Webber hofft auf Siege

Titel kein Thema mehr

Während sein Teamkollege Sebastian Vettel noch an seine Titelchance glaubt, hat Mark Webber wenig Hoffnung, seinen Rückstand von 28,5 WM-Punkten auf Jenson Button in den letzten Rennen bis zum Saisonende in einen Vorsprung zu verwandeln.

“Jenson muss hier nur vier oder fünf Punkte im Vergleich zu uns holen und dann ist es vorbei”, sagt Webber, der es nun auf Einzelergebnisse abgesehen hat. “Ich möchte das bestmögliche Ergebnis einfahren.” In Singapur sieht er dazu allerdings keine allzu großen Chancen.

“Wir haben in Monaco und Valencia gesehen, dass dies [Straßenkurse] nicht unsere besten Strecken im Vergleich zur Konkurrenz sind.” Natürlich erwarte er keinen massiven Rückstand, aber auf anderen Strecken rechnet er sich bessere Chancen aus, etwa in Japan.

“Es kommen einige Strecken, auf denen wir ein gutes Ergebnis einfahren können”, prophezeit Webber. “Wir sind noch auf der Jagd, aber auf Stop-and-Go-Kursen müssen wir im nächsten Jahr besser werden.”

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2. Training

Hamilton mit Bestzeit am Nürburgring

Das hat die Formel 1 seit Monaco nicht mehr gesehen: Lewis Hamilton fuhr in seinem McLaren die schnellste Zeit eines Freien Trainings. Das dürfte auch den Mercedes-Gästen aus dem Vorstand und den Teilhabern aus Abu Dhabi gefallen haben, die an diesem Wochenende dem Treiben auf der Strecke zusehen. Daran änderte auch Hamiltons Dreher kurz vor Trainingsende nichts.

Sebastian Vettel meldete sich nach seinem technischen Defekt vom Vormittag im 2. Training mit der Bestzeit zurück. Das 1. Freie Training des Großen Preises von Deutschland verlief für Vettel nicht nach Plan. Der Red Bull Pilot rollte mit einem technischen Defekt am Streckenrand aus und konnte erst kurz vor dem Ende der Session wieder ins Geschehen eingreifen. Im zweiten Training holte Vettel die verpasste Zeit nach und fuhr in hinter Hamilton die zweitschnellste Zeit.

Der nächste Verfolger war Jenson Button, der in der WM wiederum von Vettel gejagt wird. Button war am Vormittag Zweitschnellster hinter einem Red Bull, da allerdings jenem von Vettels Teamkollegen Mark Webber. Am Nachmittag musste er sich mit Rang 3 zufrieden geben. Webber komplettierte das Spitzenquartett auf Position 4.

Mit guten Zeiten überraschten Jarno Trulli auf Platz 5 und Adrian Sutil auf Platz 6. Die Top-8 rundeten Rubens Barrichello und Fernando Alonso ab.

Für Giancarlo Fisichella begann das 2. Training mit einem doppelten Knall. Der Italiener verlor die Kontrolle über das Heck seines Force India, drehte sich, rutschte über die Wiese und schlug erst vorne und dann hinten leicht an der Streckenbegrenzung ein. Sein Frontflügel überstand den Einschlag nicht.

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Fry erwartet Ferrari-Comeback

Hilfe im Titelkampf

 

Für Nick Fry war es ein magischer Moment: Jenson Button rannte wie wild die Zielgerade hinunter in Richtung seines jubelnden Teams. Ein besseres Ende hätte selbst George Lucas dem Monaco GP nicht bescheren können. Trotzdem ist sich Fry dessen bewusst, dass es nicht endlos so weitergehen wird. Fünf Siege aus sechs Rennen sind eine Quote, die irgendwann einbrechen wird – darauf setzt Red Bull Teamchef Christian Horner.

“Deswegen war es für uns eine Erleichterung, dass Red Bull nicht so viele Punkte geholt hat”, sagte Fry. “Wir haben jetzt doppelt so viele Punkte wie unser erster Verfolger.” Diesen Vorsprung werde man im Kampf mit Red Bull in den kommenden Rennen auch benötigen. “Aus diesem Grund hoffen wir, dass viele Teams sich zurückmelden und ihnen Punkte wegnehmen werden.”

Gemeint sind ehemalige Spitzenteams wie Ferrari, McLaren, Renault und BMW Sauber, die sowohl Brawn GP als auch Red Bull wichtige WM-Punkte mit Podestplätzen und Siegen wegnehmen könnten. “Besonders Ferrari sah sehr stark aus”, betonte Fry.

Aber Jenson Button muss nicht nur vor Sebastian Vettel und der aufstrebenden Konkurrenz zittern. “Ich bin noch im Spiel”, kündigt sein Teamkollege Rubens Barrichello an. Zu Saisonbeginn sei Button besser mit dem BGP001 zurechtgekommen, da Barrichello Bremsprobleme hatte, deswegen noch nicht einmal mit den Radkappen fahren konnte.

