Schumacher erwartet Fortschritte in Bahrain

Mercedes unter den Top-Teams

 

“Endlich geht die Saison los!” Nach drei Jahren Pause ist Michael Schumacher besonders heiß auf sein erstes Formel-1-Rennen seit dem Brasilien GP 2006. “Ich fühle mich ein bisschen wie ein Kind vor Weihnachten, denn die Entscheidung für mein Comeback ist so lange her, dass ich es jetzt kaum noch abwarten kann”, sagt der Mercedes-Pilot.

Dabei hätte er im letzten Jahr nie damit gerechnet, am nächsten Wochenende in Bahrain am Start zu stehen. “Schon komisch, wenn man sich überlegt, dass ich noch vor einigen Monaten den Gedanken an eine Rückkehr in die Formel 1 kategorisch ausgeschlossen hätte. Aber manchmal ändern sich die Dinge eben, wenn die richtigen Umstände zusammen kommen.”

Mit Mercedes, Ross Brawn und seinen aufgeladenen Akkus ist dies der Fall. “Ich fühle mich heute frischer als seit vielen Jahren, ich bin physisch perfekt vorbereitet und, noch wichtiger, meine Energie ist komplett zurück”, kündigt er an. “Ich bin wieder bereit für diese Herausforderung – gerade dieser Wettkampf auf höchstem Niveau, wie ihn nur die Formel 1 bietet, war so reizvoll für mich.”

Die Chancen seines Teams wurden in den vergangenen Tagen vielfach eingeschätzt. Schumacher sieht Mercedes GP auf einem guten Weg. “Ich glaube, dass wir nächstes Wochenende in Bahrain unter den Top Teams sein können”, sagt er. “Natürlich ist es immer schwierig, von den Testergebnissen auf die wahre Performance zu schließen – und das gilt dieses Jahr noch mehr als sonst -, aber der letzte Test in Barcelona hat uns gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sein sollten.”

Zusätzliche Hoffnung machen ihm der neue Doppeldiffusor und das neue Aerodynamikpaket, das in Bahrain debütieren werden. “Wir wissen, dass wir in Bahrain noch einige neue Teile am Auto haben werden, die uns voran bringen sollten. Es ist wichtig, gleich von Anfang der Saison an vorne dabei zu sein, und ich bin zuversichtlich, dass wir das sein werden.”

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Keine Trennung zwischen Schumacher und Weber

Neue Struktur

 

Schon vor Michael Schumachers Comeback-Ankündigung gab es Gerüchte, dass sein langjähriger Manager Willi Weber den Rekordweltmeister nicht mehr managen würde. Das dementierte der Mercedes-Pilot klar. Dennoch gibt es einige Veränderungen im Management des siebenfachen F1-Champions.

“Ich möchte hiermit klarstellen, dass sich meine und Willi Webers Wege entgegen anders lautender Gerüchte nicht trennen werden”, teilte Schumacher mit. “Mit Willi Weber habe ich 22 Jahre als Manager zusammen gearbeitet, und ihm als auch seiner Firma Weber Management als Sponsoring- und Merchandising-Agentur bleibe ich nach wie vor sowohl beruflich als auch privat eng verbunden.”

Gleichzeitig wird aber nicht nur Weber die Aktivitäten lenken. “Ich habe entschieden, meine geschäftlichen Dinge mehr und mehr selbst in die Hand zu nehmen”, so Schumacher. “Daher werden künftig alle Management-Tätigkeiten von meinem Büro in Gland (Schweiz) aus abgewickelt und koordiniert werden. Managing Director dieses Büros ist meine langjährige Medienberaterin Sabine Kehm.”

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Lauda sieht Mercedes-Understatement

Drei Rennen abwarten

 

Der Saisonstart rückt näher und die Zahl der Prognosen und Vorhersagen steigt. “Die vier Topteams werden zum Auftakt alle innerhalb von wenigen Zehntelsekunden liegen”, glaubt Ex-Weltmeister Niki Lauda. Während viele Experten Ferrari ganz vorne sehen, hat der Österreicher auch Mercedes GP auf der Rechnung – trotz der Tiefstapelei des Teams. “Dass Mercedes schwächelt und nicht um den Sieg mitfahren kann, halte ich für eine Untertreibung. Das ist Understatement.”

Trotzdem weiß Lauda, dass momentan viel Kaffeesatzleserei im Spiel ist. Bis nach den ersten zwei, drei Rennen wisse man nicht, wer wirklich top sei. “Um die Unterschiede wirklich zu erkennen, dauert es zwei Rennen Minimum”, sagte Lauda der APA.

