2010 noch nicht klar bei Grosjean

Diese Saison steht

“Die Presse!”, kritisierte Romain Grosjean in einem Interview mit automarket.ro die Gerüchteköche wonach er schon beim Brasilien GP am kommenden Wochenende seinen Platz im Renault verlieren könnte. “Ich habe darüber überhaupt noch nichts gehört. Das sind nur Gerüchte. Nichts anderes!”

Was der in der Schweiz geborene Franzose aber zugibt ist, dass für 2010 noch nichts klar ist. “Wir sprechen mit Renault”, gab er zu. “Aber ich denke, dass sie noch bis zum Ende des Jahres warten und sehen was passiert wollen.” Grosjean hatte dieses Jahr erst beim Europa GP in Valencia sein Debüt gegeben, nachdem Nelson Piquet jr. bei Renault aufgrund schlechter Leistungen in Ungnade verfallen war.

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Piquet

Keiner wurde so hart bestraft wie ich

Nelson Piquet Jr. hat im Gegensatz zu und Pat Symonds kein Fahrerlagerverbot erhalten. Trotzdem ist fraglich, ob der Brasilianer jemals wieder als Rennfahrer durch das Drehkreuz schreiten wird. Er selbst fühlt sich deshalb ungerecht behandelt.

“Einige Leute haben gesagt, dass ich von der FIA hätte bestraft werden müssen, aber tatsächlich wurde ich mehr bestraft als alle anderen”, sagte Piquet der Times. “Ich stehe am Anfang meiner Karriere, anders als andere, die in diesem Fall bestraft wurden. Ich muss jetzt viele Hindernisse überwinden und meine Karriere mehr oder weniger bei Null beginnen.”

Der Entscheidung, einen absichtlichen Unfall zu verursachen, stimmte er spontan zu. “Es ging alles so schnell, ich hatte gar keine Zeit, über die Konsequenzen nachzudenken.” So sei ihm der Vorschlag erst wenige Stunden vor dem Rennen unterbreitet worden. “Ich hatte keine Zeit, genau darüber nachzudenken. Wenn man den Vorschlag während des Freien Trainings gemacht hätte, hätte ich mehr Zeit gehabt.”

Als Hauptschuldigen nennt er immer noch seinen ehemaligen Manager Flavio Briatore. “Weil Renault nicht erfolgreich war, hat er all seine Unzufriedenheit an mir ausgelassen”, so Piquet. “Andere Rookies wurden nie so hart behandelt wie ich. Der Ergebnisdruck ist normal, aber die mentale Schikanierung ist etwas anderes.”

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Unfälle und Probleme bei Renault

Ein Jahr danach

Für Renault kommt es momentan knüppeldick: Erst der Crashgate-Skandal, dann die Entlassungen des Teamchefs und Ingenieursdirektors, danach die Strafen von der FIA und die Verluste zweier Sponsoren. Ausgerechnet jetzt ging es wieder zum Schicksalsrennen nach Singapur.

Als ob nicht schon genug über den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet Jr. geschrieben und gesprochen wurde, drehte sich Romain Grosjean im 1. Freien Training an genau der gleichen Stelle in die Wand wie Piquet im Vorjahr. “Leider machte ich einen kleinen Fehler, der mich viel Zeit kostete”, beschrieb Grosjean die Situation.

Auch Neu-Teamchef Bob Bell betonte die Nachteile der Aktion und ließ die Erinnerungen außen vor: “Der Unfall hat für Romain einen Großteil der Session ruiniert.” Dabei hätte er es als Neuling nötig gehabt, die schwierige Strecke zu lernen. “Als er in der zweiten Session raus ging, hatte er mechanische Probleme mit dem Auto, weshalb er nicht so viel fahren konnte, wie wir eigentlich geplant hatten.” Trotzdem glaubt Grosjean, dass er im 3. Training noch mehr Speed finden kann.

Fernando Alonso war gegen Ende der 2. Session gut vorne dabei. Dennoch betonte Bell, dass auch der Spanier einen schwierigen Tag mit viel Übersteuern und wenig Grip an der Hinterachse verlebte. “Die Strecke war sehr rutschig und schmutzig”, klagte Alonso. “Das hat es schwierig gemacht, etwas über das Auto zu lernen und die Balance zu verbessern.”

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1. Freies Training

Barrichello mit Bestzeit

Ein Jahr danach: Die Formel 1 ist zurück in Singapur. Eigentlich sollte dort die Erinnerung an den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet Jr. im Premierenrennen 2008 vergessen gemacht werden. Doch das Gegenteil war der Fall: Neben den vielen Diskussionen rund um die Bestrafung von Renault am vergangenen Montag, klebte plötzlich wieder ein Renault in der Mauer: Romain Grosjean verlor in exakt der gleichen Kurve die Kontrolle über sein Auto wie Piquet vor einem Jahr.

