Whitmarsh vor der Amtsübernahme
Große Fußstapfen aber kaum Veränderungen
Es wird schwierig
Whitmarsh war sich allerdings bewusst, dass er in große Fußstapfen tritt, ungeachtet der weiteren internen Kooperation. “Mir ist vollkommen bewusst, dass es unglaublich schwer sein wird, sich daneben zu behaupten. Da ich Ron während seiner gesamten Karriere beruflich am nächsten gestanden habe, weiß ich vielleicht besser als jeder andere, wie schwierig es sein wird, denn ich habe ja gesehen, wie hart Ron arbeitet.” Für den Sieg habe Dennis immer alles gegeben, konnte er nur betonen. Dass es in der Beziehung zu ihm Höhen und Tiefen gab, konnte Whitmarsh nicht verneinen, doch Dennis sei auch sehr großzügig gewesen. “Ich gebe das nicht gerne zu – nicht vor mir selbst und schon gar nicht gegenüber anderen, aber Ron hat mich über die Jahre geformt. Und ich denke auch ganz unbescheiden, dass ich ein offeneres Ohr bei ihm finde als jeder andere.”
Klar ist für Haug und Whitmarsh, dass man weiter gemeinsam Erfolge feiern will und sich gemeinsam auf die anstehenden Aufgaben konzentriert. “Ob es darum geht, das Rennteam auf einen Sieg einzuschwören oder die Gruppe zu stärken, damit wir die aktuelle Rezession ungebremst durchstehen. Die Formel 1 ist nichts für schwache Nerven, und jeder bei McLaren Mercedes lebt allein für den Gewinn von Rennen und Meisterschaften”, sagte der angehende Teamchef. Seine Aufgabe sah Whitmarsh dabei klar definiert: er soll den Titel bei den Fahrern und den Konstrukteuren holen. Wie groß das Ausmaß seiner Aufgabe dann tatsächlich ist, dazu wollte er lieber am Ende des Jahres Stellung nehmen.
Familienmitglied Lewis Hamilton
Sicher war sich Whitmarsh nur, dass es kein Problem sein wird, dass Dennis als starke Bezugsperson von Lewis Hamilton nun nicht mehr ständig beim Team sein wird. “Ich durfte Lewis in seiner frühen Karriere intensiver beobachten als sonst irgendwer und weiß seit langem, wie außergewöhnlich talentiert er ist. Ich würde also sagen, dass meine Beziehung zu Lewis enger ist als in der Vergangenheit zu anderen Fahrern”, erklärte er. Auch Hamiltons Vater kenne er gut und musste umgekehrt behaupten, dass der junge Brite das Team auch als Teil seiner Familie sehe. Ähnliches galt für Haug. “Wir alle haben ein prima Verhältnis zu Lewis, er war vor vier Jahren noch für zwei Jahre bei uns in Deutschland, als er in der Formel-3-Euroserie im DTM-Rahmenprogramm fuhr. Lewis ist seit über zehn Jahren in unserem Team, da kennt und schätzt man sich entweder extrem – oder man ist nicht mehr beieinander.”
Foto: Sutton
© www.KFZ.de 02032009