Ein Grund dafür ist das Nachtankverbot während der Rennen. “Daher wird es Autos geben, die in der Qualifikation (mit leeren Tanks) schnell sind, und solche, die im Rennen (mit vollen Tanks) schnell sind”, erklärte Lauda. “Das Hauptproblem ist das hohe Gewicht des Sprits. Das ist eine völlig neue Komponente”, meinte Lauda. “Da haben die Fahrer und die Teams einiges neu zu lernen. Dazu benötigt man vielleicht drei, vier Rennen.”

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Mercedes in Bahrain mit Superdiffusor?

Keine Angst vor dem Silberpfeil

 

Beim Auftaktrennen in Bahrain möchte Mercedes GP mit einem neuen Aerodynamikpaket den möglicherweise vorhandenen Rückstand auf die Konkurrenz von Ferrari, McLaren und Red Bull aufholen. Gerüchten zu Folge soll ein “Superdiffusor” sogar dafür sorgen, dass die Silberpfeile an den Rivalen vorbeischießen.

“Ich weiß nicht, was Brawn in Bahrain haben wird, aber warten wir ab, ob es wirklich etwas Neues ist”, wird Fernando Alonso von der El Pais zitiert. “Aus meiner Sicht ist es nicht mehr als ein Gerücht, wie viele andere auch.” Auch Pedro de la Rosa lassen die Spekulationen kalt. “Alle Autos haben einen Superdiffusor und es wird keine Überraschungen mehr geben, denn die Regeln wurden von den Ingenieuren schon voll ausgenutzt.”

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Rosberg fährt Bestzeit in Barcelona

Leichter Regen

 

Nur noch sieben Stunden am Sonntag, dann ist die Saisonvorbereitung vorbei. Am vorletzten Testtag vor Bahrain erlebten die elf anwesenden Teams einen durchwachsenen Tag – nach einem trockenen Beginn, fiel immer wieder etwas Regen. Die Bestzeit fuhr Nico Rosberg im Silberpfeil bereits vor den ersten Tropfen.

Mit einer Zeit von 1:20.686 Minuten setzte er sich mit sieben Zehnteln Vorsprung gegen Sebastien Buemi und Jenson Button auf den Plätzen 2 und 3 durch. Rosbergs Zeit war allerdings einen Tick langsamer als die bisherige Wochenbestzeit von Nico Hülkenberg, der am Freitag 1:20.614 Minuten gefahren ist. Alle Fahrer hinter Button hatten mehr als eine Sekunde Rückstand auf Rosberg. Platz 4 ging an Rubens Barrichello vor Felipe Massa, Vitaly Petrov im Renault und Adrian Sutil im Force India. Sebastian Vettel beendete den Tag als Achter.

Ab in den Kies

 

Der vorletzte Testtag vor dem Saisonstart begann mit einer roten Flagge: Nach knapp 20 Minuten blieb Jenson Button in seinem McLaren Mercedes MP4-25 in Kurve 11 stehen. Das Team beruhigte jedoch, es habe sich nur um ein kleineres, mechanisches Probleme gehandelt. Kurz darauf setzte der Regen ein und Kamui Kobayashi war der erste Fahrer, der mit seinem Sauber durch das Kiesbett pflügte – allerdings ohne Folgen für ihn und das Auto. Nur die Mechaniker bekamen etwas mehr Säuberungsarbeiten verordnet.

Schlechter löste die Aufgabe Rubens Barrichello, der kurz vor 12:00 Uhr in Kurve 5 mit seinem Williams voll ins Kiesbett abflog, darin stecken blieb und auf dem Transporter zurück an die Box kam. Jarno Trulli schleppte seinen Lotus aus eigener Kraft zurück zum Team, aber auch am T127 mussten die Mechaniker danach die Putzlappen auspacken. “Kleiner Abflug von Jarno”, teilte Mike Gascoyne mit. “Wir säubern das Auto und fahren dann die letzten 25 Runden unseres Runs zu Ende.”

Nico Rosberg konnte seinen letzten Run nicht beenden. Der Deutsche blieb rund 40 Minuten vor Testende mit einem technischen Defekt auf der Strecke stehen. Kaum war die Bahn wieder freigegeben, tat es ihm Toro Rosso Pilot Sebastien Buemi gleich – auch er rollte in den letzten Kurven auf der Bahn aus und löste die vierte Rotphase des Tages aus. Den Schlusspunkt setzte wenige Minuten vor 17:00 Uhr Rubens Barrichello, der in seinem Williams Cosworth FW32 die letzte rote Flagge verursachte.

Der Testtag wurde immer wieder von leichtem Regen begleitet. Renault reagierte deshalb schon am Vormittag auf die Wetterbedingungen und passte das Programm an: Die Qualifyingsimulation wurde am Nachmittag verkürzt, danach sollte so viel wie möglich von einer Renndistanz abgespult werden. Virgin Racing verpasste mal wieder einige Zeit wegen technischer Probleme. So entdeckten die Mechaniker in der Mittagspause ein Leck im Benzinsystem, das danach zeitintensiv geflickt werden musste.

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