Der Renault schlug erst rechts und dann links an der Mauer an, war nach dem Kontakt aber nicht so stark beschädigt wie das Piquet-Auto im ersten Singapur GP. Grosjean entschuldigte sich per Funk beim Team. Der Fauxpas sei ihm verziehen, immerhin war lange nicht klar, ob er wegen einer Erkrankung überhaupt würde fahren können. Das Training musste wegen des Unfalls für gut zehn Minuten unterbrochen werden, um das Auto zu bergen. Wie im letzten Jahr gab es an dieser Stelle keinen Kran, um den Wagen schnell von der Strecke zu heben.

Die Bestzeit des 1. Freien Trainings fuhr Rubens Barrichello, der sich um knapp zwei Zehntel gegen seinen Teamkollegen Jenson Button durchsetzte. Für Red Bull sah es zunächst einmal besser aus als in Monza: Mark Webber fuhr auf Platz 3 hinter das Brawn-Duo, Sebastian Vettel platzierte sich auf Rang 5. Zwischen die beiden Red Bull Fahrer schob sich Vorjahressieger Fernando Alonso. Die Top-8 komplettierten Heikki Kovalainen, Lewis Hamilton und Robert Kubica. Kimi Räikkönen war bester Ferrari-Pilot auf Rang 9.

BMW Sauber setzte zum ersten Mal ein neues Aerodynamikpaket samt neuem Getriebe ein. Dieses verursachte zunächst noch Probleme, danach konnten Kubica und Nick Heidfeld jedoch jeweils 15 Runden abspulen.

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Viertes Teammitglied wusste von Crashgate

Zeuge X war eingeweiht

 

Am Montag verkündete der FIA-Weltrat das Urteil im Fall Crashgate: Lebenslange Sperre für Flavio Briatore, 5 Jahre Sperre für Pat Symonds und eine WM-Ausschluss auf Bewährung für Renault. Dieses Urteil soll laut dem FIA Vizepräsidenten Ben Sulayem schon vor der WMSC-Anhörung am Montag gefällt worden sein.

“Wir haben unsere Diskussionen vorher geführt und alle sind mit dem Ergebnis zufrieden”, sagte er einer Lokalzeitung. “Das Urteil ist fair und jeder ist ein Gewinner.” Schließlich wollte niemand einen Renault-Ausstieg sehen. “Wir wollen alle Renault in der F1 sehen, das ist das Ergebnis, das alle wollten.”

Zeuge X wusste Bescheid

 

In einer 20-seitigen Urteilsbegründung gab die FIA am Mittwochabend weitere Details zu den Beweisen bekannt. Neu ist darin die Rolle eines “Zeuge X” genannten Renault-Teammitglieds, das als einziger weiterer Mitarbeiter neben Flavio Briatore, Pat Symonds und Nelson Piquet Jr. von dem absichtlichen Unfall des Brasilianers und den Plänen für diese “Strategie” gewusst haben soll.

In einem Renault-Schreiben vom 17. September verrät das Team, dass “Zeuge X” bestätigt habe, bereits vor dem Rennen von den Plänen gewusst zu haben. So soll der Tippgeber, dessen Identität nur den FIA-Anwälten und Max Mosley bekannt ist, am Samstag dabei gewesen sein, als Briatore und Symonds den Plan diskutierten. “Zeuge X” soll dagegen protestiert haben, wusste aber nicht, dass der Plan trotzdem umgesetzt werden würde.

Symonds gesteht Mitwirkung

 

Die FIA ist davon überzeugt, dass der Tippgeber selbst keine aktive Rolle in der Verschwörung spielte. Zudem geht die FIA davon aus, dass außer “Zeuge X” niemand innerhalb des Teams davon gewusst habe, da er selbst von den beiden obersten Teammitgliedern davon erfahren habe und es niemanden gegeben habe, den er davon hätte berichten können.

Das FIA-Urteil enthält auch einen Auszug eines Schreibens von Pat Symonds, in dem er sich nach seiner ursprünglichen Weigerung, sich zu dem Fall zu äußern, für sein Mitwirken an dem Plan entschuldigte. “Ich möchte meine Rolle in diesem Vorfall zugeben”, schreibt Symonds. “Als mir die Idee zum ersten Mal von Nelson Piquet Jr. vorgeschlagen wurde, hätte ich sie sofort ablehnen sollen. Es ist eine Schande, dass ich es nicht getan habe.” Mit dieser einen Entscheidung habe er seinen Ruf zerstört, den er sich in 33 Jahren Motorsport aufgebaut habe. “Ich liebe den Wettbewerb, das kann manchmal das Urteilsvermögen trügen.”

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