinnen kann. Das glaube ich ihm nicht ganz”, so Button zu Bild. “Er wird schnell sein, das hat man schon bei den Tests gesehen. Und dann bekommt sein Mercedes ja auch noch neue Teile, die ihn nach vorne bringen.”

Ferrari als Favorit

 

Als großer Favorit geht Ferrari in die neue Saison – das sehen derzeit alle Fahrer und Verantwortlichen so. “Wir sind mit der Arbeit bei den vier Tests zufrieden, besonders da wir unser Programm abschließen konnten”, hält Teamchef Stefano Domenicali den Ball flach. Zunächst sei es wichtig gewesen, eine gute Zuverlässigkeit zu haben. “Dieses Ziel haben wir erreicht.” Bei nur 15 Testtagen sei jede Minute kostbar und Ferrari habe nur wenige davon wegen technischer Probleme verloren.

“Wenn man alle Faktoren berücksichtigt, haben wir gesehen, dass wir konkurrenzfähig sein können”, glaubt Domenicali. “Wir gehören zur Spitzengruppe, bei der Performance und auf Long Runs.” Vorhersagen möchte er trotzdem keine treffen. “Die WM wird sehr ausgeglichen sein, nicht so wie im letzten Jahr”, sagt er.

“Vor den Tests hatten wir mit vier Teams im Titelkampf gerechnet. Aber soweit wir es bislang gesehen haben, gibt es vielleicht sogar noch mehr.” Umso schwerwiegender sei jeder Fehler. “Der kleinste Fehler könnte bedeuten, dass man nicht ins Q3 kommt. Wir müssen immer alles geben: Team, Fahrer, Auto.”

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McLaren jagt Ferrari

Button und Hamilton optimistisch

 

Die Wintertests sind vorbei. Das große Rätselraten geht weiter. Erst in knapp zwei Wochen erfahren wir beim Saisonstart in Bahrain, welches Auto wirklich das Schnellste ist. Nach den vier Testwochen sind die Aussagen der Fahrer und Verantwortlichen klar: Ferrari hat den besten Eindruck hinterlassen. Aber auch McLaren und Red Bull waren schnell unterwegs.

Am Ende zugelegt

 

“Am ersten Testtag war unsere Pace nicht besonders beeindruckend, wir waren nicht schnell genug im Vergleich zu Ferrari”, gesteht Lewis Hamilton. “Aber am letzten Testtag haben wir Verbesserungen am Auto erzielt.” Anhand seiner Long Run-Zeiten auf einer Renndistanz könne man seine Spritmenge ablesen, meint Hamilton. “Die Balance und die Zeiten waren sehr konkurrenzfähig, vielleicht die besten des Tages. Das hat mir einen Motivationsschub gegeben.”

Jenson Button pflichtet seinem Teamkollegen bei. “Lewis’ Pace am Sonntag war sehr schnell”, sagt der zweite McLaren-Pilot. “Es scheint, als ob viele Autos auf einer Runde schnell sein können, aber es ist schwieriger, es auch auf einer Renndistanz zu sein.” Die Rundenzeiten von Hamilton empfand er als sehr positiv. “Ich bin mit der Konstanz sehr zufrieden.”

Fünf Gegner

 

Die Zuverlässigkeit habe schon vorher gestimmt. “Unsere Chancen sind gut”, so Button. “Wir wissen nicht, wie wir im Vergleich zu Ferrari oder Red Bull oder Mercedes aussehen, aber diese drei Teams werden die Hauptgegner sein”, ist er sicher. “Auch einige andere Teams haben konkurrenzfähige Autos gebaut, aber ich denke nicht, dass sie bei der Weiterentwicklung dieser vier Teams mithalten können.”

Hamilton zählt ebenfalls die vier üblichen Verdächtigen zu den Favoriten, plus ein paar mehr Teams. “Die größten Rivalen sind bei den Teams Ferrari, Red Bull, Mercedes, Sauber und Force India”, nennt er gleich fünf Gegner in einem Atemzug. “Sie sind für mich die wettbewerbsfähigsten Teams. Momentan sieht Ferrari am schnellsten aus.” McLaren sieht er in einer starken Position, aber auch Mercedes habe auf Long Runs gute Zeiten erzielt. Button macht das keine Sorgen. “Ich hatte einen Long Run bei dem wir besser als Ferrari waren, aber wir wissen nicht, was sie getestet haben.”

Neben den Kämpfen gegen die anderen Topteams freut sich Hamilton ganz besonders auf die Duelle mit Michael Schumacher und Fernando Alonso. “Es ist eine Freude mit so einer Legende auf der Strecke zu sein”, sagt er zu Schumacher. “Irgendwann werden wir gute Zweikämpfe haben. Darauf freue ich mich.” Aber auch sein ehemaliger Teamkollege Alonso könnte ihm heiße Fights bescheren. “Er ist ebenfalls ein unglaublicher Fahrer und wir werden einen harten Kampf haben, der viel Spaß machen wird.”

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Mercedes in Bahrain mit Superdiffusor?

Keine Angst vor dem Silberpfeil

 

Beim Auftaktrennen in Bahrain möchte Mercedes GP mit einem neuen Aerodynamikpaket den möglicherweise vorhandenen Rückstand auf die Konkurrenz von Ferrari, McLaren und Red Bull aufholen. Gerüchten zu Folge soll ein “Superdiffusor” sogar dafür sorgen, dass die Silberpfeile an den Rivalen vorbeischießen.

“Ich weiß nicht, was Brawn in Bahrain haben wird, aber warten wir ab, ob es wirklich etwas Neues ist”, wird Fernando Alonso von der El Pais zitiert. “Aus meiner Sicht ist es nicht mehr als ein Gerücht, wie viele andere auch.” Auch Pedro de la Rosa lassen die Spekulationen kalt. “Alle Autos haben einen Superdiffusor und es wird keine Überraschungen mehr geben, denn die Regeln wurden von den Ingenieuren schon voll ausgenutzt.”

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