Petrov punktet von hinten

Fehler ausgebügelt

 

Von Startplatz 23 sahen Vitaly Petrovs Chancen auf WM-Punkte in Spa mau aus. Doch der Russe legte einen Raketenstart hin, machte in der Anfangsphase zehn Positionen gut – eine mehr als Michael Schumacher – und fuhr am Ende als Neunter in die Punkte.

“Das war mein Ziel”, sagte er nach der Punkteankunft. “Mein Start war in Ordnung und ich versuchte, hart zu pushen und durch das Feld nach vorne zu kommen.” Das ist ihm gelungen. “Das Rennen war schön, aber die Bedingungen waren sehr schwierig und es war kompliziert, die richtigen Reifen zu wählen.” Diese Aufgabe nahm ihm das Team ab – und behielt recht.

“Ich habe nach meinem Fehler im Qualifying gezeigt, dass wir die Pace haben, um immer in den Top-10 zu sein und ich hoffe, dass ich mich beim nächsten Mal viel besser qualifizieren kann, damit ich nicht so viele Autos überholen muss.” Den nächsten Rennen blickt Petrov deshalb optimistisch entgegen.

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Schumacher

Hart, aber fair

 

Spa zaubert immer ein Lächeln auf Michael Schumachers Gesicht. Als er am Donnerstag das erste Mal das Fahrerlager betrat, regnete es. Ihm gefiel das. Denn angesichts des Performancerückstands seines Autos und der Strafversetzung nach dem Qualifying konnte er jede Menge Chaos gebrauchen. “Ich kann heute mit einem lachenden Auge nach Hause gehen”, sagt Schumacher, der von Platz 21 auf 7 nach vorne fuhr. “Da muss man nicht unzufrieden sein.”

Auf dem Weg nach vorne begegnete ihm gleich zwei Mal sein Teamkollege Nico Rosberg. “Nico war von Petrov etwas aus der Bahn geworfen und das habe ich genutzt”, beschreibt Schumacher sein Überholmanöver gegen Rosberg, bei dem ein Teil von Rosbergs Frontflügel kaputt ging. “Ich fühlte mich im Auto nicht wohl, auch wegen meines Regensetups”, erklärte Rosberg. “Ich war gleich schnell wie Michael, hätte aber nicht schneller fahren können.”

Rad an Rad

 

So hoffte Rosberg immer auf Regen, der erst 10 Runden vor Schluss kam. Dann schaffte er es, nach dem Re-Start wieder an Schumacher vorbeizugehen. “Ich musste wegen Yamamoto mitten in der Eau Rouge vom Gas und Nico flog mit Überschuss auf der Geraden an mir vorbei”, so Schumacher. “Meine Reifen warfen Blasen und ich konnte keine Gegenwehr mehr leisten.”

Die Duelle an sich beurteilten beide Fahrer als fair. “Es war ein Rad-an-Rad-Duell unter Teamkollegen, es war hart, aber fair”, sagte Schumacher. “Wir lassen uns genug Platz. Das gehört zum Racing dazu.” Auch Norbert Haug blieb beim Anblick des Duells locker. “Sie besorgen es sich ordentlich, das ist Sport und das kommt gut rüber”, freute er sich. “Nico hat in diesem Moment Profit aus seinem Regensetup geschlagen. Michael musste viel Kritik einstecken, jetzt hat er gezeigt, dass er es noch kann.”

An einem Podestplatz dachte Schumacher allerdings nicht. “Wir können nicht meckern, aber für ein Podium hätte mehr passieren müssen”, so Schumacher. “Das war nicht der Fall. An weiter vorne war nicht zu denken.”

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Qualifying

Webber in Spa auf Pole

 

Die Serie hält: Bis auf den Kanada GP in Montreal stand in dieser Saison immer ein Red Bull auf der Pole Position. So auch in Spa-Francorchamps, das eigentlich als McLaren-Strecke gilt. Diesmal war es der WM-Spitzenreiter Mark Webber, der sich in 1:45.778 Minuten die Pole Position sicherte.

Neben Webber startet im Rennen Lewis Hamilton aus der ersten Reihe. Der McLaren-Pilot schnappte sich in letzter Sekunde Platz 2 vor Robert Kubica. Sebastian Vettel rundet die zweite Startreihe ab. Jenson Button und Felipe Massa stehen in Reihe 3. Die Top-10 komplettieren Rubens Barrichello, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und ein enttäuschter Fernando Alonso.

Regenchaos

 

Die beiden Mercedes-Piloten scheiterten am Einzug ins Q3. Michael Schumacher belegte Platz 11, Nico Rosberg Platz 12. Beide erhalten jedoch eine Strafe: Schumacher muss wegen des Barrichello-Manövers von Budapest 10 Plätze zurück, Rosberg verliert wegen eines Getriebewechsels nach dem 3. Training 5 Plätze.