“Aber in der Türkei und Silverstone wird mir das Auto liegen”, glaubt Barrichello, der das nicht als Entschuldigung vorschieben möchte. “Ein guter Fahrer darf nicht sagen, dass er nicht gut abschneide, weil ihm das Auto nicht liege. Wenn man gut genug ist, dann muss man sich ans Auto anpassen können.” Zumindest offiziell erwartet Button deshalb viel Gegenwehr von Barrichello. “Besonders in Silverstone. Dort hat er mich bislang jedes Jahr als mein Teamkollege geschlagen.”

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Monaco GP

Button siegt zum fünften Mal

 

Verkehrte Welt in Monaco? Andere Kräfteverhältnisse, jeder Fehler kann das Aus bedeuten. Jenson Button und Brawn GP ließen sich davon nicht beirren. Der Brite fuhr beim sechsten Saisonlauf seinen fünften Sieg ein, und zwar absolut ungefährdet. Selbst die in Monaco erstarkten Ferrari konnten Button nicht gefährden.

Die besten Voraussetzungen hatte eigentlich sein Teamkollege Rubens Barrichello, der sich am Start gegen Kimi Räikkönen durchsetzte und auf Position 2 nach vorne schoss. Danach war jedoch Schluss mit dem Vorwärtsdrang. Der Brasilianer hatte Probleme mit den weichen Reifen und musste sich sogar gegen Räikkönen wehren. Button fuhr derweil vorne seine Kreise und jenen Vorsprung heraus, den er bis zum Ende des Rennens nicht mehr abgeben sollte. Am Ende überquerte er die Ziellinie gut 10 Sekunden vor seinem ersten Verfolger Barrichello.

Der zweite Brawn-Mann hielt beide Ferrari im Zaum, die ihm auf harten Reifen zusetzten, im letzten Stint auf den schlechteren weichen Reifen jedoch nichts entgegensetzen konnten. Die Entscheidung im Kampf um Platz 3 fiel zwischen Räikkönen und Felipe Massa. Der Finne profitierte dabei von seinem Boxenstopp und der Tatsache, dass er nach Buttons letztem Stopp vor ihm blieb, während Massa bis zu seinem zweiten Stopp hinter Button herfahren musste.

Kurzes Rennen für Vettel

 

Er ist der WM-Verfolger von Brawn GP. Doch Sebastian Vettel brachte selbst der neue Doppel-Diffusor in Monaco nichts. “Mein Start war gut, aber ich habe mich etwas mit der Reifenwahl vertan”, gab er zu. Vettel war überzeugt, dass die weichen Reifen die bessere Wahl für den Start waren. “Aber das waren sie nicht. Die Hinterreifen waren komplett fertig, haben abgebaut.”

Das wollte Felipe Massa ausnutzen, doch er kürzte in der Hafenschikane ab, weswegen er Vettel wieder vorlassen musste, wobei Nico Rosberg die Gunst der Stunde nutzte und innen vorbeistach. Danach war Vettel aber fällig: Er wurde der Reihe nach von Rosberg, Massa und Heikki Kovalainen überholt. “Deswegen musste ich früher an die Box kommen.”

Danach hatte er ein schweres Auto. “Ich weiß nicht genau, kleines Problem mit der Bremse in der ersten Kurve, die Hinterräder haben blockiert und ich bin rausgeflogen.” Damit war das Rennen für ihn gelaufen. In der WM gibt er noch nicht auf. “Es gibt noch viele Rennen und es ist nicht gesagt, dass die Brawn immer ins Ziel kommen.”

Die Opfer von Monaco

 

Neben Vettel war das Rennen auch für einige andere Fahrer vorzeitig zu Ende. Sebastien Buemi nahm in Runde 16 den Renault von Nelsinho Piquet aufs Korn, fuhr dem Brasilianer ins Heck und schoss so in der ersten Kurve beide raus. Robert Kubica stellte seinen BMW Sauber derweil mit Bremsproblemen in der Box ab. So weit kam Heikki Kovalainen nicht. Er verlor im letzten Renndrittel das Heck seines McLaren, drehte sich und flog in die Leitplanken.

Mehr Grund zur Freude hatte Mark Webber, der hinter den beiden Brawn und Ferrari wenigstens Platz 5 für Red Bull ins Ziel rettete. Die weiteren Punkteränge ergatterten Nico Rosberg, Fernando Alonso und Sebastien Bourdais. Der Franzose musste sich in den Schlussrunden gegen Giancarlo Fisichella wehren, der den ersten Saisonpunkt von Force India einfahren wollte, sich aber mit dem undankbaren neunten Rang zufrieden geben musste.

