Schumacher

Red Bull in eigener Welt

 

Neues Rennen, neues Glück. Michael Schumacher sieht Mercedes GP dennoch in der Verfolgerrolle. “Red Bull fährt in einer eigenen Welt”, sagt er. Dahinter liegen Ferrari, McLaren, Renault und Mercedes. “Hoffentlich machen wir hier einen weiteren, kleinen Entwicklungsschritt, der uns näher an diese Gruppe heranbringt, damit wir gegen sie kämpfen und bestenfalls vor ihnen sein können.”

Die Leistung von Monaco sieht Schumacher nicht als Wegweiser für Istanbul an. Dafür sei die Streckencharakteristik im Fürstentum zu speziell. Trotzdem baut er darauf, dass Mercedes den Aufwärtstrend der ersten Rennen fortsetzen kann.

In Australien und Malaysia habe er sein Können nicht unter Beweis stellen können, weil er am Start abgeschossen wurde oder ausfiel. “Aber das Team hat es bewiesen”, betont er. “Wenn wir Shanghai auslassen, ging es in Barcelona und Monaco stetig weiter bergauf und ich glaube, so geht es hier weiter.” Deshalb freut er sich darauf, herauszufinden, wie sich der Silberpfeil mit den neuesten Updates in Istanbul gegen die Konkurrenz schlägt.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052010

Schumacher

Red Bull in eigener Liga

 

Jetzt ist offiziell bestätigt, was alle erwartet haben: Red Bull setzt in der Türkei erstmals seine Version des F-Kanals ein. Sollte diese funktionieren, dürfte das schnellste Auto noch schneller werden. Dabei sagt Michael Schumacher schon jetzt, dass Red Bull in einer eigenen Liga fahre.

Trotzdem erwartet Mark Webber keine Spazierfahrt wie in Barcelona und Monaco. “Es wird schwierig, Barcelona zu wiederholen”, glaubt der WM-Spitzenreiter. Das Kräfteverhältnis könne sich von Strecke zu Strecke verschieben. Barcelona habe das bewiesen.

Neues Kräfteverhältnis?

 

“Dort war Lewis Hamilton unser härtester Gegner, also könnte man meinen, dass McLaren hier unser größter Herausforderer ist”, schlussfolgert Webber. “Aber wir müssen an Ferrari und Mercedes denken, wenn sie ein gutes Wochenende haben, können sie näher kommen.”

Darauf baut auch Schumacher, wobei der Rekordweltmeister nicht mit einem Angriff auf Red Bull rechnet. Er sieht Mercedes derzeit hinter Red Bull, Ferrari, McLaren und Renault. “Wir sollten hier in der Lage sein, Ferrari, McLaren und Renault zu ärgern. Für Red Bull wird es aber noch nicht reichen.”

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052010

Sutil will aufs Podium

Topteams im Visier

 

Adrian Sutil hatte in den letzten Tagen viel zu tun. Aus Monaco ging es direkt zu seinem Force India Team nach Silverstone, wo er sich im Simulator auf die Grand Prix in der Türkei und Kanada vorbereitete. Seine Aussichten sind gut. “Ich denke unser Auto sollte ganz ordentlich funktionieren und mein Ziel ist es wieder ins Q3 zu kommen und im Rennen wieder Punkte mitzunehmen”, glaubt er.

Helfen sollen dabei kleinere Updates am Auto. “Es ist schön zu sehen, dass Vijay Mallya nicht nachlässt und das Team immer weiter pusht”, ist er mit der aktuellen Verfassung seines Teams zufrieden. “Seit er die Verantwortung übernommen hat, sind wir auf der Erfolgsspur.”

Podest als Ziel

 

Für den Rest des Saison hat Sutil ein klares Ziel: “Wir wollen uns im Laufe der Saison weiter steigern und unser Ziel ist es einen Podestplatz zu schaffen.” Wenn zwei vierten Plätzen sei er schon nah dran gewesen. “Jetzt wird es Zeit, auch mal oben zu stehen auf dem Podest.”

Damit könnte er sich für die Zukunft für höhere Aufgaben empfehlen. Zwar sagt er, dass er bei Force India glücklich sei, so lange es jedes Jahr Fortschritte gebe, aber einem Topteam wäre er auch nicht abgeneigt. “Wir müssen abwarten, wie lange Michael Schumacher weitermachen möchte”, sagte Sutil der tz. “Und auch, was bei Red Bull geschieht.”

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052010

Alonso will aufs Podest

Geschenk zum 800. Rennen

 

In Monaco musste sich Fernando Alonso mit Schadensbegrenzung zufrieden geben. In Istanbul greift der Doppelweltmeister wieder an. “Istanbul wird ein sehr wichtiges Rennen für uns”, sagt er voraus. Nicht nur für den Verlauf der WM 2010, sondern auch für die Geschichte von Ferrari, das in der Türkei sein 800. Rennen bestreitet.

“Das ist eine weitere Motivation für uns, ein gutes Ergebnis einzufahren und auf das Podium zu gelangen, hoffentlich vor den Red Bull”, umreißt der Spanier sein Ziel. Das Team habe nach dem Monaco GP hart daran gearbeitet, das Auto für die Türkei zu verbessern. Auch der F-Kanal wird in Istanbul wieder zum Einsatz kommen. In Monaco verzichtete Ferrari darauf.