Das erste Qualifying wurde vom Chaos beherrscht: Angesichts des drohenden Regens gingen alle Fahrer auf Anhieb auf die Bahn, doch ein Dreher von Vitaly Petrov rief eine rote Flagge hervor – sobald das Q1 wieder lief, begann es zu regnen. Bei einsetzendem Regen kreiselten die Fahrer reihenweise von der Bahn, Michael Schumacher fuhr Zickzack durch die kreiselnden Autos.

“Ich wollte den Kerb austesten und es war zu nass”, gestand Petrov. “Ich wäre lieber in die Top-10 gekommen. Von dort ist es einfacher, um einen Topplatz zu kämpfen.” Neben Petrov schieden auch beide Sauber im Q1 aus; Kamui Kobayashi und Pedro de la Rosa flogen beim Schlussangriff an der gleichen Stelle von der Strecke. So schafften Timo Glock und Heikki Kovalalainen den Sprung unter die Top-17 und ins Q2.

Das Qualifying im Überblick

 

 

 

 1. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: Rosberg Getriebewechsel; Petrov Dreher (rot); Regenchaos; Kobayashi Abflug; de la Rosa Abflug

 

 

 ausgeschieden: Trulli, Kobayashi, Senna, Yamamoto, de la Rosa, di Grassi, Petrov

 

 

 Top-6: Rosberg, Hülkenberg, Barrichello, Kubica, Hamilton, Alonso

 

 

 2. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: Massa Dreher; Liuzzi Dreher

 

 

 ausgeschieden:  Schumacher, Rosberg, Alguersuari, Liuzzi, Buemi, Kovalainen, Glock

 

 

 Top-6: Hamilton, Button, Vettel, Webber, Sutil, Kubica

 

 

 

 

 3. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: keine

 

 

 

 

 Top-6: Webber, Hamilton, Kubica, Vettel, Button, Massa

 

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3. Freies Training

Webber vor Hamilton

 

Der Freitag fiel in Spa typisch ins Wasser. Am Samstagvormittag begrüßte die Teams sogar kurzzeitig so etwas wie Sonne. Nach gut 40 Minuten Trockentraining kehrte der Regen jedoch zurück und beendete das 3. Freie Training vorzeitig. Trotzdem konnten die Teams in der Anfangsphase die ersten Trockenerfahrungen dieses Wochenendes sammeln.

Am besten kam damit Mark Webber zurück. Red Bull dominierte wie erwartet im Mittelsektor der Strecke mit schnellen Kurven. In 1:46.106 Minuten setzte sich Webber an die Spitze der Zeitenliste – vor Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.

Für den Deutschen endete das Training mit einem technischen Problem: Vettel blieb in der Boxeneinfahrt stehen und musste von den Streckenposten langsam zurück geschoben werden. Danach begann das Team mit fieberhaften Arbeiten am Heck seines RB6.

Hinter Webber, Hamilton und Vettel komplettierte Jenson Button die Top-4 im zweiten McLaren. Bester Verfolger der besten Vier war Robert Kubica, der am Samstag zum ersten Mal im Trockenen mit dem neuen F-Kanal fahren konnte. Die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa belegten die Plätze 6 und 7. Die Top-10 rundeten Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und Kamui Kobayashi ab.

Die Mercedes-Fahrer blieben unauffällig. Michael Schumacher fuhr auf Platz 14, Nico Rosberg direkt dahinter auf 15. Für beide Fahrer war es die erste Gelegenheit, die modifizierten Teile an ihrem Silberpfeil im Trockenen auszuprobieren. Neben dem Unterboden stand dabei vor allem der F-Kanal im Mittelpunkt der Tests.

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Schumacher schrieb Barrichello eine sms

Späte Entschuldigung

 

Vier Wochen sind seit dem Abdrängmanöver von Michael Schumacher gegen Rubens Barrichello in Budapest vergangenen. Der Deutsche sah die Kritik zunächst nicht ein und ruderte erst am Tag danach auf seiner Website zurück. “Er hat mich nicht angerufen”, sagte Barrichello in der Woche nach dem Rennen. “Jetzt geht es weiter. Ich habe meine Meinung, aber ich bleibe still.”

Nach dem Rennen hatte Barrichello noch getobt. Die ‘persönliche’ Entschuldigung holte Schumacher knapp vier Wochen später per sms nach. “Ich habe geantwortet: ‚Danke. Kein Problem. Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende’”, verriet Barrichello in Belgien.

Barrichellos Teamkollege Nico Hülkenberg stufte das Manöver rückblickend als “sehr hart” ein. “Wenn die Mauer noch weitergegangen wäre, weiß ich nicht, ob es so glimpflich ausgegangen wäre…” Eine Diskussion in der Fahrerbesprechung erwartet Hülkenberg aber nicht mehr zu diesem Thema.

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