Timo Glock landete als 11. außerhalb der Top10. Kurz vor Rennende zeigte er aber immerhin ein starkes Überholmanöver gegen Nick Heidfeld in der ehemaligen Loews-Kurve. Heidfeld rettete seinen angeschlagenen F1.09 auf Position 12 ins Ziel. Lewis Hamilton musste nach seinem Unfall im Qualifying und einem Getriebewechsel vom letzten Platz starten. Sein Vorwärtsdrang endete nach wenigen Runden in der typischen Monaco-Prozession am Ende des Feldes. Er wurde 13.

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Qualifying

Button startet von der Pole

 

Kaum Überholchancen, eine enge Strecke und ein langes Rennen: Nirgends ist die Pole Position so wichtig wie in Monaco. Jenson Button kann sich glücklich schätzen, dass er diese in allerletzter Sekunde dem Finnen Kimin Räikkönen entreißen konnte. Nur 25 Hundertstel trennen den WM-Spitzenreiter vom Ex-Weltmeister.

Auf dem dritten Platz reihte sich mit Rubens Barrichello der zweite Brawn-Pilot vor Sebastian Vettel und dem zweiten Ferrari von Felipe Massa ein. Nico Rosberg komplettiert die Top-6. Für Heikki Kovalainen reichte es im Q3 nur zu Rang 7. Bis dahin hatte der McLaren-Fahrer in den ersten beiden Sessions weiter vorne mitmischen können.

Enttäschung bei Toyota und BMW

 

In allen drei Freien Trainings blieben die Piloten ohne Unfall, im Qualifying holten ausgerechnet die Toppiloten die Leitplankenkontakte nach: Erst driftete Felipe Massa in der Schwimmbadschikane in die Begrenzung, als das Heck seines Ferrari ausbrach, dann schmiss Lewis Hamilton seinen McLaren in die Reifenstapel. Der Unterschied: Massa konnte sein Auto an die Box schleppen und weiterfahren, Hamilton schied hingegen mit einer gebrochenen Radaufhängung hinten links aus.

“Ich habe einen Fehler gemacht”, gab Hamilton zu. “Das ganze Wochenende lief gut und ich entschuldige mich beim Team. Klar schluckt man das nicht leicht, aber man lernt aus Fehlern. Das macht mich stärker.”

Neben Hamilton scheiterten auch beide BMW Sauber und beide Toyota im ersten Qualifying. “Das ist natürlich sehr enttäuschend”, beklagte sich Nick Heidfeld. “Man fährt sich auf Deutsch gesagt den Arsch ab und was dabei raus kommt, ist nicht mal annähernd zufriedenstellend.” BMW Sauber habe beim Auto keinen Fortschritt erzielt. “Nichts ging in die richtige Richtung. Ich denke nach wie vor, dass wir zu wenig Neuerungen und Updates am Auto bekommen haben. In Barcelona gab es zwar etwas, aber das ist offensichtlich nicht genug.”

Ähnlich enttäuscht war Timo Glock nach seinem Ausscheiden. “Ich habe von der Runde her alles versucht”, sagte Glock. “Schon mit dem ersten Satz war ich zwei Mal an der Mauer. Ich wollte alles rausquetschen, damit wir es ins Q2 schaffen, aber das Auto ist hier weit weg von irgendeinem Speed. Ich habe mich dieses Wochenende mehr im Kreis gedreht als ich gefahren bin.” So auch beim letzten Angriff kurz vor dem Ende des Q1. “Bei keiner Änderung ist etwas passiert, wir hatten immer den gleichen Speed.”

Adrian Sutil hatte hingegen gut lachen. Er schaffte den Sprung ins Q2 und feierte diesen wie eine kleine Pole. “Es hat Spaß gemacht, sitzen zu bleiben und das Q2 zu fahren”, sagte er. Wobei er zugibt, dass die rote Flagge beim Hamilton-Unfall ihm geholfen habe. “Trotzdem waren es gute Runden.”

Das Qualifying im Überblick

 

 

 1. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 Massa schlägt an; Hamilton fliegt ab (Abbruch), Dreher Glock

ausgeschieden:

 

 Hamilton, Heidfeld, Kubica, Trulli, Glock

Top-6:

 

 Rosberg, Button, Webber, Massa, Barrichello, Kovalainen

2. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 Dreher Piquet, Fisichella Schikane abgekürzt (2 Zeiten gestrichen)

ausgeschieden:

 

 Buemi, Piquet, Fisichella, Bourdais, Sutil

Top-6:

 

 Räikkönen, Kovalainen, Webber, Barrichello, Rosberg, Vettel

3. Session

 

 

Zwischenfälle:

 

 keine

Top-6:

 

 Button, Räikkönen, Barrichello, Vettel, Massa, Rosberg

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