Überhaupt lässt sich die bisherige Saison des Spaniers aus zwei Sichtweisen betrachten. Die negative hebt Alonsos Startunfall in Australien, seinen Frühstart in China und seinen Trainingsunfall in Monaco hervor. Die positive liefert Alonso selbst: “Wenn man bedenkt, dass ich bei den ersten sechs Rennen vier Mal nach der ersten Runde Letzter oder am Ende des Feldes war und trotzdem Dritter in der WM bin, drei Punkte hinter dem Spitzenreiter, dann habe ich keinen Grund, nicht zuversichtlich zu sein…”

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052010

Eric Boullier

Es macht Spaß mit Kubica

Eric, wie sehr haben Sie es genossen, Robert Kubica in Monaco auf dem Podium zu sehen?

Eric Boullier: Der Grand Prix von Monaco stellt traditionell ein ganz besonderes Highlight im Formel-1-Kalender dar. Umso schöner, dass unser Renault R30 dort so extrem gut funktioniert hat. Die einzigartige Charakteristik des Rennens durch den engen Leitplankenkanal erfordert neben einem sehr gut reagierenden Auto auch herausragende fahrerische Fähigkeiten. Bereits in den Freien Trainings am Donnerstag wurde deutlich, dass der R30 konkurrenzfähig war. Robert wusste diese Basis hervorragend zu nutzen und fuhr ein großartiges Ergebnis ein. Mit einem Startplatz in der ersten Reihe peilst du natürlich den Sieg an, dennoch können wir stolz sein auf unsere Vorstellung.

Hat Sie die Stärke des Renault R30 auf Monacos Straßen überrascht?

Eric Boullier: Es war eine angenehme Überraschung, ja. Wir wussten, dass der Kurs unserem Auto entgegenkommt, aber wir hatten nicht damit gerechnet, derart konkurrenzfähig zu sein, um mit den Red Bull um den Sieg kämpfen zu können. Wir haben seit dem Beginn der Saison mit viel Engagement und harter Arbeit die Weiterentwicklung des R30 vorangetrieben und von Rennen zu Rennen einen deutlichen Aufwärtstrend in puncto Performance erkennen können. Das mechanische Gesamtpaket des R30 ist zweifellos eine seiner größten Stärken und trug maßgeblich zu unsere Renn-Pace in Monaco bei.

Können wir am kommenden Wochenende beim Grand Prix der Türkei auf einem deutlich konventionelleren Streckenlayout eine vergleichbare Leistungsstärke erwarten?

Eric Boullier: Ich habe es noch nie gemocht, Vorhersagen zu treffen. Beim Istanbul Park handelt es sich um eine Strecke mit gänzlich unterschiedlichem Charakter im Vergleich zu Monaco. Wir wissen, dass der R30 auf engen, kurvenreichen Strecken gut funktioniert. In Barcelona hingegen konnten wir sehen, dass uns auf Kursen mit eher klassischem Layout noch etwas Performance fehlt. Für das kommende Wochenende werden uns wieder einige Neuentwicklungen zur Verfügung stehen, mit denen wir irgendwo zwischen unserer Barcelona- und unserer Monaco-Pace landen sollten. Das wäre eine gute Ausgangslage, um eine Punkteplatzierung einzufahren.

Robert scheint perfekt zu Renault zu passen und eine großer Team-Motivator zu sein. Wie wichtig ist das für die Moral der Mannschaft?

Eric Boullier: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch gar nicht so lange mit Robert zusammenarbeiten, er sich aber schon bestens mit dem Team versteht und mit allen sehr gut zusammenarbeitet. Ich habe bereits mehrfach seine Arbeitsmoral gelobt. Es macht einfach Spaß, mit einem Fahrer zusammenzuarbeiten, der genauso erfolgshungrig ist wie wir. Seinen Enthusiasmus und seinen Einsatz zu erleben, beflügelt das gesamte Team, an der Strecke ebenso wie in den Workshops. Ich denke, im weiteren Saisonverlauf wird Robert sogar ein noch stärkerer Fahrer werden, wenn sich unsere Beziehung weiterentwickelt und wir uns gegenseitig noch besser verstehen.

Vitaly Petrov musste in den vergangenen Rennen einige Enttäuschungen hinnehmen. Wie geht er damit um?

Eric Boullier: Die jüngsten Rennen verliefen sehr frustrierend für ihn. Er muss das jetzt hinter sich lassen, sich neu fokussieren und aufs Fahren konzentrieren. Sein Wochenende in Monaco begann sehr gut. Er hatte die Pace, um sich für die Top Ten zu qualifizieren. Leider stoppte ihn der Unfall. Hätte er es bis in Q3 geschafft, hätte er Punkte einfahren können, davon bin ich überzeugt. Wir wissen also, dass er über den notwendigen Speed verfügt. Es geht nur darum, alles für ein perfektes Wochenende zusammenzubringen. Darum geht es für jeden Rookie. An den zurückliegenden Rennwochenenden hat er viel gelernt. Ich bin sicher, dass er am kommenden Wochenende umso stärker zurückkommen wird.

Mit welchen Erwartungen reisen Sie zum Grand Prix der Türkei?

Eric Boullier: Ich hoffe, dass wir das Maximum aus unserem Paket herausholen und beide Autos in die Punkte bringen können.

© adrivo Sportpresse GmbH

Foto: Sutton

© www.KFZ.de 31052010